Die Kultlage von Serralunga d'Alba. Vigna Rionda steht für Baroli von monumentaler Struktur und Langlebigkeit – Weine, die Jahrzehnte überdauern und erst spät ihr volles Spektrum zeigen.
Selten, gesucht und legendär: ein Cru für Sammler und Geduldige.
Der Giovanni Rosso Barolo Vigna Rionda Ester Canale 2016 ist ein reinsortiger Nebbiolo aus 0,85 Hektar in der Lage Vignarionda in Serralunga d'Alba und kommt in der Standardflasche zu 0,75 Litern. Die Reben gehen auf eine Pflanzung von 1946 zurück, der Hang blickt nach Süden und liegt zwischen 345 und 360 Metern. Der Zusatz Ester Canale erinnert an die Mutter von Davide Rosso, deren Familie die Parzelle 1934 erwarb und rund vier Jahrzehnte später abgeben musste. Veilchen, Rose, Waldbeerkonfitüre, Süßholzwurzel und ein Hauch weißer Trüffel bilden das Bouquet, getragen von der salzig-kalkigen Spannung, für die diese Lage steht.
Die Verkostungsnotiz des Giovanni Rosso Barolo Vigna Rionda Ester Canale 2016
FARBE: Granatrot über rubinrotem Kern, am Rand bereits leicht aufgehellt.
NASE: Veilchen und getrocknete Rose legen sich über Waldbeerkonfitüre. Darunter Süßholzwurzel, balsamische Kräuter und ein feiner Ton von weißem Trüffel. Das Bouquet öffnet sich langsam und in Schichten.
GESCHMACK: Der Gaumen läuft in einer ruhigen, sehr gleichmäßigen Steigerung ab: erst Frucht, dann Salz, dann Gerbstoff. Das Tannin ist dicht und zugleich fein geschliffen, die Säure trägt bis zum Schluss.
FINALE: Sehr lang, mit salzig-kalkigem Nachhall, getrockneten Blüten und einem Rest Süßholz.
Vignarionda: 0,85 Hektar Südhang zwischen 345 und 360 Metern
Die Parzelle liegt in der MGA Vignarionda in Serralunga d'Alba, dem Kalkherz der Denomination. Der Untergrund gehört zur Lequio-Formation aus dem Serravallium: grauer Mergel im Wechsel mit Bänken aus kieseligem Sandstein, angereichert mit Kalzium- und Eisenkarbonaten. Solche Böden sind flachgründig und halten wenig Wasser; die Rebe steht unter Stress, die Erträge bleiben klein, die Weine gewinnen Dichte. Südausrichtung und eine Höhe von 345 bis 360 Metern sorgen für vollständige, aber nicht überhitzte Reife. Der Rebbestand stammt aus dem Jahr 1946; Anfang 2011 ergänzte Davide Rosso ihn mit Selektionen aus den alten Stöcken.
Ester Canale Rosso und die Rückkehr eines Weinbergs
1934 kauften Tommaso Canale und seine Frau Esterina Rebflächen in Serralunga d'Alba, darunter das Stück in Vignarionda. Rund vierzig Jahre vor der Rückkehr musste sich die Familie davon trennen. Im April 2011 ging die Parzelle an die Azienda Agricola Giovanni Rosso, das Gut von Ester Canale, der Tochter Tommasos, und ihres Mannes. Davide Rosso bewirtschaftet heute den Weinberg, den seine Mutter einst besaß, und setzte ihren Namen auf das Etikett. Als Hommage füllte das Haus zusätzlich Jahrgänge aus Tommaso Canales letzter Zeit ab, 2007 bis 2009, in Auflagen von etwa tausend Flaschen. Zum übrigen Besitz des Guts zählen Cerretta mit 3,5 Hektar auf 360 Metern, die hoch gelegene Serra sowie Meriame, Costabella, Sorano, Lirano und Damiano.
25 Tage auf der Maische, danach 16-Hektoliter-Fass
Gelesen wird von Hand im Oktober. Die Maische bleibt rund 25 Tage im Edelstahltank mit den Schalen in Kontakt, lang genug, um Farbe, Gerbstoff und Extrakt vollständig zu lösen. Anschließend reift der Wein je nach Jahrgang 24 bis 36 Monate in Fässern aus slawonischer Eiche mit 16 Hektoliter Inhalt. Dieses vergleichsweise kleine große Fass gibt gerade so viel Sauerstoff ab, dass sich der Gerbstoff ordnet, ohne dass Holzaromen entstehen. 2016 gilt als klassischer Barolo-Jahrgang mit ausgeprägter Säure und feinem, reichlich vorhandenem Tannin, also als Vorlage für eine sehr lange Entwicklung.
