Klein, kleiner, Morassino. In Ovello, mitten im Barbaresco, macht Roberto Bianco kaum 15.000 Flaschen im Jahr – aber die sitzen. Mineralisch, präzise, kompromisslos. Wer Barbaresco in seiner ehrlichsten Form sucht, ist hier genau richtig.
Sechs Jahre nach der Lese zeigt der Cascina Morassino Barbaresco Morassino 2020, warum dieser Jahrgang als besonders charmant gilt. Der Barbaresco DOCG aus reinem Nebbiolo steht mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche und hat die Kanten des jungen Weins verloren. Himbeere und Hagebutte verbinden sich mit Orangenzeste, Zimt und ersten Ledernoten. Wer einen Nebbiolo sucht, der heute Abend geöffnet werden kann, findet hier den zugänglicheren der beiden Barbaresco dieses Hauses.
Verkostungsnotiz: Cascina Morassino Barbaresco Morassino 2020 im Glas
FARBE: Mittleres Granatrot, am Rand bereits deutlich ziegelfarben aufgehellt.
NASE: Getrocknete Himbeere und Hagebutte treffen auf Orangenzeste und Zimtrinde. Mit Luft kommen Trockenfeige, Nelke, Leder und ein Hauch Pfefferminze hinzu.
GESCHMACK: Am Gaumen samtig und weich; das Tannin ist vollständig eingebunden und trägt die Frucht, ohne zu ziehen. Eine gereifte, milde Säure sorgt für Fluss, dazu kommen Waldboden und getrocknete Kräuter.
FINALE: Ruhig und ausgewogen ausklingend, mit Nachhall von Trockenfrucht, Tabak und einem Anflug Süßholz.
Barbaresco aus vier Gemeinden und die Rolle des Hofnamens
Das Barbaresco-Gebiet umfasst weniger als tausend Hektar Rebfläche und verteilt sich auf Barbaresco, Neive, Treiso sowie einen kleinen Teil von Alba. Dieser Wein trägt keinen Lagennamen, sondern den des Hofes: Morassino ist die Hausbezeichnung der Familie Bianco und keine eingetragene MGA. Die Trauben wachsen auf den Kalkmergelböden rund um das Gut, ergänzt um Material aus dem Familienbesitz bei Neive. Der Tanaro sorgt in diesem Zipfel der Langhe für mildere Nächte und eine etwas frühere Reife als weiter südlich im Barolo.
Viereinhalb Hektar, ein Winzer, rund 10.000 Flaschen
Zwischen der Cascina an der Strada Bernino und den Rebzeilen liegen nur wenige Schritte. Insgesamt bewirtschaftet das Gut 4,5 Hektar, davon etwa 3,5 Hektar im Ovello und rund einen Hektar im Cottà bei Neive. Roberto Bianco erledigt Weinberg, Keller und Vertrieb weitgehend selbst. Neben den beiden Barbaresco entstehen Langhe Nebbiolo, Dolcetto und ein Langhe Merlot.
Wie der Jahrgang 2020 im Fass reagierte
2020 lieferte in Barbaresco reife, samtige Tannine, die im großen 25-Hektoliter-Fass rasch weich wurden. Nach der Holzreife und der anschließenden Flaschenlagerung erfüllt der Wein die 26 Monate, die das Statut mindestens verlangt. Sechs Jahre nach der Lese ist die Tanninstruktur vollständig verschmolzen und die Frucht in eine getrocknete Phase übergegangen. Der Wein kann weiter reifen, muss es aber nicht mehr.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 Grad Celsius und ein großes Glas genügen; wegen des Alters lohnt beim Einschenken ein Blick auf mögliches Depot. Eine kurze Karaffierung von zwanzig bis dreißig Minuten reicht vollkommen aus. Gut begleitet er Brasato, Tagliatelle mit Wildragout, Zunge in grüner Sauce, Ossobuco, Taube und gereiften Bra duro.
Häufige Fragen zum Cascina Morassino Barbaresco Morassino 2020
Ist der Jahrgang 2020 jetzt auf dem Punkt?
Ja. 2020 brachte in Barbaresco reife, geschmeidige Tannine und Weine, die früh Freude machen. Sechs Jahre nach der Ernte trinkt sich dieser Barbaresco harmonisch; länger warten ist möglich, aber nicht nötig.
Wie verlief das Weinjahr 2020?
Auf einen milden, trockenen Winter folgte ein trockenes Frühjahr, doch ergiebige Niederschläge im Mai und Juni füllten die Wasserspeicher im Boden. Der Sommer war warm, kühle Augustnächte bremsten die Reife wieder ab. Geerntet wurde im Oktober.
