Kleines Gut in Bertinoro, Romagna. Aus Sangiovese entstehen hier ehrliche, terroirgeprägte Rotweine – unkompliziert, aber mit Charakter. Die Romagna, wie sie schmecken sollte.
Der Barbaresco Asili 2021 stammt aus einer der bekanntesten Einzellagen der Gemeinde Barbaresco im Piemont und füllt 0,75 Liter mit 15 % vol. Nebbiolo aus Asili gilt als Maßstab für die duftige, feingliedrige Seite der Appellation: Rosenblatt und getrocknetes Veilchen, rote Kirsche und Himbeere, hohe natürliche Säure und ein seidiges, feinkörniges Tannin. Der Untergrund aus kalkhaltigem Mergel liefert die kühle, salzige Spannung, die diese Lage von wärmeren Parzellen der DOCG unterscheidet. 2021 zählt in Barbaresco zu den herausragenden Jahrgängen.
Die Verkostungsnotiz des Barbaresco Asili 2021
FARBE: Helles bis mittleres Rubinrot mit granatfarbenem Schimmer, transparent bis zum Rand.
NASE: Getrocknete Rosenblätter, Veilchen und Lavendel legen sich über rote Kirsche und Himbeere. Darunter Anis, Wacholder, ein Ton von Teeblatt und eine kühle, kalkige Note.
GESCHMACK: Aufrecht und straff, mit hoher natürlicher Säure und feinkörnigem, seidigem Tannin, das den Gaumen umschließt statt ihn auszutrocknen. Mittlerer bis kräftiger Körper, rote Frucht, Blutorange und ein salzig-mineralischer Kern.
FINALE: Lang, mit nachhallender Kirsche, Rosenduft und einem trocken-würzigen, leicht rauchigen Ausklang.
Asili – der Westhang der Gemeinde Barbaresco
Asili umfasst rund 22 Hektar unmittelbar westlich des Dorfkerns von Barbaresco, auf 250 bis 350 Metern Höhe und mit süd-südwestlicher Ausrichtung. Der Untergrund besteht aus tortonischen Mergeln der Sant'Agata-Fossili-Formation aus dem späten Miozän: kalkhaltiger Mergel mit etwa 50 bis 60 Prozent Schluff, 25 bis 30 Prozent Ton und einem Sandanteil, dazu Magnesium- und Mangankarbonate. Ein Teil der Lage bildet eine geschützte, amphitheaterartige Mulde, in der es etwas wärmer und windstiller zugeht; die Genossenschaft Produttori del Barbaresco beziffert ihren Anteil dort auf 2,28 Hektar zwischen 230 und 290 Metern. Die benachbarte Lage Rabajà ruht auf demselben Bodentyp.
Barbaresco DOCG: 26 Monate Reife, davon neun im Holz
Barbaresco muss zu 100 Prozent aus Nebbiolo bestehen und mindestens 12,5 % vol erreichen. Vorgeschrieben sind wenigstens 26 Monate Reifung, davon mindestens neun Monate im Holzfass; in den Verkauf darf der Wein ab dem 1. Januar des dritten Jahres nach der Ernte. Für eine Riserva steigt die Vorgabe auf 50 Monate. Die Rebflächen dürfen höchstens auf 550 Metern liegen, die Appellation zählt rund 712 Hektar und 66 zusätzliche geografische Erwähnungen, kurz MGA – Asili ist eine davon. Welche Fassgrößen und welche Dauer für diese Abfüllung gewählt wurden, ist nicht dokumentiert.