Servieren und kombinieren
Das Weingut empfiehlt 16 bis 17 Grad Celsius und ein großes, bauchiges Glas. Nach einem Jahrzehnt Flaschenreife kann sich ein Depot gebildet haben; behutsam abziehen und dem Wein danach etwa eine Stunde Zeit geben. Auf den Tisch gehören mit Barolo gefüllte Taube, geschmortes Zicklein, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, Rinderbacke, Wildtaubenragout und Castelmagno blu.
Häufige Fragen zum Giovanni Rosso Barolo Vigna Rionda Ester Canale 2016
Wer war Ester Canale?
Ester Canale Rosso war die Tochter von Tommaso Canale, der 1934 Rebflächen in Serralunga d'Alba erwarb, und die Mutter des heutigen Betriebsleiters Davide Rosso. Ihr Name steht auf dem Etikett, weil die Parzelle in Vignarionda 2011 in ihre Familie zurückkehrte.
Warum liest man mal Vigna Rionda und mal Vignarionda?
Als offizielle Zusatzbezeichnung ist die Lage als Vignarionda in einem Wort eingetragen. Historisch und im Sprachgebrauch hält sich die getrennte Schreibweise Vigna Rionda, die auch dieses Etikett verwendet.
Ist der 2016er heute trinkreif?
Er ist zugänglich, steht aber erst am Anfang seiner tertiären Phase. Wer die volle Entfaltung von Trüffel- und Unterholznoten abwarten möchte, lässt ihm weitere Jahre im Keller.
Wie viele Flaschen entstehen aus 0,85 Hektar?
Eine Stückzahl für den Jahrgang 2016 veröffentlicht das Gut nicht. Es weist ausdrücklich auf sehr niedrige Erträge der tief wurzelnden Altreben hin und beschreibt die Abfüllung als bewusst kleine Auflage.
Was unterscheidet Serralunga d'Alba von La Morra?
Serralunga steht auf kalk- und sandreichen Böden der Lequio-Formation und liefert die strukturiertesten, langlebigsten Barolo der Appellation. La Morra ruht auf jüngeren, tonreicheren Mergeln und bringt duftigere, früher zugängliche Weine hervor.
Der Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2018 kommt aus jener Lage in Serralunga d'Alba, die Bruno Giacosa einst weltberühmt machte. Reinsortiger Nebbiolo, 14,5 % Vol., 0,75 Liter. Als Aromenbild gibt das Weingut reife dunkle Früchte, Safran und Bienenwachs an; gereift ist der Wein im großen Holzfass. Das Jahr 2018 verlangte im Weinberg viel Arbeit und brachte am Ende duftige, mittelgewichtige Barolo mit klarer Säure. Nach inzwischen acht Jahren zeigen sich erste tertiäre Töne, ohne dass die Frische verloren gegangen wäre.
Die Verkostungsnotiz des Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2018
FARBE: Granatrot mit rubinroten Reflexen und deutlich aufgehelltem Rand.
NASE: Getrocknete Kirsche und Hagebutte, darüber welke Rose und Kräuter der Macchia. Mit Luft folgen Safran, Bienenwachs, Leder und ein Anflug von Teeblatt. Der Duft ist eher fein als wuchtig.
GESCHMACK: Beweglicher und schlanker als in kraftvollen Jahren, mit lebendiger Säure und einem Tannin, das bereits eingebunden wirkt. Getrocknete rote Frucht, Orangenzeste und eine feine Bitterkeit von Chinarinde begleiten den Verlauf.
FINALE: Mittellang bis lang, würzig und trocken, mit einem Nachhall von Hagebutte und Kalkstaub.
Collina Rionda: wie ein Zukäufer eine Lage zur Legende machte
Den Weltruf dieses Weinbergs begründete kein Besitzer, sondern ein Käufer. Bruno Giacosa aus Neive bezog über Jahre Trauben von der Familie Canale und füllte daraus seine Riserva Collina Rionda ab. Zugekaufte Partien liefen bei ihm unter der Firma Casa Vinicola Bruno Giacosa; herausragende Jahrgänge bekamen das rote Etikett, das bis heute als Gütezeichen gilt. Der 1989er dieser Serie erhielt hundert Punkte und wird auf Auktionen im vierstelligen Dollarbereich gehandelt. Seither zählt die Fläche zu den begehrtesten des Piemont; Parzellen halten unter anderem Massolino, Oddero, Ettore Germano, Luigi Pira, Giovanni Rosso und Guido Porro. Bruno Giacosa starb im Januar 2018, im Erntejahr dieses Weins.
