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Diego Morra

Verduno, die leise Diva unter den Barolo-Gemeinden. Diego Morra nimmt hier den Pelaverga genauso ernst wie andere ihren Barolo – und das schmeckt man: hell, fein pfeffrig, ein Wein zum Entdecken statt zum Angeben.

Wer den großen Auftritt sucht, greift zum Barolo Monvigliero, einer der elegantesten Lagen von Verduno. Kleiner Betrieb, klare Handschrift, nichts Aufgesetztes.

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Diego Morra Barolo del Comune di Verduno 2019
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo del Comune di Verduno 2019 ist kein Einzellagenwein, sondern die Gemeindeabfüllung des Hauses: Nebbiolo aus mehreren Parzellen in Verduno, abgefüllt mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Verduno gilt als kühlste und nördlichste Barolo-Gemeinde und steht für Pfefferwürze, florale Aromatik und feinkörniges Tannin statt für Wucht. Der Jahrgang 2019 brachte nach spätem Austrieb und heißen Sommerwochen eine klassisch gebaute Ernte mit maßvollen Alkoholwerten. Im Glas verbinden sich Kirsche, Hagebutte und Veilchen mit weißem Pfeffer, Wacholder und kalkiger Mineralität. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo del Comune di Verduno 2019 FARBE: Klares Rubinrot mit ersten granatfarbenen Rändern. NASE: Frische Kirsche und Hagebutte treffen auf Veilchen und Rosenwasser. Dazu kommen weißer Pfeffer, Wacholder, Chinarinde und eine feuchte Kräuternote, die der Erzeuger selbst mit Bergkräutern und Waldboden umschreibt. Insgesamt wirkt der Duft kühl und klar gezeichnet. GESCHMACK: Mittleres Gewicht, straffe Säure und ein dichtes, dabei poliertes Tannin ohne Rauheit. Rote Frucht, Salz und Kalk bestimmen die Mitte, dazu treten Anflüge von Tabak und Leder. Die Struktur des Jahrgangs ist deutlich spürbar und braucht Luft, um sich zu öffnen. FINALE: Der Abgang bleibt lang, würzig und salzig-mineralisch. Das Tanningerüst klingt langsam aus. Was die Angabe del Comune di Verduno bedeutet Das Barolo-Regelwerk kennt 181 zusätzliche geografische Angaben; elf davon sind keine Einzellagen, sondern Gemeindenamen. Wer statt einer Lage die Angabe del comune di verwendet, darf Trauben aus dem gesamten Gemeindegebiet verschneiden — jene traditionelle Praxis, aus der der Barolo historisch entstanden ist. Verankert ist die Regelung in Artikel 8 des Disciplinare in der Fassung von 2010, anwendbar ab den Jahrgängen 2010/2011. Verduno bringt insgesamt nur etwa 60 Hektar Barolo hervor, weniger als fünf Prozent der Denominazione, auf Höhen zwischen 250 und 370 Metern. Für diesen Wein greift Diego Morra auf Auswahlen aus Breri, Massara und Boscatto zurück, deren Reben 30 bis 55 Jahre alt sind. Das Lagenportfolio zwischen Verduno und Roddi In Verduno bewirtschaftet Diego Morra Anteile an Monvigliero, San Lorenzo di Verduno, Massara, Boscatto und Breri, dazu kommen Flächen in La Morra — Castagni und Santa Maria — sowie in Roddi. Von den 30 Hektar Gesamtfläche sind 16 Hektar mit Nebbiolo für Barolo bestockt. Neben den Barolo-Abfüllungen bildet der Verduno Pelaverga einen zweiten Schwerpunkt: eine autochthone Rebsorte, die praktisch nur in dieser Gemeinde angebaut wird. Der Betrieb versteht sich als herkunftsorientiert und verzichtet bewusst auf einen prägenden Holzeinsatz. 18 bis 24 Monate in Fass und Tonneau Gärung und Maischestandzeit dauern etwa 25 Tage im Edelstahl, die Temperatur wird bei maximal 26 bis 28 °C gehalten. Der Ausbau folgt danach 18 bis 24 Monate in Holzfässern und Tonneaux — kürzer als beim Monvigliero, was zur Rolle dieses Weins als früher zugänglicher Gemeindeabfüllung passt. Die Menge ist klein: rund 300 Kisten je Jahrgang. Für 2019 ist noch reichlich Entwicklung zu erwarten, die Lagerfähigkeit wird mit etwa 20 Jahren beziffert. Servieren und kombinieren 16 bis 18 °C, ein großes Glas und ein bis zwei Stunden Luft oder Karaffe: Der 2019er gewinnt durch Belüftung spürbar. Danach begleitet er Bollito misto mit Bagnèt verd, Finanziera, geschmortes Kaninchen mit Rosmarin, Salsiccia di Bra und Toma piemontese. Auch zu Steinpilzen in jeder Zubereitung funktioniert die pfeffrige Würze dieses Weins. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo del Comune di Verduno 2019 Ist eine Gemeindeabfüllung weniger wert als ein Lagen-Barolo? Nein, die Angabe beschreibt eine andere Herkunftsstufe, keine geringere Qualität. Der Verschnitt mehrerer Parzellen einer Gemeinde war im Barolo lange die Regel. Er zeigt den Gemeindecharakter breiter, als eine einzelne Lage es könnte. Aus welchen Weinbergen kommt der Wein? Nach Angaben des Betriebs aus Auswahlen der Lagen Breri, Massara und Boscatto. Die Reben dort stehen im Alter von 30 bis 55 Jahren. Was zeichnet Barolo aus Verduno stilistisch aus? Verduno liegt am Nordrand des Gebiets über dem Tanarotal und ist kühler als die südlichen Gemeinden. Typisch sind weiße Pfefferwürze, florale Aromatik, feinkörniges Tannin und lebhafte Säure. Wie trinkreif ist der Jahrgang 2019? 2019 gilt als klassisch gebauter Jahrgang mit klarer Tanninstruktur und Alkoholwerten meist zwischen 13,8 und 14,1 % Vol. Nach sieben Jahren ist der Wein zugänglich, braucht aber Luft; sein Bestes liegt noch vor ihm. Wie lange lässt sich die Flasche lagern? Für diese Abfüllung sind rund 20 Jahre angesetzt. Voraussetzung ist eine liegende, dunkle und kühle Lagerung ohne Temperatursprünge.

