Familienbetrieb aus Alba mit Besitz in Barolo und Barbaresco – große Tradition, eleganter Stil. Die Weine, etwa der Bussia Dardi Le Rose, haben echtes Alterungspotenzial und altern mit Würde statt mit Lärm.
Der Poderi Colla Barbaresco Roncaglie 2020 zeigt die zugängliche Seite des Cru: reinsortiger Nebbiolo aus der Gemeinde Barbaresco, 14 % Vol., 0,75-Liter-Flasche. Der warme Jahrgang 2020 lieferte reife Trauben und weiche Tannine, das Ergebnis duftet nach getrockneten Blüten, Kräutern, Zedernholz und süßem Pfeifentabak. Am Gaumen ist der Wein samtig und rund, mit dunkler Frucht und einem gelösten Abgang. Nach zwölf bis vierzehn Monaten in slawonischer Eiche steht er heute schon offen im Glas.
Die Verkostungsnotiz des Poderi Colla Barbaresco Roncaglie 2020
FARBE: Ein aufgehelltes Granat, das nach außen hin fast ziegelfarben ausläuft.
NASE: Getrocknete Blüten und Kräuter geben den ersten Eindruck, gefolgt von Zedernholz und süßem Pfeifentabak. Darunter liegen Brombeergelee, getrocknete Kirsche und eine feine Note von Sandelholz.
GESCHMACK: Weich und samtig, mit reifer dunkler Frucht, wenig Kanten und einem Tannin, das sich bereits gerundet hat. Die Säure ist moderat, Muskatnuss und Süßholz tragen die Mitte, das Gewicht bleibt mittel.
FINALE: Weich auslaufend und im Nachklang fast etwas süßlich, mit Tabak und getrockneter Blüte.
Sant'Agata-Fossili-Mergel: der Untergrund von Roncaglie
Der Cru liegt als steiles Halbrund in der Gemeinde Barbaresco, auf 240 bis 280 Metern mit Süd- bis Südwestausrichtung. Prägend ist die Lithologie der Sant'Agata-Fossili-Mergel: kalkhaltiger Mergel mit hohem Sandanteil, der eher Duft und Salzigkeit als Kraft in die Weine bringt. Fachliteratur ordnet Roncaglie deshalb den Barbaresco-Lagen zu, die früher zugänglich sind als die steileren, kühleren Positionen der Nachbarschaft. Kennzeichnend sind salzig-herzhafte Noten sowie eine kräuterig-florale Komplexität. Insgesamt umfasst die Bezeichnung etwa 13 Hektar; sie zählt zu den 66 Zusatzlagen, die das Barbaresco-Regelwerk kennt.
Über 300 Jahre Familie Colla in den Langhe
Die Wurzeln der Familie reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, überliefert ist ein Carlo Colla als früher Weinbauer. Beppe Colla prägte ab 1961 in Alba die Idee, Barolo und Barbaresco nach einzelnen Lagen abzufüllen; sein Bruder Tino und seine Tochter Federica führen den 1994 gegründeten Betrieb heute weiter, unterstützt vom Önologen Pietro Colla. Die Arbeitsprinzipien des Hauses sind knapp formuliert: Geduld gegenüber den Rhythmen der Natur, Intuition statt Modetrends, für jede Lage der passende Wein und Weine, die geteilt und nicht gesammelt werden sollen. Insgesamt bewirtschaftet Poderi Colla rund 28 Hektar Reben in Alba, Monforte d'Alba und Barbaresco.
Malolaktik vor dem Winter, dann große Holzfässer
Nach der Handlese folgen Entrappen und eine Maischestandzeit von zwölf bis fünfzehn Tagen unter 30 °C. Der biologische Säureabbau wird noch vor dem Winter abgeschlossen, danach ruht der Wein zwölf bis vierzehn Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche, die keine Röstaromen mehr abgeben. Die Barbaresco DOCG verlangt 26 Monate Gesamtreife und neun Monate im Holz. Weil 2020 ohne Hitzespitzen verlief und die Tannine unbeschädigt blieben, brauchte dieser Jahrgang keinen längeren Ausbau, um harmonisch zu wirken.
Servieren und kombinieren
15 bis 17 °C und ein weites Glas sind die Erzeugerempfehlung; eine halbe bis eine Stunde offene Flasche genügt. Gute Begleiter sind Vitello brasato, Perlhuhn mit Kastanien, Tagliatelle mit Pilzen, Wildschweinragù, Trüffelbutter auf Tajarin und ein halbfester Ziegenkäse.