Die Familie Porro unterhalb der Burg von Serralunga
Das Weingut liegt an der Via Alba in Serralunga d'Alba, unweit des Burgfelsens, und wird in vierter Generation geführt. Es zählt zu den kleinen Adressen des Ortes; ein amerikanischer Importeur nennt etwa viereinhalb Hektar Rebfläche und ungefähr fünfzehntausend Flaschen jährlich. Die Kellerarbeit ist bewusst altmodisch: Spontangärung mit den Hefen des Weinbergs, ungefähr drei Wochen auf den Schalen, danach etwa drei Jahre in slawonischen Botti. Neben Vigna Rionda füllt das Haus die Lagen Lazzairasco und Santa Caterina getrennt ab.
Was der Jahrgang 2018 verlangte
2018 war ein Jahr für sorgfältige Winzer: ein nasser, kühler Frühling und Frühsommer mit hohem Krankheitsdruck, danach ein trockener, sonniger Spätsommer und ein ruhiger Herbst. Wer im Weinberg konsequent ausschied, erntete gesundes, aber weniger konzentriertes Lesegut als 2016. Daraus entstanden duftige, mittelgewichtige Barolo, die früher ansprechbar sind als die großen Strukturjahrgänge. Der Ausbau im großen Fass passt zu diesem Profil: viel Zeit, wenig Holzeinfluss, kein zusätzlicher Gerbstoff. Eine exakte Fassdauer für den 2018er veröffentlicht das Gut nicht; die Denomination verlangt mindestens 38 Monate Gesamtreife und 18 Monate Holz.
Servieren und kombinieren
16 bis 17 Grad Celsius und ein weites Glas reichen aus; eine halbe Stunde Luft genügt, dekantieren muss man diesen Jahrgang nicht mehr. Ein feines Depot kann sich gebildet haben, die Flasche also rechtzeitig aufstellen. Passend sind Tajarin mit Butter und Salbei, Perlhuhn aus dem Ofen, Zunge in grüner Sauce, Pilzragout, Entenbrust mit Feigen und mittelalter Toma piemontese.
Häufige Fragen zum Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2018
Was war Collina Rionda?
So nannte Bruno Giacosa seine Riserva aus zugekauften Trauben dieses Weinbergs in Serralunga d'Alba. Die Abfüllungen gelten als Meilensteine der Barolo-Geschichte und machten die Lage international bekannt.
Wie steht 2018 zwischen 2016 und 2020?
2016 gilt als klassischer Großjahrgang mit hoher Säure und viel Gerbstoff, 2020 als mild und rund. 2018 liegt daneben: weniger Masse, dafür Duft, Beweglichkeit und eine früher erreichte Trinkreife.
Sollte man den 2018er noch liegen lassen?
Er ist jetzt gut trinkbar. Wer möchte, kann ihm weitere Jahre geben, ein deutlicher Zugewinn ist bei diesem Jahrgangstyp aber nicht zwingend zu erwarten.
Warum sind Weine aus dieser Lage so teuer?
Die Fläche ist mit rund vierzehn Hektar klein, sie ist auf viele Eigentümer verteilt, und die historischen Riserva-Abfüllungen erzielen auf Auktionen Spitzenpreise. Angebot und Ruf treffen hier auf eine sehr begrenzte Menge.
Woran erkennt man einen Barolo aus Serralunga d'Alba?
Typisch sind eine straffe Säure, ein festes, kalkgeprägtes Tannin und eine würzig-salzige Note anstelle üppiger Frucht. Solche Weine brauchen in der Regel länger, halten dafür aber außerordentlich lange.
Der Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2020 wächst auf der berühmtesten Hügelkuppe von Serralunga d'Alba, ist ein reinsortiger Nebbiolo und wird mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche gefüllt. Reife dunkle Früchte, Safran und Bienenwachs nennt das Weingut als aromatisches Gerüst. Ausgebaut wird im großen Holzfass, was die klare, geschliffene Machart des Hauses unterstützt. Der Jahrgang 2020 verlief im Barolo mild und ohne Hitzespitzen und liefert entsprechend runde Gerbstoffe bei erhaltener Säure. Als Reifefenster sind 20 bis 25 Jahre angegeben.
Die Verkostungsnotiz des Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2020
FARBE: Rubinrot, klar und mitteldicht, am Rand mit ersten granatfarbenen Tönen.
NASE: Reife dunkle Kirsche und Pflaume, dazu Safran, Bienenwachs und getrocknete Blüten. Granatapfel und Orangenschale halten das Bild frisch. Die Aromatik wirkt präzise und aufgeräumt statt üppig.