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Diego Morra Barolo Monvigliero 2015
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo Monvigliero 2015 ist ein Lagen-Barolo aus Verduno, der die Zehnjahresmarke hinter sich hat. Der Nebbiolo wächst am Südhang des Monvigliero, kommt mit 14 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche und zeigt heute ein Bouquet, in dem getrocknete Kirsche, verblühte Rose und Leder die Führung übernommen haben. Der warme Jahrgang 2015 brachte reife, weich gebaute Tannine; über zehn Jahre Flaschenreife haben sie vollständig eingebunden. Wer diese Flasche öffnet, trifft auf einen Wein mitten im Trinkfenster, nicht auf ein Lagerprojekt. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Monvigliero 2015 FARBE: Deutlich aufgehellt, ziegelrot auslaufend, mit sichtbarem Depot am Flaschenboden. NASE: Tertiär geprägt: getrocknete Kirsche, Dörrpflaume und Hagebutte, darüber ein Potpourri verblühter Rosenblätter. Darunter liegen Leder, Tabakblatt, Waldboden und ein Anklang von Sandelholz. Die Frucht wirkt eingekocht statt frisch — genau der Reifestand, den dieser Jahrgang heute erreicht hat. GESCHMACK: Rund und breit angelegt, mit geschmolzenem, samtigem Tannin und einer Säure, die den Wein weiterhin aufrecht hält. Süßliche Dörrfrucht, Lakritzwurzel und getrockneter Majoran laufen zusammen, im Hintergrund eine Spur Zigarrenkiste. FINALE: Im Ausklang schwingen Trockenfrucht und feine Bitterschokolade nach, darunter eine erdige Note, die lange stehen bleibt. Monvigliero in Verduno: gewachsene Eleganz auf fossilem Mergel Der Monvigliero gilt seit Generationen als Herzstück von Verduno und wird in der Lagenliteratur regelmäßig unter den besten Parzellen des gesamten Anbaugebiets geführt. Charakteristisch ist der Aufbau des Untergrunds: geschichtete Mergel der Sant'Agata-Fossili-Formation, in denen Schluff, Sand und Kies lagenweise wechseln, mit einem Anteil aktiven Kalks um elf Prozent. Diese Abfolge speichert Wasser nur begrenzt und erzwingt einen gleichmäßigen Reifeverlauf — gelesen wird hier meist in den ersten Oktobertagen. Verduno bildet das nördliche Ende der Zone und liegt hoch über dem Tanaro; die kühle Flussluft ist der Grund dafür, dass Weine dieser Herkunft ihre florale Ader über Jahrzehnte behalten, statt in die Breite zu wachsen. Am 2015er lässt sich das heute unmittelbar nachvollziehen. Cascina Mosca — das Weingut der Familie Morra Die Familie Morra bewirtschaftet in Verduno Reben und Haselnusshaine, letztere auf rund 20 Hektar. Wein machten bereits Großvater Domenico und Vater Antonio, doch erst ab 2006 trugen die Flaschen den Namen Diego Morra — nach dessen Abschluss des Önologiestudiums. Heute umfasst der Betrieb etwa 30 Hektar Weinberge in Verduno, La Morra und Roddi und wird von Diego zusammen mit seiner Frau Francesca geführt. Die drei M im Firmenzeichen stehen für Morra, Mosca und Monvigliero: Der Cru, aus dem dieser 2015er kommt, ist damit auch namensgebend für das Haus. Großes Holzfass und über zehn Jahre Flaschenreife Der Barolo vergärt im Edelstahltank und bleibt dabei mehrere Wochen auf der Schale, bevor er ins große Holzfass wechselt; für den Monvigliero nennt das Weingut rund 30 Monate Fassreife in Gebinden von 2.500 Litern, gefolgt von Ruhephasen im Stahltank und in der Flasche. Bei einem Wein dieses Alters ist die Flaschenreife der eigentlich prägende Abschnitt: Sie hat das Tannin poliert und die Primärfrucht in Dörrobst, Leder und Unterholz überführt. Das im Shop angegebene Lagerpotenzial von 20 Jahren ist damit etwa zur Hälfte ausgeschöpft. Servieren und kombinieren 16 bis 17 °C genügen, ein weit geöffnetes Glas hilft mehr als eine große Karaffe. Wegen des Depots die Flasche einige Stunden vorher aufrecht stellen und den Wein vorsichtig umfüllen — langes Dekantieren baut die zarte Tertiäraromatik eher ab, als dass es sie öffnet. Zwanzig bis dreißig Minuten im Glas reichen aus. Passend sind Agnolotti del plin in Bratensauce, Tajarin mit weißem Trüffel, geschmorter Ochsenschwanz, Rehrücken, gereifter Castelmagno und zum Abschluss ein Stück dunkle Schokolade. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Monvigliero 2015 In welchem Reifestadium steht dieser 2015er? 2015 war ein warmer Jahrgang mit zwei Hitzemonaten zwischen Ende Juni und Mitte August, gefolgt von einem milden, sonnigen Herbst. Die Weine galten schon jung als zugänglich; nach mehr als zehn Jahren stehen sie voll im Trinkfenster und zeigen deutlich tertiäre Noten. Dekantieren oder nur umfüllen? Umfüllen. Der Wein hat Depot gebildet, das im Glas nichts verloren hat. Ein behutsames Abgießen in eine Karaffe genügt, danach sollte die Flasche zügig getrunken werden. Bis wann sollte man die Flasche öffnen? Sauber gelagerte Exemplare dieses Crus dürften bis etwa Anfang der 2030er-Jahre Freude machen. Wer die Frucht noch klar erkennbar haben möchte, sollte nicht mehr viele Jahre warten. Was ist für diese Lage im Glas typisch? An der Verbindung von floralem Duft, weißer Pfefferwürze und feinkörnigem, nie kantigem Tannin. Weine aus Verduno wirken schlanker und duftiger als die kraftvollen, eisenbetonten Barolo aus Serralunga d'Alba. Worauf kommt es bei der Lagerung jetzt an? Liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst konstanten 12 bis 14 °C. Temperaturschwankungen beschleunigen bei einem gereiften Barolo den Abbau der Aromatik merklich.

