Familiensache in La Morra. Carlo Revello bleibt bei der klassischen Schule: große Holzfässer, Zeit, Geduld. Heraus kommen Baroli mit Substanz und Struktur – der Giachini etwa, fein gezeichnet und auf lange Sicht gebaut. Eleganz von La Morra, ohne modischen Schnickschnack.
Carlo Revello Barbera D'Alba Superiore 2024 ist ein reinsortiger Barbera aus den Parzellen der Familie Revello in La Morra und füllt die 0,75-Liter-Flasche mit 15 % Vol. Das Bild im Glas ist tiefdunkles Rot, der Duft führt von Sauerkirsche und Brombeere zu Vanille, Minze und einem Hauch Kakao. Am Gaumen trägt die rebsortentypische Säure die Frucht, während die lange Holzreife für Kontur und Volumen sorgt. Der Jahrgang 2024 brachte dem Piemont nach mehreren Dürrejahren wieder reichlich Niederschlag — und damit Barbera mit auffallend frischem Zug.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barbera D'Alba Superiore 2024
FARBE: Tiefdunkles Rot mit violettem Schimmer am Rand.
NASE: Intensiv und vielschichtig. Sauerkirsche, Brombeere und eingekochte Pflaume treffen auf Vanille, Minze, Süßholz und ein wenig Muskatnuss. Dahinter bleibt eine kühle Kräuternote, welche die dunkle Frucht auflockert.
GESCHMACK: Saftig, mit klar gezeichneter Säureader entlang der Mitte. Kirsche und Waldbeere stehen neben Kakao, schwarzem Pfeffer und einer leicht röstigen Würze aus dem Fass. Das Tannin fällt weich aus und ordnet sich der Frische unter.
FINALE: Im Abgang bleibt die Kirsche stehen, begleitet von Minze und einem trockenen, leicht salzigen Ton. Die Länge ist für die Rebsorte bemerkenswert.
Was die Stufe Superiore beim Barbera d’Alba verlangt
Barbera d’Alba ist seit 1970 eine geschützte Herkunft im Hügelland um Alba; die Rebflächen dürfen 650 Meter Höhe nicht überschreiten. Für die Stufe Superiore schreibt das Regelwerk mindestens 12,5 % Vol. und eine Reifezeit von zwölf Monaten vor, von denen vier im Holzfass zu verbringen sind. Dieser Wein liegt mit 15 % Vol. und rund zwei Jahren Fassreife deutlich über der Untergrenze. Die Weinberge in La Morra stehen auf den jüngeren, sandig-tonigen Mergeln des Tortonium, die im Vergleich zu den östlichen Gemeinden weniger Kalk und mehr Sand enthalten — ein Untergrund, der dieser säurebetonten Rebsorte Rundung mitgibt.
Die Familie Revello an der Serra dei Turchi
Der Betrieb geht auf die Teilung des Familienbesitzes zurück: Seit 2016 keltert Carlo Revello in der Ortschaft Santa Maria oberhalb von La Morra unter eigenem Namen, gemeinsam mit seiner Frau Mariarosa und Sohn Erik, der die Önologieschule in Alba besucht hat. Rund acht Hektar verteilen sich auf sieben eingetragene Einzellagen des Gebiets, darunter Annunziata, Giachini und Boiolo. Erik hat die Rotationsmazeration abgeschafft, arbeitet vermehrt mit spontaner Gärung und hat kleine Fassformate schrittweise durch große slawonische Gebinde ersetzt. Seit dem Jahrgang 2020 steht dabei die Frische spürbar im Vordergrund — auch beim Barbera, der neben dem Barolo des Hauses kein Nebenprodukt ist.
Vom Stahltank in das Fass mit 25 Hektolitern
Die Trauben bleiben nach Angaben des Erzeugers zehn bis zwölf Tage auf der Schale, der biologische Säureabbau findet anschließend im Edelstahl statt. Danach geht der Wein in große slawonische Fässer mit 25 Hektolitern Inhalt; die letzten sechs Monate vor der Füllung verbringt er in bereits gebrauchten Barriques. Insgesamt nennt der Betrieb 24 Monate Holzreife. Der Gedanke dahinter: Das Holz soll die kräftige Säure der Rebsorte einfassen und Struktur geben, ohne dass Röstaromen die Frucht überdecken. Als Trinkfenster sind fünf bis zehn Jahre angesetzt.
Servieren und kombinieren
Bei 16 bis 17 °C in einem mittelgroßen Rotweinglas zeigt der Wein die Balance aus Frucht und Säure am deutlichsten. Dekantieren ist nicht nötig — eine halbe Stunde im Glas genügt, damit sich die Würze öffnet. Auf dem Teller mag er Kräftiges: Agnolotti del plin mit Bratensauce, Salsiccia vom Grill, in Tomaten geschmortes Kaninchen, Polenta mit Ragù, Vitello tonnato und eine junge Tome aus den Langhe.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barbera D'Alba Superiore 2024
Was bedeutet Superiore beim Barbera d’Alba?
Superiore ist eine gesetzlich definierte Qualitätsstufe. Sie verlangt mindestens 12,5 % Vol. sowie zwölf Monate Reifezeit, darunter vier Monate im Holzfass. Dieser Wein übertrifft beide Werte klar.
Warum wird ein Barbera überhaupt im Holzfass ausgebaut?
Barbera bringt von Natur aus viel Säure und wenig Tannin mit. Die Reife im großen Fass baut Struktur auf und fasst die Säure ein; gebrauchte Barriques geben dabei nur noch eine dezente Würze ab statt frischer Röstnoten.
Wie viele Jahre verträgt der 2024er im Keller?
Der Erzeuger gibt fünf bis zehn Jahre an. In den ersten Jahren dominiert die Kirschfrucht, später treten getrocknete Kräuter und Würze stärker hervor.
Passt der Wein auch zu einfacher Küche?
Ja, das ist sogar seine Stärke. Die Säure kommt mit Tomate, Speck und Zwiebel ausgezeichnet zurecht, weshalb Pizza, Polenta oder eine Wurstplatte genauso gut funktionieren wie ein Schmorgericht.
Was war am Jahrgang 2024 im Piemont besonders?
Nach mehreren trockenen Jahren fiel deutlich mehr Regen, was den Wasserhaushalt ausglich, aber Pflanzenschutz erforderte. Die Analysen zeigten weniger Farbe und etwas niedrigere Gesamtsäure als zuletzt, dafür viel Finesse und Sapidität.
Der Carlo Revello Barolo 2020 ist der gemeindeübergreifende Barolo des Guts und verbindet Nebbiolo aus dem Heimatort La Morra mit Trauben aus Serralunga d'Alba. Der Barolo DOCG kommt mit 14,5 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche und reifte 24 Monate in gebrauchten Barriques und in slawonischer Eiche. In der Nase dominieren dunkle Kirsche, Zwetschge und Mokka, dahinter Lakritz und ein kühler Minzhauch. Am Gaumen trifft die Fülle des warmen Jahrgangs 2020 auf das feste, salzige Tanningerüst, das Serralunga beisteuert.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo 2020
FARBE: Dunkles Rubinrot von mittlerer Dichte, am Rand mit ersten granatfarbenen Anklängen.
NASE: Dunkle Kirsche und Zwetschge stehen vorn, unterlegt mit Mokka, Lakritz und einem kühlen Minzton. Etwas Luft bringt getrocknete Rosen, Nussschale und eine erdige Note hervor. Das Bouquet wirkt reif, aber nicht überladen.
GESCHMACK: Rund und fruchtbetont im Auftakt, danach greift ein festes, leicht salziges Tannin. Die Säure ist moderat, wie es dem Jahrgang entspricht, sorgt aber für ausreichend Spannung. Im Mittelteil zeigen sich Kakao und getrocknete Kräuter.
FINALE: Der Nachhall bleibt mittellang: Dunkle Frucht und Lakritz verklingen über einem staubig-erdigen Grundton.
Zwei Böden, ein Wein: La Morra und Serralunga d'Alba
Für diesen Barolo verschneidet das Gut Nebbiolo aus La Morra mit Trauben aus Serralunga d'Alba und bringt damit zwei geologisch verschiedene Hälften des Anbaugebiets zusammen. La Morra im Westen steht auf den jüngeren tortonischen Mergeln und liefert Duft, Fülle und geschmeidiges Tannin. Serralunga im Osten wurzelt in älteren serravallischen Böden; von dort kommen Gerüst, Salzigkeit und Haltbarkeit. Weil die Trauben aus zwei Gemeinden stammen, trägt der Wein weder eine Lagen- noch eine Gemeindebezeichnung, sondern erscheint als Barolo DOCG – er zeigt das Gebiet im Querschnitt statt eine einzelne Parzelle.
Hausstil und Handschrift des Guts
Das Gut in der Frazione Santa Maria von La Morra ging 2016 aus der Teilung des Betriebs Fratelli Revello hervor. Carlo Revello arbeitet mit seinem Sohn Erik, der die Önologieschule in Alba abgeschlossen hat und den Keller behutsam in Richtung Tradition zurückführt: weniger neues Holz, größere Fässer, spontane Gärungen. Rund sieben Hektar Rebfläche verteilen sich auf mehrere Lagen in La Morra, aus denen neben diesem Barolo die Crus Giachini und Boiolo sowie eine Riserva aus Rocche dell'Annunziata entstehen. Der gemeindeübergreifende Barolo ist dabei kein Nebenprodukt, sondern die Visitenkarte dieses Stils.
24 Monate in gebrauchten Barriques und slawonischer Eiche
Der Ausbau dauerte 24 Monate und fand in gebrauchten Barriques sowie in Fässern aus slawonischer Eiche statt. Mehrfach belegtes Holz gibt kaum Röst- und Vanillearomen ab; es wirkt vor allem über die langsame Sauerstoffzufuhr, die das Tannin glättet. Damit liegt die Fassreife klar über den 18 Monaten, die die DOCG Barolo mindestens verlangt – insgesamt sind 38 Monate Reife vor der Freigabe vorgeschrieben. Das Gut nennt für diesen Wein ein Lagerfenster von 10 bis 15 Jahren.
Serviervorschlag und Speisenbegleitung
17 bis 18 Grad Celsius, ein großes Glas und rund eine Stunde Luft genügen. Ein Depot ist bei diesem Jahrgang noch nicht zu erwarten, das Umfüllen dient also allein der Belüftung. Gut passen Brasato al Barolo, Salsiccia mit Linsen, Rinderrouladen, Pappardelle mit Wildragout, Ofengemüse mit Kastanien und ein reifer Raschera.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo 2020
Worin unterscheidet sich dieser Barolo von den Lagenweinen des Guts?
Er entsteht aus Trauben zweier Gemeinden und zeigt deshalb den Charakter des Anbaugebiets, nicht einer Parzelle. Die Crus Giachini und Boiolo sowie die Riserva Rocche dell'Annunziata stammen jeweils aus einer einzigen abgegrenzten Lage in La Morra und sind enger gefasst sowie langlebiger angelegt.