GESCHMACK: Klar gezeichnet, mit feinkörnigem Tannin und einer Säure, die den Wein aufrecht hält. Dunkle Frucht, Salz und Kalk bestimmen die Mitte; das Gewicht bleibt mittelschwer bis kräftig, ohne breit zu werden.
FINALE: Anhaltend, mit Pflaume, Safranwürze und einem trockenen, kreidigen Ausklang.
Warum die Lage Vigna Rionda "rund" heißt
Der Name geht auf die gerundete Form der Kuppe zurück: rionda leitet sich von rotonda ab. Die MGA misst rund vierzehn Hektar in Serralunga d'Alba und öffnet sich amphitheaterartig nach Süden bis Südwesten, die Parzellen liegen etwa zwischen 320 und 380 Metern. Der Boden gehört zur Lequio-Formation, mit etwa zwölf Millionen Jahren die älteste geologische Einheit des Barolo-Gebiets: heller, flachgründiger Mergelkalk mit zwanzig bis dreißig Prozent Sand, wenig Ton und einem Kalziumkarbonatanteil von fünfundzwanzig bis dreißig Prozent. Der benachbarte Hügel von Castelletto hält Nordwestwind und Winterkälte ab, das Mikroklima gilt als warm und trocken. Weil die Rebe kaum Wasser findet, bleiben Ertrag und Alkohol maßvoll, während das Polyphenolgerüst ungewöhnlich dicht ausfällt.
Guido Porro, vierte Generation an der Via Alba
Der Betrieb sitzt an der Via Alba in Serralunga d'Alba und wird in vierter Generation von der Familie Porro geführt. Er ist klein: Der amerikanische Importeur beziffert die Fläche auf etwa viereinhalb Hektar und die Produktion auf rund fünfzehntausend Flaschen im Jahr. Gearbeitet wird betont traditionell, mit weinbergseigenen Hefen, etwa drei Wochen Maischestandzeit und anschließend rund drei Jahren in slawonischer Eiche. Die Stammlagen des Hauses sind Lazzairasco und Santa Caterina direkt am Ort; die Parzelle in Vigna Rionda kam erst später hinzu.
Junge Reben in einer alten Lage
Nach den Angaben des Shops erwarb Guido Porro sein Stück in Vigna Rionda 2010 und pflanzte 2011 neu, weil der Altbestand nicht überzeugte. Der 2020er wächst damit auf Stöcken von rund einem Jahrzehnt, jung für eine Lage, deren Ruf auf sehr alten Reben beruht; die Kalkmineralität des Bodens setzt sich dennoch durch. Der Ausbau findet im großen Holzfass statt, eine exakte Monatszahl für diesen Jahrgang nennt das Gut nicht. Verbindlich bleibt die Vorgabe der Denomination: mindestens 38 Monate Reife ab dem 1. November des Erntejahres, davon wenigstens 18 Monate im Holz.
Servieren und kombinieren
17 bis 18 Grad Celsius, ein großzügiger Kelch. Eine Stunde in der Karaffe genügt diesem Jahrgang, ein Depot ist noch nicht zu erwarten. Gut dazu passen Vitello tonnato als Auftakt, Agnolotti del plin, in Arneis geschmortes Kaninchen, Rinderrouladen, Polenta mit Steinpilzen und ein junger Castelmagno.
Häufige Fragen zum Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2020
Wie ist der Jahrgang 2020 im Barolo einzuordnen?
2020 verlief mild, mit Niederschlägen im Frühsommer, einem warmen Sommer ohne Extremhitze und kühlen Septembernächten. Die Weine zeigen reife, runde Tannine und klare Frucht und sind früher zugänglich als die kraftvollen Strukturjahrgänge.
Woher stammen Safran und Bienenwachs in der Beschreibung?
Diese beiden Noten führt das Weingut selbst als Kennzeichen seiner Vigna-Rionda-Abfüllung. Sie gelten als typische Begleiter des kalkreichen, trockenen Serralunga-Terroirs und treten meist erst nach etwas Luft hervor.
Muss der Wein in die Karaffe?
Notwendig ist es nicht, hilfreich schon. Etwa eine Stunde Luft löst die Frucht und macht die Würze deutlicher; länger sollte man einen so jungen Barolo aber nicht dekantieren.
Wie unterscheidet er sich vom Lazzairasco desselben Guts?
Lazzairasco liegt näher am Ort und liefert bei Porro traditionell die fruchtbetontere, etwas zugänglichere Interpretation. Vigna Rionda steht für mehr Kalk, mehr Salz und eine straffere, langsamer reifende Struktur.
Wie lange kann man ihn lagern?