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Diego Morra Barolo Monvigliero 2017
Traube: Nebbiolo
Diego Morra Barolo Monvigliero 2017 kommt aus der bekanntesten Einzellage der Gemeinde Verduno und ist reinsortiger Nebbiolo mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Monvigliero liegt am Nordrand des gesamten Barolo-Gebiets und ist dennoch voll nach Süden gerichtet — eine seltene Kombination, die den Weinen Duft ohne Schwere gibt. Im Glas führt der 2017er von Rose und Hagebutte zu weißem Pfeffer, Chinarinde und Pfeifentabak. Der heiße, extrem trockene Jahrgang hat die Frucht früh gerundet, während die Lage Salzigkeit und ein feines, samtiges Tannin beisteuert. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Monvigliero 2017 FARBE: Helles bis mittleres Granatrot mit orangefarbenem Rand, wie es der durchlässigen Stilistik dieser Lage im neunten Jahr entspricht. NASE: Rose und Hagebutte stehen vorn, begleitet von Blutorangenschale. Dahinter entwickeln sich weißer Pfeffer, Chinarinde, Pfeifentabak und getrocknete Bergkräuter. Ein rauchiger Zug erinnert an den warmen Sommer 2017. GESCHMACK: Am Gaumen eher fein gewebt als breit, mit reifer, leicht kandierter Kirsche und einem dichten, dabei polierten Tannin ohne Kanten. Salz und Kalk laufen als Ader durch die Mitte und halten den warmen Jahrgang in Form. Die Säure fällt moderat aus, das Volumen kommt aus der Reife, nicht aus Extraktion. FINALE: Lang, würzig und auffallend salzig, mit Nachhall von Rose, Lakritzwurzel und getrockneten Kräutern. Monvigliero: der nördlichste Cru des Barolo-Gebiets Die Zusatzbezeichnung Monvigliero umfasst rund 25 Hektar im südöstlichen Teil der Gemeinde Verduno und markiert die nördliche Grenze der Barolo-Zone. Die Zeilen stehen zwischen etwa 230 und 300 Metern und sind vollständig nach Süden ausgerichtet, was den kühlen Standort ausgleicht. Den Boden bilden die geschichteten Mergel von Sant'Agata Fossili: dünne, plattige Lagen aus Schluff und Ton mit geringem Sandanteil, der Gehalt an aktivem Kalk liegt bei etwa 11 Prozent. Weil der Hang zugleich Wasserscheide zum nahen Tanaro ist, zieht ständig feuchte Luft durch die Reben — darauf wird der ausgeprägte Blüten- und Gewürzduft der Monvigliero-Weine unter anderem zurückgeführt. Den ersten reinen Monvigliero füllte Giovan Battista Alessandria 1978 ab; heute arbeiten etwa zwanzig Betriebe in der Lage. Vier Hektar in der Vorzeigelage des Weinguts Von den 30 Hektar Reben des Betriebs sind 16 Hektar mit Nebbiolo für Barolo bestockt, vier davon liegen im Monvigliero. Rund 5.000 Flaschen entstehen daraus je Jahrgang, der Ertrag ist mit 70 Doppelzentnern je Hektar angesetzt, gelesen wird in den ersten Oktobertagen. Im Weinberg arbeitet Diego Morra mit integriertem Pflanzenschutz und führt keine Bio-Zertifizierung. Seinen Anspruch formuliert er nüchtern: Der Keller solle zeigen, was in der Traube bereits vorhanden ist, statt es zu überdecken. Zehn Monate Tonneau, zwanzig Monate im 2.500-Liter-Fass Für seine Barolo lässt der Betrieb den Most 25 bis 35 Tage auf der Schale, temperaturkontrolliert im Stahltank. Es folgt ein zweistufiger Holzausbau: zunächst etwa zehn Monate in 500-Liter-Tonneaux aus französischer Eiche, anschließend rund zwanzig Monate in großen Fässern mit 2.500 Litern Inhalt. Für Barolo greift das Haus bewusst zu älterem Holz, damit Röstnoten den Duft der Lage nicht verdecken. Rechnet man die Flaschenreife hinzu, liegen inzwischen gut zweieinhalb Jahre Fass und mehrere Jahre Glas hinter diesem Wein. Servieren und kombinieren Ein weites Glas und 16 bis 17 °C stellen den Duft in den Vordergrund; zu warm serviert verliert der Wein seine Feinheit. Eine Stunde Luft genügt, das Dekantieren ist bei diesem Reifegrad optional. Klassische Begleiter sind Agnolotti del plin im Bratensaft, geschmortes Perlhuhn, Wildschweinragù, Ente mit Feigen und gereifter Bra duro. Das Weingut selbst empfiehlt ihn außerdem zum Abschluss mit dunkler Schokolade. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Monvigliero 2017 Warum gilt Monvigliero als herausragende Lage? Die Lage verbindet volle Südausrichtung mit dem kühlsten Winkel des Anbaugebiets und liegt direkt über dem Tanarotal. Daraus entstehen Weine, die duftig und würzig statt massiv wirken. Monvigliero wird deshalb häufig als Grand Cru von Verduno bezeichnet. Wie schmeckt der Jahrgang 2017 in dieser Lage? 2017 war heiß und extrem trocken, zwischen März und Oktober fiel weniger als die Hälfte des Niederschlags des Vorjahres; ein Aprilfrost hatte die Erträge zuvor gedrückt. Die Weine wirken deshalb runder als in kühlen Jahren, im Monvigliero bleibt die salzige Würze aber klar erhalten. Ist der 2017er jetzt trinkreif? Ja. 2017 gilt als Jahrgang mit früher Zugänglichkeit, und die Flaschenreife hat das Tannin bereits gelöst. Bei den besten Lagen dieses Jahrgangs sind weitere Jahre im Keller trotzdem ohne Risiko möglich. Wie viele Flaschen entstehen von diesem Barolo? Aus den vier Hektar im Monvigliero füllt der Betrieb je Jahrgang etwa 5.000 Flaschen ab. Die Menge schwankt; 2017 fiel wegen Frost und Trockenheit im ganzen Gebiet kleiner aus. Welches Glas und welche Temperatur sind sinnvoll? Ein bauchiges Glas mit großer Oberfläche und 16 bis 17 °C. Bei höheren Temperaturen tritt der Alkohol hervor und überdeckt die floralen Noten, für die diese Lage geschätzt wird.