Häufige Fragen zum Poderi Colla Barbaresco Roncaglie 2020
Wie viele Jahre Reife verlangt Barbaresco DOCG?
Vorgeschrieben sind mindestens 26 Monate Gesamtreife, davon neun Monate im Holzfass; die Riserva benötigt 50 Monate. Der Wein darf erst ab dem 1. Januar des dritten Jahres nach der Ernte verkauft werden.
Trinkt sich der 2020 heute schon rund?
Er trinkt sich bereits sehr gut, weil die Tannine reif und rund ausgefallen sind. Wer mehr tertiäre Noten möchte, kann einige Jahre warten; ein langes Lagern ist bei diesem Jahrgang aber nicht nötig.
Muss man den Wein dekantieren?
Zwingend ist es nicht. Eine halbe Stunde in der Karaffe oder frühes Öffnen hebt die floralen und würzigen Noten etwas an, mehr Luft braucht der Wein in diesem Zustand nicht.
Wie steht der 2020 neben dem 2021?
2020 verlief warm und ohne Extreme, mit Regen zur Erntezeit und reifen, weichen Tanninen. 2021 wurde durch Aprilfrost und ein kühles Frühjahr geprägt und ergab straffere, kühlere Weine mit mehr Reserve für die Zukunft.
Welche Küche verlangt dieser Wein?
Zu Gerichten mit Pilzen, Geflügel und geschmortem Kalb sowie zu Pasta mit Wildragù. Sein weicher Abgang macht ihn auch zu einem guten Begleiter für halbfeste Käse mittlerer Reife.
Der Poderi Colla Barbaresco Roncaglie 2021 kommt aus dem Cru Roncaglie in der Gemeinde Barbaresco und ist reinsortiger Nebbiolo mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. 2021 verlor die Region durch Frostnächte am 7. und 8. April örtlich bis zu 30 Prozent des Ertrags; die kleineren Trauben ergaben konzentrierte, klar gezeichnete Weine. Im Glas verbinden sich Brombeere und Sauerkirsche mit Veilchen, Zedernholz und getrockneten Kräutern. Der Wein ist straffer gebaut als der Vorgängerjahrgang, mit kühler Säure und einem Tannin, das Kontur zeigt, ohne rau zu wirken.
Die Verkostungsnotiz des Poderi Colla Barbaresco Roncaglie 2021
FARBE: Dichtes, dunkles Granat mit einem violetten Einschlag, der auf die Jugend des Weins verweist.
NASE: Brombeere und Sauerkirsche im Vordergrund, dazu Veilchen und Zedernholz. Getrocknete Kräuter, weißer Pfeffer und ein Hauch Eisen geben dem Duft Kühle; süßer Pfeifentabak schiebt sich erst mit Luft nach vorn.
GESCHMACK: Klar konturiert und deutlich strukturiert, mit dunkler Frucht, salziger Mineralität und einem präzisen, feinkörnigen Tannin. Die Säure liegt merklich höher als im Jahrgang zuvor und verleiht dem Mittelbau Zug und Länge.
FINALE: Der Schluss zieht sich merklich in die Länge, getragen von Kräuterwürze und Brombeere über einem mineralischen Gerüst.
Roncaglie: das steile Amphitheater in der Gemeinde Barbaresco
Roncaglie zählt zu den 66 zusätzlichen geografischen Bezeichnungen des Barbaresco und umfasst rund 13 Hektar im Gemeindegebiet von Barbaresco. Poderi Colla bewirtschaftet davon etwa acht Hektar und damit mehr als die Hälfte des Cru. Die Rebzeilen bilden ein steiles, nach Süden bis Südwesten geöffnetes Amphitheater auf 240 bis 280 Metern; gepflanzt wurde in mehreren Etappen 1970, 1980, 1995 und 2010. Wine Spectator bezeichnete die Position bereits 1995 als eine der besten des gesamten Barbaresco-Gebiets. Weine von hier gelten als eher elegant und salzig-herzhaft statt kraftbetont.
