Verduno pur. Die Familie Alessandria ist hier seit Generationen eine feste Größe – und ihr Barolo Monvigliero zählt zu den elegantesten Interpretationen, die diese Lage hergibt: duftig, feingliedrig, nie laut. Dazu der seltene Verduno Pelaverga, fast ein Geheimtipp.
Der Fratelli Alessandria Barbera d'Alba Superiore Priora 2021 ist ein reinsortiger Barbera aus Verduno und Monforte d'Alba im Piemont, gefüllt mit 13 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Die Trauben stammen aus den Parzellen Rocche dell'Olmo und Semolino oberhalb von Verduno sowie aus Gramolere. Dunkle Kirsche, Brombeere und Veilchen bestimmen das Aromenbild, darunter liegen Süßholz und eine zurückhaltende Röstwürze aus dem Holz. Der kühle, spät gelesene Jahrgang 2021 verleiht dem Wein eine straffe Säureachse und einen klar gezeichneten Kern.
Die Verkostungsnotiz des Fratelli Alessandria Barbera d'Alba Superiore Priora 2021
FARBE: Sattes Rubinrot mit violettem Rand und dichtem Kern.
NASE: Schwarzkirsche, Brombeere und Zwetschge treffen auf Veilchen und getrocknete Kräuter. Süßholz, etwas Kakao und ein Anflug Vanille aus dem 500-Liter-Fass halten sich dezent im Hintergrund.
GESCHMACK: Saftig und geradlinig, getragen von der für Barbera typischen lebhaften Säure. Die Frucht bleibt dunkel und kühl, das Gerbstoffgerüst ist fein und dient eher der Kontur als der Kraft.
FINALE: Mittellang bis lang, mit salziger Würze, Kirschkern und einem trockenen, klar konturierten Nachhall.
Priora: Rocche dell'Olmo, Semolino und Gramolere
Priora ist kein amtlich abgegrenzter Lagenname, sondern der Hausname dieser Selektion. Sie entsteht aus drei Parzellen: Rocche dell'Olmo mit Ostausrichtung auf 310 bis 360 Metern und Semolino mit Westausrichtung auf 320 bis 350 Metern, beide in Verduno, dazu Gramolere in Monforte d'Alba auf 400 bis 450 Metern mit süd- bis westexponierten Hängen. Die Böden sind schluffig-sandige Kalkböden, die Reben rund 35 Jahre alt. Aus dieser Mischung ergibt sich ein Wein, der die Fülle aus Monforte mit der kühleren Aromatik Verdunos verbindet.
Die Familie Alessandria in Verduno
Das Gut geht auf die Familie Dabbene zurück, die ihre Weine ab 1830 in Flaschen vermarktete; den heutigen Namen trägt es seit einer Heirat um 1870. Geführt wird es von der siebten und achten Generation, unter ihnen Gian Battista Alessandria, seine Frau Flavia, sein Bruder Alessandro und dessen Sohn Vittore. Bewirtschaftet werden rund 15 Hektar, der größte Teil davon in Verduno und zwei Hektar in Gramolere bei Monforte d'Alba. Gearbeitet wird ausschließlich mit eigenen Trauben, mit weinbergseigenen Hefen und in einem Kellergewölbe aus dem 19. Jahrhundert. Überregional bekannt ist das Haus auch für seinen Verduno Pelaverga, eine Spezialität der Gemeinde.
Zwölf bis vierzehn Monate im 500-Liter-Fass
Vergoren wird zehn bis zwölf Tage im Stahltank bei kontrollierten 29 bis 31 Grad Celsius. Danach reift der Wein zwölf bis vierzehn Monate im kleinen Holzfass mit 500 Litern Inhalt, gefolgt von zwei Monaten im Stahltank und mindestens zwei Monaten Flaschenruhe. Das größere Fassformat gibt weniger Holzaroma ab als ein Barrique und rundet vor allem die Textur. Angelegt ist der Wein damit auf ein Trinkfenster von etwa fünf bis acht Jahren.
