Ruhiger Betrieb, große Weine. Renato Fenocchio aus dem Barbaresco gehört zu den ehrlichsten Adressen der Zone – nichts für schnelle Effekte. Die Barbareschi, etwa aus Starderi, brauchen Zeit, dann zeigen sie Klarheit und Finesse. Dazu Nebbiolo und Barbera für jeden Tag.
Der Renato Fenocchio 58 Sinquanteut Vino Rosso 2020 ist die Rarität des Hauses: ein Wein aus dem alten Biotyp Nebbiolo Rosé, gelesen von Rebstöcken, die 1958 gepflanzt wurden. Die Flasche fasst 0,75 Liter bei 14 % vol. Auf dem Etikett steht trotz erstklassiger Herkunft nur die schlichteste aller italienischen Stufen, Vino Rosso — weil der Wein bewusst ohne Holzfassreife entsteht und damit die Bedingungen der Appellation nicht erfüllt. Im Glas ist er hell, duftig und von roter Beerenfrucht getragen.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio 58 Sinquanteut Vino Rosso 2020
FARBE: Blasses, transparentes Rubinrot, deutlich heller als ein üblicher Nebbiolo.
NASE: Sehr klar und parfümiert: Johannisbeere, Walderdbeere und Hagebutte, dazu Veilchen, Orangenschale und ein Hauch weißer Pfeffer. Der Duft wirkt eher zart als wuchtig — eine Eigenart des Nebbiolo Rosé, dessen Beeren blasser sind als die des verbreiteten Nebbiolo Lampia.
GESCHMACK: Schlank, beweglich und ausgesprochen frisch. Rote Beeren tragen den Wein, der Gerbstoff ist seidig und fein gewebt, die Säure gut eingebunden. Trotz des geringen Farbdrucks fehlt es nicht an Länge.
FINALE: Anhaltend und klar; Hagebutte bleibt, dazu ein trocken-salziger Nachdruck.
Eine 0,4-Hektar-Parzelle aus dem Jahr 1958
Die Trauben stammen von einem einzelnen, rund 0,4 Hektar großen Rebstück in Starderi auf dem Gebiet der Gemeinde Neive — jenem südwestexponierten Steilhang auf etwa 230 Metern, aus dem auch der Cru-Barbaresco des Hauses kommt. Gepflanzt wurde 1958, die Reben sind also über 65 Jahre alt und tragen entsprechend wenig. Auf dem Etikett darf die Lage allerdings nicht auftauchen: Wer die Appellation abgibt, verliert auch das Recht auf den Lagennamen.
Der seltene Biotyp Nebbiolo Rosé
Nebbiolo Rosé wurde ab den 1970er-Jahren fast überall gerodet, weil er weniger trägt und blassere Weine ergibt als die Biotypen Lampia und Michet. Nach Angaben des Hauses existieren weltweit nur noch eine Handvoll Weinberge damit. Renato und Milva Fenocchio, die 1993 in Neive begannen und 2001 erstmals selbst abfüllten, haben ihre alte Parzelle stehen lassen und keltern sie separat. Bruno Giacosa, der die beiden in den Anfangsjahren beriet, war selbst ein Verfechter dieses Biotyps.
Warum dieser Wein die Appellation abgibt
Gelesen wird von Hand, mit Vorlese im Weinberg und Nachlese im Keller. Die Beeren werden vollständig entrappt, nur angequetscht und vergären spontan im Edelstahl ohne Zuchthefe. Danach kein Holz: Die Tanks stehen im Winter zur Kältestabilisierung im Freien, anschließend reift der Wein rund zwölf Monate weiter und wird unfiltriert gefüllt. Barbaresco DOCG verlangt jedoch mindestens neun Monate Fassreife — der Verzicht auf Holz kostet damit Appellation und Lagenangabe.
Servieren und kombinieren
14 bis 16 °C genügen; kühler serviert kommt die Frische besser zur Geltung als bei einem klassischen Barbaresco. Ein Burgunderglas hilft dem feinen Duft, dekantiert werden muss nicht, wegen der unfiltrierten Füllung aber vorsichtig eingießen. Gut dazu: Entenbrust, Tajarin mit Trüffel, Pilzragout, Kalbstatar, Räucherforelle und milder Robiola.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio 58 Sinquanteut Vino Rosso 2020
Was bedeutet Sinquanteut?
Sinquanteut ist die piemontesische Form der Zahl 58, zusammengesetzt aus sinquanta für fünfzig und eut für acht. Sie verweist auf das Pflanzjahr der Reben, 1958.