Wie verlief der Jahrgang 2020 im Barolo?
Der Winter war mild, das Frühjahr trocken und sonnig, Regen im Mai und Juni füllte die Wasserreserven. Der Sommer blieb warm, aber ohne Hitzespitzen und Trockenstress; die Lese reichte bis Anfang Oktober. Das ergab fruchtige, zugängliche Weine mit reifen Tanninen und etwas niedrigerer Säure.
Was bedeutet DOCG auf dem Etikett?
DOCG steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita, die höchste italienische Herkunftsstufe. Für Barolo bedeutet sie unter anderem 100 Prozent Nebbiolo, mindestens 13 % Vol. Alkohol, 38 Monate Reife und eine amtliche Prüfung jeder Partie.
Wie lange sollte man den Barolo 2020 lagern?
Das Gut gibt 10 bis 15 Jahre an. Da 2020 als früh zugänglicher Jahrgang gilt, ist der Wein bereits jetzt gut trinkbar; der Kern seines Fensters liegt in den kommenden fünf bis zehn Jahren.
Warum steht der Hinweis auf Sulfite auf dem Etikett?
Schwefeldioxid entsteht bei der Gärung und wird zusätzlich in geringen Mengen zum Schutz vor Oxidation eingesetzt. Ab einem Gehalt von 10 Milligramm je Liter ist der Hinweis gesetzlich vorgeschrieben; er gilt für nahezu jeden Wein und ist kein Qualitätsmerkmal.
Carlo Revello Barolo 2021 ist der Gutswein des Hauses: reinsortiger Nebbiolo, zusammengesetzt aus Parzellen in La Morra und Serralunga d’Alba, gefüllt mit 14,5 % Vol. in 0,75 Liter. Dunkles Rubinrot, dazu ein Duft von Sauerkirsche, Marzipan und Lakritz. Der Gaumen ist saftig, das Tannin gut eingebunden, die Säure lebhaft. 2021 gilt als Jahrgang mit tiefem pH-Wert und viel Zug — diese Flasche zeigt genau das.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo 2021
FARBE: Kräftiges Rubinrot mit hellem Rand.
NASE: Viel Sauerkirsche, dazu Marzipan, Lakritz und ein Anklang von Siegellack, wie ihn junger Nebbiolo häufig zeigt. Getrocknete Rose und ein Hauch Teer treten mit Luft dazu.
GESCHMACK: Saftig und geradlinig. Das Tannin ist fein eingebunden, die Säure gibt Tempo, rote Kirsche und Preiselbeere bleiben im Zentrum. Eine kalkig-salzige Ader zieht durch die Mitte.
FINALE: Seidig im Abklang, mit Sauerkirsche und Süßholz. Die Säure zieht den Wein bis zum letzten Schluck nach vorn.
Zwei Gemeinden in einer Flasche: La Morra und Serralunga d’Alba
Anders als die Cru-Abfüllungen des Hauses vereint dieser Barolo Trauben aus zwei Gemeinden mit gegensätzlichem Untergrund. La Morra liefert die jüngeren, sand- und tonreichen Mergel des Tortonium, die für Duft, weiches Tannin und Trinkfluss stehen. Aus Serralunga d’Alba, wo ältere und kärgere Formationen dominieren, kommt der strengere, länger tragende Anteil. Zusammengesetzt ergibt das einen Barolo, der die Eleganz der Westseite mit dem Rückgrat der Ostseite verbindet — die Falstaff-Redaktion bewertete den 2021er mit 91 Punkten.
Ein Familienbetrieb mit acht Hektar auf sieben Lagen
Carlo Revello arbeitet in Santa Maria bei La Morra zusammen mit Mariarosa und Sohn Erik, der in Alba Önologie studiert hat und heute für den Keller verantwortlich ist. Die rund acht Hektar liegen in sieben eingetragenen Einzellagen, darunter Annunziata, Giachini, Boiolo, Lirano und ein kleines Stück Rocche dell’Annunziata. Erik hat die Rotationsmazeration abgeschafft und arbeitet mit spontaner Gärung; kleine Fassformate weichen nach und nach dem großen slawonischen Holz. Neben den Barolo entstehen ein Barbera d’Alba Superiore und ein Langhe Nebbiolo.
Zwei Jahre zwischen gebrauchtem Barrique und slawonischem Fass
Nach der Gärung reift der Wein 24 Monate in einer Kombination aus bereits belegten Barriques und großen Fässern aus slawonischer Eiche. Die gebrauchten Gebinde geben kaum noch Röstaromen ab, das große Holz sorgt für langsame, gleichmäßige Reife. Der Jahrgang 2021 kam nach einem schneereichen Winter, einem Frost zwischen dem 6. und 8. April, der die Erträge um etwa zehn Prozent senkte, und einem sehr trockenen Sommer; erst der September brachte Regen. Herausgekommen sind Weine mit niedrigem pH-Wert, klarer Säure und einem Lagerpotenzial, das der Betrieb mit zehn bis fünfzehn Jahren angibt.
Servieren und kombinieren
Zwischen 17 und 18 °C und in einem bauchigen Glas hat der Gutswein den nötigen Raum. Eine Stunde in der Karaffe schärft die Kontur, mehr braucht er nicht. Klassische Begleiter sind Brasato, Zunge in grüner Sauce, Agnolotti mit Fleischfüllung, Rehrücken, Steinpilze in Butter und ein Stück gereifter Raschera.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo 2021
Aus welchen Lagen stammt dieser Barolo?
Er ist eine Assemblage aus Parzellen in La Morra und in Serralunga d’Alba. Weil er keine einzelne Lage im Namen trägt, darf er Trauben aus mehreren Gemeinden des Gebiets vereinen.
Wie hat der Frost im April 2021 den Jahrgang geprägt?
Der Kälteeinbruch Anfang April traf einzelne Weinberge deutlich und senkte die Erntemenge um rund zehn Prozent. Die verbleibenden Trauben reiften konzentrierter, was sich in der dichten Frucht des Jahrgangs zeigt.
Ist der 2021er schon jetzt eine Freude?
Ja. Das Tannin ist von Anfang an gut eingebunden, die Frucht offen. Wer ihn heute trinkt, gibt ihm etwas Luft; nach fünf bis acht Jahren wird das Bild würziger.
Wie wurde der Wein von der Fachpresse bewertet?
Falstaff vergab im Herbst 2025 für den Barolo 2021 dieses Hauses 91 Punkte und beschrieb Sauerkirsche, Marzipan und Lakritz sowie einen seidigen Abgang.
Wie unterscheidet sich der Gutswein von den Lagenweinen des Hauses?
Der Gutswein ist früher zugänglich und breiter angelegt, weil er verschiedene Herkunftsprofile ausgleicht. Giachini und Boiolo zeigen dafür das engere Profil ihrer jeweiligen Lage und tragen länger.
Carlo Revello Barolo 2022 ist die Gutsabfüllung des Jahrgangs, gekeltert aus Nebbiolo von Parzellen in La Morra und Serralunga d’Alba, mit 15 % Vol. auf 0,75 Liter. Im Glas ein dunkles Rubinrot, im Duft schwarze Kirsche, Pflaume, Mokka und Lakritz. Der Gaumen fällt rund und saftig aus, das Tannin ist von Anfang an zugänglich. 2022 war das trockenste Jahr der Reihe — und brachte Barolo, der früher Freude macht als die strömungsreichen Vorjahre.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo 2022
FARBE: Dunkles Rubinrot, dicht und wenig transparent am Kern.
NASE: Schwarze Kirsche und Zwetschge führen, dazu Mokka, Kakaoschale und Lakritz. Ein floraler Ton nach getrockneter Pfingstrose und ein Hauch Backgewürz halten das Bild offen.
GESCHMACK: Rund und saftig, mit vollem Fruchtkern und einem Tannin, das mehr geschmeidig als streng wirkt. Dunkle Kirsche, Feige und ein Anflug von Bitterschokolade, dazu eine würzige Note aus dem Fass.
FINALE: Der Wein klingt warm aus, mit dunkler Frucht und Röstwürze. Das Tannin verabschiedet sich trocken und leicht staubig.
Woher der Gutswein kommt: Westhang und Osthang der Barolo-Zone
Für diese Abfüllung greift der Betrieb auf Parzellen in La Morra und in Serralunga d’Alba zurück. In La Morra prägen sandreiche Mergel mit vergleichsweise geringem Kalkanteil die Weine; sie speichern Wasser gut, was in einem Dürrejahr wie 2022 von Vorteil war. Serralunga d’Alba steuert Trauben von älteren, magereren Formationen bei, die Gerüst und Salzigkeit mitbringen. Die Mischung nimmt dem heißen Jahrgang die Schwere und gibt ihm eine Achse.
Erik Revello und die Rückkehr zum großen Holz
Der Betrieb in Santa Maria bei La Morra entstand nach der Aufteilung des Familienbesitzes; ab 2016 keltert Carlo Revello unter eigenem Namen. Sein Sohn Erik, Absolvent der Önologieschule in Alba, verantwortet heute den Keller und hat die Arbeitsweise deutlich verändert: keine Rotationsmazeration mehr, mehr spontane Gärungen, Schritt für Schritt große slawonische Fässer anstelle kleiner Gebinde. Bewirtschaftet werden rund acht Hektar in sieben Einzellagen; die Cru-Weine Giachini und Boiolo sowie eine Riserva aus Rocche dell’Annunziata stehen über diesem Gutswein.
24 Monate Holz — große Fässer mit einem Anteil gebrauchter Barriques
Der Wein verbringt zwei Jahre im Holz, teils in großen Fässern aus slawonischer Eiche, teils in bereits mehrfach belegten Barriques. Weil die kleinen Fässer nicht neu sind, liefern sie Sauerstoff und Feinschliff, aber keine Vanille. Das passt zum Charakter des Jahres: 2022 fielen nur etwa 385 Millimeter Regen gegenüber rund 480 Millimetern im normalen Bedarf, die Trockenheit hatte bereits im schneearmen Winter begonnen. Ältere Reben und kühlere, östlich ausgerichtete Hänge kamen am besten damit zurecht; die Weine zeigen saftiges Tannin und werden ihre besten Jahre eher in der ersten Dekade haben. Der Betrieb setzt das Lagerpotenzial mit zehn bis fünfzehn Jahren an.
Servieren und kombinieren
Serviert wird der Wein bei rund 17 °C, gerne in einem weiten Glas mit hohem Kelch. Weil der Jahrgang zugänglich ausfällt, genügen 30 bis 45 Minuten Karaffenzeit. Dazu passen Rinderschmorbraten, Lammkarree mit Rosmarin, Tajarin mit Butter, Perlhuhn aus dem Ofen, Kastanienrisotto und Toma-Käse mit Honig.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo 2022
Wie trocken war der Jahrgang 2022 wirklich?
Es fielen rund 385 Millimeter Regen, während etwa 480 Millimeter dem normalen Bedarf entsprechen. Erschwerend kam hinzu, dass die Trockenphase schon 2021 begann und der Winter kaum Schnee brachte.