Der Jahrgang 2021 in Barbaresco
Auf einen milden, niederschlagsreichen Winter mit guter Wasserreserve folgte ein regulärer Austrieb Ende März. Der April brachte Kälteeinbrüche mit Morgenfrösten, die in tieferen Lagen kleinere Schäden hinterließen, und der Mai blieb ungewöhnlich kühl, was die Erntemenge um etwa zehn Prozent unter das Niveau von 2020 drückte. Ab Juni stabilisierte sich das Wetter, Mitte August wurden kurzzeitig 35 °C erreicht, der September verlief trocken mit ausgeprägten Tag-Nacht-Unterschieden. Gelesen wurde zwischen dem 6. und dem 18. Oktober; die Beeren fielen kleiner aus und waren phenolisch besonders reich. Die Produttori del Barbaresco bewerten 2021 als in jeder Hinsicht ausgezeichneten Jahrgang.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C, großes Glas mit weitem Kelch. Der 2021er ist jung; ein bis zwei Stunden Karaffe oder das Öffnen am Vorabend helfen dem Tannin. Auf den Tisch passen Tajarin mit Butter und Trüffel, Brasato, Wildente, Risotto mit Steinpilzen, geschmorte Rinderbrust und gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Barbaresco Asili 2021
Was bedeutet Asili auf dem Etikett?
Asili ist eine Menzione Geografica Aggiuntiva, also eine amtlich abgegrenzte Einzellage innerhalb der Barbaresco DOCG. Sie liegt in der Gemeinde Barbaresco und darf nur angegeben werden, wenn die Trauben vollständig aus dieser Lage stammen.
Wie unterscheidet sich Asili von anderen Lagen der Appellation?
Asili steht für die duftige, elegante Richtung: helle Farbe, floraler Duft, hohe Säure und feines Tannin. Breiter gebaute, dunklere Weine kommen eher aus anderen Abschnitten des Gebiets.
Ist der 2021er bereits trinkreif?
Er ist jung, aber zugänglich. Mit ausreichend Luft zeigt er sich schon jetzt offen; sein eigentliches Potenzial entfaltet sich in den kommenden Jahren, wenn sich das Tannin weiter verfeinert.
Wie lange lässt sich der Wein lagern?
Eine Lage wie Asili und ein Jahrgang mit reifem Phenolgerüst sprechen für eine lange Entwicklung. Bei kühler, dunkler und erschütterungsfreier Lagerung ist deutlich mehr als ein Jahrzehnt realistisch.
Sollte der Wein dekantiert werden?
In diesem Alter lohnt es sich. Ein bis zwei Stunden in der Karaffe lösen den floralen Duft und runden die Gerbstoffe ab; alternativ hilft ein früh geöffnetes, halb gefülltes Glas über den Abend.
Der Tenuta La Viola Oddone 2018 ist ein reinsortiger Sangiovese aus Bertinoro in der Romagna, abgefüllt mit 13,5 % vol auf 0,75 Liter. Angelegt ist er nicht als Kraftpaket, sondern als unkomplizierter Rotwein für entspannte Gelegenheiten: helle Kirschfrucht, Veilchen, moderater Gerbstoff und eine Säure, die für Trinkfluss sorgt. Sein Name verweist auf eine Gestalt der Stadtgeschichte von Bertinoro, das Etikett auf die dortige Säule der Ringe. Nach sieben Jahren zeigt der Jahrgang erste reifere Töne, ohne die Frische eingebüßt zu haben.
Die Verkostungsnotiz des Tenuta La Viola Oddone 2018
FARBE: Mittleres Rubinrot, an den Rändern bereits leicht aufgehellt.
NASE: Sauerkirsche und rote Johannisbeere führen, dazu Veilchen, ein Hauch Orangenschale und trockene Hügelkräuter. Der Duft bleibt hell und geradlinig, ohne jede Marmeladigkeit.
GESCHMACK: Saftig und mittelgewichtig, mit klarer Säure und weichem, wenig griffigem Gerbstoff. Rote Frucht, etwas Granatapfel und eine leicht salzige Note bestimmen den Verlauf.
FINALE: Kurz bis mittellang, sauber und trocken, mit dem typischen leicht bitteren Kirschkern im Nachhall.