Servieren und kombinieren
Bei 16 bis 18 Grad Celsius in einem mittelgroßen Rotweinglas servieren; eine halbe Stunde in der Karaffe genügt, langes Dekantieren braucht dieser Wein nicht. Die kräftige Säure macht ihn zum verlässlichen Begleiter fetterer Gerichte: Tajarin mit Fleischragout, Agnolotti del plin, Salsiccia vom Grill, geschmorte Schweinebacke, Vitello tonnato und mittelalter Toma passen gut.
Häufige Fragen zum Fratelli Alessandria Barbera d'Alba Superiore Priora 2021
Was bedeutet Superiore bei Barbera d'Alba?
Die Bezeichnung setzt einen höheren Mindestalkohol von 12,5 % Vol. und eine längere Reifezeit voraus: mindestens zwölf Monate, davon wenigstens vier Monate im Holzfass. Der Wein darf entsprechend später in den Verkauf.
Wofür steht Priora auf dem Etikett?
Priora ist der hauseigene Name der Selektion und keine offiziell abgegrenzte Einzellage. Er bezeichnet die Zusammenstellung aus den drei Parzellen in Verduno und Monforte d'Alba.
Wie unterscheidet sich der 2021er vom 2022er?
2021 verlief im Piemont kühler, die Lese fand spät statt. Das sorgt für frische Säure und eine straffere Kontur, während der 2022er aus einem heißen, trockenen Jahr stammt und runder sowie unmittelbar fruchtiger wirkt.
Wie lange kann die Flasche liegen?
Fünf bis acht Jahre ab Jahrgang sind realistisch, kühl und dunkel gelagert auch etwas länger. Die Säure des Jahrgangs 2021 spricht eher für das obere Ende dieser Spanne.
Braucht der Wein ein besonderes Glas?
Ein mittelgroßer Kelch mit leicht bauchiger Form reicht aus. Er bündelt die dunkle Frucht, ohne die Säure zusätzlich zu betonen.
Mit dem Fratelli Alessandria Barbera d'Alba Superiore Priora 2022 kommt ein Barbera aus einem ausgesprochen warmen Jahr ins Glas: 13 % Vol., 0,75 Liter, gewachsen auf Kalkboden in der Gemeinde Verduno und am Hang von Gramolere in Monforte d'Alba. Reife Schwarzkirsche, Pflaume und Brombeere treten deutlich hervor, begleitet von Lorbeer, Kakao und einem Anflug Tabak. Die Textur fällt geschmeidiger aus als in kühleren Jahren, die Säure bleibt dennoch präsent und trägt den Wein.
Die Verkostungsnotiz des Fratelli Alessandria Barbera d'Alba Superiore Priora 2022
FARBE: Undurchsichtiges Rubinrot, am Rand fast purpurn.
NASE: Sehr reife dunkle Frucht, also Pflaume, Schwarzkirsche und Holunder, vor einem Hintergrund aus Lorbeer, Kakaopulver und getrockneten Blüten. Die Holznote bleibt leise und äußert sich als warme Süßholzwürze.
GESCHMACK: Fleischig und breit angelegt, mit weicher Fruchtsüße im Antrunk. Die Säure setzt in der Mitte ein und zieht den Wein wieder zusammen; Gerbstoff ist kaum spürbar, dafür sorgt eine leicht salzige Mineralität für Halt.
FINALE: Warm und nachhaltig, mit Pflaumenkompott, dunkler Schokolade und einem trockenen Kräuterecho.
Zwei Hänge in Verduno, einer in Monforte
Gelesen werden drei Parzellen. In Verduno liefern Rocche dell'Olmo (Ostlage, 310 bis 360 Meter) und Semolino (Westlage, 320 bis 350 Meter) die kühlere, aromatisch feinere Komponente. Aus Gramolere in Monforte d'Alba kommen von 400 bis 450 Metern die kräftigeren, dichteren Trauben. Alle drei stehen auf schluffigem Kalkboden mit Sandanteil, das Rebalter liegt bei etwa 35 Jahren. Im Trockenjahr 2022 lieferte die Höhe in Monforte willkommene Kühle in den Nächten.