Braucht dieser Barolo lange Flaschenreife?
Nein, er ist bewusst früher zugänglich. Fachberichte zum Jahrgang empfehlen die erste Dekade; der Betrieb selbst nennt zehn bis fünfzehn Jahre Lagerfähigkeit.
Was bedeutet DOCG auf dem Etikett?
DOCG ist die höchste italienische Herkunftskategorie mit garantierter Kontrolle. Für Barolo heißt das unter anderem reinsortiger Nebbiolo und eine vorgeschriebene Mindestreife von 38 Monaten, davon 18 Monate im Holz.
Welche Rolle spielen die gebrauchten Barriques im Ausbau?
Sie sorgen für einen kontrollierten Sauerstoffkontakt und glätten das Tannin. Neue Barriques würden Röst- und Vanillenoten beisteuern, was hier gerade nicht gewollt ist.
Woran erkennt man Barolo aus La Morra im Glas?
Die Weine der Gemeinde gelten als besonders duftig und weich im Tannin, weil ihre Böden mehr Sand und weniger Kalk enthalten als die östlichen Gemeinden. Bei dieser Assemblage tritt daneben die festere Statur aus Serralunga hervor.
Der Carlo Revello Barolo Boiolo 2018 stammt aus einem der kühleren, regenreicheren Barolo-Jahre des vergangenen Jahrzehnts und zeigt genau das, was 2018 in La Morra ausmacht: Duft geht vor Wucht. Erzeugt wird der Barolo DOCG aus 100 Prozent Nebbiolo der Lage Boiolo oberhalb von La Morra, abgefüllt mit 15 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Im Glas treffen reife Brombeere, Himbeergelee und getrocknete Sauerkirsche auf Kardamom, Mokka und einen pfeffrigen Zug. Die Säure trägt, das Tannin ist dicht gewebt, nach 24 Monaten im großen Holzfass und mehreren Jahren Flaschenreife aber bereits gerundet.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Boiolo 2018
FARBE: Granatrot, im Kern noch satt, gegen den Rand hin bereits merklich aufgehellt.
NASE: Offen und einladend mit reifer Brombeere, Himbeergelee und getrockneter Sauerkirsche, dazu Kardamom, Mokka und ein feiner Pfefferton. Mit Luft gesellen sich Veilchen, Waldboden und ein Hauch Buchweizenhonig hinzu. Die Frucht wirkt eingemacht, nicht überreif.
GESCHMACK: Mittelgewichtig und beweglich, mit klarer roter Frucht, kühlem Kräuterzug und salziger Mineralität. Das Tannin trägt spürbar, wirkt durch die Flaschenreife jedoch geschmeidig; die Säure des Jahrgangs hält den Wein aufrecht statt breit.
FINALE: Im Abgang halten sich Sauerkirsche und Minzfrische, dazu tritt eine trockene Würze; die Länge ist ordentlich bemessen.
Boiolo – der La-Morra-Cru mit den zugänglichen Tanninen
Boiolo gehört zu den 181 abgegrenzten Zusatzlagen des Barolo und umfasst knapp 88 Hektar im Gemeindegebiet von La Morra, verteilt auf 230 bis 450 Meter Höhe. Den Untergrund bilden Sant'Agata-Fossili-Mergel, in den höheren Partien in geschichteter Ausbildung; diese oberen Teile gliedern sich in Boiolo im engeren Sinn und Fontanazza, das unmittelbar an Brunate grenzt. Weine aus Boiolo gelten als farbtief und zugleich früher zugänglich als jene der aristokratischeren Nachbarlagen. Lange stand der Cru im Schatten, erst in den vergangenen Jahren haben mehrere Güter – darunter Carlo Revello – ihn ernst genommen.
Carlo und Erik Revello: sieben Hektar in Santa Maria
Das Gut Carlo Revello & Figli entstand 2016, als der bis dahin gemeinsam geführte Familienbetrieb Fratelli Revello unter den Brüdern geteilt wurde. Carlo Revello bewirtschaftet seither rund sieben Hektar in der Frazione Santa Maria von La Morra, gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Erik, der die Önologieschule in Alba absolviert hat. Zum Lagenbestand gehören Parzellen in Rocche dell'Annunziata, Giachini, Conca und Gattera sowie seit 2011 Bricco Manescotto und Boiolo. Im Weinberg gilt das Prinzip der lutte raisonnée, im Keller wird mit eigenen Hefen und zunehmend mit großen Fassgebinden gearbeitet.
24 Monate großes Holzfass, kein neues Eichenaroma
Nach der Gärung reifte der Boiolo 2018 vierundzwanzig Monate in großen Holzfässern; neue Eiche spielt dabei keine Rolle. Erik Revello hat den Barriqueanteil des Guts über die Jahre zurückgefahren, weil große Gebinde den Sauerstoff langsamer und gleichmäßiger zuführen und weniger Röstaroma abgeben. Für den eher schlank gebauten Jahrgang 2018 ist das die passende Wahl: Der Wein behält seine Frische, das Tannin verliert die Kanten. Die DOCG verlangt für Barolo mindestens 38 Monate Reife, davon 18 im Holz – hier liegt allein die Fassreife deutlich darüber; das Gut nennt 25 bis 30 Jahre Lagerfähigkeit.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 Grad Celsius und in einem weit geöffneten Glas zeigt der Wein am meisten Kontur. Nach den Jahren in der Flasche braucht er keine langen Karaffenzeiten mehr: 30 bis 45 Minuten genügen, ein beginnendes Depot trennt man behutsam ab. Am Tisch passt er zu Brasato al Barolo, Kaninchen in Kräutern, Tajarin mit Butter und Salbei, Rehrücken, Steinpilzrisotto und mittelalt gereiftem Castelmagno.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Boiolo 2018
Wie unterscheidet sich der Jahrgang 2018 von heißen Barolo-Jahren?
2018 begann mit einem langen, nassen Winter und brachte von Ende Mai bis Anfang Juni viel Regen samt Pilzdruck; ab dem Sommer verlief das Jahr klassisch, gelesen wurde Anfang bis Mitte Oktober. Das Resultat sind hellere, duftigere Barolo mit frischer Säure und gut eingebundenem Tannin – weniger Masse als 2017, dafür mehr Trinkfluss.
Ist der Boiolo 2018 heute trinkreif?
Ja. Die Weine dieses Jahrgangs waren früh zugänglich, und nach mehreren Jahren Flaschenreife sind die Tannine gerundet; erste tertiäre Noten nach Leder und getrockneten Kräutern zeigen sich bereits. Gute Beispiele des Jahrgangs halten 15 bis 20 Jahre.
Wurde dieser Wein von der Fachpresse bewertet?
Falstaff vergab für den Barolo Boiolo 2018 92 Punkte und beschrieb reife Brombeere, Himbeergelee, Kardamom und Mokka bei dichtem Tannin. Weitere belegte Bewertungen zu diesem Jahrgang liegen uns nicht vor.
Warum steht Boiolo zusätzlich zum Wort Barolo auf dem Etikett?
Boiolo ist eine amtlich abgegrenzte Zusatzlage, eine Menzione Geografica Aggiuntiva. Sie darf nur genannt werden, wenn alle Trauben aus diesem Gebiet stammen, und weist damit die exakte Herkunft innerhalb der Gemeinde La Morra aus.
Was unterscheidet den Boiolo vom Giachini desselben Guts?
Boiolo liegt höher und weiter westlich auf geschichteten Mergeln und ergibt einen breiter gebauten, früher zugänglichen Wein. Giachini liegt tiefer im Weiler Annunziata und bringt mehr floralen Duft und seidigeres Tannin. Beide zeigen die duftige Seite von La Morra, nur mit anderer Betonung.
Carlo Revello Barolo Boiolo 2021 kommt von den Osthängen La Morras, ist reinsortiger Nebbiolo und wird mit 15 % Vol. in 0,75 Liter gefüllt. Reife Kirsche, Marzipan und Salbei bestimmen den Duft, dazu ein kühler Eukalyptusanklang. Am Gaumen halten sich Säure und Tannin genau die Waage, der Abgang zieht sich lange. Falstaff vergab für diese Flasche 94 Punkte — der bislang höchste Wert für die Lage in diesem Haus.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Boiolo 2021
FARBE: Intensiv glänzendes Rubinrot mit aufgehellten Rändern.
NASE: Reife Kirsche und Zwetschge, unterlegt mit Marzipan, Salbei und einem kühlen Eukalyptushauch. Etwas Zedernholz und getrocknete Blumen kommen erst nach längerem Luftkontakt.
GESCHMACK: Ausgewogen und dicht, mit einem Gleichgewicht aus Säure und Tannin, das den Wein gerade hält. Dunkle Kirsche, Orangenschale und getrocknete Kräuter, dazu eine staubige Mineralität im Hintergrund.
FINALE: Der Abgang zieht sich elegant hin. Kirsche und Salbei bleiben stehen, dazu ein Anflug von Bittermandel.
Boiolo — fast 88 Hektar an den Osthängen von La Morra
Boiolo zählt zu den 170 eingetragenen Einzellagen (Menzioni Geografiche Aggiuntive) des Gebiets und ist mit 87,89 Hektar nach Annunziata die zweitgrößte Lage der Osthänge La Morras. Die Rebflächen verteilen sich über 230 bis 450 Meter Höhe. Geologisch teilt sich die Lage: Im unteren Bereich liegen Sant’Agata-Fossili-Mergel, deren Ausrichtung Nebbiolo weniger entgegenkommt, während die oberen Parzellen auf geschichteten, laminierten Mergeln derselben Formation stehen — dort liegt der eigentliche Kern samt der Untereinheit Fontanazza. Lange war Boiolo kaum beachtet; erst in den vergangenen Jahren haben mehrere Betriebe gezeigt, dass hier farbtiefe, schmackhafte und früh zugängliche Weine entstehen. Die Revellos halten 1,07 Hektar, die sie 2011 erworben haben.
Ein junger Kellermeister mit alten Werkzeugen
Nach der Aufteilung des Familienbesitzes keltert Carlo Revello seit 2016 in Santa Maria bei La Morra unter eigenem Namen; erste Abfüllungen gab es bereits 2011. Sohn Erik hat nach der Önologieschule in Alba den Keller übernommen und arbeitet gegen den Trend der Neunziger: keine Rotationsmazeration, spontane Gärungen, große slawonische Fässer anstelle kleiner neuer Gebinde. Zahlreiche kleine Stahltanks erlauben es, jede Parzelle getrennt zu vergären. Neben Boiolo und Giachini entsteht eine Riserva aus Rocche dell’Annunziata, deren 2019er von Falstaff mit 96 Punkten bewertet wurde.
Zwei Jahre im großen Fass — bewusst ohne neues Holz
Der Wein liegt 24 Monate in großen Holzfässern. Weil das Verhältnis von Holzoberfläche zu Weinmenge in solchen Gebinden klein ist, bleibt die Reife langsam und die Würze zurückhaltend; das Profil der Lage bleibt lesbar. Der Jahrgang half dabei: 2021 kam nach einem schneereichen Winter und einer Frostnacht Anfang April, die rund zehn Prozent der Ernte kostete, ein sehr trockener Sommer; die niedrigen pH-Werte sorgen für Spannkraft. Das Lagerpotenzial gibt der Betrieb mit 25 bis 30 Jahren an.