Kalk, Meeresfossilien und die Hügel von Bertinoro
Die Rebflächen liegen im Umfeld von Bertinoro, das als eigene Sottozona der Romagna Sangiovese DOC geführt wird. Prägend sind kalkig-organogene Hügel zwischen 100 und 250 Metern, deren tuffig-tonige Böden von marinen Fossilien durchsetzt sind. Der hohe Kalkanteil bremst die Reife ein wenig und hält die Säure aufrecht, die Fossilschichten sorgen für Drainage. Dem Rotwein dieser Zone schreibt das Konsortium Volumen, tragfähiges Tannin und markante Sapidität zu – Eigenschaften, die hier in schlanker, sofort zugänglicher Form erscheinen.
Die Idee hinter Oddone
Das Weingut beschreibt die Entstehung dieses Weins um das Jahr 2005 mit einem einfachen Gedanken: Nicht jeder Anlass verlangt einen komplexen, tief strukturierten Rotwein, Zugänglichkeit und Bekömmlichkeit sind ebenso legitime Ziele. Benannt ist die Abfüllung nach Oddone, einer Bertinoreser Figur des 11. Jahrhunderts, der eine Vorliebe für Wein und Geselligkeit nachgesagt wird. Auf dem Etikett steht die Colonna delle Anella, die Säule der Ringe, ein Wahrzeichen der Gastfreundschaft des Ortes. Der Betrieb selbst sitzt an der Via Colombarone und gehört dem Consorzio Vini di Romagna an.
Was Sangiovese Superiore in der Romagna bedeutet
Das Regelwerk kennt für Sangiovese drei Stufen. Der Basiswein braucht mindestens 12 % vol und darf ab dem 1. Dezember des Erntejahres verkauft werden. Superiore verlangt 12,5 % vol und eine Freigabe frühestens am 1. April des Folgejahres, die Riserva 13 % vol und rund zwei Jahre Reife. In allen Fällen müssen mindestens 85 Prozent der Trauben Sangiovese sein. Mit 13,5 % vol liegt dieser Jahrgang über der Superiore-Untergrenze; zu Fassart und Ausbaudauer macht der Erzeuger keine öffentlichen Angaben.
Servieren und kombinieren
Etwas kühler ausschenken als schwerere Rotweine: 15 bis 16 °C halten Frucht und Säure frisch. Ein normales Rotweinglas genügt, Dekantieren ist nicht nötig. Er begleitet Piadina mit Salumi, Pasta mit Tomatensugo, Pizza mit Salsiccia, gegrilltes Geflügel, Kräuterfrittata und junge Schafskäse.
Häufige Fragen zum Tenuta La Viola Oddone 2018
Wer war Oddone?
Nach der Darstellung des Weinguts eine Bertinoreser Figur des 11. Jahrhunderts, die Wein und Geselligkeit zugetan war. Der Name ist also eine lokalhistorische Anspielung und keine Lagen- oder Rebsortenbezeichnung.
Was macht Bertinoro als Herkunft besonders?
Bertinoro ist eine von 16 Sottozonen der Romagna Sangiovese DOC und liegt auf kalkig-organogenen Hügeln, die reich an Meeresfossilien sind. Das poröse Kalkgestein dieser Lagen wird vor Ort Spungone genannt und gilt als Ursache für die salzig-herbe Note vieler Weine der Zone.
Passt der Wein auch zu leichteren Gerichten?
Ja. Mit 13,5 % vol, weichem Gerbstoff und frischer Säure kommt er ohne schweres Essen aus und funktioniert ebenso zu Gemüsegerichten, Frittata oder einer Brotzeit mit Piadina.
Wie lange lässt sich der Jahrgang 2018 noch lagern?
Der Wein ist auf frühen Genuss ausgelegt und steht derzeit gut da. Bei kühler, dunkler Lagerung sind ein bis drei weitere Jahre realistisch; auf lange Flaschenreife zielt diese Abfüllung nicht.
Sollte er belüftet werden?
Nicht zwingend. Wer mag, öffnet die Flasche eine halbe Stunde vorher; eine Karaffe bringt bei diesem Weintyp kaum zusätzlichen Gewinn.