Poderi Colla: acht Hektar im eigenen Cru
Die Tenuta Roncaglie gehört zu den Parzellen, die Beppe Colla schon während seiner Zeit bei Prunotto in Alba schätzte und die die Familie beim Verkauf der Kellerei behielt. Seit der Gründung von Poderi Colla im Jahr 1994 ist sie eines von drei Gütern des Betriebs, neben Cascine Drago bei Alba und Dardi Le Rose in Monforte d'Alba. Das Gut in Barbaresco umfasst insgesamt 13 Hektar, acht davon Rebland, überwiegend Nebbiolo, dazu Barbera und Riesling. Verantwortlich für die Kellerarbeit ist seit 2006 Önologe Pietro Colla.
Der Ausbau: kurze Fassreife für einen feineren Cru
Handlese, Entrappen und Quetschen stehen am Anfang, danach folgen zwölf bis fünfzehn Tage Maischestandzeit bei rund 30 °C. Der biologische Säureabbau läuft vor dem Winter durch, anschließend reift der Wein zwölf bis vierzehn Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Das ist knapp die Hälfte der Zeit, die der Barolo des Hauses erhält, und passt zur feineren Statur des Cru. Die Barbaresco DOCG verlangt mindestens 26 Monate Gesamtreife mit neun Monaten im Holz; wegen der straffen Anlage von 2021 ist zusätzliche Flaschenreife lohnend.
Servieren und kombinieren
Das Weingut nennt 15 bis 17 °C und ein weites Glas. Eine Stunde Luft tut dem jungen Jahrgang gut, alternativ genügt frühes Öffnen. Auf dem Teller passen Tagliatelle mit Hasenragù, Entenbrust, Rinderfilet mit Kräuterkruste, Steinpilze, Trüffelrisotto und gereifter Bra duro.
Häufige Fragen zum Poderi Colla Barbaresco Roncaglie 2021
Was ist der Cru Roncaglie genau?
Roncaglie ist eine offiziell abgegrenzte Zusatzbezeichnung innerhalb des Barbaresco-Gebiets, gelegen in der Gemeinde Barbaresco selbst. Sie darf nur genannt werden, wenn die Trauben vollständig von dort stammen.
Warum fällt der 2021 straffer aus als der 2020?
Der Frost im April 2021 reduzierte die Erntemenge und ergab kleinere Trauben, was für Konzentration sorgte. Messwerte zeigen einen niedrigeren pH als 2020; der Wein wirkt kühler, straffer und länger haltbar, während 2020 saftiger und offener auftritt.
Braucht der Wein noch Kellerzeit?
Nach ausreichender Belüftung ist der Wein jetzt schon zu verstehen, sein Tannin steht aber noch deutlich. Fünf Jahre und mehr im Keller kommen der Harmonie zugute; der Shop gibt ein Potenzial von 10 bis 15 Jahren an.
Worin liegt der Unterschied zum Barolo des Hauses?
Der Barolo Bussia Dardi Le Rose reift 24 bis 28 Monate im Holz und wirkt strenger und langsamer. Der Barbaresco aus Roncaglie erhält zwölf bis vierzehn Monate und zeigt sich duftiger, salziger und früher zugänglich.
Welche Gläser und welche Temperatur sind sinnvoll?
Ein großzügiger Rotweinkelch mit weitem Kelchboden hilft, die floralen Noten zu zeigen. 15 bis 17 °C sind ideal; deutlich wärmer serviert tritt der Alkohol hervor und die Frische geht verloren.
Der Poderi Colla Barolo Bussia 2020 ist die Abfüllung des Hauses aus der Lage Bussia in Monforte d'Alba, auf dem Etikett vollständig als Bussia Dardi Le Rose geführt. Reinsortiger Nebbiolo mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. 2020 war ein warmer Jahrgang mit Regen zur Erntezeit, was den Weinen Fülle ohne Überreife gab. Dunkle Beeren, Rauch, Tabak und Lakritz bestimmen das Bild, das Tannin ist reif und samtig, die Balance sitzt. Kein Schwergewicht, sondern ein Barolo mit ungewöhnlich gutem Trinkfluss.
Die Verkostungsnotiz des Poderi Colla Barolo Bussia 2020
FARBE: Rubinrot, blank und von mittlerer Dichte, zum Glasrand hin granatfarben schimmernd.
NASE: Dunkle Beeren, eingemachte Kirsche und Zwetschge bilden den Kern, darum legen sich Rauch, Tabakblatt und Lakritz. Getrocknete Rose und ein Anklang von Bittermandel sorgen für Frische, dazu kommt eine erdige Note.