Servieren und kombinieren
17 °C und ein weites Glas genügen, um den Duft zu tragen. Wer die Flasche jetzt öffnet, gibt ihr besser eine gute Stunde in der Karaffe. Als Begleitung eignen sich Ossobuco, Entenbrust mit Feigen, Plin mit Kaninchenfüllung, Zwiebelsuppe piemontesischer Art, Morcheln in Rahm und ein Stück Bra duro.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Boiolo 2021
Wie groß ist die Lage Boiolo?
Sie umfasst 87,89 Hektar und ist damit nach Annunziata die zweitgrößte eingetragene Lage an den Osthängen von La Morra. Die Rebflächen reichen von 230 bis 450 Metern Höhe.
Seit wann bewirtschaftet die Familie Revello Boiolo?
Die Parzelle kam 2011 zum Betrieb; sie umfasst 1,07 Hektar. Der erste eigene Boiolo wurde erst wenige Jahre später gefüllt, weshalb diese Abfüllung noch zu den jüngeren Weinen des Hauses gehört.
Welche Böden liegen unter dem Weinberg Boiolo?
Es sind Sant’Agata-Fossili-Mergel. Im unteren Teil der Lage treten sie massig auf, in den oberen Parzellen fein geschichtet — dort entstehen die überzeugenderen Weine.
Wie unterscheidet sich der Boiolo vom Giachini desselben Hauses?
Giachini liegt tiefer im Weiler Annunziata auf schluffig-sandigen Sedimenten und fällt duftiger und feiner aus. Boiolo an den Osthängen bringt mehr Farbe, kühlere Kräuternoten und ein etwas breiteres Tannin mit.
Bis wann kann man den Boiolo 2021 lagern?
Der Betrieb setzt 25 bis 30 Jahre an. Sinnvoll ist ein kühler, dunkler Platz ohne Temperatursprünge; der Wein lässt sich aber schon in seiner Jugend gut trinken.
Der Carlo Revello Barolo Boiolo 2022 bringt die feine, duftige Seite des Nebbiolo eindrucksvoll zum Ausdruck. Der reinsortige Barolo stammt aus der abgegrenzten Lage Boiolo bei La Morra im Piemont und wird mit 15% Vol. in der 0,75-Liter-Flasche abgefüllt. Saftige Kirschen und Himbeeren verbinden sich mit Rosenblüten, Kräutern und feinwürzigen Nuancen. Seine lebendige Säure, das präzise Tannin und der traditionelle Ausbau im großen Holzfass verleihen ihm Eleganz, Struktur und ein beachtliches Entwicklungspotenzial.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Boiolo 2022
FARBE: Leuchtendes Rubinrot mit ersten granatroten Reflexen.
NASE: Ein vielschichtiges Bouquet aus reifen Kirschen, Himbeeren und roten Waldbeeren. Rosenblüten und Veilchen verleihen dem Duft eine florale Eleganz, während Lakritz, feine Kräuter, Tabak und dezente Gewürznoten für zusätzliche Tiefe sorgen.
GESCHMACK: Präzise und ausdrucksstark mit saftiger roter Frucht, lebendiger Säure und feinkörnigem Tannin. Mineralische Anklänge, Kräuter und eine feinherbe Würze begleiten die Frucht und geben dem Barolo seine klare Struktur.
FINALE: Lang und harmonisch mit anhaltender Kirschfrucht, feiner Würze und einem eleganten, leicht mineralischen Nachhall.
Barolo aus der Lage Boiolo in La Morra
Die Nebbiolo-Trauben stammen aus Boiolo, einer offiziell abgegrenzten geografischen Zusatzbezeichnung, einer sogenannten MGA, innerhalb des Barolo-Gebiets. Die Weinberge liegen bei La Morra, einer Gemeinde, deren Barolo häufig für eine besonders duftige und elegante Stilistik geschätzt werden. Kalkhaltige Mergelböden prägen die Herkunft und unterstützen die Verbindung aus floraler Aromatik, Frische und feinem Tannin.
Carlo Revello & Figli in La Morra
Carlo Revello & Figli ist ein familiengeführtes Weingut in La Morra im Herzen der Langhe. Im Mittelpunkt stehen traditionelle Rebsorten des Piemonts und insbesondere Barolo aus ausgewählten Lagen. Neben einem klassischen Barolo erzeugt das Weingut eigenständige Lagenweine wie Boiolo und Giachini, die den Charakter ihrer jeweiligen Herkunft gezielt zum Ausdruck bringen. Die Arbeit im Weinberg und ein behutsamer Ausbau sollen dabei die Frucht, die Struktur und die typischen Eigenschaften des Nebbiolo bewahren.
Traditioneller Ausbau im großen Holzfass
Der Carlo Revello Barolo Boiolo 2022 wird 24 Monate in großen Holzfässern ausgebaut. Der zurückhaltende Ausbau stellt nicht das Holz, sondern den Charakter des Nebbiolo und seiner Herkunft in den Mittelpunkt. Der noch junge Barolo zeigt bereits eine ausgewogene Frucht und besitzt zugleich das Potenzial, sich bei geeigneter Lagerung über viele Jahre weiterzuentwickeln.
Servieren und kombinieren
Der Barolo sollte idealerweise bei etwa 16 bis 18 °C in einem großzügigen Rotweinglas serviert werden. In jungen Jahren profitiert er von ausreichend Luft und kann etwa ein bis zwei Stunden vor dem Genuss dekantiert werden. Besonders gut begleitet er geschmortes Rind, Lamm, Wildgerichte, Trüffelpasta, Steinpilz-Risotto und gereiften Hartkäse.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Boiolo 2022
Was bedeutet Boiolo bei diesem Barolo?
Boiolo ist eine offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung, eine sogenannte MGA, innerhalb des Barolo-Gebiets bei La Morra. Sie kennzeichnet die genaue Herkunft der verwendeten Nebbiolo-Trauben.
Ist der Carlo Revello Barolo Boiolo 2022 bereits trinkreif?
Der Barolo kann bereits jung genossen werden, profitiert dann jedoch von ausreichend Luft. Mit weiterer Flaschenreife können sich die Tannine abrunden und zusätzliche würzige sowie tertiäre Aromen entwickeln.
Sollte der Barolo vor dem Servieren dekantiert werden?
Bei jungem Genuss empfiehlt sich eine Belüftung von etwa ein bis zwei Stunden. Dadurch kann sich das vielschichtige Zusammenspiel aus Frucht, floralen Noten, Würze und Tannin besser entfalten.
Wie sollte der Carlo Revello Barolo gelagert werden?
Die Flasche sollte liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst gleichbleibender, kühler Temperatur gelagert werden. Unter geeigneten Bedingungen besitzt der Wein ein langfristiges Entwicklungspotenzial.
Was zeichnet Barolo aus La Morra aus?
Barolo aus La Morra wird häufig für eine besonders duftige und elegante Stilistik geschätzt. Florale Aromen, feine rote Frucht und eine vergleichsweise geschmeidige Tanninstruktur prägen viele Weine aus dieser Gemeinde.
Kraft ist das Thema dieses Weins: Der Carlo Revello Barolo Giachini 2017 stammt aus dem heißesten und trockensten Barolo-Jahr des vergangenen Jahrzehnts und erreicht 15,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Reinsortiger Nebbiolo aus der Lage Giachini bei La Morra, ausgebaut 24 Monate im Barrique, von dem nur ein Fünftel neu war. Eingemachte Kirsche, Backpflaume und Vanille verbinden sich mit Minze, Leder und getrockneten Kräutern. Der Wein ist üppig gebaut, das Tannin fest und in der Textur noch spürbar; die Frische stammt aus den kühlen Septembernächten dieses Jahrgangs.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Giachini 2017
FARBE: Kräftiges, dunkles Granatrot; die für 2017 typische tiefdunkle Farbanlage klingt im Kern noch nach.
NASE: Sehr reif und ausladend mit eingemachter Kirsche, Backpflaume und getrockneter Feige, dazu Vanille, süßer Pfeifentabak und ein deutlicher Minz- und Eukalyptushauch. Nach längerem Luftkontakt treten süßlich wirkende Blütennoten und Leder hervor, die dem Wein aromatischen Auftrieb geben.
GESCHMACK: Voluminös und wärmend, mit süß erscheinender Frucht und einem breiten, kräftigen Tanningerüst, das gegen Ende noch etwas körnig ausfällt. Getrocknete Kräuter, Lakritz und ein salziger Zug bilden das Gegengewicht zur Fülle des Jahrgangs.
FINALE: Nachdrücklich und lang. Kirschkonfitüre und Leder tragen den Abgang, Tabak und trockene Kräuter setzen den Schlusspunkt.
Giachini bei La Morra – und ein Anteil aus Gattera
Die Trauben stammen aus Giachini, einer abgegrenzten Zusatzlage im Weiler Annunziata von La Morra, südöstlich ausgerichtet und etwas tiefer gelegen als Rocche dell'Annunziata. Die Kellerangaben des Guts nennen für diesen Jahrgang zusätzlich einen Anteil aus der Lage Gattera, die auf rund 250 Metern liegt und dank ihres wärmeren Kleinklimas früher reift. Beide Parzellen wurzeln in den tortonischen Sant'Agata-Fossili-Mergeln des westlichen Barolo-Gebiets, die für Blütenduft und geschmeidiges Tannin bekannt sind. Im Hitzejahr 2017 wirkte dieser Bodentyp als Puffer: Die Weine wurden füllig, ohne ihre floralen Anklänge einzubüßen.
Vom Barrique zurück zum großen Fass: Carlo und Erik Revello
Carlo Revello & Figli bewirtschaftet rund sieben Hektar in der Frazione Santa Maria oberhalb der Annunziata und ging 2016 aus der Teilung des Familienbetriebs Fratelli Revello hervor. Der 2017er fällt in eine Übergangsphase des Kellers: Erik Revello, Absolvent der Önologieschule Alba, hat den Barriqueanteil seit der Betriebsübernahme kontinuierlich verringert und arbeitet inzwischen überwiegend mit großen Fässern aus slawonischer Eiche. Zum Sortiment gehören ein Barolo aus La Morra und Serralunga d'Alba, die Lagenweine Giachini und Boiolo sowie die Riserva Rocche dell'Annunziata. Dass Giachini heute als eigener Lagenwein erscheint, hängt mit dieser Neuordnung zusammen – der frühere Verschnitt Barolo R.G. wurde aufgegeben.