Angegeben sind 20 bis 25 Jahre. Bei liegender Lagerung im Dunkeln und gleichmäßiger Kühle ist dieses Fenster für einen Serralunga-Barolo realistisch.
Der Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2010 stammt aus der Kultlage Vigna Rionda in Serralunga d’Alba, ist ein reinsortiger Nebbiolo und wird mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche abgefüllt. Nach 40 Monaten im großen Holzfass und mehreren Jahren Flaschenreife zeigt er ein tertiär geprägtes Bouquet aus Steinpilz, Granatapfel, Thymian, Tabak und Leder. Am Gaumen verbindet er die Wucht von Serralunga mit ungewöhnlicher Feinzeichnung. Das Tannin ist mächtig, aber gereift – ein Barolo, der erst nach einem Jahrzehnt Kellerruhe freigegeben wurde.
Die Verkostungsnotiz des Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2010
FARBE: Dichtes Granatrot mit ziegelroten Randtönen.
NASE: Fein und tief: getrocknete Rose, Granatapfel und Kirsche in Alkohol, dazu Steinpilz, Thymian, Tabak und Leder. Lakritz und süße Gewürze runden das Bild. Die Aromatik wirkt vollständig gereift, ohne müde zu sein.
GESCHMACK: Kraftvoll und tief, mit mächtigem, inzwischen poliertem Tannin und präsenter Säure. Dunkle Frucht, Salz und eine deutliche Kalkmineralität geben dem Wein Länge und Spannung.
FINALE: Sehr lang und trocken, mit Lakritz, Würze und einem kalkig-salzigen Nachhall.
Vigna Rionda in Serralunga d’Alba – kargster Kalk, größte Struktur
Vigna Rionda ist eine rund 14 Hektar große MGA an den Westhängen von Serralunga d’Alba, in Form eines nach Südsüdwesten geöffneten Amphitheaters; die besten Parzellen liegen zwischen etwa 340 und 370 Metern. Der Boden gehört zur Lequio-Formation aus dem Helvetium beziehungsweise Serravallium: grauer Mergel im Wechsel mit Sandsteinlagen aus kieseligen Sanden, mit hohem Ton- und Eisenanteil. Oddero weist für die eigene Parzelle einen aktiven Kalkgehalt von 13,58 % aus – nach Angaben des Guts der höchste Wert im gesamten Barolo-Gebiet – sowie eine Anreicherung mit Kalium, Bor, Mangan und Magnesium. Der nahe Hügel Castelletto schirmt die Lage gegen Winterkälte und Nordwestwind ab. Serralunga d’Alba gilt insgesamt als Gemeinde der höchsten Kalkgehalte und liefert die strukturiertesten, langlebigsten Barolo der Denomination.
Das Lagenportfolio von Oddero – fünf Barolo-Gemeinden
Oddero gehört zu den wenigen Häusern, die Parzellen in mehreren Barolo-Gemeinden gleichzeitig besitzen: Brunate, Bricco Chiesa, Capalot und Roggeri in La Morra, Villero, Rocche di Castiglione und Fiasco in Castiglione Falletto, Bussia in Monforte d’Alba, Monvigliero in Verduno und eben Vignarionda in Serralunga d’Alba. Die knapp 0,8 Hektar in Vigna Rionda werden biologisch bewirtschaftet und liefern seit dem Jahrgang 2010 nur etwa 2.700 bis 3.000 Flaschen pro Jahr. Das Gut behandelt diesen Wein bewusst als Riserva und gibt ihn erst rund zehn Jahre nach der Ernte frei. Geführt wird das Haus in der Frazione Santa Maria von La Morra von Mariacristina und Mariavittoria Oddero.
40 Monate in großen Fässern aus österreichischer Eiche
Die Trauben gären in Bottichen von 50 Hektolitern; die Maische bleibt mehrere Wochen mit täglichem Umwälzen in Kontakt mit dem Most. Nach dem biologischen Säureabbau reift der Wein rund 40 Monate in großen Fässern aus österreichischer Eiche – Oddero gehörte zu den frühen Anwendern dieser Fassart im Barolo. Anschließend lagert die Flasche mehrere Jahre bei kontrollierten 15 °C und 70 % Luftfeuchte im Keller des Guts. Damit übertrifft der Wein die Riserva-Vorgaben der Barolo DOCG, die mindestens 62 Monate Gesamtreife mit wenigstens 18 Monaten im Holz verlangt, um Jahre.