GESCHMACK: Samtig und ausgewogen, mit reifer dunkler Frucht und weich ausgerollten Tanninen. Die Säure trägt, ohne zu schneiden; Süßholz, Nelke und ein Hauch Kaffee begleiten den Mittelbau bis in den Abgang.
FINALE: Zum Abschluss kommen noch einmal Süßholz und Tabakblatt, gelöst und ohne Strenge; die Länge ist ordentlich bemessen.
Bussia in Monforte d'Alba: Böden, Parzellen und Rebalter
Die Lage Bussia gliedert sich historisch in Bussia Sottana mit Munie und Bofani, in Bussia Soprana mit Colonnello, Cicala und Romirasco sowie in den östlichen Abschnitt, zu dem Dardi gehört. Von dort kommen die Trauben dieses Weins: sechs Hektar Nebbiolo auf 300 bis 350 Metern, nach Süden bis Südwesten geneigt, mit Rebstöcken von 35 bis 60 Jahren aus Pflanzungen zwischen 1970 und 1985. Ein Teil steht auf Rupestris-Unterlagen, die wenig Ertrag bringen, dafür Trockenheit gut wegstecken. Der Untergrund besteht aus kalkreichem, sandigem Mergel, Bodenproben ergaben etwa 63 Prozent Schluff, 20 Prozent Sand und 17 Prozent Ton. Für die Barolo DOCG sind 38 Monate Reifezeit vorgeschrieben, davon 18 im Holz.
Drei Güter, eine Familie: Poderi Colla
Poderi Colla besteht seit 1994 und vereint drei Betriebe: Cascine Drago in San Rocco Seno d'Elvio mit 14 Hektar Reben, die Tenuta Roncaglie in Barbaresco mit acht Hektar und Dardi Le Rose in Bussia mit sechs Hektar Nebbiolo. Dazu kam später Bricco Bompè am Hügel Madonna di Como bei Alba, 1,5 Hektar Barbera oberhalb des unterirdischen Kellers, in dem heute ausgebaut und abgefüllt wird. Geführt wird das Haus von Tino Colla und seiner Nichte Federica, im Keller arbeitet Pietro Colla. Der Leitsatz lautet, dass die Gesundheit der Weinberge zugleich die Gesundheit derer sei, die sie bearbeiten und die diese Weine trinken; zertifiziert biologisch arbeitet der Betrieb nicht, setzt aber auf wenige Behandlungen, Handarbeit und Gründüngung.
Zementtank, Maischestandzeit und gebrauchte große Fässer
Gegärt wird nach Handlese und Entrappen temperaturkontrolliert, laut Importeur in Zementtanks, mit zwölf bis fünfzehn Tagen auf der Schale unterhalb von 30 °C. Der Säureabbau erfolgt vor dem Winter. Der Ausbau dauert 24 bis 28 Monate in großen, mehrfach belegten Fässern aus slawonischer Eiche; neues Holz kommt nicht zum Einsatz. Im warmen Jahrgang 2020 wirkt dieser zurückhaltende Ausbau zugunsten der Frucht, weshalb der Wein früher trinkbar ist als straffere Jahrgänge dieses Cru.
Servieren und kombinieren
Empfohlen sind 15 bis 17 °C und ein weites Glas; eine Stunde Luft reicht bei diesem Jahrgang aus. Auf dem Tisch bewähren sich Ossobuco, Schmorrind mit Polenta, Ente mit Feigen, Agnolotti del plin im Fleischsaft, Steinpilze und ein gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Poderi Colla Barolo Bussia 2020
Warum heißt der Wein im Shop nur Barolo Bussia?
Poderi Colla füllt genau einen Barolo ab, und der stammt aus den Parzellen im Dardi-Abschnitt der Lage Bussia. Die vollständige Etikettbezeichnung lautet Barolo Bussia Dardi Le Rose; der kürzere Shop-Name meint denselben Wein.
Muss man den 2020 noch weglegen?
Ja. 2020 gilt als warmer, harmonischer Jahrgang mit reifen Tanninen und wird als deutlich früher zugänglich beschrieben als 2019 oder 2021. Eine Stunde Luft im Dekanter genügt in der Regel.
Wie verlief die Saison 2020 in den Langhe?
Ein trockener Winter, Regen im Mai und Juni, ein warmer Sommer mit kühleren Augustnächten und Niederschlag zur Lese im Oktober. Das Ergebnis sind Weine mit Fülle und Aromatik, deren Tannine nicht überextrahiert wirken.
Mit welchem Reifepotenzial darf man rechnen?