24 Monate Barrique, davon 20 Prozent neues Holz
Der Giachini 2017 reifte 24 Monate im Barrique, wobei nur 20 Prozent der Fässer neu und 80 Prozent bereits mehrfach belegt waren; der Anteil aus Gattera verbrachte dieselbe Zeit in slawonischer Eiche. Diese Kombination erklärt die Vanille- und Röstnuancen im Bouquet, die man im heutigen, stark auf große Gebinde ausgerichteten Hausstil so nicht mehr findet. Dem Jahrgang kam der lange Holzkontakt zugute: Die anfangs griffigen Tannine des Hitzejahres sind inzwischen erkennbar runder. Das Gut gibt 25 bis 30 Jahre Lagerfähigkeit an.
So kommt der 2017er ins Glas
18 Grad Celsius sind hier angemessen – kühler serviert wirkt der hohe Alkohol nicht ausgeglichener, sondern kantiger. Ein bis zwei Stunden in der Karaffe helfen dem Wein sichtbar, ein leichtes Depot ist nach fast einem Jahrzehnt normal. Kräftige Gerichte sind Pflicht: Brasato, Wildschweinschulter, Lammkeule mit Rosmarin, Risotto mit Steinpilzen, Bollito misto mit Salsa verde und ein sehr reifer Bra duro.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Giachini 2017
Warum hat dieser Barolo 15,5 % Vol.?
2017 fielen von März bis Oktober nur rund 280 Millimeter Regen statt der üblichen etwa 600; Aprilfrost und Sommerhagel verringerten zusätzlich die Erträge. Die wenigen, sehr reifen Beeren brachten hohe Zuckerwerte, die Lese begann teilweise bereits Mitte September – daraus ergeben sich Alkoholwerte am oberen Ende dessen, was Barolo kennt.
Ist der Giachini 2017 jetzt am Punkt?
Er ist trinkbereit, zeigt sich mit Luft aber deutlich besser. Die 2017er brauchen etwa zwei bis drei Jahre mehr als die 2018er, um ihr Tannin einzubinden; dieser Wein hat diese Phase hinter sich und trägt zugleich Reserven für ein weiteres Jahrzehnt und mehr.
Merkt man das Barrique im Wein?
In Ansätzen ja: Vanille, süße Tabaknoten und ein feiner Röstton stammen aus den 20 Prozent neuem Holz. Weil vier Fünftel der Fässer gebraucht waren, bleibt der Effekt jedoch begrenzt und die Frucht behält die Oberhand.
Wie unterscheidet sich der 2017er vom 2018er derselben Lage?
Der 2017er ist wärmer, dichter und alkoholreicher gebaut, mit breiterem Tannin und dunklerer Frucht. Der 2018er wirkt heller, floraler und säurebetonter. Wer Fülle sucht, greift zum 2017er; wer Trinkfluss und Duft möchte, zum 2018er.
Woran erkennt man einen Barolo aus einem Hitzejahr?
An der dunkleren Farbe, an eingemachter statt frischer Frucht, an balsamischen Minz- und Eukalyptusnoten und an einem höheren Alkoholwert bei moderater Säure. Das Tannin ist meist breiter und wirkt in der Jugend etwas trockener als in kühlen Jahrgängen.
Der Carlo Revello Barolo Giachini 2018 hat im Sortiment des Guts den früheren Barolo R.G. abgelöst: Seit die Familie die Trauben aus Rocche dell'Annunziata getrennt als Riserva abfüllt, steht die Lage Giachini für sich allein. Reinsortiger Nebbiolo aus dem Weiler Annunziata bei La Morra, deklariert mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Der kühle, regenreiche Jahrgang 2018 verstärkt genau die Eigenschaften, für die diese Parzelle bekannt ist: Walderdbeere und Blutorange, getrocknete Rosenblätter, ein Hauch Anis. Dazu eine schlanke, aufrechte Struktur mit lebhafter Säure und seidigem, bereits gut eingebundenem Tannin.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Giachini 2018
FARBE: Mittleres Rubinrot, am Rand bereits leicht ziegelfarben – die Farbtiefe bleibt dem hellen Jahrgang entsprechend zurückhaltend.
NASE: Ausgesprochen floral mit getrockneten Rosenblättern und Veilchen über Walderdbeere, roter Johannisbeere und Blutorangenzeste. Nach einigen Minuten treten Anis, Kalkstaub und getrockneter Thymian dazu. Die Frucht bleibt kühl und klar, nie marmeladig.
GESCHMACK: Schlank, präzise und beweglich gebaut. Das Tannin ist feinmaschig und in diesem Stadium schon weich, die Säure gibt dem Wein Länge statt Volumen. Ein leicht bitterer Kräuterzug im Mittelteil hält die Frucht in Balance.
FINALE: Der Abgang setzt auf Salz und Zitrusschale statt auf Fruchtsüße; kühle Minze klingt dabei erstaunlich lange nach.
Giachini in der Annunziata: der stille Nachbar der Rocche
Giachini ist eine eigenständige MGA von La Morra und liegt im Weiler Annunziata, zwischen dem Cru Bricco Rocca und der Ortslage selbst, etwas tiefer als Rocche dell'Annunziata. Boden und Ausrichtung ähneln dem berühmten Nachbarn – Südost, kalkhaltige Mergel des Tortonium –, weshalb die Weine strukturell verwandt sind. Bekannt ist die Lage für eine floral geprägte Aromatik und ein besonders seidiges Tannin. In einem kühlen Jahr wie 2018 tritt dieser Zug deutlicher hervor als jede Form von Kraft.
Vom Barolo R.G. zum Lagenwein: die Familie Revello
Carlo Revello führt sein Gut seit der Teilung des Familienbetriebs Fratelli Revello im Jahr 2016 eigenständig, unterstützt von seinem Sohn Erik, einem Absolventen der Önologieschule Alba. In dieser Zeit ordnete die Familie das Barolo-Sortiment neu: Der Verschnitt aus den besten Parzellen, früher als Barolo R.G. abgefüllt, entfiel; die Rocche dell'Annunziata wurde ab dem Jahrgang 2016 zur eigenen Riserva, und Giachini rückte als Lagenwein nach. Auf den rund sieben Hektar in der Frazione Santa Maria entstehen neben den Barolo auch Langhe Nebbiolo, Barbera und Dolcetto. Verkauf und Verkostung finden direkt im Keller statt.
Reifung im großen Eichenfass statt im Barrique
Als Gebinde nennt das Weingut für den Giachini 2018 das große Eichenfass; eine exakte Fassdauer ist für diesen Jahrgang nicht veröffentlicht. Den Rahmen setzt die Herkunftsregel: Barolo DOCG braucht mindestens 38 Monate Reife nach der Ernte, davon wenigstens 18 Monate im Holz, und darf erst im vierten Jahr nach dem Jahrgang in den Handel. Erik Revello hat den Barriqueanteil im Keller schrittweise verringert und arbeitet zunehmend mit großen Fässern aus slawonischer Eiche, die weniger Holzaroma und mehr Zeit beitragen. Für den Wein heißt das: Die florale Aromatik der Lage bleibt vorn, das Reifepotenzial gibt das Gut mit 20 bis 25 Jahren an.
Am Tisch: Temperatur, Glas, Begleiter
16 bis 17 Grad Celsius genügen diesem eher schlanken Barolo – zu warm serviert verliert er seine Frische. Ein bauchiges Glas ist wichtiger als langes Dekantieren; eine halbe Stunde in der Karaffe reicht, sofern sich kein Depot gebildet hat. Auf dem Teller harmoniert er mit Agnolotti del plin, geschmorter Ochsenbacke, Perlhuhn mit Kräutern, Tajarin mit weißem Trüffel, Wildschweinragout und einem mittelreifen Toma Piemontese.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Giachini 2018
Was war der Barolo R.G. und warum gibt es ihn nicht mehr?
Der Barolo R.G. war ein Verschnitt aus den besten Parzellen des Guts, in den auch Trauben der Rocche dell'Annunziata einflossen. Seit die Familie diese Lage separat als Riserva abfüllt, ist der Verschnitt entfallen; der Barolo Giachini nimmt seinen Platz im Sortiment ein.
Wie verlief das Jahr 2018 im Barolo-Gebiet?
Auf einen langen, nassen Winter mit Schnee und Frost folgten starke Regenfälle von Ende Mai bis Anfang Juni und entsprechend hoher Pilzdruck; ab dem Sommer normalisierte sich der Verlauf, gelesen wurde Anfang bis Mitte Oktober. Die Weine wurden heller, duftiger und säurebetonter als in heißen Jahren.
Kann man den Giachini 2018 noch weglegen?
Man kann, muss aber nicht. Das Gut nennt 20 bis 25 Jahre Lagerfähigkeit; die Weine dieses Jahrgangs zeigen erfahrungsgemäß zwischen dem achten und dem fünfzehnten Jahr das beste Verhältnis von Frucht, Reife und Tannin.
Was bewirken die tortonischen Böden von La Morra?
Die westlichen Barolo-Gemeinden La Morra und Verduno stehen auf den jüngeren, kalkhaltig-mergeligen Böden des Tortonium. Sie ergeben Weine mit runderem Tannin und ausgeprägterer Blütenaromatik, die früher trinkbar sind als die kraftvollen Barolo auf den älteren Böden von Serralunga d'Alba.
Ist Barolo immer reinsortiger Nebbiolo?
Ja. Die DOCG Barolo schreibt 100 Prozent Nebbiolo vor, mindestens 13 % Vol. Alkohol und Rebflächen zwischen 170 und 540 Metern Höhe in elf Gemeinden der Langhe. Der Giachini 2018 kommt aus einer der 181 amtlich abgegrenzten Zusatzlagen.
Carlo Revello Barolo Giachini 2019 ist ein Lagenwein aus dem Weiler Annunziata bei La Morra, reinsortig aus Nebbiolo und mit 14 % Vol. auf 0,75 Liter gefüllt. Nach mehreren Jahren Flaschenreife zeigt der Duft rote Frucht, Blutorange und getrocknete Rose. Der Gaumen ist von der markanten Säure und dem reifen, breit angelegten Tannin des Jahres geprägt. 2019 gilt trotz heißer Sommerphasen als klassisch geformter Jahrgang — und genau so liest sich diese Flasche.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Giachini 2019
FARBE: Rubinrot mit granatfarbenem Rand und mittlerer Tiefe.
NASE: Rote Kirsche und Preiselbeere, dazu Blutorange, getrocknete Rose und Teeblatt. Darunter liegen Kräuter, ein Hauch Zimtrinde und die beginnende Lederwürze reifenden Nebbiolos.
GESCHMACK: Klar gezeichnet, mit markanter Säure und reifem, breit angelegtem Tannin. Rote Johannisbeere, Kirschkern und Orangenzeste treffen auf getrocknete Kräuter und eine sandig-salzige Textur.
FINALE: Straff und würzig im Abklang, mit Zitruszeste über der roten Frucht. Das Tannin hat sichtbar noch Reserve.