Servieren und kombinieren
Der Riserva sollte bei 17 bis 18 °C in einem großen Rotweinglas serviert werden. Wegen der langen Flaschenreife empfiehlt sich vorsichtiges Dekantieren vom Depot, etwa 45 bis 60 Minuten vor dem Trinken. Er passt zu Brasato al Barolo, Wildtaube, Hasenragout, Rinderfilet mit Trüffel, Risotto mit Steinpilzen und lange gereiftem Bra oder Castelmagno.
Häufige Fragen zum Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2010
Warum trägt dieser Barolo die Bezeichnung Riserva?
Die Barolo DOCG erlaubt den Zusatz Riserva nur, wenn der Wein mindestens 62 Monate reift, davon wenigstens 18 Monate im Holzfass. Oddero geht deutlich weiter und gibt den Vignarionda erst etwa zehn Jahre nach der Ernte frei.
Was macht Vigna Rionda so gesucht?
Die Lage vereint kalkreiche Mergel der Lequio-Formation, eine geschützte Amphitheaterform und vollständige Sonneneinstrahlung. Daraus entstehen extrem langlebige, tief strukturierte Barolo, weshalb nur eine Handvoll Erzeuger sie als Einzellage abfüllen.
Ist der 2010er jetzt trinkreif?
Ja, nach 40 Monaten Fassreife und mehreren Jahren in der Flasche zeigt er bereits tertiäre Aromen. Gleichzeitig ist die Struktur so dicht, dass sich der Wein bei guter Lagerung noch viele Jahre weiterentwickeln kann.
Wie lange lässt sich die Flasche noch lagern?
Für diesen Wein werden 25 bis 30 Jahre Reifepotenzial angegeben. Entscheidend sind konstante Kühle, Dunkelheit und liegende Lagerung ohne Erschütterungen.
Wodurch unterscheidet er sich von den Barolo aus Castiglione Falletto?
Serralunga d’Alba bringt die höchsten Kalkgehalte und damit die straffste, langlebigste Stilistik. Gegenüber Villero oder Rocche di Castiglione wirkt der Vignarionda strenger gebaut, salziger und in der Jugend verschlossener.
Der Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2018 stammt aus der berühmtesten Lage von Serralunga d'Alba und ist ein reinsortiger Nebbiolo mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Oddero besitzt dort weniger als einen Hektar an der Hangkuppe. Dunkle Kirsche, Brombeere und Blutorange verbinden sich mit Rose, Veilchen, Tabak, Trüffel und Chinarinde. Getragen wird das Ganze von einem festen, tiefen Tannin und der markantesten Kalkmineralität, die das Barolo-Gebiet zu bieten hat.
Die Verkostungsnotiz des Oddero Barolo Riserva Vignarionda 2018
FARBE: Intensives Granatrubinrot, dicht und mit reifem Rand.
NASE: Vielschichtig und langsam sich öffnend: dunkle Frucht, Brombeere und Zitrusschale, dazu Rose und Veilchen. Balsamische Noten von Tabak, Lakritz und Chinarinde treten mit Luft hervor, begleitet von Steinpilz und Thymian.
GESCHMACK: Kraftvoll und gleichzeitig aufrecht, mit strengem, sehr feinkörnigem Tannin und lebendiger Säure. Die Mineralität zieht sich als salziger Faden durch den Gaumen und gibt dem Wein seine unverwechselbare Spannung.
FINALE: Sehr lang und nachhaltig, mit würzigem Granatapfel, feiner Herbe und einem kühlen, kreidigen Nachhall.
Vigna Rionda in Serralunga d'Alba - der höchste Aktivkalkgehalt im Barolo
Odderos Parzelle liegt mit etwa 0,8 Hektar oben am Hang der Lage Vigna Rionda in Serralunga d'Alba, auf rund 350 bis 360 Metern und in voller Südausrichtung; der Hügel von Castelletto schirmt sie gegen Nordwestwinde und Winterkälte ab. Der Untergrund gehört zur Lequio-Formation des Serravallian: graue Mergelschichten im Wechsel mit Sandsteinbändern aus kieseligen Sanden, angereichert mit Kalzium- und Eisenkarbonaten. Mit 13,58 Prozent aktivem Kalk weist die Parzelle den höchsten Wert im gesamten Barolo-Gebiet auf, dazu einen ungewöhnlichen Reichtum an Kalium, Bor, Mangan und Magnesium. Genau daraus speist sich die ätherische, fast kreidige Mineralität, für die Vigna Rionda berühmt ist.