Acht Generationen Weinbau in Verduno
Fratelli Alessandria zählt zu den ältesten Betrieben der Gemeinde; erste Flaschen gingen bereits 1830 in den Handel, der heutige Familienname steht seit rund 1870 auf dem Etikett. Heute arbeiten Gian Battista und Alessandro Alessandria gemeinsam mit Vittore Alessandria an rund 15 Hektar Rebfläche und etwa 90.000 Flaschen im Jahr. Im Weinberg wird weitgehend nach ökologischen Grundsätzen gearbeitet, im Keller mit weinbergseigenen Hefen und temperaturkontrollierter Gärung. Neben den roten Klassikern der Langhe pflegt die Familie den seltenen Verduno Pelaverga.
Kleines Fass, kurze Holzzeit
Nach zehn bis zwölf Tagen Maischegärung im Edelstahl bei 29 bis 31 Grad Celsius wandert der Wein für zwölf bis vierzehn Monate ins Holz; verwendet werden Fässer mit 500 Litern Inhalt aus französischer Eiche. Es folgen zwei Monate im Stahltank und eine Flaschenruhe von mindestens zwei Monaten vor der Freigabe. Der Ausbau zielt auf Rundung, nicht auf Holzaroma: Das Fass poliert die Textur, ohne die Frucht zu überdecken.
Servieren und kombinieren
Die Empfehlung des Guts liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius. Wegen der weichen Struktur ist Dekantieren nicht nötig, das Öffnen kurz vor dem Essen reicht. Auf dem Teller harmoniert der 2022er mit Pizza und Focaccia, gefüllten Teigwaren, Ossobuco, Hackbraten, gegrilltem Gemüse mit Rohschinken und jungem Pecorino.
Häufige Fragen zum Fratelli Alessandria Barbera d'Alba Superiore Priora 2022
Wie war der Jahrgang 2022 im Piemont?
2022 war das zweite ausgeprägte Trockenjahr in Folge, mit fast schneelosem Winter, heißem Juli und einer sehr frühen Lese ab Mitte September. Die Erträge lagen deutlich niedriger, die Weine geraten fruchtbetont und früh zugänglich.
Ist der 2022er schon jetzt trinkbar?
Ja. Die weiche Textur und die reife Frucht machen ihn bereits jung zugänglich. Angesetzt ist ein Trinkfenster von etwa fünf bis acht Jahren.
Warum steht Superiore auf dem Etikett?
Superiore verlangt mindestens 12,5 % Vol. Alkohol und eine Mindestreifezeit von zwölf Monaten, von denen wenigstens vier im Holzfass stattfinden müssen. Diese Abfüllung überschreitet die Holzvorgabe deutlich.
Wozu passt der Wein an einem normalen Wochentag?
Zu allem, was Fett und Würze mitbringt: Pasta mit Salsiccia, Lasagne, kräftiger Wurst oder gebratenem Gemüse. Die Säure hält auch tomatenbetonten Gerichten stand.
Worin liegt der Unterschied zum Jahrgang 2021?
Der 2021er ist kühler, straffer und säurebetonter ausgefallen. Der 2022er zeigt mehr Fruchtsüße, ein weicheres Mundgefühl und wirkt in jungen Jahren offener.
Der Fratelli Alessandria Barolo del Comune di Verduno 2021 ist kein Lagenwein, sondern das Porträt einer ganzen Gemeinde. Fünf Verduneser Parzellen fließen zusammen; der Nebbiolo erreicht 14,5 % Vol. und kommt in der 0,75-Liter-Flasche. Im Glas verbinden sich rote Kirsche, Rosenholz, weißer Pfeffer und ein Hauch Minze zu einem sehr ausgewogenen Ganzen. Der 2021er wirkt geschmeidig und zugleich klar strukturiert und eignet sich gut als Einstieg in die Handschrift des Hauses.
Die Verkostungsnotiz des Fratelli Alessandria Barolo del Comune di Verduno 2021
FARBE: Dunkles Rot mit hellem, granatfarbenem Saum.