Weshalb steht auf dem Etikett nur Vino Rosso?
Weil der Wein ohne Fassreife auskommt. Barbaresco DOCG verlangt mindestens neun Monate im Holz, deshalb wird der Wein freiwillig auf die unterste Stufe zurückgestuft.
Was ist Nebbiolo Rosé?
Ein alter Biotyp des Nebbiolo mit blasseren Beeren, geringerem Ertrag und einem eher parfümierten als fleischigen Weinbild. Seit den 1970er-Jahren wurde er fast überall durch farbstärkere Selektionen ersetzt.
Wie alt sind die Reben für diesen Wein?
Sie wurden 1958 gepflanzt und sind damit über 65 Jahre alt. Alte Stöcke tragen weniger Trauben, liefern dafür aber konzentriertere Beeren.
Womit lässt sich dieser Rotwein kombinieren?
Sein helles, duftiges Profil verträgt auch leichtere Gerichte als üblich beim Nebbiolo — von Geflügel und Pilzen bis zu kräftigem Fisch. Schwere Schmorgerichte überdecken ihn.
Der Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2018 ist der duftigste der drei im Shop geführten Starderi-Jahrgänge. Reinsortiger Nebbiolo aus Neive, 14 % vol, 0,75 Liter. 2018 begann mit einem langen Winter und einem regenreichen Frühjahr; die Hitze kam erst ab Mitte Juli, und ein kühler, trockener September ließ die Trauben langsam ausreifen. Solche Jahre ergeben aromatische, elegante Barbaresco mit heller Frucht und moderatem Körper — dieser Wein zeigt genau das.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2018
FARBE: Aufgehelltes Rubinrot mit ziegelroten Reflexen.
NASE: Getrocknete Erdbeere, Blutorange und Granatapfel, dazu Veilkenpastille, Zimtrinde und eine erdige Note nach feuchtem Waldboden. Mit der Zeit treten Leder und getrocknete Feige hinzu — erste tertiäre Anzeichen.
GESCHMACK: Mittleres Gewicht, klar konturiert, mit heller statt dunkler Frucht. Das Tannin ist bereits angeschmolzen und fühlt sich staubfein an, die Säure gibt dem Wein Auftrieb. Getrocknete Kräuter, Orangenzeste und ein Hauch Teer bilden den Untergrund.
FINALE: Duftig statt kraftvoll läuft er aus — Blutorange, trockene Erde.
Die MGA Starderi in der Gemeinde Neive
Starderi liegt auf dem Gebiet von Neive, einer der drei Kerngemeinden des Barbaresco neben Barbaresco selbst und Treiso. Die Lage wurde 2007 als Menzione Geografica Aggiuntiva ins Register aufgenommen und umfasst gut vier Hektar an einem nach Südwesten gerichteten Hang auf etwa 230 Metern. Diese Ausrichtung sorgt für lange Nachmittagssonne, während der tonhaltige Kalkmergel die Wasserversorgung bis in den Spätsommer sichert — im kühleren 2018 eine Kombination, die der langsamen Reife entgegenkam.
Vom Traubenlieferanten zum eigenen Etikett
Die Familie Fenocchio bewirtschaftet in der Barbaresco-Zone bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert Reben; ihre Wurzeln liegen ursprünglich in Monforte d'Alba. Lange verkaufte man die Trauben an andere Betriebe. Erst 1993 erwarben Renato und Milva eigene Parzellen, und 2001 füllten sie ihren ersten Wein selbst ab. Heute reifen im Keller an der Via La Marca drei Barbaresco nebeneinander: Starderi, Rombone und Basarin.
Spontangärung und Reife im großen Holz
Vergoren wird ohne Hefezusatz, allein mit dem, was aus dem Weinberg mitkommt; die Maischestandzeit liegt bei etwa zehn bis fünfzehn Tagen. Die Reife findet in großen Fässern aus Slawonischer Eiche statt, die das Gut bei Garbellotto anfertigen lässt — je nach Angabe rund 19 bis 21 Monate. Große Gebinde bedeuten wenig Holzkontakt je Liter Wein, weshalb Vanille- oder Röstnoten hier keine Rolle spielen. Die Appellation fordert 26 Monate Gesamtreife, davon neun im Holz; beim älteren 2018er hat sich diese Phase inzwischen vollständig in den Wein eingefügt.