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Diego Morra Barolo Monvigliero 2019
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo Monvigliero 2019 stammt aus der bekanntesten Menzione der Gemeinde Verduno am nördlichen Rand des Barolo-Gebiets. Gefüllt wird reinsortiger Nebbiolo mit 14 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Der kühl ausklingende Jahrgang 2019 zeichnet diesen Cru betont klar: Sauerkirsche und Preiselbeere treffen auf Veilchen, Rosenknospe und jene weiße Pfefferwürze, für die Verduno bekannt ist. Straffe Säure, feinkörniges, noch gespanntes Tannin und 30 Monate im großen Fass ergeben einen Barolo, der eher am Anfang als in der Mitte seiner Entwicklung steht. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Monvigliero 2019 FARBE: Mitteltiefes Rubingranat, das zum Rand hin noch jugendlich schimmert. NASE: Der Duft öffnet auf Sauerkirsche, Preiselbeere und Granatapfel. Darüber legen sich Veilchen und Rosenknospe, dahinter Wacholder, weißer Pfeffer, Zimtrinde und ein Hauch Blutorangenzeste. Erst mit Luft treten Teerpapier und getrocknete Bergkräuter hervor. GESCHMACK: Am Gaumen straff gebaut und geradlinig. Die rote Frucht wird von einer sehr präsenten Säure getragen, das feinkörnige Tannin greift früh und bleibt fest. Salzige Anklänge und Kräuterwürze halten den Wein schlank, ohne ihn dünn zu machen. FINALE: Der Abgang bleibt lang und tanningeprägt; Kirschkern und Pfefferwürze klingen über einer trockenen, kalkigen Spur aus. Monvigliero — der Südhang am nördlichen Rand der Barolo-Zone Monvigliero ist eine amtlich abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung, eine MGA, und umfasst rund 27 Hektar unmittelbar am Ortsrand von Verduno. Der Hang fällt nach Süden ab und liegt etwa zwischen 280 und 340 Metern, damit tiefer als die klassischen Höhenparzellen von Serralunga d'Alba. Den Untergrund bilden Mergel der Formation Sant'Agata Fossili: viel Schluff, dazu Ton, Sand und aktiver Kalk in geschichteter Abfolge. Weil der Tanaro direkt nördlich vorbeifließt, kühlen die Nächte deutlich ab — daraus erklärt sich der Ruf dieser Lage für duftige Aromatik und feines Tannin statt Wucht. Diego Morra bewirtschaftet hier vier Hektar in drei Ausrichtungen: Süd, Süd-Ost und Süd-Südwest. Diego Morra: dritte Generation in der Cascina Mosca Diego Morra führt den Betrieb in Verduno in dritter Generation. Großvater Domenico und Vater Antonio bauten Wein zunächst für den eigenen Bedarf aus; nach dem Önologiestudium füllt Diego seit 2006 unter eigenem Etikett ab. Zum Gut gehören rund 30 Hektar Reben in Verduno, La Morra und Roddi, davon etwa 14 Hektar Nebbiolo für Barolo auf zehn Parzellen mit unterschiedlichen Kleinklimata. Im Weinberg wird auf Herbizide verzichtet, die Arbeit ist nach dem italienischen Nachhaltigkeitssystem SQNPI zertifiziert. Neben den Lagen-Barolo gilt der Verduno Pelaverga aus der örtlichen Rebsorte Pelaverga Piccolo als zweites Aushängeschild des Hauses. 35 Tage auf der Schale, 30 Monate im 2.500-Liter-Fass Gärung und Maischestandzeit laufen im temperaturkontrollierten Edelstahltank bei höchstens 27 bis 28 °C und dauern etwa 35 Tage. Diese lange Schalenkontaktzeit legt das Tanningerüst an, das ein Cru wie Monvigliero tragen kann. Anschließend reift der Wein 30 Monate in großen französischen Eichenfässern mit 2.500 Litern Inhalt, danach folgen eine Ruhephase im Stahltank und die Flaschenreife. Fässer dieser Größe geben kaum Holzaroma ab; sie glätten das Tannin, ohne die Aromatik der Herkunft zu überdecken. Servieren und kombinieren 16 bis 18 °C und ein großes, bauchiges Rotweinglas sind die richtige Bühne. Der 2019er ist noch jung: Zwei Stunden Karaffe oder eine bereits am Vortag geöffnete Flasche tun ihm gut. Am Tisch passt er zu Brasato al Barolo, geschmorten Rinderbäckchen, Tajarin mit Butter und Salbei, Steinpilzrisotto, Wildschweinragù und gut gereiftem Castelmagno. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Monvigliero 2019 Was bedeutet Monvigliero auf dem Etikett dieses Barolo? Monvigliero ist der Name einer amtlich abgegrenzten Lage, einer MGA, in der Gemeinde Verduno. Auf dem Etikett belegt er, dass die verwendeten Nebbiolo-Trauben ausschließlich von diesem Südhang stammen. Kann man den Jahrgang 2019 heute schon trinken? Trinkbar ja, ausgereift nein. Das Tannin ist noch fest; mit reichlich Luft und einem großen Glas zeigt sich die Lage bereits, ihr volles Spiel entwickelt sie aber erst gegen Ende des Jahrzehnts. Wie lange hält dieser Barolo im Keller? Der Shop gibt 20 Jahre Lagerfähigkeit an, was zur Einschätzung eines Jahrgangs mit langem Atem passt. Ein Trinkfenster von etwa 2028 bis 2040 ist realistisch, sofern die Flasche kühl, dunkel und liegend ruht. Was kennzeichnet den Barolo-Jahrgang 2019? Auf ein kaltes, nasses Frühjahr mit verzögerter Blüte folgte ein sehr heißer Juli, im September kühlten die Nächte wieder ab. Gelesen wurde erst Mitte Oktober. Fachpresse und Konsortium beschreiben 2019 als klassischen Jahrgang mit frischer Säure, deutlicher Struktur und moderaten Alkoholwerten. Und was macht der zweite Verduno-Cru des Guts anders? Beide Lagen liegen in Verduno, San Lorenzo jedoch tiefer und näher am Fluss. Der Monvigliero ist der straffere und langlebigere der beiden, der San Lorenzo gibt sich duftiger und wird früher zugänglich.