NASE: Rote Kirsche, Erdbeere und Hagebutte öffnen den Duft, gefolgt von Rosenblatt, weißem Pfeffer und Minze. Eine feine Anis- und Süßholznote verweist auf die lange Fassreife.
GESCHMACK: Ausgewogen und geschmeidig, ohne harte Kanten. Die Säure trägt, das Tannin ist mittelfest und fein geschliffen, die Frucht bleibt hell; Würze und ein leicht kalkiger Zug bestimmen die Mitte.
FINALE: Mittellang bis lang, mit Kirsche, Pfefferwürze und einem trockenen, sauberen Abgang.
Fünf Lagen, eine Gemeinde
Für diesen Wein liest das Gut rund vier Hektar in den Verduneser Lagen Pisapola, Riva Rocca, Campasso, Rocche dell'Olmo und Boscatto. Die Parzellen liegen zwischen 250 und 370 Metern und schauen überwiegend nach Südost bis Ost. Kalkhaltige Schluffböden verbinden sie, das Durchschnittsalter der Reben beträgt rund 25 Jahre. Die Zusammenführung mehrerer Expositionen und Höhen ergibt ein Bild der Gemeinde, das ausgeglichener ausfällt, als es eine einzelne Parzelle je könnte.
Verduno und das Haus Alessandria
Verduno ist mit rund 60 Hektar Rebfläche der nördlichste und einer der kleinsten Orte der Appellation; weniger als fünf Prozent der Gesamtmenge stammen von hier. Fratelli Alessandria gehört zu den historischen Betrieben des Dorfes und verkauft seit dem 19. Jahrhundert Wein unter eigenem Namen. Die Familie bewirtschaftet rund 15 Hektar, den Großteil davon rund um Verduno, und füllt etwa 90.000 Flaschen im Jahr. Als Comune-Abfüllung erscheint dieser Wein seit dem Jahrgang 2017; zuvor lief er als klassischer Gutswein.
Rund drei Jahre im großen Holz
Die Gärung dauert 25 bis 30 Tage bei kontrollierten 26 bis 28 Grad Celsius. Danach reift der Wein etwa drei Jahre in großen slawonischen und französischen Eichenfässern, gefolgt von zwei Monaten Stahltank und mindestens sechs Monaten Flaschenreife; abgefüllt wird im vierten Jahr nach der Ernte. Diese Reifeführung nimmt dem jungen Nebbiolo die Kanten, ohne Holzaromen in den Vordergrund zu stellen. Das Trinkfenster gibt das Weingut mit sieben bis vierzehn Jahren an.
Servieren und kombinieren
Serviertemperatur 16 bis 18 Grad Celsius, dazu ein bauchiges Glas. Eine Stunde Karaffe reicht bereits, da der Wein zugänglicher gebaut ist als die Lagenweine des Guts. Er begleitet Vitello tonnato, Kaninchen in Kräutern, Agnolotti mit Bratenfüllung, Rinderbraten, Pilzgerichte und halbfeste Bergkäse.
Häufige Fragen zum Fratelli Alessandria Barolo del Comune di Verduno 2021
Was bedeutet del Comune di Verduno?
Die Angabe weist den Wein als Erzeugnis einer einzelnen der elf Barolo-Gemeinden aus. Zulässig ist sie seit der Einführung der geografischen Zusatzbezeichnungen mit dem Jahrgang 2010; sie steht zwischen einem gebietsweit verschnittenen Barolo und einem Lagenwein.
Worin unterscheidet er sich von einem Lagenwein des Guts?
Er verbindet fünf Parzellen mit unterschiedlicher Ausrichtung und Höhe und zeigt daher eher den gemeinsamen Nenner Verdunos als das Profil einer einzelnen Lage. Lagenweine wie San Lorenzo sind enger gefasst und meist langlebiger.
Ist der 2021er bereits trinkreif?
Er lässt sich jetzt schon gut trinken, gewinnt aber in den nächsten Jahren an Tiefe. Etwas Luft vor dem Servieren tut ihm gut.
Wie lange kann man ihn aufbewahren?
Sieben bis vierzehn Jahre nach der Ernte sind vorgesehen. Kühl und dunkel gelagert bleibt am oberen Ende dieser Spanne noch Substanz.