Sandige Bänder in schluffigem Ton: der Weinberg Giachini
Der Weinberg trägt den Namen einer amtlich kartierten Einzellage im Weiler Annunziata der Gemeinde La Morra. Er fällt nach Süden bis Südosten ab, liegt auf etwa 200 bis 250 Metern und damit unterhalb der Rocche dell’Annunziata, mit der er Bodenart und Ausrichtung weitgehend teilt. Charakteristisch sind feine schluffig-tonige Sedimente, durch die sich schmale Sandbänder ziehen; solche Partien geben dem Wein Volumen, Alkoholtiefe und ein Tannin, das mit den Jahren feiner wird. Die Familie Revello bewirtschaftet nach Katasterauswertung 1,11 Hektar in dieser Lage.
Carlo Revello & Figli — zwölf Jahre eigene Etiketten
Die erste Flasche unter eigenem Namen wurde 2011 gefüllt, ab 2016 arbeitete der Betrieb vollständig eigenständig mit eigenen Weinbergen. Carlo Revello und seine Frau Mariarosa teilen die Arbeit mit Sohn Erik, der in Alba Önologie gelernt hat. Der Weinbergsbesitz umfasst rund acht Hektar in sieben Einzellagen der Gemeinde, von Annunziata und Lirano über Manocino und Bricco Manescotto bis zu einem kleinen Stück Rocche dell’Annunziata, das als Riserva gefüllt wird. Deren Jahrgang 2019 erhielt von Falstaff 96 Punkte.
Warum großes Fass und kein neues Barrique
Der Giachini reift nach Angaben des Betriebs im großen Eichenfass; eine Monatszahl nennt der Erzeuger für diese Abfüllung nicht. Der Verzicht auf neues Kleinholz ist Programm: Erik Revello hat die Kellerarbeit in Richtung Tradition gedreht, weg von Rotationsmazeration und Barriquewürze. Der Jahrgang 2019 forderte diese Zurückhaltung: Ein kalter, nasser Frühling verzögerte den Austrieb, Ende Juni und Ende Juli kletterten die Temperaturen an die 40 Grad, Anfang September traf Hagel einzelne Parzellen. Gelesen wurde erst Mitte bis Ende Oktober, in nur etwa zehn Tagen, bei Erträgen 15 bis 20 Prozent unter dem Durchschnitt. Das Ergebnis sind dickschalige Trauben, viel Tanninmasse und lebhafte Säure — der Betrieb rechnet mit 20 bis 25 Jahren Entwicklung.
Servieren und kombinieren
Sechs Jahre nach der Ernte braucht der Wein weniger Luft als in seiner Jugend: eine halbe Stunde in der Karaffe reicht, das Depot bleibt dabei in der Flasche. Serviert wird bei 18 °C in einem großen, bauchigen Glas. Auf dem Tisch bewähren sich Brasato, Wildschweinragout mit Polenta, Rebhuhn, Trüffelei, Rinderfilet mit Knochenmark und ein Gorgonzola aus dem Piemont.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Giachini 2019
Warum gilt 2019 als klassischer Barolo-Jahrgang?
Weil trotz heißer Phasen im Juni und Juli spät gelesen wurde und die Weine mit kräftigem Tannin und deutlicher Säure in den Keller kamen. Fachberichte stellen den Jahrgang neben 2016 und loben Struktur bei gezähmtem Alkohol.
Wie hoch war der Ertragsverlust 2019?
Die Erträge lagen 15 bis 20 Prozent unter dem Durchschnitt. Ursachen waren die unregelmäßige Blüte, Hitzestress und Hagelschäden Anfang September in einzelnen Lagen.
Kann man den Giachini 2019 heute schon öffnen?
Ja, er ist zugänglich, zeigt aber noch reichlich Tanninreserve. Eine halbe bis eine Stunde Luft hilft, danach treten Blutorange und getrocknete Kräuter deutlich hervor.
Welche Böden prägen die Lage Giachini?
Feine schluffig-tonige Sedimente mit eingeschobenen sandigen Schichten. Sandreiche Partien in La Morra ergeben körperreiche Weine mit feinem, nicht kantigem Tannin.
Sollte die Flasche vor dem Öffnen stehen?
Bei einem Wein dieses Alters ja. Ein oder zwei Tage aufrecht lassen das Depot absinken, danach kann vorsichtig in die Karaffe umgefüllt werden.
2020 war im Barolo-Gebiet ein warmes, aber ungewöhnlich ausgeglichenes Jahr – und der Carlo Revello Barolo Giachini 2020 ist entsprechend saftig und offen gebaut. Der Barolo DOCG besteht zu 100 Prozent aus Nebbiolo der Lage Giachini bei La Morra, wird mit 14 % Vol. deklariert und kommt in der 0,75-Liter-Flasche. Dunkle Kirsche, Zwetschge und Himbeere treffen auf Veilchen, Tabak und Kakao. Die Tannine sind feinkörnig und fest, wirken aber schon rund; die Säure bleibt lebendig, der Abgang zieht sich lang und leicht rauchig hin.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Giachini 2020
FARBE: Dunkles, jugendlich wirkendes Rubinrot mit dichtem Kern und schmalem violettem Schimmer.
NASE: Zuerst dunkle Kirsche, Zwetschge und Himbeere, danach Veilchen, getrockneter Majoran und ein Hauch Kakao. Mit Luft schiebt sich eine feine Tabak- und Lakritznote nach vorn, ohne die Frucht zu verdecken.
GESCHMACK: Kraftvoll, aber klar gegliedert. Die Tannine sind feinkörnig und fest, durch die Reife des Jahrgangs jedoch schon zugänglich; darunter läuft eine lebendige Säure, die dem Wein Kontur gibt. Mineralische, leicht rauchige Anklänge begleiten die Frucht bis in den Nachhall.
FINALE: Langer Abgang. Dunkle Schokolade und Tabak treten hervor, dahinter stehen Kirschkern und ein bitterer Kräuterton.
Die MGA Giachini und der Mergel des westlichen Barolo
Auf dem Etikett steht Giachini, weil alle Trauben aus dieser abgegrenzten Zusatzlage im Gemeindegebiet von La Morra stammen. Die Parzellen liegen im Weiler Annunziata, südöstlich ausgerichtet und tiefer als der berühmte Nachbar Rocche dell'Annunziata, mit dem Giachini Bodentyp und Exposition teilt. Prägend sind die tortonischen Sant'Agata-Fossili-Mergel: kalkhaltig, feinkörnig, gut wasserhaltend. Sie erklären, warum die Lage für duftige Aromatik und seidiges statt sperriges Tannin bekannt ist – und warum ein warmes Jahr wie 2020 hier eher Fülle als Härte hervorbringt.
Ein kleines Gut mit sechs Lagen in La Morra
Hinter dem Wein steht ein Familienbetrieb von rund sieben Hektar in der Frazione Santa Maria, hoch über der Annunziata. Carlo Revello und sein Sohn Erik bewirtschaften Parzellen in Giachini, Boiolo, Conca, Gattera, Bricco Manescotto und Rocche dell'Annunziata; Boiolo und Bricco Manescotto kamen 2011 hinzu. Daraus entstehen ein Barolo aus La Morra und Serralunga d'Alba, die Lagenweine Giachini und Boiolo sowie die Riserva Rocche dell'Annunziata. Gearbeitet wird schonend nach dem Prinzip der lutte raisonnée, mit eigenen Hefen und ohne aromatisierende Holzeffekte.
Großes Holzfass, wenig Eingriff
Als Gebinde nennt das Gut für den Giachini 2020 das große Eichenfass; eine Monatsangabe liegt für diesen Jahrgang nicht vor. Die Herkunftsregeln geben den Rahmen: mindestens 38 Monate Reife, davon 18 Monate im Holz, und keine Freigabe vor dem 1. Januar des vierten Jahres nach der Ernte. Der Verzicht auf neue Fässer ist bei Revello Programm – Erik Revello ersetzt Barriques seit Jahren durch große Gebinde aus slawonischer Eiche. Das Lagerpotenzial gibt das Weingut mit 20 bis 25 Jahren an, wobei 2020 im Vergleich zu 2019 als der früher zugängliche Jahrgang gilt.
Trinktemperatur, Luft und passende Gerichte
Bei 17 bis 18 Grad Celsius wirkt der Wein am ausgewogensten; ein großes, weit geöffnetes Glas hilft der Aromatik. Weil der Jahrgang jung und fruchtbetont ist, lohnt eine Stunde in der Karaffe – ein Depot ist noch nicht zu erwarten. Gute Begleiter sind Tagliata vom Fassona-Rind, Brasato, Entenbrust mit Kirschen, Steinpilzragout, gefüllte Pasta mit Salbeibutter und ein gereifter Bra duro.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Giachini 2020
Was zeichnet den Barolo-Jahrgang 2020 aus?
Nach mildem Winter und trockenem, sonnigem Frühjahr füllten Regenfälle im Mai und Juni die Wasserreserven auf; der Sommer blieb warm, aber ohne Hitzespitzen und ohne Trockenstress. Kühle Septembernächte und eine Reife bis Anfang Oktober ergaben opulente, fruchtige Weine mit reifem, nicht aggressivem Tannin.
Ist der Giachini 2020 jetzt schon zu trinken?
Trinkbar ist er bereits. Weiche, reife Tannine und ein etwas höherer pH-Wert öffnen die Weine dieses Jahres früh. Würzige Tiefe kommt in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch hinzu, bevor die Frucht allmählich zurückgeht.
Wie unterscheidet sich der Giachini von der Riserva Rocche dell'Annunziata?
Die Riserva stammt aus der höher gelegenen, historisch bedeutenderen Nachbarlage, reift deutlich länger im Fass und ist auf Jahrzehnte angelegt. Der Giachini gibt die florale, seidige Seite derselben Hangzone früher und unmittelbarer wieder.
Muss der Wein dekantiert werden?
Notwendig ist es nicht, hilfreich schon. Etwa eine Stunde Luft öffnet die Frucht und mildert den festen Tanninkern; alternativ genügt ein großes Glas und etwas Geduld über den Abend.
Wie lange hält die geöffnete Flasche?
Wieder verschlossen und kühl gestellt bleibt der Wein zwei bis drei Tage stabil und zeigt am zweiten Tag oft mehr Würze. Länger sollte man ihn nicht stehen lassen, weil die Frucht dann merklich nachlässt.
Carlo Revello Barolo Giachini 2021 stammt aus einer einzigen Lage im Weiler Annunziata bei La Morra und ist reinsortig aus Nebbiolo gekeltert; das Etikett weist 14 % Vol. auf 0,75 Liter aus. Der Duft erinnert an eingekochte Himbeere, frische Kräuter und Tabak, der Gaumen setzt auf feinkörniges Tannin und harmonische Säure. Der säurebetonte Jahrgang 2021 kommt dieser Lage sichtlich entgegen. Falstaff bewertete die Flasche mit 93 Punkten.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Giachini 2021
FARBE: Leuchtendes Rubinrot, gegen den Rand hin heller werdend.
NASE: Eingekochte Himbeere und rote Kirsche, dazu frische Kräuter, Tabakblatt und ein Anklang von Blutorange. Mit Luft kommen Rosenholz und eine feine Teernote hinzu.