Der Shop nennt 10 bis 15 Jahre, was für einen zugänglicheren Jahrgang aus diesem Cru plausibel ist. Wichtig sind liegende Lagerung, Dunkelheit und eine gleichmäßig kühle Temperatur.
Was unterscheidet Barolo aus Monforte d'Alba?
Die Gemeinde gilt für dichtere, ernstere Weine mit merklicher Tanninstruktur, die Zeit brauchen. Innerhalb von Bussia bringen die Dardi-Parzellen zusätzlich eine floral-würzige Signatur mit eher herber Grundstimmung mit.
Der Poderi Colla Barolo Bussia Dardi Le Rose 2021 stammt aus der Parzelle Dardi im östlichen Teil der Lage Bussia bei Monforte d'Alba und ist reinsortiger Nebbiolo mit 14,0 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Nach einem kühlen Frühjahr brachte 2021 einen langen, gleichmäßigen Reifeverlauf, und genau das liest man im Glas ab. Dunkle Beeren und Sauerkirsche treffen auf Veilchen, süßen Pfeifentabak und Lakritzwurzel. Die Säure sitzt straff, das Tannin ist feinkörnig gewoben und trägt weit; nach 24 bis 28 Monaten im großen Fass aus slawonischer Eiche steht die Herkunft im Vordergrund, nicht das Holz.
Die Verkostungsnotiz des Poderi Colla Barolo Bussia Dardi Le Rose 2021
FARBE: Granatrot mit rubinernen Reflexen, im Kern noch satt, gegen den Saum hin klar.
NASE: Zuerst floral mit getrockneten Rosenblättern und Veilchen, darunter Sauerkirsche, Brombeere und Preiselbeere. Mit Luft treten süßer Pfeifentabak, Wacholder, Lakritz und ein feiner Teerton hervor. Der Duft wirkt eher würzig-mineralisch als fruchtbetont, was für die Dardi-Parzellen typisch ist.
GESCHMACK: Straff gebaut, mit kühler roter Frucht, salziger Mineralität und deutlich präsentem, aber feinkörnigem Tannin. Die Säure des Jahrgangs hält den Wein aufrecht und schlank, Kräuter, Bitterorange und Anis begleiten den Mittelbau.
FINALE: Der Abgang zieht trocken und weit nach: Lakritzwurzel, Kirschkern, dahinter ein rauchiger Zug. Kontur hat der Wein bereits, Zeit braucht er dennoch.
Dardi Le Rose: der historische Ostteil der Lage Bussia
Bussia ist mit knapp 299 Hektar die zweitgrößte der 181 abgegrenzten Zusatzlagen des Barolo und reicht von 210 bis 460 Metern Höhe, überwiegend im Gemeindegebiet von Monforte d'Alba. Der östliche Sektor gliedert sich in Flurnamen wie Dardi, Mondoca, Pianpolvere, Visette und Fantini, während zu Bussia Soprana Colonnello, Cicala und Romirasco gehören. Poderi Colla besitzt hier acht Hektar, sechs davon mit Nebbiolo bestockt, auf 300 bis 350 Metern in Süd- bis Südwestlage. Den Untergrund bilden sandig geprägte Mergel der Sant'Agata-Fossili-Formation; eine Bodenanalyse der Parzelle weist rund 63 Prozent Schluff, 20 Prozent Sand und 17 Prozent Ton aus. Abfüllungen aus Dardi gelten als floral und würzig statt plakativ fruchtig, mit einer gewissen Strenge im Mundgefühl.
Beppe Colla und der erste Lagen-Barolo von 1961
Beppe Colla übernahm 1956 die Kellerei Alfredo Prunotto in Alba und füllte 1961 einen Barolo ab, der ausschließlich aus Bussia stammte. Nach heutigem Verständnis war das der Anfang des Cru-Denkens im Barolo-Gebiet. Als Prunotto Ende der 1980er-Jahre verkauft wurde, behielt die Familie ihre bevorzugten Parzellen in Bussia und in Barbaresco. Daraus gründeten Beppe, sein Bruder Tino und Beppes Tochter Federica 1994 Poderi Colla mit Sitz in San Rocco Seno d'Elvio bei Alba. Seit 2006 verantwortet Tinos Sohn Pietro Colla die Kellerarbeit.