Was ist typisch für die Weine dieser Gemeinde?
Duft und Würze stehen vor Wucht: florale Töne, rote Frucht, eine Pfeffernote und feinkörniges Tannin. Die Nähe zum Tanaro und die vergleichsweise kühlen Nächte tragen zu dieser Stilistik bei.
Der Fratelli Alessandria Barolo Gramolere 2020 ist der einzige Wein des Verduneser Guts, der nicht aus der Heimatgemeinde stammt. Der Nebbiolo wächst in Monforte d'Alba, erreicht 14,5 % Vol. und kommt in der 0,75-Liter-Flasche. Kräuter, Lakritz, Leder und dunkle Beeren bestimmen das Bild, dazu Menthol und ein deutlicher erdiger Ton. Dicht gewoben und tanninstark zeigt er die kernige Seite von Monforte, die der warme Jahrgang 2020 mit reifer Frucht abpuffert.
Die Verkostungsnotiz des Fratelli Alessandria Barolo Gramolere 2020
FARBE: Dunkles, feuriges Rot mit granatfarbener Aufhellung am Rand.
NASE: Aromatische Kräuter, Salbei und Menthol treffen auf Lakritz, Leder und dunkle Waldbeeren. Ein Hauch Tabak, Kakao und Trockenblumen macht das Bouquet vielschichtig und ernst.
GESCHMACK: Konzentriert und dicht gewoben, mit kräftigem Tanningerüst und markanter Struktur. Dunkle Frucht, Wacholder und ein erdig-salziger Zug ziehen sich durch; die Säure ist präsent, ohne das Volumen zu stören.
FINALE: Sehr lang, mit Lakritz, Kräuterbitterkeit und einem mineralisch-rauchigen Nachklang.
Gramolere in Monforte d'Alba
Gramolere ist eine amtlich abgegrenzte Lage im Südosten des Barolo-Gebiets, in der Gemeinde Monforte d'Alba. Das Gut bewirtschaftet dort rund zwei Hektar auf 350 bis 450 Metern mit süd- bis südwestlicher Ausrichtung, also deutlich höher als die Verduneser Parzellen. Der Boden ist ein leicht sandiger Kalkboden; die etwa 30 Jahre alten Reben stehen mit rund 4.200 Stöcken je Hektar in Guyot-Erziehung. Monforte liegt auf älterem Untergrund als der Westen der Appellation, was sich in festeren Gerbstoffen und größerer Lagerfähigkeit niederschlägt.
Ein Verduneser Betrieb mit Standbein in Monforte
Fratelli Alessandria ist seit dem 19. Jahrhundert in Verduno verwurzelt und wird heute von der siebten und achten Generation geführt. Von den rund 15 Hektar liegen zwei in Gramolere; sie ergänzen den duftigen Verduneser Stil um ein kraftvolleres Gegenstück. Der erste Jahrgang aus dieser Lage entstand 2001. Gekeltert wird der Gramolere wie die übrigen Weine im Ortskeller von Verduno, nach denselben traditionellen Grundsätzen.
22 bis 30 Tage Maischestandzeit
Die Trauben werden im Oktober von Hand gelesen und 22 bis 30 Tage bei 28 bis 30 Grad Celsius im Edelstahl vergoren. Diese lange Standzeit löst Farbe, Struktur und Gerbstoff vollständig heraus. Es folgen etwa drei Jahre in 20- bis 40-Hektoliter-Fässern aus slawonischer und französischer Eiche, zwei Monate im Stahltank und mindestens sechs Monate Flaschenruhe. Das Weingut gibt für diese Lage ein Reifepotenzial von 15 bis 35 Jahren an.
Servieren und kombinieren
Dieser Wein braucht Luft: Zwei bis drei Stunden in der Karaffe sind bei einem so jungen Jahrgang gut investiert, serviert wird bei 16 bis 18 Grad Celsius. Dazu passen kräftige Gerichte wie Brasato, Wildragout vom Hirsch, Lammkeule, Ochsenschwanz, Trüffeltajarin und sehr lange gereifter Hartkäse.