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Diego Morra Barolo San Lorenzo di Verduno 2019
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo San Lorenzo di Verduno 2019 kommt aus einer der kleineren amtlichen Lagen der Gemeinde Verduno, nur wenige Hundert Meter vom Tanaro entfernt. Im Glas ist reinsortiger Nebbiolo mit laut Shop-Angabe 14 % Vol. und 0,75 Liter Füllmenge. Bestimmend sind helle, hochtonige Aromen: Walderdbeere, rote Johannisbeere, getrocknete Rosenblätter, Orangenzeste und Lakritzwurzel. Die Tannine fallen seidiger und weniger streng aus als beim Monvigliero, während die Säure des Jahrgangs 2019 den Wein klar auf Linie hält. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo San Lorenzo di Verduno 2019 FARBE: Mittleres Rubinrot mit leicht granatfarbenem Saum. NASE: Hochtonig und feingliedrig: Walderdbeere, rote Johannisbeere und Sauerkirsche, ergänzt um getrocknete Rosenblätter und Bergamotte. Aus dem Hintergrund kommen Lakritzwurzel, Salbei, Anis sowie ein leiser Anflug von Tabak und Leder. GESCHMACK: Schlanker Körper, samtige Textur, klar konturiertes Tannin ohne Härte. Rote Frucht und kalkige Frische bestimmen den Verlauf, dazu treten Kräuterbitterkeit und eine dezente Süßholznote. FINALE: Feinherb, eher mittellang: Erdbeere und Anis verabschieden sich über salziger Mineralität. San Lorenzo di Verduno — kleine Menzione neben dem Monvigliero San Lorenzo di Verduno steht als eigene, offiziell abgegrenzte Lage in der Barolo-Lagenliste und ist keine Untereinheit des Monvigliero — beide gehören aber zur selben Gemeinde und grenzen aneinander. Die Parzellen liegen niedrig, etwa auf 240 bis 260 Metern, und sind nach Süden ausgerichtet. Der Boden besteht wie beim Nachbarn aus kalkhaltigem Mergel der Sant'Agata-Fossili-Formation, hier mit ausgeprägt lehmigem Charakter. Die unmittelbare Nähe zum Tanaro sorgt für kühle Nächte, was die hochtonige, blütenbetonte Aromatik erklärt. Als Cru ist San Lorenzo jung: Erste Abfüllungen gehen auf die späten 1990er-Jahre zurück, weshalb er außerhalb des Piemont weit weniger bekannt ist als der große Nachbar. Diego Morra in Verduno: 14 Hektar Nebbiolo auf zehn Parzellen Das Gut hat seinen Sitz in der Cascina Mosca oberhalb von Verduno und wird von Diego Morra geführt, dem Enkel des Betriebsgründers Domenico. Von rund 30 Hektar Rebfläche sind etwa 14 Hektar mit Nebbiolo für Barolo bestockt, aufgeteilt auf zehn Parzellen mit jeweils eigenem Kleinklima — daraus entstehen mehrere Lagen-Barolo, unter ihnen Monvigliero, San Lorenzo di Verduno und Zinzasco. Seine Arbeitsweise beschreibt Morra als Respekt vor dem Überlieferten bei offenem Blick nach vorn; im Weinberg heißt das integrierter Pflanzenschutz ohne Herbizide. Abgerundet wird das Sortiment vom Verduno Pelaverga, einer Spezialität der Gemeinde aus einer eigenen Rebsorte, die mit Nebbiolo nichts zu tun hat. Vier bis fünf Wochen Maischestandzeit, Reife im 25-Hektoliter-Fass Alkoholische Gärung, malolaktische Gärung und Maischestandzeit finden gemeinsam im temperaturkontrollierten Edelstahltank bei maximal 28 °C statt und dauern etwa vier bis fünf Wochen. Danach reift der Wein nach Angaben des Weinguts 22 bis 28 Monate in großen Eichenfässern mit 25 Hektolitern Inhalt, bevor Stahltank und Flasche folgen. Das große Volumen bewirkt eine langsame, gleichmäßige Mikrooxidation, Röst- oder Vanillearomen entstehen dabei nicht. So bleibt der Wein auf seiner hellen, floralen Linie. Servieren und kombinieren Bei 16 bis 18 °C servieren, ein mittelgroßes Rotweinglas genügt. Eine Stunde Luft reicht diesem Cru, er braucht spürbar weniger Belüftung als der Monvigliero. Gut kombinieren lässt er sich mit Agnolotti in Salbeibutter, Kaninchen mit Kräutern, Bollito misto, gebratener Perlhuhnbrust und mittelalter Toma piemontese. Das Weingut empfiehlt zusätzlich kräftige Fischgerichte, etwa geschmorten Stockfisch. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo San Lorenzo di Verduno 2019 Ist San Lorenzo di Verduno eine eigene MGA? Ja. San Lorenzo di Verduno ist als eigene geografische Zusatzbezeichnung in der amtlichen Lagenliste des Barolo verzeichnet. Der Zusatz „di Verduno“ grenzt sie von ähnlich benannten Lagen in anderen Gemeinden der Zone ab. Ist er kräftiger oder feiner als der Monvigliero? Der San Lorenzo wächst tiefer und kühler, er wirkt heller, duftiger und im Tannin weicher. Der Monvigliero ist strukturierter, liegt länger im Fass und ist auf mehr Jahre gebaut. Wie viel Sauerstoff braucht er? Rund 60 Minuten in der Karaffe oder ein großzügig gefülltes Glas mit etwas Zeit. Zu lange Belüftung kostet ihn seine floralen Spitzen. Ab wann und bis wann trinkt man ihn? Der Shop nennt 20 Jahre. Realistisch trinkt man diesen Cru gut zwischen etwa 2027 und 2037; er reift früher als der Monvigliero aus demselben Jahrgang. Welchen Stil hat Barolo aus der Gemeinde Verduno? Verduno ist die nördlichste Barolo-Gemeinde und stellt weniger als fünf Prozent der Produktion. Kennzeichnend sind florale Aromatik, eine Würze in Richtung weißer Pfeffer, lebendige Säure und feinkörnige Tannine — Eleganz geht hier vor Kraft.