Der Tenuta La Viola P.Honorii 2016 ist ein reinsortiger Sangiovese von den Kalkhügeln um Bertinoro in der Emilia-Romagna und kommt mit 14,5 % vol in der 0,75-Liter-Flasche in den Handel. Nach neun Jahren hat der Jahrgang die Phase der jugendlichen Frucht hinter sich gelassen: Dunkle Beeren stehen heute neben getrocknetem Blütenwerk, Tabak und einer erdigen Würze. Am Gaumen tragen straffe Säure und feinkörniges Tannin einen Wein, der auf Länge und nicht auf Wucht angelegt ist. Die kalkreichen, fossilhaltigen Böden der Sottozona Bertinoro geben ihm jene salzig-herbe Kante, die Sangiovese aus dieser Ecke Italiens auszeichnet.
Die Verkostungsnotiz des Tenuta La Viola P.Honorii 2016
FARBE: Granatrot mit ziegelfarbenem Rand, klar und mitteldicht.
NASE: Getrocknete Sauerkirsche und Pflaume öffnen den Duft, dahinter liegen Walnussschale, Leder und welke Rosenblätter. Mit Luft treten Tabak, Kakao und eine feine balsamische Note hinzu.
GESCHMACK: Schlank gebaut und straff, mit lebendiger Säure und trockenem, leicht rauem Tannin. Die Frucht wirkt eingekocht statt frisch und wird von Kräutern, Bitterschokolade und einem salzigen Zug begleitet.
FINALE: Mittellang und herb-würzig, mit nachhallender Kirschenschale und trockenem, mineralisch anmutendem Nachdruck.
Sangiovese aus der Sottozona Bertinoro
Bertinoro liegt in der Provinz Forlì-Cesena und zählt zu den 16 Sottozonen, die innerhalb der Romagna Sangiovese DOC ausgewiesen sind. Der Ort trägt den Beinamen Balkon der Romagna und sitzt auf sanften, kalkig-organogenen Hügeln zwischen 100 und 250 Metern Höhe. Die Böden bestehen aus einer tuffig-tonigen Matrix, die reich an Meeresfossilien und deutlich kalkhaltig ist. Das Konsortium beschreibt die Rotweine dieser Zone als volumenreich, mit tragfähigem Tannin und ausgeprägter Sapidität. Der Weinbau konzentriert sich auf den nördlichen Teil des Gebiets, der sich in einen tiefer gelegenen, zur Adria hin geöffneten und einen höher gelegenen westlichen Abschnitt gliedert.
Tenuta La Viola an der Via Colombarone
Das Gut hat seinen Sitz an der Via Colombarone in Bertinoro, auf rund 100 Metern über dem Meer, und arbeitet dort seit über drei Jahrzehnten. Es gehört dem Consorzio Vini di Romagna an und rückt in seinem Selbstverständnis die Pflege von Boden und Rebfläche in den Mittelpunkt: Die besten Ergebnisse, so das Weingut, entstünden aus der Erde und aus den Menschen, die sie bearbeiten. Neben mehreren Sangiovese-Abfüllungen gehören weiße Albana-Weine, ein Forlì Bianco und ein flaschenvergorener Schaumwein zum Programm. In den Handelsverzeichnissen ist P.Honorii die einzige Abfüllung des Hauses, die zusätzlich die Sottozona Bertinoro im Namen führt.
Reifevorgaben der Appellation und neun Jahre Flasche
Die Romagna Sangiovese DOC verlangt mindestens 85 Prozent Sangiovese. Für die Stufe Superiore gilt ein Mindestalkohol von 12,5 % vol, für eine Riserva 13 % vol bei wenigstens 24 Monaten Reifung, in den Sottozonen entsprechend länger. Mit 14,5 % vol liegt der 2016er deutlich über diesen Untergrenzen. Wie lange der Wein vor der Füllung im Holz lag, veröffentlicht das Weingut nicht; belegt ist dagegen das Flaschenalter von rund neun Jahren. Diese Zeit hat die Primärfrucht zurückgedrängt, tertiäre Töne wie Leder, Tabak und getrocknete Blüten nach vorn geholt und dem Tannin die Schärfe genommen.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C und ein mittelgroßes Rotweinglas genügen; ein zu warmer Service betont die Säure unnötig. Wegen des Alters empfiehlt sich behutsames Abziehen vom Depot, aber nur eine kurze Belüftung von etwa einer halben Stunde. Auf dem Tisch passen Tagliatelle mit Ragù alla romagnola, gefüllte Pasta wie Cappelletti, geschmortes Kaninchen, Lammkoteletts vom Rost, Grillgemüse mit Rosmarin und mittelalter Pecorino.