Häufige Fragen zum Fratelli Alessandria Barolo Gramolere 2020
Warum stammt dieser Barolo nicht aus Verduno?
Die Familie bewirtschaftet neben den Verduneser Flächen zwei Hektar in Gramolere bei Monforte d'Alba. Der erste Jahrgang aus dieser Lage stammt von 2001; sie ergänzt das Sortiment um einen kraftvolleren Typ.
Was zeichnet die Weine aus Monforte d'Alba aus?
Monforte liegt im Südosten der Appellation auf älteren, kompakteren Böden. Die Weine gelten als besonders kraftvoll, tanninbetont und langlebig, oft mit Kräuter-, Leder- und Lakritznoten.
Wie lange sollte man den 2020er liegen lassen?
Angegeben ist ein Potenzial von 15 bis 35 Jahren. Der warme Jahrgang macht ihn früher zugänglich als klassisch kühle Jahre, doch fünf bis zehn Jahre Flaschenreife bringen ihn erst zur vollen Entfaltung.
Muss der Wein dekantiert werden?
In diesem Alter ja. Zwei bis drei Stunden Karaffe lockern das feste Tanningerüst und lassen Kräuter- und Fruchtnoten hervortreten.
Wie unterscheidet er sich vom San Lorenzo di Verduno?
Der San Lorenzo ist duftiger, floraler und feiner im Tannin. Der Gramolere setzt auf Volumen, Erdigkeit und ein festeres Gerüst und braucht mehr Zeit.
Der Fratelli Alessandria Barolo San Lorenzo di Verduno 2020 zeigt den warmen Charakter seines Jahrgangs. Nebbiolo aus Verduno, 15 % Vol., 0,75 Liter. Schwarzkirsche, Lakritz und getrocknete Kräuter dominieren, dazu Erde, Tabak und eine würzige Tiefe, die der Ort mitgibt. Gegenüber kühleren Jahren wirkt dieser Wein breiter angelegt, sein Tannin ist reif und rund: ein Barolo, der früher Freude macht als üblich.
Die Verkostungsnotiz des Fratelli Alessandria Barolo San Lorenzo di Verduno 2020
FARBE: Dunkles, feuriges Rot, am Rand bereits leicht ziegelfarben.
NASE: Schwarze Kirsche und eingelegte Pflaume vorneweg, dazu Lakritz, Salbei und trockenes Laub. Ein erdiger Grundton und leichte Ledernoten zeigen an, dass die tertiäre Entwicklung eingesetzt hat.
GESCHMACK: Kräftiger Körper mit weichem, fleischigem Antrunk und moderater Säure. Das Tannin ist reif und samtig ausgefallen, es stützt statt zu fordern; würzige und erdige Anklänge begleiten die dunkle Frucht.
FINALE: Langer Nachhall mit Lakritz, Bitterschokolade und einem warmen, leicht rauchigen Ausklang.
Ein Südhang von 0,8 Hektar am Nordrand des Anbaugebiets
Die Trauben wachsen ausschließlich in San Lorenzo di Verduno, einer eigenständigen MGA der Gemeinde Verduno. Mit etwa 0,8 Hektar zählt sie zu den kleinsten abgegrenzten Lagen überhaupt; die Rebzeilen liegen auf 240 bis 260 Metern und schauen nach Süden. Kalkmergel mit Schluff und Sand prägt den Untergrund. Weil der Tanaro unmittelbar unterhalb fließt, kühlt es nachts spürbar ab. Das ist ein Grund, warum selbst der warme Jahrgang 2020 hier aromatische Frische behalten hat.
Ein Weingut mit Keller aus dem 18. Jahrhundert
Der Betrieb sitzt in einem alten Palazzo mitten in Verduno; darunter erstrecken sich Gewölbekeller, in denen schon im 19. Jahrhundert Wein reifte. Verkauft wurde erstmals 1830 unter dem Namen Fratelli Dabbene, seit rund 1870 firmiert das Haus als Fratelli Alessandria. Bewirtschaftet werden etwa 15 Hektar, ausschließlich in eigener Hand und ohne Zukauf von Trauben. Die Familie gilt als traditionell orientiert: lange Maischestandzeiten, weinbergseigene Hefen, große Holzfässer und kein Barrique für die großen Weine.