GESCHMACK: Elegant gebaut, mit feinkörnigem Tannin und einer Säure, die nichts überzeichnet. Rote Frucht, Granatapfel und getrocknete Kräuter stehen neben einer sandig-salzigen Textur, die typisch für diesen Hangfuß ist.
FINALE: Sapid und weit im Abklang: rote Frucht, Tabakwürze und ein salziger Zug, der die Aufmerksamkeit hält.
Giachini — der Hang unterhalb der Rocche dell’Annunziata
Giachini ist eine der amtlich kartierten Einzellagen des Barolo-Gebiets, gelegen im Weiler Annunziata der Gemeinde La Morra, zwischen Bricco Rocca und Annunziata. Der Hang fällt nach Süden bis Südosten ab und liegt mit rund 200 bis 250 Metern tiefer als die berühmte Nachbarlage Rocche dell’Annunziata, deren Böden und Ausrichtung ihm sonst sehr ähneln. Der Untergrund besteht aus feinen, schluffig-tonigen Sedimenten, in die sich schmale sandige Bänder schieben. Das ergibt Weine mit Duft und Volumen, deren Tannin eher fein als streng ausfällt. Die Familie Revello bewirtschaftet hier laut Katasterauswertung 1,11 Hektar.
Vom Barolo R.G. zum eigenständigen Lagenwein
Carlo Revello führt den Betrieb in Santa Maria bei La Morra mit Mariarosa und Sohn Erik, der die Önologieschule in Alba abgeschlossen hat. Früher gab es einen Barolo R.G., in den mehrere Spitzenparzellen einflossen, unter anderem Rocche dell’Annunziata. Seit die Familie das kleine Stück Rocche separat als Riserva füllt, tritt Giachini als eigener Lagenwein an seine Stelle. Insgesamt stehen rund acht Hektar in sieben Lagen zur Verfügung; Erik hat Rotationsmazeration und neues Kleinholz aufgegeben.
Reife im großen Eichenfass, ohne Rotofermenter
Vergoren wird im Stahl, ohne Rotationsmazeration; die Reife findet anschließend im großen Eichenfass statt. Fassvolumen und Dauer nennt der Betrieb für diese Abfüllung nicht in Monaten, die Handschrift ist aber klar: kein neues Holz, das die feine Aromatik der Lage überdecken würde. Der Jahrgang 2021 begann mit einem schneereichen Winter, verlor durch den Aprilfrost etwa ein Zehntel der Ernte und blieb bis in den September hinein trocken; die Lese lief Ende September bis Mitte Oktober. Die Weine kamen mit tiefem pH-Wert und lebhafter Säure in den Keller — für diese Flasche gibt der Betrieb 20 bis 25 Jahre Reifepotenzial an.
Servieren und kombinieren
Das Glas sollte großvolumig sein, die Temperatur bei 17 °C liegen. Der junge Cru gewinnt durch 60 bis 90 Minuten in der Karaffe merklich an Öffnung. Gute Partner sind Tajarin mit Trüffel, geschmorte Rinderwange, Taube, Kalbsbraten mit Salbei, Steinpilzravioli und Castelmagno.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Giachini 2021
Wo genau liegt der Weinberg Giachini?
Im Weiler Annunziata der Gemeinde La Morra, zwischen Bricco Rocca und Annunziata und unterhalb der Lage Rocche dell’Annunziata. Die Parzellen liegen auf etwa 200 bis 250 Metern mit Süd- bis Südostausrichtung.
Was ist aus dem früheren Barolo R.G. geworden?
Er ist entfallen. Nachdem die Familie beschlossen hatte, ihr kleines Stück Rocche dell’Annunziata separat als Riserva abzufüllen, übernahm Giachini den Platz dieses Weins im Sortiment.
Wie viel Fläche besitzt Revello in Giachini?
Die Auswertung der Lagenkataster weist 1,11 Hektar aus. Das ist eine der größeren Positionen des Betriebs, der insgesamt rund acht Hektar bewirtschaftet.
Wann erreicht der Giachini 2021 seinen Höhepunkt?
Der Betrieb nennt 20 bis 25 Jahre Potenzial. Die erste schöne Phase liegt erfahrungsgemäß bei acht bis zwölf Jahren nach der Ernte, wenn sich Tabak- und Kräuternoten voll entfalten.
Wie viel Luft braucht der Wein heute?
Eine bis eineinhalb Stunden in der Karaffe sind sinnvoll. Ohne Luft wirkt das feine Tannin noch verschlossen, mit Luft treten Himbeere und Kräuter klar hervor.
Der Carlo Revello Barolo Giachini 2022 zeigt die ausdrucksstarke und zugleich elegante Seite des Nebbiolo aus La Morra. Der reinsortige Barolo aus dem Piemont wird mit 15% Vol. in der 0,75-Liter-Flasche abgefüllt und verbindet saftige rote Beeren mit floralen Anklängen, feinen Kräutern und einer würzig-balsamischen Tiefe. Präzise Tannine und der behutsame Ausbau im Holz geben dem Wein Struktur, ohne seine Frische und die charakteristische Duftigkeit der Lage Giachini zu überdecken.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Giachini 2022
FARBE: Klares Rubinrot mit ersten granatroten Reflexen.
NASE: Kleine rote Beeren, reife Kirschen und Himbeeren eröffnen das vielschichtige Bouquet. Dazu gesellen sich Rosenblüten, getrocknete Kräuter und Minze sowie feine Anklänge von Zedernholz und Tabak.
GESCHMACK: Saftig und präzise mit roter Frucht, lebendiger Frische und deutlich spürbaren, zugleich reifen Tanninen. Kräuterwürze, eine leicht erdige Mineralität und dezente nussige Nuancen verleihen dem Barolo zusätzliche Tiefe.
FINALE: Anhaltend und feinherb mit roter Frucht, würzigem Tabak, Kräutern und einem angenehm trockenen Nachhall.
Barolo aus der Lage Giachini bei La Morra
Giachini ist eine offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung, eine sogenannte MGA, innerhalb des Barolo-Gebiets. Die Lage befindet sich im Umfeld von La Morra und bringt Nebbiolo hervor, der florale und fruchtige Aromen mit einer markanten Tanninstruktur verbindet. Der Name auf dem Etikett weist damit nicht nur auf den Wein, sondern auf seine genaue Herkunft innerhalb der Langhe hin.
Carlo Revello & Figli in La Morra
Carlo Revello & Figli ist ein kleines, familiengeführtes Weingut in La Morra im Herzen der Langhe. Zum Sortiment gehören ein klassischer Barolo sowie eigenständige Weine aus den Lagen Giachini, Boiolo und Rocche dell’Annunziata. Im Mittelpunkt steht der unverwechselbare Ausdruck des Nebbiolo, wobei die unterschiedlichen Lagen jeweils mit ihrem eigenen Profil zur Geltung kommen.
24 Monate im Holz ausgebaut
Der Carlo Revello Barolo Giachini 2022 reift 24 Monate im Holz. Laut den Produktangaben erfolgt der Ausbau in großen Eichenfässern, wodurch der Wein Struktur und Reifepotenzial erhält, ohne von intensiven Röstaromen geprägt zu werden. Nach weiterer Flaschenlagerung können sich seine Tannine abrunden und zunehmend komplexe würzige sowie balsamische Nuancen entwickeln.
Servieren und kombinieren
Der Barolo sollte bei etwa 16 bis 18 °C in einem großzügigen Rotweinglas serviert werden. Bei jungem Genuss empfiehlt sich eine Belüftung von etwa ein bis zwei Stunden. Als Speisenbegleiter passt er besonders gut zu geschmortem Rind, Lamm und Wild, zu Pasta mit kräftigem Ragù, Risotto mit Steinpilzen oder Trüffeln sowie zu gereiftem Hartkäse.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Giachini 2022
Was bedeutet Giachini auf dem Etikett?
Giachini ist eine offiziell abgegrenzte Lage beziehungsweise MGA innerhalb des Barolo-Anbaugebiets bei La Morra. Die Bezeichnung kennzeichnet die genaue Herkunft der Nebbiolo-Trauben.
Ist der Barolo Giachini 2022 bereits trinkreif?
Der Wein kann bereits jung genossen werden, benötigt dann jedoch ausreichend Luft. Mit zusätzlicher Flaschenreife können die Tannine geschmeidiger werden und sich weitere würzige sowie balsamische Aromen entwickeln.
Sollte der Barolo vor dem Servieren dekantiert werden?
Bei jungem Genuss ist eine Belüftung von etwa ein bis zwei Stunden sinnvoll. Dadurch können sich Frucht, florale Noten und Kräuterwürze deutlicher öffnen.
Was unterscheidet den Giachini vom Barolo Boiolo?
Beide Weine stammen aus abgegrenzten Lagen bei La Morra, spiegeln jedoch unterschiedliche Herkünfte wider. Der Giachini 2022 zeigt eine prägnante Verbindung aus roter Frucht, Kräutern, würzigen Nuancen und einer klaren Tanninstruktur.
Wie sollte der Carlo Revello Barolo Giachini gelagert werden?
Die Flasche sollte liegend an einem dunklen, erschütterungsfreien Ort mit möglichst gleichbleibender, kühler Temperatur aufbewahrt werden.
Der Carlo Revello Barolo Riserva Rocche dell'Annunziata 2017 ist der Spitzenwein des Guts: reinsortiger Nebbiolo aus einer der bedeutendsten Lagen von La Morra, 36 Monate im großen Holzfass gereift, abgefüllt mit 15 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Der heiße, extrem trockene Jahrgang 2017 gibt ihm dunkle, konzentrierte Frucht, die Herkunft steuert die Feinheit bei: getrocknete Rosen, Blutorangenschale und ein kühler Kalkzug. Nach den Jahren im Keller zeigen sich erste tertiäre Noten von Leder, Tabak und Unterholz. Riserva heißt hier nicht mehr Holzaroma, sondern mehr Zeit.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Riserva Rocche dell'Annunziata 2017
FARBE: Tiefes Granatrot mit leicht orangefarbenem Rand; die dunklere Farbanlage des Jahrgangs 2017 ist im Kern noch erkennbar.
NASE: Eingemachte Kirsche, Dörrpflaume und Blutorangenschale, darüber der Duft getrockneter Rosen, für den diese Lage bekannt ist. Mit Luft folgen Leder, Pfeifentabak, Unterholz und geröstete Haselnuss. Ein feiner balsamischer Ton verrät die Reife, ohne zu dominieren.
GESCHMACK: Breit angelegt und fleischig, mit dichtem Kern aus dunkler Frucht und Süßholz. Das Tannin ist kraftvoll und in der Textur noch leicht körnig, wie es für 2017 typisch ist, wird von den drei Jahren im großen Fass aber deutlich geglättet. Salzige Mineralität und ein kühler Kräuterzug halten die Fülle im Zaum.
FINALE: Sehr langer Abgang. Kirschlikör und Leder klingen aus, dazu Pfeifentabak und ein trockener, steiniger Eindruck, der die Reife unterstreicht.