24 bis 28 Monate im großen Fass aus slawonischer Eiche
Gelesen wird von Hand, danach folgen Entrappen und temperaturkontrollierte Gärung; die Maische bleibt zwölf bis fünfzehn Tage auf der Schale, wobei 30 °C nicht überschritten werden. Der biologische Säureabbau läuft noch vor dem Winter durch. Anschließend reift der Wein 24 bis 28 Monate in großen, mehrfach belegten Fässern aus slawonischer Eiche. Die Mindestvorgaben der Barolo DOCG von 38 Monaten Gesamtreife, davon 18 Monate im Holz, werden damit deutlich erfüllt.
Servieren und kombinieren
Poderi Colla nennt 15 bis 17 °C und ein weites Glas. Der junge Jahrgang gewinnt durch Luft: ein bis zwei Stunden dekantiert öffnen sich Frucht und Würze merklich. Am Tisch passen Brasato al Barolo, geschmorte Lammschulter, Rehrücken mit Wacholder, Tajarin mit weißem Trüffel, Steinpilzrisotto und gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Poderi Colla Barolo Bussia Dardi Le Rose 2021
Was bedeutet Dardi Le Rose auf dem Etikett?
Dardi ist ein überlieferter Flurname im östlichen Abschnitt der Barolo-Lage Bussia, die als MGA offiziell abgegrenzt ist. Unter der Bezeichnung Dardi Le Rose füllt Poderi Colla die Trauben aus seinen Parzellen in diesem Abschnitt ab.
Kann man den 2021 heute schon öffnen?
Er lässt sich jetzt mit ausreichend Luft gut verkosten, zeigt aber noch viel Spannung im Tannin. Wer die tertiäre Seite mit Leder, Waldboden und getrockneten Blüten sucht, sollte einige Jahre warten.
Was war 2021 in Monforte anders als 2020?
2021 begann mit Frostnächten im April und einem kühlen Frühjahr, danach folgte ein langer Reifeverlauf bis in den Oktober. Der Jahrgang gilt als straffer und strukturierter, während 2020 runder und früher zugänglich ausfiel.
Wie viele Jahre verträgt dieser Cru im Keller?
Der Shop gibt 15 Jahre und länger an, was zum traditionellen Ausbau und zur Tanninstruktur dieses Cru passt. Voraussetzung ist liegende, dunkle und erschütterungsfreie Lagerung bei möglichst gleichbleibender Kühle.
Warum wirkt dieser Barolo weniger fruchtbetont als andere?
Das ist eine Eigenart des Dardi-Sektors: Die Weine treten floral und würzig auf, mit merklicher Mineralität und einer eher herben Grundstimmung. Frucht ist vorhanden, steht aber nicht im Zentrum.
Der Poderi Colla Nebbiolo d'Alba Drago 2022 ist reinsortiger Nebbiolo aus dem Hausgut Cascine Drago bei Alba, gefüllt mit 14 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Er ist der zugängliche Nebbiolo des Betriebs: kein verkleinerter Cru-Wein, sondern eine eigene Stilistik mit klarer Frucht und moderatem Holzeinfluss. Pflaume, Sauerkirsche und getrocknete Rose treffen auf Gewürznelke, schwarzen Pfeffer und einen Hauch Kakao. Der heiße, trockene Jahrgang 2022 hat ihm runde Konturen gegeben, das Tannin bleibt griffig, wirkt aber gut eingebunden.
Die Verkostungsnotiz des Poderi Colla Nebbiolo d'Alba Drago 2022
FARBE: Klares, jugendliches Rubin ohne große Farbtiefe, am Saum granatfarben angelaufen.
NASE: Reife Pflaume und Sauerkirsche stehen vorn, begleitet von getrockneter Rose und Veilchen. Dahinter zeigen sich Gewürznelke, schwarzer Pfeffer, ein Hauch Kakao und eine feine Note von getrockneten Blättern.
GESCHMACK: Saftig und geradlinig, mit dunkler Frucht, Blutorange und einer klaren, aber nicht scharfen Säure. Das Tannin greift leicht am Zahnfleisch, wirkt jedoch reif; der Mittelbau ist mittelgewichtig und beweglich.
FINALE: Zum Ende treten Gewürze und ein bitterer Kirschkernton hervor; der Wein hört sauber trocken auf, ohne lange nachzuhängen.