Oddero und ein Lagenportfolio über fünf Gemeinden
Oddero gehört zu den wenigen Häusern, die in fast allen Kerngemeinden des Barolo Parzellen besitzen: Vigna Rionda in Serralunga d'Alba, Villero und Rocche di Castiglione in Castiglione Falletto, Brunate, Bricco Chiesa und Capalot in La Morra, Bussia in Monforte d'Alba sowie Monvigliero in Verduno. Die Nebbiolo-Flächen sind seit 2014 biologisch zertifiziert. Kellertechnisch setzt das Gut auf ausgesprochen lange Reifezeiten und hält die Weine oft Jahre zurück, bevor sie in den Handel kommen. Vignarionda ist dabei der Wein, an dem sich diese Geduld am deutlichsten zeigt.
Rund 40 Monate im großen Fass und mehrjährige Flaschenreife
Die Lese erfolgt von Hand Anfang Oktober bei etwa 50 Doppelzentnern je Hektar. Nach vollständiger Entrappung vergärt der Wein rund 25 bis 28 Tage in 50-Hektoliter-Behältern mit täglichem Umpumpen, danach folgt der biologische Säureabbau. Der Ausbau dauert etwa 40 Monate im großen Fass aus österreichischer Eiche; nach der Füllung ruht der Wein weitere Jahre bei kontrollierten 15 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchte im Keller des Gutes. Diese sehr lange Reife glättet das strenge Serralunga-Tannin, ohne die Frische anzugreifen - 25 bis 30 Jahre Entwicklung sind realistisch.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 Grad Celsius in einem großen Glas servieren und mindestens zwei Stunden vorher dekantieren, da sich nach der langen Fassreife Depot bilden kann. Er begleitet Brasato al Barolo, Rehrücken, Wildschweinragout, Tajarin mit weißem Trüffel, geschmorte Taube und gereiften Parmigiano oder Castelmagno.
Häufige Fragen zum Oddero Barolo Riserva Vignarionda 2018
Warum schreibt Oddero Vignarionda und nicht Vigna Rionda?
Die offizielle MGA heißt Vigna Rionda; Oddero verwendet auf dem Etikett die zusammengeschriebene Form Vignarionda. Gemeint ist in beiden Fällen dieselbe Lage in Serralunga d'Alba.
Was macht Vigna Rionda so gesucht?
Die Lage vereint eine geschützte Südkuppe mit dem höchsten Aktivkalkgehalt des Barolo-Gebiets. Daraus entstehen Weine, die sehr lange leben und eine ungewöhnlich ätherische, mineralische Aromatik zeigen; die verfügbaren Flächen sind entsprechend klein.
Ist der 2018er schon zu trinken?
Nach der langen Reife im Haus ist er zugänglich und zeigt bereits tertiäre Noten, bleibt am Gaumen aber straff. Wer ihn heute öffnet, sollte ihn dekantieren; wer ihn wegliegt, wird über Jahrzehnte belohnt.
Wie unterscheidet sich Serralunga von Castiglione Falletto?
Serralunga liefert die strengeren, mineralischeren und langlebigeren Weine mit ausgeprägtem Kalkzug. Aus Castiglione Falletto, wo Oddero Villero und Rocche di Castiglione besitzt, kommen etwas rundere, würzigere Barolo.
Welches Glas ist das richtige?
Ein großes, bauchiges Glas mit ausreichender Oberfläche hilft, die zurückhaltende Aromatik zu öffnen. Zu eng geschnittene Gläser lassen die Mineralität dominieren und die Frucht verschwinden.
Der Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2018 stammt aus der berühmtesten Lage von Serralunga d'Alba und ist ein reinsortiger Nebbiolo mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Oddero besitzt dort weniger als einen Hektar an der Hangkuppe. Dunkle Kirsche, Brombeere und Blutorange verbinden sich mit Rose, Veilchen, Tabak, Trüffel und Chinarinde. Getragen wird das Ganze von einem festen, tiefen Tannin und der markantesten Kalkmineralität, die das Barolo-Gebiet zu bieten hat.
Die Verkostungsnotiz des Oddero Barolo Riserva Vignarionda 2018
FARBE: Intensives Granatrubinrot, dicht und mit reifem Rand.
NASE: Vielschichtig und langsam sich öffnend: dunkle Frucht, Brombeere und Zitrusschale, dazu Rose und Veilchen. Balsamische Noten von Tabak, Lakritz und Chinarinde treten mit Luft hervor, begleitet von Steinpilz und Thymian.
GESCHMACK: Kraftvoll und gleichzeitig aufrecht, mit strengem, sehr feinkörnigem Tannin und lebendiger Säure. Die Mineralität zieht sich als salziger Faden durch den Gaumen und gibt dem Wein seine unverwechselbare Spannung.
FINALE: Sehr lang und nachhaltig, mit würzigem Granatapfel, feiner Herbe und einem kühlen, kreidigen Nachhall.