Drei Jahre Fassreife vor der Abfüllung
Nach 22 bis 30 Tagen auf der Maische bei 28 bis 30 Grad Celsius folgt eine etwa dreijährige Reife in 20- bis 40-Hektoliter-Fässern aus slawonischer und französischer Eiche. Zwei Monate im Stahltank und mindestens sechs Monate Flaschenruhe schließen sich an; die Freigabe erfolgt im vierten Jahr nach der Lese. Im warmen 2020 wirkt diese lange, sauerstoffarme Reife ausgleichend: Sie glättet die reifen Gerbstoffe, ohne dem Wein Frische zu nehmen.
Servieren und kombinieren
Ein bis zwei Stunden Luft und 16 bis 18 Grad Celsius bringen diesen Jahrgang zur Entfaltung, ein großes Glas mit weitem Kelch unterstützt das. Weil er weicher gebaut ist als straffere Jahre, verträgt er auch etwas leichtere Begleitung: geschmorte Rinderbacke, Wildschweinragout, Entenbrust, Polenta mit Pilzen, Gorgonzola dolce und gereifter Bra.
Häufige Fragen zum Fratelli Alessandria Barolo San Lorenzo di Verduno 2020
Wie war der Jahrgang 2020 in den Langhe?
2020 war warm, aber ohne extreme Hitzespitzen und mit ausreichend Feuchtigkeit. Die Weine zeigen reife Tannine, etwas niedrigere Säure und sind früher zugänglich als in klassisch kühlen Jahren.
Kann man diese Flasche schon öffnen?
Ja, sie ist bereits gut trinkbar. Die weichere Tanninstruktur des Jahrgangs erlaubt früheren Genuss, während längere Lagerung weiterhin möglich bleibt.
Warum ist diese Lage so klein?
San Lorenzo di Verduno umfasst nur etwa 0,8 Hektar und wurde als eigene Einheit abgegrenzt, weil sich Hangneigung, Ausrichtung und Boden klar von den Nachbarparzellen unterscheiden. Entsprechend gering ist die erzeugte Menge.
Worin unterscheidet er sich vom Gramolere des Guts?
Gramolere stammt aus Monforte d'Alba und fällt kräftiger, erdiger und tanninreicher aus. San Lorenzo bleibt duftiger, feiner gezeichnet und zeigt mehr florale Anklänge.
Wie sollte die Flasche gelagert werden?
Liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst konstant kühler Temperatur. Unter diesen Bedingungen bleibt der Wein über viele Jahre stabil.
Der Fratelli Alessandria Barolo San Lorenzo di Verduno 2021 stammt aus einer der kleinsten abgegrenzten Lagen des Anbaugebiets: San Lorenzo di Verduno misst nur rund 0,8 Hektar. Der reinsortige Nebbiolo kommt mit 15 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Rosenblüte, Sauerkirsche, weißer Pfeffer und Waldboden zeichnen ein duftiges, kühles Bild, wie es für den nördlichsten Barolo-Ort typisch ist. Der Jahrgang 2021 fügt eine feste Säure und ein sehr fein gewobenes Tannin hinzu, das auf lange Reife angelegt ist.
Die Verkostungsnotiz des Fratelli Alessandria Barolo San Lorenzo di Verduno 2021
FARBE: Tiefes, feuriges Rot mit granatfarbenem Rand.
NASE: Getrocknete Rose und Veilchen führen, dahinter Sauerkirsche, Himbeere und Preiselbeere. Weißer Pfeffer, Wacholder, Unterholz und ein Anflug von Leder geben Tiefe, ohne die Nase schwer wirken zu lassen.
GESCHMACK: Straff und aufrecht, mit klar gezeichneter roter Frucht und deutlicher Säure. Das Tannin ist feinkörnig und dicht gepackt; es umschließt den Wein derzeit wie ein Netz und braucht Luft oder Zeit.