Servieren und kombinieren
Wegen der bereits einsetzenden Reife genügt eine knappe Stunde Luft; 16 bis 17 °C reichen aus, wärmer wirkt der Wein weich. Ein dünnwandiges, großes Glas hilft dem feinen Duft. Klassische Begleiter sind Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, Kaninchen in Arneis geschmort, Tauben- oder Wachtelbrust, Vitello tonnato, Risotto mit Safran und gereifter Bra duro.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2018
Wie fiel das Weinjahr 2018 in Neive aus?
Nach langem Winter und feuchtem Frühjahr setzte die Hitze erst Mitte Juli ein, der September blieb trocken und kühl. Die Trauben reiften langsam aus, was aromatische, elegante und frische Weine begünstigte.
Sollte man den 2018er dekantieren?
Eine knappe Stunde in der Karaffe genügt, mehr braucht dieser Jahrgang nicht. Zu langes Belüften kostet ihn eher Duft, als dass es ihm nützt.
Seit wann bewirtschaftet die Familie Fenocchio Starderi?
Die Parzelle in Starderi gehörte zu den ersten Flächen, die Renato und Milva 1993 erwarben. Der erste selbst gefüllte Jahrgang folgte 2001.
Passt dieser Barbaresco zu weißem Trüffel?
Sehr gut. Sein duftiges, mitteldichtes Profil überdeckt das Aroma des Alba-Trüffels nicht, sondern nimmt dessen erdige Seite auf.
Welche weiteren Barbaresco füllt das Weingut ab?
Neben Starderi erzeugt der Betrieb Barbaresco aus den Lagen Rombone und Basarin. Die drei Weine zeigen die Unterschiede zwischen den Gemeinden Neive und Treiso deutlich.
Mit dem Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2019 liegt der klassisch gebaute unter den jüngeren Jahrgängen dieses Crus im Glas. Nebbiolo pur, 14 % vol, 0,75 Liter, aus der Einzellage Starderi in Neive. 2019 verlief kühler und länger als die Jahre davor; gelesen wurde erst im Oktober, mit klassischen Mostwerten und einem kräftigen Polyphenolgerüst. Entsprechend fordernd und langlebig zeigt sich der Wein: herbe rote Frucht, aufrechte Säure, spürbarer Gerbstoff.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2019
FARBE: Tiefes, undurchdringliches Rubinrot; der Rand zieht ins Granatfarbene.
NASE: Zunächst verhalten. Aus dem Glas steigen Sauerkirsche, Berberitze und Lakritzwurzel, begleitet von Tabakblatt und getrocknetem Majoran. Nach längerer Standzeit kommt eine balsamisch-harzige Ebene hinzu, die auf das Alterungspotenzial verweist.
GESCHMACK: Straff gebaut und noch verschlossen. Der Gerbstoff steht deutlich im Vordergrund, gestützt von einer aufrechten Säure; die Frucht bleibt vorerst im Hintergrund und wirkt herb statt üppig. Eisenhaltige, fast blutige Anklänge und Wacholder geben dem Mittelbau Kante.
FINALE: Extrem langer Abgang, streng und geradlinig; Lakritz und herber Gerbstoff.
Blaue Kalkmergel: der Boden der Lage Starderi
Der Untergrund von Starderi besteht aus bläulich getönten Kalkmergeln mit hohem Tonanteil. Solche Böden halten Wasser zurück und bremsen die Reife, was den Weinen Säurerückgrat und einen straffen Gerbstoff mitgibt. Neive gilt geologisch als die uneinheitlichste der drei Barbaresco-Gemeinden — alte Sande und Material der Lequio-Formation wechseln sich ab —, doch gerade die Lagen mit hohem Mergelanteil bringen Tiefe, Struktur und Lagerfähigkeit hervor.
Ein Gut, das Bruno Giacosa beriet
In den ersten Jahren nach der eigenen Abfüllung 2001 stand Bruno Giacosa dem jungen Betrieb als Önologe und Ratgeber zur Seite — für ein Haus in Neive keine Selbstverständlichkeit. Geblieben ist davon die Strenge bei der Selektion: Partien, die dem eigenen Anspruch nicht genügen, werden gar nicht erst unter eigenem Etikett gefüllt. Die Fenocchios bewirtschaften ihre Flächen ohne Pestizide und beschränken den Schwefel auf etwa 35 bis 38 Milligramm je Liter statt der zulässigen 100.