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Diego Morra Barolo Zinzasco 2015
Traube: Nebbiolo
Beim Diego Morra Barolo Zinzasco 2015 steht kein amtlicher Cru auf dem Etikett, sondern ein Flurname: Zinzasco heißt die Landstraße, an der die Parzellen liegen — zu einem Viertel in Verduno, zu drei Vierteln in La Morra. Der reinsortige Nebbiolo bringt 14 % Vol. mit und füllt 0,75 Liter. Nach über zehn Jahren zeigt der warme Jahrgang 2015 ein weiches, würziges Bild aus Amarenakirsche, Backpflaume, Kakao und Unterholz. Reife, breit angelegte Tannine und 30 Monate im großen Holzfass machen ihn zum zugänglichsten der Barolo dieses Hauses. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Zinzasco 2015 FARBE: Granatrot mit sanft orangeroten Reflexen, am Rand transparent, mit feinem Bodensatz. NASE: Würzig und dunkel getönt: Amarenakirsche und Backpflaume, dazu getrocknete Rosenblätter, Muskatnuss und Kakao. Mit Luft folgen Kaffeebohne, Unterholz und ein Anflug von Lakritz. GESCHMACK: Vollmundig und weich, die Tannine sind reif und nahezu vollständig eingebunden. Dörrobst, Süßholz und erdige Würze füllen den Mittelteil; die Säure ist vorhanden, tritt aber hinter die Fülle zurück. FINALE: Der Ausklang wirkt warm und weich: Kakao, getrocknete Kirsche, dazu eine sanfte Bitternote, die mittellang bis lang trägt. Zinzasco: alte Reben zwischen Verduno und La Morra Die zwölf Hektar der Parzelle Zinzasco erstrecken sich beiderseits der gleichnamigen Straße, rund 25 Prozent davon in Verduno, 75 Prozent in La Morra. Weil sich die Fläche über zwei Gemeinden zieht, lässt sie sich nicht als einzelne Menzione Geografica Aggiuntiva ausweisen — der Name auf dem Etikett ist eine Herkunftsbezeichnung des Weinguts, keine amtliche Lage. Den Untergrund bildet geschichteter Mergel mit Sand- und Tonanteilen. Die Reben stehen seit 25 bis 50 Jahren, was niedrige Erträge und dickere Beerenhäute mit sich bringt. Im Glas verbindet sich daraus die weichere, breitere Art vieler Weine aus La Morra mit der Würze, die man aus Verduno kennt. Drei Generationen Morra in Verduno Domenico Morra begann Mitte des 20. Jahrhunderts mit Reben und Haselnüssen, Sohn Antonio führte beides fort — vermarktet wurde der Wein damals nicht unter eigenem Namen. Diego Morra, die dritte Generation, gründete 2006 das heutige Etikett und baute den Betrieb auf rund 30 Hektar Rebfläche in Verduno, La Morra und Roddi aus, dazu kommen etwa 20 Hektar Haselnusshaine. Vier verschiedene Barolo gehören inzwischen zum Programm, ergänzt vom seltenen Verduno Pelaverga. Der Keller arbeitet ohne Barriques: Alle Barolo reifen in großen Fässern, die Maischestandzeiten liegen je nach Wein zwischen etwa 20 und 35 Tagen. 30 Monate im großen Fass, danach Ruhe in der Flasche Vergärung und Maischestandzeit finden über 20 bis 25 Tage im Edelstahltank statt, wobei die Temperatur unter 30 °C bleibt. Danach reift der Wein 30 Monate im großen Holzfass und ruht laut Weingut mindestens sechs weitere Monate in der Flasche, bevor er ausgeliefert wird. Bei diesem Jahrgang kommt inzwischen rund ein Jahrzehnt zusätzliche Flaschenreife obendrauf — sie erklärt, warum die Frucht heute gedörrt und die Textur weich erscheint. Das im Shop genannte Lagerpotenzial von 15 Jahren verweist auf ein Trinkfenster, das jetzt weit offen steht. Servieren und kombinieren Bei 16 bis 17 °C öffnen. Die Flasche zuvor aufrecht stehen lassen und den Wein sanft in eine Karaffe umfüllen, damit der Bodensatz zurückbleibt; auf stundenlanges Dekantieren verzichtet man bei diesem Reifegrad besser. Er begleitet Brasato al Barolo, Lammkeule mit Rosmarin, Pappardelle mit Pilzragout, Zunge in grüner Sauce, gereiften Bergkäse und luftgetrocknete Salami aus den Langhe. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Zinzasco 2015 Ist Zinzasco eine offizielle Barolo-Lage? Nein. In der amtlichen Liste der geografischen Zusatzbezeichnungen taucht Zinzasco nicht auf. Es handelt sich um einen Flur- und Straßennamen, mit dem das Weingut die Herkunft der Trauben kennzeichnet. Weshalb nennt das Etikett zwei Gemeinden? Die Parzelle liegt genau auf der Grenze zwischen Verduno und La Morra. Beide Teile werden zusammen gelesen und gemeinsam vergoren, weshalb der Wein als Barolo DOCG ohne Gemeindeangabe in die Flasche kommt. Wie zeigt sich der Wein nach elf Jahren? Der Jahrgang war warm und lieferte reife, weiche Tannine. Nach über zehn Jahren steht die tertiäre Seite im Vordergrund: Dörrfrucht, Kakao und Unterholz anstelle frischer Kirsche. Muss der Wein dekantiert werden? Ein vorsichtiges Umfüllen reicht und ist wegen des Depots ohnehin sinnvoll. Lange Belüftung braucht ein gereifter Barolo nicht, er entwickelt sich im Glas schnell genug. Wie ordnet er sich im Sortiment des Weinguts ein? Er ist die breitere, weichere und früher zugängliche Auslegung im Barolo-Programm des Hauses. Die Lagenweine aus Monvigliero und San Lorenzo di Verduno kommen dagegen jeweils aus einer einzigen amtlichen Parzelle in Verduno, wirken straffer und sind auf längere Lagerung angelegt.

Inhalt: 0.75 Liter (39,87 €* / 1 Liter)

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Diego Morra Barolo Zinzasco 2016
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo Zinzasco 2016 vereint Nebbiolo aus La Morra und Verduno zu einem Barolo, der zehn Jahre nach der Lese in seinen besten Abschnitt eintritt. In der 0,75-Liter-Flasche stehen 14 % Vol. Zinzasco ist dabei kein Lagenname im engeren Sinn, sondern der Feldweg, der die beteiligten Parzellen auf dem Ostkamm zwischen den beiden Gemeinden miteinander verbindet. Getrocknete Kirsche, Rosenblatt, Süßholz und eine beginnende Waldbodennote zeichnen das Bild, dahinter arbeitet die kühle Säure des Jahrgangs 2016. Das Tannin ist feinkörnig und weitgehend eingebunden, ohne dass die Frische nachgelassen hätte. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Zinzasco 2016 FARBE: Mittleres Granatrot, am Rand deutlich aufgehellt und ins Ziegelfarbene gehend. NASE: Zuerst getrocknete Sauerkirsche und Hagebutte, dann Rosenblatt und getrockneter Salbei. Mit Luft treten Süßholz, Leder und feuchter Waldboden hinzu. Eine kühle Teenote bleibt bis zuletzt erhalten. GESCHMACK: Schlank gebaut, mit klarer Säureader und einem Tannin, das sich in zehn Jahren abgeschliffen hat und nun feinsandig wirkt. Die Frucht erscheint eingekocht statt saftig, ergänzt um Wacholder, Chinarinde und einen Hauch Rauch. Von Überreife keine Spur — der lange, späte Herbst 2016 ist im Glas nachvollziehbar. FINALE: Der Nachhall bleibt lange auf getrockneter Kirsche und Lakritz stehen. Eine salzig-mineralische Spur trägt ihn aus. Zinzasco — ein Feldweg zwischen La Morra und Verduno Zinzasco ist keine amtlich abgegrenzte Zusatzbezeichnung, sondern der Name des schmalen Landwegs, an dem die Parzellen dieses Weins liegen. Rund drei Viertel der Trauben wachsen in La Morra, ein Viertel in Verduno; die Reben stehen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Der Untergrund auf diesem Ostkamm besteht aus geschichtetem Mergel mit Sand- und Tonanteilen. Diese Mischung liefert genau das, was den Wein prägt: Duft und Zugänglichkeit aus La Morra, Würze und Säurerückgrat aus dem kühleren Verduno. Drei Generationen an der Cascina Mosca Der Betrieb sitzt an der Cascina Mosca oberhalb von Verduno. Großvater Domenico begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einem einzigen Grundstück, es folgte Vater Antonio; Diego Morra richtete 2006 den eigenen Keller ein und füllt seither unter eigenem Namen ab. Heute gehören 30 Hektar Reben in Verduno, La Morra und Roddi zum Haus, dazu 20 Hektar Haselnusshaine. Die drei M auf dem Etikett stehen für Morra, Mosca und Monvigliero — Familie, Hof und wichtigste Lage. Rund 30 Monate im großen Holzfass, danach zehn Jahre Flasche Gärung und Maischestandzeit finden im temperaturkontrollierten Edelstahltank statt und dauern beim Zinzasco 20 bis 25 Tage. Anschließend geht der Wein für etwa 30 Monate in große Holzfässer, neue und gebrauchte, bevor er mindestens ein halbes Jahr in der Flasche nachreift. Bei einem Jahrgang wie diesem kommt die entscheidende Arbeit danach aus der Flaschenreife: Die zehn Jahre seit der Lese haben die Gerbstoffe geglättet und die tertiäre Aromatik geöffnet. Als Lagerfähigkeit sind für den Zinzasco rund 15 Jahre angesetzt. Servieren und kombinieren Bei 17 bis 18 °C in einem weiten Glas zeigt der Wein seine tertiäre Seite am klarsten. Wegen des Alters lohnt vorsichtiges Umfüllen: 30 bis 45 Minuten Luft genügen, dabei bleibt das Depot in der Flasche zurück. Auf dem Tisch passt er zu Brasato al Barolo, Tajarin mit Butter und Salbei, Rehrücken mit Wacholder, geschmorten Kalbsbäckchen und gereiftem Castelmagno d'alpeggio. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Zinzasco 2016 Was bedeutet Zinzasco auf dem Etikett? Zinzasco bezeichnet den Feldweg, an dem die verwendeten Parzellen in La Morra und Verduno liegen. Es handelt sich nicht um eine amtliche Zusatzbezeichnung, sondern um einen betriebseigenen Weinnamen. Die dokumentierte Herkunft bleibt damit auf der Gemeindeebene. Wie weit ist der Jahrgang 2016 heute entwickelt? 2016 war ein langsam gereifter, säurebetonter Jahrgang; die Lese begann im Barolo erst Mitte Oktober. Zehn Jahre später halten sich Frucht und Tertiäraromen die Waage, das Optimum wird von der Fachkritik bei zehn bis fünfzehn Jahren gesehen. Sollte die Flasche dekantiert werden? Ein kurzes Umfüllen zur Trennung vom Depot ist sinnvoll, eine lange Belüftung nicht nötig. 30 bis 45 Minuten im Glas reichen, damit sich Süßholz und Waldboden entfalten. Wie lange lässt sich der Wein noch lagern? Angesetzt sind für diese Abfüllung etwa 15 Jahre. Bei gleichmäßig kühler, dunkler Lagerung sind bei diesem besonders langlebigen Jahrgang auch längere Zeiträume realistisch. Was unterscheidet den Zinzasco vom Monvigliero desselben Hauses? Der Zinzasco ist eine Cuvée aus zwei Gemeinden und betont Zugänglichkeit. Der Monvigliero stammt aus einer einzigen, voll südexponierten Einzellage in Verduno und fällt duftiger, salziger und langlebiger aus.