Trägt der Wein einen Lagennamen?
Nein. Morassino ist der Name des Hofes und des Weinguts, nicht eine der 66 MGA des Barbaresco. Wer eine Einzellage sucht, greift zum Ovello aus demselben Haus.
Wie lange hält sich die Flasche noch?
Der Shop nennt 15 bis 20 Jahre Lagerpotenzial ab Jahrgang. Bei guter Kellerlagerung sind weitere fünf bis zehn Jahre unproblematisch, wobei die Frucht allmählich tertiären Noten weicht.
Welches Glas passt am besten?
Ein bauchiges Glas mit weiter Öffnung, wie es für Burgunder üblich ist. Es bündelt die feinen floralen und würzigen Noten eines gereiften Nebbiolo besser als ein schlankes Bordeauxglas.
Cascina Morassino Barbaresco Morassino 2022 heißt der Guts-Barbaresco der Familie Bianco, und Wein wie Weingut tragen denselben Namen: Morassino ist der Hof an der Strada Bernino. Der Barbaresco DOCG aus 100 Prozent Nebbiolo wird mit 14 % Vol. auf 0,75 Liter gefüllt. Er setzt auf helle Kirschfrucht, Pfingstrose und feinen Tabak statt auf Wucht. Das warme Jahr 2022 hat ihm eine weiche, seidige Textur gegeben.
So schmeckt der Cascina Morassino Barbaresco Morassino 2022
FARBE: Helles bis mittleres Rubinrot, klar und leuchtend im Glas.
NASE: Kirsche und Walderdbeere führen, begleitet von Pfingstrose und Fenchelsamen. Dahinter zeigen sich Zedernholz, heller Tabak und ein Anflug von weißem Pfeffer.
GESCHMACK: Der Antritt ist weich und fruchtbetont, das Tannin liegt seidig auf der Zunge, statt zu greifen. Eine ruhige Säure trägt die Frucht; Kräuter und Zitruszeste bringen Frische in den Mittelbau.
FINALE: Mittellang bis lang, mit nachhallender roter Frucht und einer angenehm herben Note von Tabak und Rinde.
Ein Hof, ein Name: die Familie Bianco in Barbaresco
Die Cascina Morassino steht wenige Minuten vom Dorfkern von Barbaresco entfernt am Fuß des Ovello-Hangs. Drei Generationen der Familie Bianco hatten hier bereits Trauben gezogen, bevor Mauro Bianco 1984 begann, selbst zu füllen. Heute steht Roberto Bianco hinter jedem Arbeitsschritt, vom Rebschnitt bis zur Abfüllung. Seine Haltung lässt sich knapp zusammenfassen: Was die Saison der Traube mitgibt, ist im Keller nicht mehr zu korrigieren. Antonio Galloni von Vinous zählt den Betrieb zu den verborgenen Schätzen Barbarescos.
Warum Morassino keine Einzellage ist
Anders als Ovello gehört Morassino nicht zu den 66 offiziell abgegrenzten MGA des Barbaresco-Gebiets. Der Name bezeichnet den Hof selbst und dient als Hausbezeichnung für den Guts-Barbaresco der Biancos. Die Trauben stammen aus den Familienflächen in den Gemeinden Barbaresco und Neive, wo neben dem Ovello auch rund ein Hektar in der Neiveser Lage Cottà bewirtschaftet wird. Gemeinsam ist diesen Parzellen der kalkhaltige Mergelboden der Langhe. Die Nähe zum Tanaro mildert das Klima gegenüber dem Barolo-Gebiet spürbar.
Gebrauchtes Holz, kurze Maischezeit, lange Flaschenruhe
Nach der Gärung im temperaturkontrollierten Edelstahltank reift der Wein in großen Fassgebinden zu 25 Hektolitern. Das Gut greift dabei bewusst zu älterem Holz, das kaum eigenes Aroma abgibt und den Nebbiolo nicht überdeckt. Danach ruht der Barbaresco über ein Jahr in der Flasche, bevor er den Keller verlässt. Insgesamt erfüllt er damit die DOCG-Vorgabe von mindestens 26 Monaten Reife, davon neun Monate im Holz.
Servieren und kombinieren
Ein Fenster von 16 bis 17 Grad Celsius bekommt diesem Wein besser als zu warme 18 Grad. Ein Rotweinglas mit weitem Kelch genügt, dekantieren ist bei diesem Jahrgang nicht zwingend; eine halbe Stunde in der Karaffe reicht. Auf dem Teller harmoniert er mit Vitello tonnato, Agnolotti del plin, Kaninchen in Kräutern, Ente mit Feigen, Perlhuhn und jungem Castelmagno.