Warum Barbaresco 26 Monate reifen muss
Die Vorschriften für Barbaresco DOCG setzen 26 Monate Gesamtreife ab dem 1. November des Erntejahres an, mindestens neun davon in Eichen- oder Kastanienholz; erst nach 50 Monaten darf 'Riserva' aufs Etikett. Barolo braucht mit 38 Monaten deutlich länger. Fenocchio nutzt für Starderi große Fässer aus Slawonischer Eiche mit 5.000 Litern Inhalt und lässt den Wein dort etwa 19 bis 21 Monate. Bei diesem Verhältnis von Fassoberfläche zu Weinmenge bleibt das Holz aromatisch im Hintergrund.
Servieren und kombinieren
Der 2019er verlangt mehr Geduld als seine Nachbarjahrgänge: zwei Stunden Karaffe oder besser noch ein paar weitere Jahre Flaschenreife. Serviert wird bei 17 bis 18 °C im großen Kelch. Kräftige Begleiter halten mit — Brasato al Barbaresco, Wildschweinragout, Rehrücken, Ochsenschwanz, Bagna Càuda mit Rindfleisch und lange gereifter Parmigiano.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2019
Was macht 2019 zu einem klassischen Barbaresco-Jahrgang?
Ein langer Winter, Frühjahrsregen als Wasserreserve und eine späte Oktoberlese ergaben Trauben mit klassischen Werten und starkem Polyphenolgerüst. Solche Jahre bringen strukturierte, langsam reifende Weine hervor.
Braucht der 2019er noch Zeit in der Flasche?
Er profitiert davon deutlich. Der Gerbstoff steht derzeit vor der Frucht; mit einigen Jahren Reife sollte sich das Verhältnis umkehren.
Wie groß ist die Lage Starderi?
Rund 4,5 Hektar, damit gehört sie zu den kleineren offiziell abgegrenzten Einzellagen des Barbaresco. Anerkannt wurde die Menzione Geografica Aggiuntiva im Jahr 2007.
Welche Erzeuger füllen ebenfalls Starderi ab?
Neben Renato Fenocchio besitzen unter anderem La Spinetta, Montaribaldi, Olek Bondonio und Icardi Rebflächen in der Lage. Die Stilistik fällt je nach Ausbau sehr unterschiedlich aus.
Könnte dieser Cru als Riserva gefüllt werden?
Dafür wären 50 Monate Gesamtreife nötig. Das Gut füllt ihn als regulären Barbaresco DOCG, obwohl die Fassreife weit über dem Mindestmaß liegt.
Der Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2020 wächst an einem südwestexponierten Steilhang oberhalb von Neive. Reinsortiger Nebbiolo, 14 % vol, 0,75 Liter. Der Jahrgang 2020 gilt in Barbaresco als besonders ausgewogen: warme Tage, kühle Nächte und Schauer im Frühsommer brachten reife Trauben, ohne dass die Säure verloren ging. Im Glas treffen Erdbeere und Blaubeere auf Sternanis, getrocknete Rosenblätter und einen salzigen Zug. Das Tannin wirkt bereits jetzt geschliffen, ohne dem Wein die Reserve für die Flasche zu nehmen.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2020
FARBE: Mittleres Rubinrot, am Rand bereits leicht aufgehellt.
NASE: Erdbeere und Blaubeere führen das Bouquet an, dahinter Sternanis, getrocknete Rosenblätter und etwas Backgewürz. Mit Luft kommen Mokka, Wacholder und eine salzige Spur dazu, wie sie die Kalkmergel von Starderi häufig mitgeben.
GESCHMACK: Dicht und großzügig, aber ohne jede Überreife. Reifes, fein geschliffenes Tannin trägt die dunkle Beerenfrucht, dazu kommen Kräuterbitterkeit und ein feiner Salzton. Die Säure hält den Wein trotz der Wärme des Jahres aufrecht.
FINALE: Der Nachhall bleibt lange stehen: Anis, Trockenkirsche, ein kühler Salzzug.
Starderi — Steilhang über Neive mit Blick nach Südwesten
Starderi zählt mit rund 4,5 Hektar zu den kleineren Menzioni Geografiche Aggiuntive des Barbaresco. Die Parzellen fallen steil nach Südwesten ab und liegen auf etwa 230 Metern. Bläulich schimmernder Kalkmergel mit Tonanteil speichert Wasser und gibt dem Nebbiolo Zug und Salzigkeit mit. Seit 2007 ist der Name als MGA offiziell geschützt; neben Renato Fenocchio besitzen unter anderem La Spinetta, Olek Bondonio und Montaribaldi Rebflächen in der Lage.