Häufige Fragen zum Tenuta La Viola P.Honorii 2016
Wofür steht der Name P.Honorii?
Nach Angaben des Weinguts geht der Name auf Petra Honorii zurück, eine historische Bezeichnung für Bertinoro. Der Wein trägt damit den Ortsnamen seiner Herkunft in latinisierter Kurzform.
Was ist Spungone?
Spungone heißt in der Romagna das poröse, fossilreiche Kalkgestein, das als Band durch die Hügel bei Bertinoro zieht. Das Konsortium beschreibt die dortigen Böden als kalkig-organogen, mit tuffig-toniger Matrix und zahlreichen Meeresfossilien. Weinbaulich sorgt dieses Gestein für Drainage, Kalkversorgung und den salzig wirkenden Zug vieler Weine der Zone.
Ist der Jahrgang 2016 heute noch auf der Höhe?
Der Wein steht nach neun Jahren in einer gereiften, aber tragfähigen Phase. Gut gelagerte Flaschen sollten sich noch einige Jahre halten. Wer tertiäre Töne schätzt, trinkt ihn jetzt; wer frische Frucht sucht, greift zu einem jüngeren Jahrgang.
Muss der Wein dekantiert werden?
Nötig ist es nicht. Ein vorsichtiges Abziehen vom Bodensatz ist bei diesem Alter sinnvoll, eine lange Karaffenzeit dagegen nicht: Gereifte Aromen können bei zu viel Luft rasch flacher werden.
Worin unterscheidet er sich vom Oddone desselben Guts?
Oddone ist als unkomplizierter, früh zugänglicher Rotwein angelegt. P.Honorii zielt auf Herkunftstiefe und Reife und zeigt entsprechend mehr Struktur, mehr Würze und ein längeres Trinkfenster.
Der Tenuta La Viola Venticinque 2013 ist eine Cuvée aus 45 Prozent Cabernet Sauvignon, 45 Prozent Merlot und 10 Prozent Sangiovese, gefüllt mit 14 % vol auf 0,75 Liter und geführt unter der geografischen Angabe Forlì Rosso IGT. Der Jahrgang liegt über zwölf Jahre zurück, was den Wein sichtbar verändert hat: dunkle, eingekochte Frucht, vollständig eingebundenes Holz, weiche Textur. Statt Kantigkeit bietet er Tiefe, Würze und polierten Gerbstoff. Die Trauben wachsen auf den kalkhaltigen Hügeln um Bertinoro in der Provinz Forlì-Cesena.
Die Verkostungsnotiz des Tenuta La Viola Venticinque 2013
FARBE: Dunkles Granatrot mit bräunlichen Reflexen am Rand.
NASE: Schwarze Johannisbeere und Backpflaume in eingekochter Form, dazu Zedernholz, Zigarrenkiste, Trockenkräuter und ein Hauch Balsamessig. Mit etwas Luft kommen Kaffeebohne und feuchtes Laub hinzu.
GESCHMACK: Rund und samtig, mit reifem, poliertem Gerbstoff und maßvoller Säure. Die dunkle Frucht wird von Süßholz, dunkler Schokolade und leiser Rauchwürze flankiert; der kleine Sangiovese-Anteil hält den Körper in Bewegung.
FINALE: Anhaltend, mit Kakao, Dörrpflaume und einem sanft mineralischen Zug ohne Bitterkeit.