Häufige Fragen zum Cascina Morassino Barbaresco Morassino 2022
Wofür steht DOCG bei diesem Barbaresco?
DOCG bedeutet Denominazione di Origine Controllata e Garantita, die höchste italienische Herkunftsstufe. Barbaresco führt sie seit 1980, zuvor galt seit 1966 die DOC. Zugelassen sind ausschließlich Nebbiolo-Trauben aus Barbaresco, Neive, Treiso und einem kleinen Teil von Alba.
Warum reift Barbaresco kürzer als Barolo?
Das Statut verlangt für Barbaresco 26 Monate Reife, davon neun im Holz; beim Barolo sind es 38 Monate mit 18 Monaten Holz. Die niedrigeren Lagen am Tanaro bringen früher zugängliche Weine hervor, weshalb die kürzere Frist genügt.
Muss der Wein dekantiert werden?
Zwingend ist das nicht. Der 2022er zeigt sich früh offen; eine halbe Stunde Luft in Karaffe oder Glas rundet ihn ab. Bei älteren Flaschen empfiehlt sich vorsichtiges Abgießen vom Depot.
Wie viele Flaschen entstehen bei Cascina Morassino?
Das Gut erzeugt über alle Weine hinweg rund 10.000 Flaschen im Jahr. Der Guts-Barbaresco stellt davon den größeren Teil, bleibt aber eine Kleinstmenge; meist ist der Bestand vor der nächsten Abfüllung ausverkauft.
Wozu greife ich, wenn ich es straffer mag?
Dann ist der Barbaresco Ovello desselben Hauses die passende Wahl. Er stammt aus der Einzellage nördlich des Dorfes, wirkt kühler und kantiger und verlangt mehr Geduld.
Der Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2020 verbindet einen Cru mit kühlem Ruf und einen Jahrgang mit weichem Charakter. Gekeltert aus der MGA Ovello nördlich des Dorfes Barbaresco, kommt der reinsortige Nebbiolo mit 14 % Vol. und 0,75 Litern ins Glas. Sauerkirsche und Walderdbeere stehen neben getrockneter Rose, Süßholz und Tabakblatt. Sechs Jahre Flaschenreife haben die für Ovello typische Tanninstruktur poliert, ohne ihr die Spannkraft zu nehmen.
Der Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2020 in der Verkostung
FARBE: Granatrot mit orangefarbenem Schimmer am Glasrand.
NASE: Sauerkirsche und Walderdbeere bilden den Kern, darüber legt sich der Duft getrockneter Rosenblätter. Süßholz, Muskatnuss, Kakaopulver und feuchter Waldboden bilden die reifere zweite Ebene.
GESCHMACK: Straffer, als die Nase erwarten lässt: Das Tannin des Ovello bleibt spürbar, ist nach sechs Jahren aber fein geschliffen. Eine klare Säureachse, Sauerkirsche und salzige Mineralität ziehen den Wein in die Länge.
FINALE: Langer, kühler Nachhall mit Tabak, Süßholz und einer Spur Bitterschokolade.
Sant’Agata-Mergel hoch über dem Tanaro
Die Böden des Ovello gehen auf tortonische Sant’Agata-Fossili-Mergel zurück, abgelagert vor acht bis zehn Millionen Jahren. Gut die Hälfte davon ist Schluff, ein Viertel bis Drittel Ton, der Rest Sand: ein kalkhaltiger Untergrund, der Wasser hält. Der Hang fällt nach Norden hin steil zum Fluss ab, die Reben stehen auf 250 bis 340 Metern in südwestlicher bis südöstlicher Ausrichtung. Der hohe Tonanteil und das kühlere Kleinklima erklären, warum Ovello-Weine jung fest wirken und mit Flaschenreife gewinnen.
Vom Traubenlieferanten zum eigenen Etikett
Drei Generationen lang hatte die Familie Bianco im Ovello Trauben gezogen, ohne selbst zu füllen. Erst Mauro Bianco stellte 1984 um und brachte den ersten eigenen Barbaresco auf die Flasche. Sein Sohn Roberto, Absolvent der Önologieschule von Alba, führt diese Linie fort und verbindet präzise Kellertechnik mit traditionellem Fassausbau. Die Ovello-Abfüllung bleibt bewusst auf etwa 4.000 Flaschen begrenzt, weil nur ausgewählte Parzellen hineingehen.