Renato und Milva Fenocchio in Neive
Renato und Milva Fenocchio kauften 1993 ihre ersten Parzellen, darunter das Stück in Starderi, und füllten 2001 den ersten eigenen Jahrgang ab — 1.349 Flaschen. Heute liegt die Produktion bei etwa 30.000 Flaschen jährlich, verteilt auf Weinberge in Neive, Barbaresco und Treiso. Gearbeitet wird ohne Pestizide; beim Schwefel bleibt der Betrieb nach eigenen Angaben bei rund einem Drittel der erlaubten Menge. Neben Starderi kommen Barbaresco aus Rombone und Basarin auf die Flasche.
19 bis 21 Monate in großen Fässern aus Slawonischer Eiche
Die Trauben vergären spontan mit den weinbergseigenen Hefen, die Maische bleibt etwa zehn bis fünfzehn Tage auf den Schalen. Anschließend reift der Wein rund 19 bis 21 Monate in 5.000-Liter-Fässern aus Slawonischer Eiche, gefertigt von der Böttcherei Garbellotto. Fässer dieser Größe geben kaum Holzaroma ab und lassen die Herkunftszeichnung im Vordergrund. Barbaresco DOCG verlangt mindestens 26 Monate Reife ab dem 1. November des Erntejahres, davon neun im Holz — beim Fassanteil geht das Gut deutlich darüber hinaus.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C und ein weit geöffnetes Glas geben dem Wein Raum. Eine Stunde in der Karaffe schadet dem 2020er nicht, zwingend ist sie bei diesem zugänglichen Jahrgang aber nicht. Auf dem Teller überzeugen Tajarin mit Butter und Salbei, geschmorte Rinderbacke, Perlhuhn mit Steinpilzen, Agnolotti del plin, Zunge in grüner Sauce und ein gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio Barbaresco Starderi 2020
Wie zugänglich ist der Jahrgang 2020 in Barbaresco?
2020 brachte reife Trauben, ohne dass die Säure abbaute; Erzeuger stellten das Jahr neben 2016 und 2007. Die Weine sind früh trinkbar und besitzen dennoch Gerüst für längere Lagerung.
Worin unterscheidet sich Barbaresco von Barolo?
Beide entstehen aus reinsortigem Nebbiolo, doch Barbaresco muss nur 26 Monate reifen, Barolo 38. Auch deshalb gelten Barbaresco-Weine meist als etwas früher zugänglich.
Wofür steht Starderi auf dem Etikett?
Starderi ist eine offiziell abgegrenzte Einzellage, eine Menzione Geografica Aggiuntiva, in der Gemeinde Neive. Der Zusatz belegt, dass sämtliche Trauben aus dieser Lage stammen.
Wie lange lässt sich dieser Cru lagern?
Die Shop-Angabe nennt zehn bis fünfzehn Jahre. Liegend, dunkel und bei gleichmäßig kühler Temperatur gelagert, sollte der 2020er diesen Rahmen ausfüllen.
Gibt es eine Fachbewertung zu diesem Jahrgang?
Kerin O'Keefe bewertete den Starderi 2020 mit 91 Punkten und beschrieb rote Beeren, Backgewürz und Kräuter, am Gaumen Trockenkirsche, Mokka und eine salzige Spur.
Die Renato Fenocchio Barbera d'Alba 2022 kommt aus den Hängen rund um Neive und wird mit 14 % vol in der 0,75-Liter-Flasche gefüllt. Barbera bringt hier ihr typisches Spiel aus reifer Kirschfrucht und lebhafter Säure mit — ohne das Gerbstoffgerüst, das Nebbiolo mitbringt. Der heiße, trockene Sommer 2022 drückte die Erträge; Regen im September half der Reife auf die Sprünge. Das Ergebnis ist eine saftige, geradlinige Barbera mit Kirsche, Marzipan und viel Trinkfluss.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio Barbera d'Alba 2022
FARBE: Sattes Kirschrot mit violettem Schimmer am Rand.
NASE: Sauerkirsche und Zwetschge stehen vorn, dazu Marzipan, ein Hauch Bittermandel und getrocknete Veilchen. Im Hintergrund Anklänge von Kakao und frisch geschnittenem Gras.
GESCHMACK: Saftig und geradeheraus. Die Säure zieht einen klaren Strich durch die reife dunkle Kirsche, das Gerbstoffgerüst bleibt weich und tritt kaum in Erscheinung. Etwas Blutorangenzeste und Mandelnote sorgen für Biss.
FINALE: Frisch, mittellang, knackig-herb im Abgang; Kirschkern klingt nach.