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Diego Morra Barolo Zinzasco 2017
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo Zinzasco 2017 stammt aus einem der wärmsten Jahre, die das Barolo-Gebiet in jüngerer Vergangenheit erlebt hat, und zeigt entsprechend eine weiche, umgängliche Seite des Nebbiolo. Gefüllt wird mit 14 % Vol. in 0,75 Liter; die Trauben kommen zu drei Vierteln aus La Morra und zu einem Viertel aus Verduno. Kandierte Kirsche, Dörrpflaume, Nelke und ein Hauch Kakao bestimmen das Aromenbild. Das Tannin fällt samtig aus, die Säure bleibt moderat — ein Barolo eher für den Tisch als für den Keller. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Zinzasco 2017 FARBE: Warmes Granatrot mit ziegelfarbenem Rand und geringer Randintensität. NASE: Reife bis kandierte Kirsche, Dörrpflaume und Orangenschale bilden den Kern. Darüber liegen Nelke, Zimt, ein Hauch Kakao und getrockneter Thymian. Florale Noten sind vorhanden, aber leiser als in kühlen Jahrgängen. GESCHMACK: Rund und mittelgewichtig, mit weich gezeichnetem Tannin und einer Säure, die trägt statt zu spannen. Getrocknete Frucht, süße Gewürze und eine leicht bittere Kräuternote halten sich die Waage. Die Trockenheit des Jahres 2017 ist an der Fülle spürbar, nicht an Härte. FINALE: Mittellang, warm und würzig, mit Nachklang von Dörrobst und Zimtrinde. Drei Viertel La Morra, ein Viertel Verduno Der Wein setzt sich aus Parzellen zusammen, die entlang des Wegs Zinzasco auf dem Grat zwischen den beiden Gemeinden liegen. La Morra stellt den größeren Teil und steht für weiche Gerbstoffe und offene Aromatik, Verduno für Pfefferwürze und Frische — in einem heißen Jahr wie 2017 gewinnt die Cuvée durch diesen kühleren Anteil an Kontur. Die Böden sind geschichteter Mergel mit Sand und Ton, darin stehen alte Reben von 25 bis 50 Jahren. Weil Zinzasco keine amtliche Zusatzbezeichnung ist, trägt das Etikett den Weinnamen ohne Lagenstatus. Ein junger Keller in einem alten Weinbaubetrieb Wein und Haselnüsse gehören bei den Morra seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zusammen: Zu den 30 Hektar Reben kommen 20 Hektar Haselnusshaine, verteilt auf Verduno, La Morra und Roddi. Vor 2006 lag die Vinifikation nicht im eigenen Haus — erst Diego Morra baute nach der Önologieschule Umberto I in Alba den Keller auf und erzeugt heute rund 40.000 Flaschen im Jahr. Im Weinberg setzt er auf integrierten Pflanzenschutz. Sein Leitsatz: Der Betrieb habe keine lange Kellertradition zu verwalten, sondern schreibe seine Geschichte Schritt für Schritt. Kürzere Maische, gleiche Fassreife Vergoren wird im temperaturkontrollierten Stahltank, für den Zinzasco sind 20 bis 25 Tage Schalenkontakt vorgesehen. 2017 kamen viele Betriebe im Barolo mit kürzeren Standzeiten aus, weil die Trauben Farbe und Gerbstoff schneller abgaben und die üblichen langen Mazerationen für Struktur nicht nötig waren. Anschließend reift der Wein rund 30 Monate in großen Holzfässern und mindestens sechs weitere Monate in der Flasche. Das Haus bevorzugt für Barolo gebrauchtes Holz, damit die Frucht nicht von Röstaromen überlagert wird. Servieren und kombinieren 17 °C, ein mittelgroßes Rotweinglas, eine halbe Stunde Luft — mehr braucht dieser Jahrgang nicht. Dekantieren ist möglich, aber verzichtbar, weil das Tannin schon weich geworden ist. Auf dem Teller passen Lammkarree mit Kräuterkruste, Ossobuco, Ravioli mit Steinpilzfüllung, kalt aufgeschnittenes Roastbeef und gereifte Robiola. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Zinzasco 2017 Ist Zinzasco eine offiziell abgegrenzte Lage? Nein. Die 181 zusätzlichen geografischen Angaben des Barolo sind seit der Regeländerung von 2010 festgeschrieben, Zinzasco gehört nicht dazu. Der Name bezeichnet den Weg, an dem die Parzellen liegen, und ist als Weinname des Betriebs zu lesen. Wie unterscheidet sich 2017 vom Vorjahrgang 2016? 2016 verlief kühl, spät und säurebetont, 2017 heiß und von ausgeprägter Trockenheit geprägt. Der 2017er wirkt deshalb weicher und runder, der 2016er straffer und deutlich langlebiger. Wie lange sollte der Wein noch lagern? Für den Zinzasco sind rund 15 Jahre Lagerfähigkeit angesetzt. Der Jahrgang 2017 wird von der Fachkritik jedoch dem kurz- bis mittelfristigen Bereich zugeordnet, ein Genuss in den nächsten Jahren liegt also nahe. Worin unterscheidet er sich vom Monvigliero des Hauses? Der Monvigliero kommt aus einer einzigen, voll südexponierten Lage in Verduno und bringt mehr Duft, Salz und Lagerpotenzial mit. Der Zinzasco verschneidet Parzellen zweier Gemeinden und ist früher zugänglich. Wie wird eine Flasche richtig gelagert? Liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst gleichbleibenden 12 bis 14 °C. Temperaturschwankungen schaden dem Wein stärker als ein konstant etwas höheres Niveau.