Vigna Rionda in Serralunga d'Alba - der höchste Aktivkalkgehalt im Barolo
Odderos Parzelle liegt mit etwa 0,8 Hektar oben am Hang der Lage Vigna Rionda in Serralunga d'Alba, auf rund 350 bis 360 Metern und in voller Südausrichtung; der Hügel von Castelletto schirmt sie gegen Nordwestwinde und Winterkälte ab. Der Untergrund gehört zur Lequio-Formation des Serravallian: graue Mergelschichten im Wechsel mit Sandsteinbändern aus kieseligen Sanden, angereichert mit Kalzium- und Eisenkarbonaten. Mit 13,58 Prozent aktivem Kalk weist die Parzelle den höchsten Wert im gesamten Barolo-Gebiet auf, dazu einen ungewöhnlichen Reichtum an Kalium, Bor, Mangan und Magnesium. Genau daraus speist sich die ätherische, fast kreidige Mineralität, für die Vigna Rionda berühmt ist.
Oddero und ein Lagenportfolio über fünf Gemeinden
Oddero gehört zu den wenigen Häusern, die in fast allen Kerngemeinden des Barolo Parzellen besitzen: Vigna Rionda in Serralunga d'Alba, Villero und Rocche di Castiglione in Castiglione Falletto, Brunate, Bricco Chiesa und Capalot in La Morra, Bussia in Monforte d'Alba sowie Monvigliero in Verduno. Die Nebbiolo-Flächen sind seit 2014 biologisch zertifiziert. Kellertechnisch setzt das Gut auf ausgesprochen lange Reifezeiten und hält die Weine oft Jahre zurück, bevor sie in den Handel kommen. Vignarionda ist dabei der Wein, an dem sich diese Geduld am deutlichsten zeigt.
Rund 40 Monate im großen Fass und mehrjährige Flaschenreife
Die Lese erfolgt von Hand Anfang Oktober bei etwa 50 Doppelzentnern je Hektar. Nach vollständiger Entrappung vergärt der Wein rund 25 bis 28 Tage in 50-Hektoliter-Behältern mit täglichem Umpumpen, danach folgt der biologische Säureabbau. Der Ausbau dauert etwa 40 Monate im großen Fass aus österreichischer Eiche; nach der Füllung ruht der Wein weitere Jahre bei kontrollierten 15 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchte im Keller des Gutes. Diese sehr lange Reife glättet das strenge Serralunga-Tannin, ohne die Frische anzugreifen - 25 bis 30 Jahre Entwicklung sind realistisch.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 Grad Celsius in einem großen Glas servieren und mindestens zwei Stunden vorher dekantieren, da sich nach der langen Fassreife Depot bilden kann. Er begleitet Brasato al Barolo, Rehrücken, Wildschweinragout, Tajarin mit weißem Trüffel, geschmorte Taube und gereiften Parmigiano oder Castelmagno.
Häufige Fragen zum Oddero Barolo Riserva Vignarionda 2018
Warum schreibt Oddero Vignarionda und nicht Vigna Rionda?
Die offizielle MGA heißt Vigna Rionda; Oddero verwendet auf dem Etikett die zusammengeschriebene Form Vignarionda. Gemeint ist in beiden Fällen dieselbe Lage in Serralunga d'Alba.
Was macht Vigna Rionda so gesucht?
Die Lage vereint eine geschützte Südkuppe mit dem höchsten Aktivkalkgehalt des Barolo-Gebiets. Daraus entstehen Weine, die sehr lange leben und eine ungewöhnlich ätherische, mineralische Aromatik zeigen; die verfügbaren Flächen sind entsprechend klein.
Ist der 2018er schon zu trinken?
Nach der langen Reife im Haus ist er zugänglich und zeigt bereits tertiäre Noten, bleibt am Gaumen aber straff. Wer ihn heute öffnet, sollte ihn dekantieren; wer ihn wegliegt, wird über Jahrzehnte belohnt.
Wie unterscheidet sich Serralunga von Castiglione Falletto?
Serralunga liefert die strengeren, mineralischeren und langlebigeren Weine mit ausgeprägtem Kalkzug. Aus Castiglione Falletto, wo Oddero Villero und Rocche di Castiglione besitzt, kommen etwas rundere, würzigere Barolo.
Welches Glas ist das richtige?
Ein großes, bauchiges Glas mit ausreichender Oberfläche hilft, die zurückhaltende Aromatik zu öffnen. Zu eng geschnittene Gläser lassen die Mineralität dominieren und die Frucht verschwinden.
Inhalt:
1.5 Liter
(199,93 €* / 1 Liter)
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