Barbera d'Alba: die Alltagsrebe des Piemonts
Barbera d'Alba DOC deckt die Hügel um Alba ab, also auch die Gemeinden der Barbaresco-Zone. Die Bestimmungen verlangen mindestens 85 Prozent Barbera und lassen bis zu 15 Prozent Nebbiolo zu; Weinberge oberhalb von 650 Metern sind ausgeschlossen. Anders als beim Nebbiolo werden Barbera-Reben oft in die etwas kühleren oder weniger sonnenverwöhnten Parzellen gesetzt, weil die Sorte von Natur aus reichlich Säure und wenig Gerbstoff mitbringt.
Ein Bauernbetrieb mit rund 30.000 Flaschen
Renato Fenocchio bezeichnet sich selbst als Bauern, der stolz darauf ist, einer zu sein. Der Betrieb an der Via La Marca in Neive erzeugt jährlich etwa 30.000 Flaschen und verkauft Partien, die der eigenen Messlatte nicht standhalten, lieber als Fasswein weiter. In den Weinbergen wird auf Pestizide verzichtet, entblättert wird vier- bis fünfmal im Jahr, selektiert wird bis zu sechsmal. Neben Barbera stehen Dolcetto, Arneis, Langhe Nebbiolo und drei Barbaresco im Sortiment.
Ausbau ohne Holzdominanz
Für die Barbera steht bei Fenocchio die Frucht im Vordergrund, nicht das Fass. Ein offizielles Datenblatt mit Fassart und Reifedauer liegt für diesen Jahrgang nicht vor, der Wein zeigt sich jedoch klar reduktiv geprägt und ohne Röstaromatik. Barbera d'Alba ohne Zusatz 'Superiore' unterliegt keiner Mindestreifezeit — erst die Superiore-Stufe verlangt zwölf Monate Reife, davon vier im Fass.
Servieren und kombinieren
Bei 15 bis 16 °C serviert wirkt die Säure am frischesten; ein normal großes Rotweinglas genügt. Dekantieren ist nicht nötig, ein kurzes Umfüllen schadet aber nicht. Sie passt zu Vitello tonnato, Salsiccia mit Linsen, Pizza mit Salami, Tomatenrisotto, gefüllten Paprika und mittelaltem Toma-Käse.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio Barbera d'Alba 2022
Wie schmeckt Barbera im Vergleich zu Nebbiolo?
Barbera liefert deutlich mehr Säure und deutlich weniger Gerbstoff. Sie wirkt dadurch saftiger und unmittelbarer, während Nebbiolo über Tannin und Struktur führt.
Muss diese Barbera d'Alba belüftet werden?
Nötig ist das nicht. Wer den Wein eine halbe Stunde offen stehen lässt, bekommt die Marzipan- und Mandelnoten etwas klarer heraus.
Was bedeutet der Zusatz d'Alba?
Er verweist auf das Anbaugebiet rund um die Stadt Alba, zu dem auch Neive gehört. Barbera d'Alba stammt damit aus denselben Hügeln wie Barbaresco und Barolo.
Bei welcher Temperatur kommt der Wein am besten zur Geltung?
15 bis 16 °C sind ideal. Zu warm serviert wirkt der Alkohol von 14 % vol vordergründig und die frische Säure verliert an Kontur.
Wie lange hält sich der Jahrgang 2022?
Der Shop gibt fünf bis zehn Jahre an. 2022 war trocken und ertragsarm, was der Struktur zugutekam; getrunken wird die Barbera dennoch meist in den ersten Jahren.
Der Renato Fenocchio Langhe Nebbiolo 2020 ist der zugängliche Nebbiolo aus dem Hause in Neive: 14 % vol, 0,75 Liter, granatrot, ohne Holzberührung ausgebaut. Der Jahrgang 2020 brachte in den Langhe reife Trauben bei erhaltener Säure, weshalb dieser Wein weicher und runder wirkt als viele seiner Nachbarn. Waldbeeren, Zedernholz und ein Anflug von Süßholz bestimmen das Bild. Die Tannine sind geschmeidig und stehen der Frucht nicht im Weg.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio Langhe Nebbiolo 2020
FARBE: Granatrot, mitteltief, mit klarem Rand.
NASE: Intensiver Duft nach Brombeere, Holunder und dunkler Kirsche, dazu Zedernholz, Süßholz und getrocknetes Laub. Ein Hauch Nelke und Kakao gibt dem Ganzen Wärme.
GESCHMACK: Geschmeidig und rund, mit weichem Zugriff. Das Tannin ist reif und gut poliert, die Säure trägt, ohne zu stechen. Dunkle Beeren, ein wenig Trockenpflaume und eine feine Süßholznote füllen den Mittelbau.