Reife im 25-Hektoliter-Gebinde und was 2020 daraus machte
Die Trauben vergären temperaturkontrolliert im Edelstahl, danach bleibt die Maische mehrere Tage auf den Schalen. Anschließend wandert der Wein in Fässer von 25 Hektolitern; für den Ovello wählt das Gut die jüngeren Gebinde aus seinem Bestand. Auf die Holzreife folgt eine ausgedehnte Flaschenlagerung, sodass der Wein die vorgeschriebenen 26 Monate klar überschreitet. Der milde Jahrgang 2020 hat dabei geholfen, das kühle Lagenprofil früher zugänglich zu machen.
Servieren und kombinieren
Zwischen 17 und 18 Grad Celsius zeigt der Wein die beste Balance aus Duft und Struktur. Eine Stunde in der Karaffe schadet nicht, ein Depot ist in diesem Alter möglich. Passende Begleiter sind Rehrücken, Rinderschmorbraten mit Steinpilzen, Risotto mit Trüffel, gefüllte Wachtel, gereifter Parmigiano und dunkle Wildpastete.
Häufige Fragen zum Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2020
Was steht hinter dem Namen Ovello?
Ovello ist eine der 25 MGA in der Gemeinde Barbaresco und mit rund 57 Hektar eingetragener Rebfläche eine der größten. Der Name auf dem Etikett belegt, dass sämtliche Nebbiolo-Trauben aus dieser abgegrenzten Lage stammen.
Warum gilt Ovello als kühle Lage?
Der Hang liegt am nördlichen Rand des Anbaugebiets und fällt steil zum Tanaro ab. Flussnähe und die nördliche Position sorgen für frische Nächte, wodurch die Trauben langsamer reifen und mehr Säure behalten.
Passt ein gereifter Barbaresco zu Trüffel?
Sehr gut. Die tertiären Noten von Waldboden, Pilz und Süßholz, die ein sechsjähriger Nebbiolo entwickelt, greifen den erdigen Duft des Alba-Trüffels auf, ohne ihn zu überlagern.
Wie unterscheidet sich 2020 vom Jahrgang 2021?
2020 brachte weichere, reifere Tannine und Weine, die früher zugänglich sind. 2021 fiel klassischer aus, mit mehr Struktur und Säure sowie längerem Reifebedarf. Beide Jahrgänge gelten in Barbaresco als gelungen.
Sollte die Flasche stehend oder liegend aufbewahrt werden?
Liegend, damit der Korken feucht bleibt. Vor dem Öffnen darf sie einen Tag aufrecht stehen, damit sich vorhandenes Depot am Boden absetzt.
2021 gilt in Barbaresco als klassischer Jahrgang, und der Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2021 macht daraus einen Wein für Geduldige. Der Nebbiolo aus der Einzellage Ovello kommt mit 14 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Preiselbeere, Granatapfel und Veilchen treffen auf Wacholder, Anis und einen graphitartigen Zug. Straffe Säure, hoher Polyphenolgehalt und ein noch junges Tannin deuten auf ein langes Leben im Keller hin.
Verkostungseindruck vom Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2021
FARBE: Klares, kräftiges Rubinrot mit violetten Reflexen und kaum Reifeschimmer.
NASE: Preiselbeere, Granatapfel und Blutorangenzeste geben den frischen Auftakt. Veilchen und Rosmarin folgen, dahinter Wacholder, Anis und ein kühler Graphitton, der an nasses Gestein erinnert.
GESCHMACK: Am Gaumen aufrecht und sehnig, mit hoher Säure und einem Tannin, das noch Kontur zeigt. Rote Frucht, Kräuterbitter und eine feine Salzigkeit halten sich die Waage; der Körper bleibt mittelkräftig statt schwer.
FINALE: Sehr lang, kühl und straff, mit anhaltendem Zug von Preiselbeere, Anis und Mineralik.
Warum es nur rund 4.000 Flaschen Ovello gibt
Roberto Bianco besitzt 3,5 der insgesamt 4,5 Hektar seines Guts innerhalb der Lage Ovello, füllt davon aber nur einen Bruchteil unter dem Lagennamen ab. Etwa 4.000 Flaschen sind es je Jahrgang, der Rest fließt in den Guts-Barbaresco. Die Begründung ist schlicht: Nur so lässt sich das Niveau halten, das er sich für diesen Wein vorstellt. Der Betrieb an der Strada Bernino geht auf Mauro Bianco zurück, der 1984 die erste eigene Abfüllung wagte.