FINALE: Lang, salzig-mineralisch, mit nachhallender Kirsche, Anis und einem trockenen Kräuterton.
San Lorenzo di Verduno: 0,8 Hektar über dem Tanaro
San Lorenzo di Verduno ist eine amtlich abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung, eine sogenannte MGA, und mit etwa 0,8 Hektar eine der kleinsten im gesamten Barolo-Gebiet. Der Südhang liegt auf 240 bis 260 Metern in der Gemeinde Verduno, ganz im Norden der Appellation. Den Untergrund bildet kalkhaltiger Mergel der Formation Sant'Agata mit hohem Schluffanteil. Die Nähe zum Tanaro sorgt für kühle Nachtluft, die Säure und Duft bewahrt; San Lorenzo gilt deshalb als besonders feine und vergleichsweise früh zugängliche Lage. Die rund 30 Jahre alten Reben stehen in Guyot-Erziehung bei 4.500 Stöcken je Hektar.
Fratelli Alessandria: seit 1870 unter diesem Namen
Die Wurzeln reichen zu den Fratelli Dabbene zurück, die ab 1830 Wein in Flaschen verkauften; nach einer Heirat um 1870 entstand der Name Fratelli Alessandria. Sitz des Betriebs ist ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert im Ortskern von Verduno, darunter liegen die historischen Kellergewölbe. Heute arbeiten die siebte und achte Generation zusammen, unter anderem Alessandro und Vittore Alessandria. Neben San Lorenzo bewirtschaftet die Familie Flächen im berühmten Monvigliero sowie zwei Hektar in Gramolere bei Monforte d'Alba.
Rund drei Jahre in slawonischer und französischer Eiche
Die Maische bleibt 22 bis 30 Tage bei 28 bis 30 Grad Celsius im Kontakt mit den Schalen, vergoren wird im Edelstahl. Anschließend reift der Wein etwa drei Jahre in großen Fässern mit 20 bis 40 Hektolitern Inhalt aus slawonischer und französischer Eiche, danach zwei Monate im Stahltank und mindestens sechs Monate in der Flasche. Abgefüllt wird zu Beginn des vierten Jahres nach der Ernte. Das große Fassformat gibt kaum Holzaroma ab und lässt dem Nebbiolo seine Herkunftszeichnung.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 Grad Celsius und ein weites Burgunderglas sind die passende Bühne. Jung getrunken profitiert der 2021er von zwei Stunden Karaffe, mit zunehmender Flaschenreife genügt weniger. Am Tisch passen Brasato, Tajarin mit Butter und weißem Trüffel, Rehrücken, Steinpilzrisotto, Taube und lange gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Fratelli Alessandria Barolo San Lorenzo di Verduno 2021
Was besagt San Lorenzo di Verduno auf dem Etikett?
Es handelt sich um eine offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung innerhalb der Gemeinde Verduno. Die Angabe belegt, dass alle Trauben aus dieser einen, sehr kleinen Parzelle stammen.
Wie unterscheidet sich der 2021er vom 2020er?
2021 verlief kühler und ausgeglichener, die Lese begann erst Ende September. Das Ergebnis ist straffer, säurebetonter und deutlich langlebiger als der wärmere, weicher gebaute 2020er.
Sollte man den Wein dekantieren?
In den ersten Jahren ja: ein bis zwei Stunden in der Karaffe öffnen Duft und Struktur spürbar. Alternativ hilft ein früh geöffnetes, großes Glas.
Wie lange lässt sich der Jahrgang lagern?
Das Weingut nennt für diese Lage ein Potenzial von 15 bis 30 Jahren, der Shop weist 30 bis 35 Jahre aus. In beiden Fällen gilt: liegend, dunkel und kühl lagern.
Was macht Nebbiolo aus Verduno aus?
Verduno ist der nördlichste und einer der kleinsten Orte der Appellation. Seine Weine gelten als duftig und würzig, oft mit einer Note weißen Pfeffers, und feiner im Tannin als die massiveren Vertreter aus Serralunga d'Alba.
Inhalt:
0.75 Liter
(79,87 €* / 1 Liter)
59,90 €*
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