FINALE: Angenehm lang, ausgewogen; Beerenfrucht trifft auf weiche Würze.
Nebbiolo aus dem Umfeld der Barbaresco-Crus
Die Bezeichnung Langhe DOC umfasst die Hügel der Provinz Cuneo beiderseits des Tanaro. Für die Sortenangabe Nebbiolo genügen 85 Prozent, eine Reifevorgabe existiert nicht. Da die Rebflächen dieses Guts in Neive, Barbaresco und Treiso liegen, wächst dieser Wein im selben Gebiet wie die Cru-Weine des Hauses — nur eben auf Parzellen oder aus Partien, die nicht in die DOCG-Abfüllungen gehen. Die Böden schwanken von kalkig-tonig mit Sandanteil bis zu mergeligem Sediment.
Handarbeit im Weinberg statt Pflanzenschutzroutine
Die Fenocchios haben von Anfang an auf Pestizide verzichtet und nehmen dafür deutlich mehr Handarbeit in Kauf: vier- bis fünfmaliges Entblättern pro Jahr, drei- bis sechsmaliges Durchgehen der Reben zur Selektion. Zertifiziert ist der Betrieb, verzichtet nach eigener Aussage aber auf das entsprechende Logo. Die Jahresproduktion liegt bei etwa 30.000 Flaschen — ein Maßstab, der diese Art der Bewirtschaftung überhaupt erst möglich macht.
Reduktiver Ausbau bewahrt die Frucht
Vergoren wird nach traditioneller Art auf der Maische, etwa zehn Tage lang, im Edelstahltank. Danach folgt kein Fass: Der Wein reift geschützt vor Sauerstoff weiter, wodurch die Frucht klar und die Farbe frisch bleiben. Für die Rebsorte bedeutet das ein deutlich kürzeres Warten als bei den Barbaresco des Guts. Als Lagerfenster nennt der Shop fünf bis zehn Jahre.
Servieren und kombinieren
Bei 16 °C und in einem mittelgroßen Kelch zeigt der 2020er sein rundes Naturell am besten. Belüften ist nicht erforderlich, kurzes Schwenken genügt. Auf dem Tisch harmoniert er mit Salsiccia-Ragout, Rinderrouladen, Polenta mit Pilzen, gefüllter Pasta, Entenbrust und würzigem Schnittkäse.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio Langhe Nebbiolo 2020
Woher stammen die Trauben für diesen Langhe Nebbiolo?
Aus den Weinbergen des Guts in Neive, Barbaresco und Treiso, also innerhalb der Barbaresco-Zone. Für die DOCG-Abfüllung werden sie nicht verwendet, unter Langhe DOC dagegen schon.
Wie unterscheidet er sich vom 2021er desselben Guts?
Der 2020er wirkt runder und weicher, weil das Jahr reife Trauben bei erhaltener Säure brachte. Der 2021er zeigt mehr Straffheit und ein kantigeres Gerbstoffbild.
Wie viel Nebbiolo muss in einem Langhe Nebbiolo stecken?
Mindestens 85 Prozent schreibt die Bezeichnung vor, der Rest darf aus anderen zugelassenen Sorten der Zone stammen. Viele Erzeuger füllen dennoch reinsortig ab.
Ist der 2020er jetzt auf dem Punkt?
Ja, er trinkt sich bereits sehr gut. Wer ihn liegen lässt, gewinnt vor allem etwas würzige Tiefe, verliert aber allmählich die frische Beerenfrucht.
Welches Glas empfiehlt sich für diesen Wein?
Ein mittelgroßer, leicht bauchiger Rotweinkelch reicht völlig. Sehr große Gläser lassen die zarte Aromatik eher verlaufen, als dass sie ihr nützen.
Der Renato Fenocchio Langhe Nebbiolo 2021 zeigt die Rebsorte ohne den Umweg über das Holzfass: Nebbiolo, 14 % vol, 0,75 Liter, granatrot im Glas. Die Gärung läuft nach traditioneller Art auf der Maische, rund zehn Tage im Edelstahltank. 2021 lieferte in den Langhe kühle Nächte im September und außergewöhnlich polyphenolreiche Trauben. Waldbeeren, Zedernholz und feiner Gerbstoff prägen einen Wein, der die Handschrift des Barbaresco-Guts im kleineren Format trägt.
Die Verkostungsnotiz des Renato Fenocchio Langhe Nebbiolo 2021
FARBE: Helles Granatrot, zum Rand hin orange auslaufend.