Rocche dell'Annunziata – Weinberg mit Urkunde von 1194
Rocche dell'Annunziata zählt zu den wichtigsten Nebbiolo-Hängen von La Morra und umfasst rund 30 Hektar zwischen dem Weiler Boiolo im Westen und der Straße von Annunziata nach La Morra. Die Höhen reichen von 242 Metern im Talgrund bei Torriglione bis 390 Meter im Osten, der Rücken Ciabot d'Can liegt bei etwa 300 Metern; die Hauptausrichtungen sind Süd bis Südwest und Süd bis Südost. Unten dominiert Sand, weiter oben nehmen Lehm und Ton zu – daraus entstehen Weine mit weniger Masse, aber ausgesprochen komplexem Duft. Belegt ist der Weinbau hier seit 1194, damals als Besitz der Benediktinerabtei San Martino auf dem Gebiet des alten Marcenasco. Alessandro Masnaghetti führt die Lage mit fünf Sternen, Antonio Galloni ordnet sie in die höchste Kategorie ein; Parzellen halten unter anderem Lorenzo Accomasso, Paolo Scavino, Roberto Voerzio und Bartolo Mascarello.
Die Revello-Parzelle: 270 Meter, Südwest, 55-jährige Reben
Carlo Revello & Figli bewirtschaftet in Rocche dell'Annunziata eine Parzelle auf etwa 270 Metern Höhe mit südwestlicher Ausrichtung; die Reben sind rund 55 Jahre alt, der Boden kalkhaltig und lehmig. Früher flossen diese Trauben in den Verschnitt Barolo R.G. ein – seit dem Jahrgang 2016 füllt die Familie sie separat als Riserva ab. Das Gut selbst entstand 2016 durch die Teilung des Betriebs Fratelli Revello und umfasst rund sieben Hektar in der Frazione Santa Maria. Carlo Revello arbeitet dabei mit seinem Sohn Erik, der den Keller Schritt für Schritt zu größeren Fässern und spontaner Gärung zurückgeführt hat.
Was Riserva bedeutet – und warum es 36 Monate Fass wurden
Für eine Barolo Riserva verlangt die DOCG mindestens 62 Monate Reife nach der Ernte, davon wenigstens 18 Monate im Holzfass; in den Handel darf sie erst ab dem 1. Januar des sechsten Jahres nach dem Jahrgang, für 2017 also ab 2023. Revello geht darüber hinaus: 36 Monate lagerte der Wein in großen Holzfässern, danach folgte die Flaschenreife. Große Gebinde geben kaum Holzaroma ab und wirken vor allem über eine gleichmäßige, langsame Sauerstoffzufuhr – genau das, was die kraftvollen und anfangs körnigen Tannine des Hitzejahres 2017 brauchten. Das Gut nennt ein Lagerpotenzial von 25 bis 30 Jahren.
Dekantieren, Temperatur und große Begleiter
Bei 18 Grad Celsius und in einem sehr großen Glas kommt die Riserva am besten zur Geltung. Nach so vielen Jahren hat sich Depot gebildet: Die Flasche einige Stunden vorher aufrecht stellen und behutsam in die Karaffe umfüllen, 60 bis 90 Minuten Luft genügen. Am Tisch verlangt der Wein kräftige Partner – Rinderbraten in Barolo, Wildschweinragout, Hirschrücken mit Wacholder, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, geschmorten Ochsenschwanz und lange gereiften Castelmagno.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Riserva Rocche dell'Annunziata 2017
Warum trägt dieser Barolo die Bezeichnung Riserva?
Weil er die strengeren Reifevorgaben der DOCG erfüllt: mindestens 62 Monate Gesamtreife statt 38, davon wenigstens 18 Monate im Holz, und Freigabe erst im sechsten Jahr nach dem Jahrgang. Bei Revello reifte der Wein allein 36 Monate im großen Fass, bevor die Flaschenreife begann.
Wie war der Jahrgang 2017 im Barolo-Gebiet?
2017 war eines der heißesten und trockensten Jahre: Von März bis Oktober fielen nur etwa 280 Millimeter Regen statt der üblichen rund 600, dazu kamen Aprilfrost und Sommerhagel mit Ertragsverlusten. Kühle Septembernächte retteten die Frische, die Lese begann teilweise Mitte September – so früh wie nie zuvor.
Ist die Riserva 2017 heute schon offen?
Die vorgeschriebenen 62 Monate Reife liegen längst hinter ihr, und nach etwa einer Stunde Luft öffnet sie sich bereitwillig. Das kraftvolle Tannin ist eingebunden, ohne verschwunden zu sein; Leder und Unterholz markieren den Beginn der Reifephase, die noch weit trägt.
Was macht Rocche dell'Annunziata so gesucht?
Die Lage verbindet die florale Eleganz von La Morra mit ungewöhnlicher Duftkomplexität und einer feinen, aber tragenden Struktur. Ihre sandigen unteren und tonigeren oberen Partien, die Ausrichtung von Südwest bis Südost und die jahrhundertelange Bewirtschaftung machen sie zu einem der begehrtesten Weinberge der Langhe.
Wie unterscheidet sich die Riserva vom Barolo Giachini des Guts?
Giachini liegt tiefer am selben Hangzug und ergibt einen duftigen, seidigen Wein für den früheren Genuss. Die Riserva kommt aus der höher bewerteten Nachbarlage, reift wesentlich länger im Fass und ist auf Jahrzehnte angelegt.
Carlo Revello Langhe Nebbiolo 2025 kommt aus La Morra, ist aus Nebbiolo gekeltert und wird mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche angeboten. Rubinrot im Glas, im Duft Waldbeere, Lakritz und getrocknete Rose. Der Gaumen bleibt schlank und beweglich: rote Frucht, leichtes Tannin, klare Säure. Nach einem frühen, gewitterreichen Erntejahr ist das ein Nebbiolo für den Alltag — gedacht zum Trinken, nicht zum Warten.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Langhe Nebbiolo 2025
FARBE: Helles bis mittleres Rubinrot, klar und leuchtend.
NASE: Offen und fruchtbetont, mit Himbeere, Preiselbeere und Walderdbeere. Lakritz, getrocknete Rosenblätter und eine leichte Anisnote geben Kontur, ohne den Duft schwer zu machen.
GESCHMACK: Schlank gebaut, mit frischer Säure und feinem, kaum spürbar körnigem Tannin. Rote Johannisbeere und Kirsche stehen im Zentrum, dazu ein Anklang von Teeblatt und trockener Erde.
FINALE: Der Abgang fällt mittellang aus und bleibt sauber; rote Johannisbeere und ein Anflug Lakritz halten sich noch eine Weile im Glas.
Langhe Nebbiolo DOC — dieselbe Rebsorte, andere Spielregeln
Die Herkunft Langhe wurde 1994 eingerichtet und deckt eine große Zahl von Gemeinden in der Provinz Cuneo ab. Für die Sortenbezeichnung Nebbiolo verlangt sie mindestens 85 % dieser Rebsorte, der Rest darf aus anderen zugelassenen roten Piemonteser Sorten stammen; der Mindestalkohol liegt bei 11,5 % Vol. Damit ist der Rahmen erheblich weiter als bei den großen Nachbarn, deren Reifevorschriften Jahre umfassen. Praktisch heißt das: Trauben von jüngeren Reben oder aus Parzellen, die nicht als Cru gefüllt werden, ergeben einen Wein, der die Handschrift des Hauses früh und unverstellt zeigt.
Carlo Revello & Figli, Santa Maria oberhalb von La Morra
Das Weingut liegt in der Ortschaft Santa Maria an der Serra dei Turchi und wird von Carlo Revello mit Mariarosa und Sohn Erik geführt. Nach der Trennung vom Betrieb der Brüder entstanden ab 2016 die ersten eigenständigen Vinifikationen; heute stehen rund acht Hektar in sieben Einzellagen zur Verfügung. Im Keller gibt es zahlreiche kleine Stahltanks, damit jede Parzelle getrennt vergoren werden kann. Neben diesem Nebbiolo und einem Barbera d’Alba Superiore entstehen die drei Barolo-Abfüllungen des Hauses.
Zwölf bis vierzehn Monate im gebrauchten Barrique
Nach der Gärung im Stahl reift der Wein laut Erzeugerangabe zwölf bis vierzehn Monate in Barriques, die bereits mehrfach belegt waren. Neues Holz würde die zarte Frucht dieses Weintyps überformen; gebrauchte Fässer runden lediglich das Tannin und lassen ein wenig Sauerstoff zu. Das Ergebnis ist ein Wein, der bereits jung Freude macht und nach Angaben des Betriebs bis zu sieben Jahre reifen kann. Der Jahrgang 2025 begann nach nassem Frühjahr früh, litt im August unter Hitze und Gewittern und war in den Langhe schon Anfang Oktober eingebracht — die Erntemenge lag zehn bis fünfzehn Prozent unter dem Vorjahr, die Säurewerte fielen ausgewogen aus.
Servieren und kombinieren
Mit 15 bis 16 °C serviert bleibt die Frucht klar und die Säure trägt; ein normales Rotweinglas reicht vollkommen. Dekantiert werden muss dieser Wein nicht, zehn Minuten Luft genügen. Er begleitet Tajarin mit Butter und Salbei, Bollito misto, gefüllte Zucchini, Pizza mit Salsiccia, Rinderragù und einen mittelalten Bra.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Langhe Nebbiolo 2025
Worin unterscheidet sich ein Langhe Nebbiolo von einem Barolo?
Beide entstehen aus derselben Rebsorte, unterliegen aber verschiedenen Regelwerken. Barolo darf nur aus einem eng umgrenzten Gebiet stammen, muss reinsortig sein und mindestens 38 Monate reifen, davon 18 Monate im Holz. Langhe Nebbiolo erlaubt ein weit größeres Gebiet, 85 % Rebsortenanteil und kommt früh auf den Markt.
Wie viel Nebbiolo muss in der Flasche sein?
Das Regelwerk verlangt mindestens 85 % Nebbiolo; bis zu 15 % andere zugelassene rote Piemonteser Sorten sind erlaubt. Viele Betriebe, so auch dieses, arbeiten in der Praxis reinsortig.
Trinkt man diesen Nebbiolo besser kühl?
Ja, ein paar Grad unter Zimmertemperatur tun ihm gut. Bei 15 bis 16 °C wirken Säure und Frucht lebendig, bei 20 °C schiebt sich der Alkohol nach vorn.
Wie lange kann der 2025er liegen?
Der Betrieb nennt bis zu sieben Jahre. Seine Stärke liegt aber in den ersten drei bis vier Jahren, solange die frische Beerenfrucht das Bild bestimmt.
Warum reift der Wein in gebrauchten und nicht in neuen Fässern?
Gebrauchte Barriques geben kaum noch Vanille- und Röstaromen ab. Sie erlauben eine behutsame Sauerstoffzufuhr, die das Tannin glättet, und lassen die Frucht im Vordergrund.
Inhalt:
0.75 Liter
(21,20 €* / 1 Liter)
15,90 €*
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