Inhalt: 0.75 Liter (30,53 €* / 1 Liter)

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Diego Morra Barolo Zinzasco 2019
Traube: Nebbiolo
Der Diego Morra Barolo Zinzasco 2019 ist die Mehrlagen-Abfüllung des Weinguts aus Verduno: Nebbiolo von Parzellen in La Morra und Verduno, 14 % Vol., 0,75 Liter. 2019 verlief mit spätem Austrieb, heißen Wochen im Juni und Juli und einer späten Lese im zweiten Oktoberdrittel — ein Jahr, das Weine mit Struktur und maßvollem Alkohol hervorbrachte. Entsprechend zeigt der Wein frische Kirsche, Veilchen, Lakritz und eine trockene Kräuterwürze. Das Tannin ist präsent und körnig, die Säure gibt dem Ganzen Zug. Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Zinzasco 2019 FARBE: Dichtes Rubinrot, am Rand mit ersten granatroten Reflexen. NASE: Klar und noch jugendlich: Sauerkirsche, Preiselbeere und Blutorange, dazu Veilchen. Erst mit Luft kommen Lakritz, Wacholder, getrocknete Minze und eine erste Andeutung von Leder hinzu. Röstnoten fehlen praktisch vollständig. GESCHMACK: Straff und geradlinig gebaut, mit körnigem Tannin und einer klar spürbaren Säureachse. Rote Frucht, Salz und Kräuterbitterkeit tragen den Mittelbau, das Holz bleibt im Hintergrund. Der Wein wirkt jünger, als es die sieben Jahre vermuten lassen. FINALE: Trocken, lang und von Lakritz und Kräutern geprägt, das Tannin baut sich langsam ab. Die Ostflanke zwischen den beiden Gemeinden Die Parzellen dieses Weins liegen entlang des Wegs Zinzasco auf dem östlichen Kamm, der La Morra und Verduno verbindet; drei Viertel der Fläche gehören zu La Morra. Der Untergrund ist geschichteter Mergel mit Sand- und Tonanteilen — Böden, die dem Nebbiolo Duft und feines Tannin mitgeben und weniger Wucht als schwere Tonlagen. Die Reben sind 25 bis 50 Jahre alt, der Ertrag liegt bei 70 Doppelzentnern je Hektar. Gelesen wird gewöhnlich in den ersten Oktobertagen, 2019 gebietsweit später als sonst. Diego Morra, dritte Generation an der Cascina Mosca Diego Morra übernahm 2006 die Verantwortung im Familienbetrieb, nachdem er die Önologieschule Umberto I in Alba abgeschlossen hatte. Er führt das Gut in dritter Generation; den Grundstock legte Großvater Domenico Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Betrieb bewirtschaftet 30 Hektar Reben in drei Gemeinden und produziert etwa 40.000 Flaschen jährlich; das Sortiment reicht von Verduno Pelaverga über Dolcetto, Barbera und Langhe Nebbiolo bis zu den Barolo-Abfüllungen. Bei der Fassauswahl gilt eine einfache Regel: neues Holz für die kürzer reifenden Weine, älteres für Barolo. Zwanzig bis fünfundzwanzig Tage Schale, danach großes Holz Der Wein vergärt im temperaturkontrollierten Edelstahltank und bleibt dort 20 bis 25 Tage auf der Maische. Es folgen etwa 30 Monate in großen Holzfässern und mindestens ein halbes Jahr Flaschenreife vor dem Verkauf. Weil überwiegend gebrauchtes Holz zum Einsatz kommt, bleibt die Fassnote diskret — bei einem strukturbetonten Jahrgang wie 2019 ein Vorteil, denn Gerbstoff besitzt der Wein selbst genug. Als Lagerfähigkeit sind rund 15 Jahre angesetzt. Servieren und kombinieren Zwei Stunden vorher in die Karaffe und bei 17 bis 18 °C in einem großen Glas servieren: Beim 2019er lohnt die Geduld, weil das Tannin danach feiner wirkt. Auf dem Teller: Tagliata vom Fassone-Rind, Pappardelle mit Hasenragù, gebratene Taube, Kartoffelgnocchi mit Butter und Trüffel sowie gereifter Raschera d'alpeggio. Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Zinzasco 2019 Welche Gemeinden stecken im Zinzasco 2019? Etwa 75 Prozent der Trauben stammen aus La Morra, 25 Prozent aus Verduno. Beide Gemeinden liegen im Westen des Barolo-Gebiets, Verduno an dessen nördlichem Rand. Kann man den 2019er heute schon trinken? Ja, mit ausreichend Luft. 2019 gilt als klassischer Jahrgang mit deutlicher Tanninstruktur; ein bis zwei Stunden in der Karaffe machen den Unterschied. Wer Tertiäraromen sucht, wartet besser noch einige Jahre. Wie lange sollte er belüftet werden? Ein bis zwei Stunden sind sinnvoll, bei jungen Flaschen gern länger. Die Fachkritik weist für 2019 ausdrücklich auf den Nutzen einer längeren Belüftung hin. Passt der Wein zu Käse? Zu gereiften Hartkäsen aus dem Piemont wie Raschera oder Ossolano ja. Frische, säurebetonte oder stark blaugeschimmelte Käse bringen das Tannin dagegen aus dem Gleichgewicht. Worin unterscheiden sich 2019 und 2017 bei diesem Wein? 2017 war heiß und trocken und ergab einen weicheren, früher zugänglichen Wein. 2019 verlief nach kaltem, nassem Frühjahr und heißem Sommer klassischer: mehr Säure, mehr Tannin, mehr Zeitbedarf.

Inhalt: 0.75 Liter (37,20 €* / 1 Liter)

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