NASE: Zedernholz und getrocknete Wiesenkräuter umspielen Himbeere und Walderdbeere. Dazu gesellt sich ein floraler Ton nach verblühten Rosen sowie ein leicht rauchiger Anflug, der an kaltes Feuer denken lässt.
GESCHMACK: Straff und aufrecht. Der Gerbstoff ist präsent, aber feinkörnig, die Säure des Jahrgangs 2021 hält alles zusammen. Rote Frucht, Rhabarber und eine kräuterige Bitternote laufen nebeneinander her.
FINALE: Kühl, trocken, mittellang. Zeder und Kräuter halten sich am Schluss.
Langhe DOC — die weite Herkunft für Nebbiolo
Langhe Nebbiolo DOC ist die flexible Herkunft für Nebbiolo aus der Provinz Cuneo. Verlangt sind mindestens 85 Prozent Nebbiolo und ein Mindestalkohol von 11 % vol; eine Fassreife schreibt die Bezeichnung nicht vor. Viele Erzeuger der Barbaresco- und Barolo-Zone nutzen sie für jüngere Reben oder für Partien, die nicht in die Lagenweine gehen. Die Weinberge von Renato Fenocchio liegen in Neive, Barbaresco und Treiso, also mitten im Barbaresco-Gebiet.
Weinberge in Neive, Barbaresco und Treiso
Das Gut sitzt in Neive, an der Hangkante zwischen Barbaresco und Treiso. Renato und Milva Fenocchio erwarben die ersten Flächen 1993 und brachten 2001 ihren ersten eigenen Wein auf den Markt; in den Anfangsjahren begleitete sie Bruno Giacosa als Önologe. Die Böden reichen von kalkig-tonig mit Sandanteil bis zu sedimentärem Mergel. Nördlich gelegene Parzellen ergeben nach Aussage des Hauses kräftigere Weine, südliche die feineren.
Zehn Tage Maischegärung im Edelstahl
Der Wein entsteht nach der traditionellen Methode der Gärung mit der Schale und bleibt dafür etwa zehn Tage im Edelstahltank. Auf Holz wird verzichtet, damit die Aromatik des Nebbiolo unverstellt bleibt und der Gerbstoff nicht zusätzlich aufgeladen wird. So bleibt der Wein deutlich früher zugänglich als ein Barbaresco desselben Hauses. Das Lagerfenster gibt der Shop mit fünf bis zehn Jahren an.
Servieren und kombinieren
15 bis 17 °C reichen aus; ein mittelgroßes Rotweinglas mit leicht bauchigem Kelch bringt die florale Seite gut heraus. Karaffieren ist verzichtbar, dreißig Minuten Luft tun dem jungen Wein aber gut. Er begleitet Vitello tonnato, Tajarin mit Fleischsugo, Kaninchen in Kräutern, Pilzrisotto, Bratwurst vom Grill und halbfesten Bergkäse.
Häufige Fragen zum Renato Fenocchio Langhe Nebbiolo 2021
Ist Langhe Nebbiolo dasselbe wie Barbaresco?
Nein. Beide beruhen auf Nebbiolo, doch Barbaresco DOCG ist an feste Gemeindegrenzen, geringere Erträge und mindestens 26 Monate Reife gebunden. Langhe Nebbiolo kennt diese Auflagen nicht.
Warum reift dieser Nebbiolo im Edelstahl?
Der Verzicht auf Holz erhält die frische rote Frucht und die floralen Töne. Der Wein wirkt dadurch klarer und ist deutlich früher trinkbereit.
Was prägte den Jahrgang 2021 in den Langhe?
Auf einen kalten Winter folgten späte Aprilfröste, die den Nebbiolo weitgehend verschonten. Ausgeprägte Tag-Nacht-Unterschiede im September ergaben Trauben mit sehr reichem Polyphenolgerüst.
Eignet sich der Wein als Einstieg in die Rebsorte?
Ja. Er zeigt Gerbstoffbild, Säure und Duft des Nebbiolo im überschaubaren Rahmen und verlangt weder lange Flaschenreife noch stundenlanges Belüften.
Zu welchen Gerichten passt er im Alltag?
Zu allem, was piemontesische Küche ausmacht, aber auch zu Pilzgerichten, Geflügel und kräftigem Käse. Für sehr fette Schmorgerichte fehlt ihm etwas Volumen.
Inhalt:
0.75 Liter
(30,53 €* / 1 Liter)
22,90 €*
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