Cascine Drago in San Rocco Seno d'Elvio bei Alba
Das Gut liegt am Hügel Bricco del Drago im Weiler San Rocco Seno d'Elvio, wenige Kilometer südlich von Alba: 25 Hektar Grund, davon 14 Hektar Reben auf 330 bis 400 Metern, überwiegend nach Westen ausgerichtet. Der Boden ist ungewöhnlich für die Gegend, mit Sand, viel Skelett und Tuffanteilen; im Ort spricht man von der vigna delle macie. Die Nebbiolo-Parzellen wurden 1967, 1989 und 1999 gepflanzt. Die westliche Exposition und der durchlässige Untergrund führen zu einem Nebbiolo, der eher duftig und beweglich ausfällt als breit. Nebbiolo d'Alba ist rechtlich eine eigene DOC über 25 Gemeinden der Provinz Cuneo und verlangt reinsortigen Nebbiolo.
Vom Bricco del Drago zum Gut der Familie Colla
Luciano Degiacomi legte den Weinberg Mitte der 1960er-Jahre an und schuf daraus ab 1969 den Bricco del Drago, einen der ersten piemontesischen Rotweine, die ohne Sortenetikett Karriere machten. Tino und Beppe Colla übernahmen das Gut 1994 und führen dessen Rezeptur unverändert weiter. Auf dem Gelände befinden sich heute das Besucherzentrum und das Degiacomi-Museum. Der Nebbiolo d'Alba wird als Drago geführt, weil er ausschließlich von diesem Standort kommt und nicht aus den Barolo- oder Barbaresco-Lagen des Betriebs.
Zehn bis zwölf Tage auf der Schale, rund ein Jahr im Holz
Nach der Handlese wird entrappt und gequetscht, die Maische bleibt zehn bis zwölf Tage temperaturkontrolliert auf der Schale. Der biologische Säureabbau schließt noch vor dem Winter ab. Danach reift der Wein etwa ein Jahr im Holzfass, deutlich kürzer als die Lagenweine des Hauses, was Frucht und Trinkfluss erhält. 2022 brachte in den Langhe Trockenheit und Hitze, eine früher als üblich begonnene Lese ab der zweiten Septemberhälfte und Erträge, die an vielen Gütern um 20 bis 25 Prozent zurückgingen; die Weine fielen dennoch ausgewogener aus, als die Bedingungen erwarten ließen.
Servieren und kombinieren
Poderi Colla empfiehlt 15 bis 17 °C und ein weites Glas. Eine halbe Stunde offene Flasche genügt, dekantieren ist bei diesem Typ nicht nötig. Passend sind Tajarin mit Fleischragù, Agnolotti del plin, gebratene Salsiccia, Kaninchen in Kräutern, Rinderschmorbraten und mittelalter Toma piemontese.
Häufige Fragen zum Poderi Colla Nebbiolo d'Alba Drago 2022
Was unterscheidet Nebbiolo d'Alba von Langhe Nebbiolo?
Nebbiolo d'Alba muss zu 100 Prozent aus Nebbiolo bestehen und aus einem eng umgrenzten Gebiet von 25 Gemeinden stammen. Bei Langhe Nebbiolo genügen 85 Prozent Nebbiolo, und das zulässige Gebiet ist weiter gefasst.
Woher kommt der Zusatz Drago?
Drago verweist auf Cascine Drago, das Hausgut in San Rocco Seno d'Elvio bei Alba. Der Wein stammt vollständig von dort und trägt den Namen zur Unterscheidung von den Lagenweinen aus Monforte d'Alba und Barbaresco.
Lohnt es sich, den Drago einzukellern?
Er ist jetzt gut trinkbar, mit reifer Frucht und eingebundenem Tannin. Einige Jahre Flaschenreife verschieben das Aroma in Richtung Gewürz und getrocknete Blüten, ein längeres Warten ist bei diesem Typ jedoch nicht erforderlich.
Was hat die Trockenheit 2022 bewirkt?
Die Trockenheit brachte kleine Beeren und geringere Erträge, gleichzeitig verhinderte der Wasserstress ein Übermaß an Zucker. Das Ergebnis ist runder und früher zugänglich als der straffere Jahrgang 2021.
Welche Gerichte begleitet er gut?
Zu piemontesischer Alltagsküche: Pasta mit Fleischsauce, gefüllte Teigtaschen, Bratwurst und Schmorgerichte. Auch mittelalter Hartkäse funktioniert gut, sehr scharfe oder stark gesüßte Gerichte eher nicht.
Inhalt:
0.75 Liter
(22,53 €* / 1 Liter)
16,90 €*
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