Forlì Rosso IGT: warum diese Cuvée keine DOC trägt
Für Romagna Sangiovese schreibt das Regelwerk mindestens 85 Prozent Sangiovese vor. Eine Cuvée, in der Cabernet Sauvignon und Merlot zusammen 90 Prozent stellen, fällt damit aus der Bezeichnung heraus und wird als Forlì Rosso IGT abgefüllt – eine der geografischen Angaben, die das Consorzio Vini di Romagna neben Rubicone, Ravenna und Sillaro führt. Sie deckt das Gebiet der Provinz Forlì-Cesena ab und lässt bei der Rebsortenwahl erheblich mehr Spielraum. Weniger Anspruch bedeutet das nicht, sondern lediglich eine andere rechtliche Schublade.
Ein Betrieb auf dem Balkon der Romagna
Tenuta La Viola bewirtschaftet Rebflächen bei Bertinoro, jenem Ort, den man wegen seines weiten Blicks über die Ebene bis zur Adria den Balkon der Romagna nennt. Der Sitz liegt an der Via Colombarone auf etwa 100 Metern Höhe, das Gut ist im Consorzio Vini di Romagna organisiert und seit mehr als drei Jahrzehnten aktiv. Das Sortiment reicht von Albana-Weißweinen über mehrere rote Sangiovese-Linien bis zu einem Pet Nat aus Pinot Nero. Venticinque steht darin für die Verbindung heimischer und internationaler Sorten.
Holzausbau und mehr als zwölf Jahre in der Flasche
Nach Darstellung des Erzeugers wurde der Wein im Holz ausgebaut; Fassgröße und Dauer sind nicht veröffentlicht. Das Ergebnis ist dennoch klar zu erkennen: Vanille- oder Röstaromen sind längst verschwunden, geblieben ist eine Zedern- und Tabakwürze im Hintergrund. Die eigentliche Arbeit hat inzwischen die Flasche übernommen. Über zwölf Jahre haben den Gerbstoff von Cabernet Sauvignon und Merlot geglättet und die Frucht Richtung Dörrobst verschoben.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 °C im bauchigen Glas servieren. Die Flasche vorher ein bis zwei Tage aufrecht stehen lassen und dann vorsichtig abziehen – ein Depot ist in diesem Alter normal. Gut dazu: Entrecôte vom Grill, Rinderschmorbraten, Ente mit Backpflaumen, Risotto mit Steinpilzen, gereifter Parmigiano und kräftige Wurstwaren der Region.
Häufige Fragen zum Tenuta La Viola Venticinque 2013
Wofür steht der Name Venticinque?
Venticinque ist italienisch für fünfundzwanzig; im Handel taucht der Wein teils schlicht als 25 auf. Worauf sich die Zahl bezieht, gibt das Weingut auf den öffentlich zugänglichen Seiten nicht an. Eine belegte Erklärung liegt daher nicht vor.
Ist ein 2013er heute noch trinkbereit?
Ja. Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit 14 % vol erreichen in diesem Alter meist ihr Reifeplateau. Gut gelagerte Flaschen bleiben voraussichtlich noch einige Jahre stabil, gewinnen aber kaum mehr hinzu – das Trinkfenster ist jetzt offen.
Was bedeutet die Angabe Forlì Rosso IGT?
IGT steht für Indicazione Geografica Tipica, eine geografische Angabe unterhalb der DOC-Ebene. Forlì bezeichnet das Herkunftsgebiet in der Provinz Forlì-Cesena, Rosso die Weinfarbe. Die Kategorie erlaubt Rebsorten, die das DOC-Regelwerk für Sangiovese nicht vorsieht.
Sollte die Flasche in die Karaffe?
Ein Abziehen vom Depot ist sinnvoll, eine lange Karaffenzeit nicht. Zwanzig bis dreißig Minuten Luft reichen; danach lässt sich die Entwicklung über den Abend hinweg im Glas verfolgen.
Welche Rolle spielt der Sangiovese-Anteil?
Mit 10 Prozent bleibt er in der Minderheit, bringt aber Säure und einen herberen Zug in eine sonst weiche Cuvée. Er verhindert, dass die reife Frucht der beiden Hauptsorten den Wein zu breit wirken lässt.
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