Ovello zwischen Pora, Faset und dem Fluss
Wer vom Dorfplatz in Barbaresco nach Norden blickt, sieht Ovello vor sich. Die Lage grenzt im Süden an Pora und im Südosten an Faset, im Norden endet sie über dem Tanaro. Die Reben stehen zwischen 250 und 340 Metern auf kalkhaltigem, tonreichem Mergel. Ovello-Weine gelten als duftig und rotfruchtig bei kräftigem Körper und festem Tannin, was im strukturbetonten Jahrgang 2021 besonders deutlich hervortritt. Produttori del Barbaresco kelterten hier bereits 1967 einen ihrer ersten Cru-Weine.
26 Monate sind das Minimum, hier wird länger gewartet
Barbaresco DOCG muss mindestens 26 Monate ab dem 1. November des Erntejahres reifen, davon neun Monate im Holz. Cascina Morassino nutzt dafür Fassgebinde mit 25 Hektolitern Inhalt und lässt den Ovello danach über ein Jahr in der Flasche zur Ruhe kommen. Der Jahrgang 2021 lieferte kleine Beeren mit sehr hohem Polyphenolgehalt, sodass das Fass hier vor allem Sauerstoff und Zeit beisteuert und kaum Aroma. Entsprechend jugendlich wirkt der Wein heute.
Servieren und kombinieren
Dieser Barbaresco profitiert von reichlich Luft: Zwei Stunden Karaffe sind bei jungem Genuss keine Übertreibung. Serviert bei 17 bis 18 Grad Celsius in einem großen Glas, öffnet er sich schrittweise über den Abend. Auf den Tisch passen Bollito misto, Rinderfilet mit Rotweinjus, Hirschgulasch, Salsiccia mit Linsen, Trüffeltajarin und gereifter Schafskäse.
Häufige Fragen zum Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2021
Was macht den Jahrgang 2021 in Barbaresco aus?
Ein Spätfrost am 7. und 8. April reduzierte die Erträge, danach folgte ein gemäßigter Sommer mit einzelnen Gewittern. Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im September brachten eine sehr gute phenolische Reife. Die Weine gelten als klassisch, strukturiert und langlebig.
Wann sollte man den 2021er trinken?
Er ist jung und braucht Zeit. Ab etwa 2027 wird er zugänglicher, sein Höhepunkt dürfte zwischen 2030 und 2040 liegen. Der Shop gibt ein Lagerpotenzial von 15 bis 20 Jahren an.
Was unterscheidet Barbaresco von Barolo?
Barbaresco wächst näher am Tanaro, in niedrigeren Lagen und unter etwas milderen Bedingungen. Die Trauben reifen früher, die Weine wirken häufig floraler und feiner im Tannin. Hinzu kommt die kürzere vorgeschriebene Reifezeit von 26 statt 38 Monaten.
Wie groß ist die Lage Ovello?
Rund 57 Hektar eingetragene Rebfläche machen Ovello zu einer der größten MGA in der Gemeinde Barbaresco. Innerhalb dieser Fläche variieren Höhe und Ausrichtung deutlich, weshalb die Parzellenwahl entscheidend ist.
Wie viel Alkohol enthält der Wein?
Die Angabe im Shop lautet 14 % Vol. bei 0,75 Litern Füllmenge. Barbaresco liegt jahrgangsabhängig üblicherweise zwischen 13,5 und 15 % Vol.; maßgeblich ist stets das Etikett der gelieferten Flasche.
Der Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2022 stammt aus dem nördlichsten Winkel der Gemeinde Barbaresco, wo Roberto Bianco seine Nebbiolo-Reben in der MGA Ovello bewirtschaftet. Der reinsortige Barbaresco DOCG kommt mit 14 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Im Glas treffen dunkle Kirsche und Zwetschge auf Lorbeer, Minze und einen kühlen Eukalyptus-Hauch. Das Hitzejahr 2022 hat ihm Fülle mitgegeben, der kühle Nordhang die nötige Spannung.
Die Verkostungsnotiz des Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2022
FARBE: Sattes Rubinrot mit dunklem Kern und schmalem, granatfarbenem Rand.
NASE: Schwarzkirsche und Zwetschge öffnen den Duft, dahinter Lorbeer, Minze und ein kühler Eukalyptus-Ton. Sandelholz, getrocknete Kräuter und ein Anflug Rauch geben dem Bouquet Tiefe, ohne die Frucht zuzudecken.
GESCHMACK: Am Gaumen saftig und rund, mit reifer dunkler Frucht und einem Tannin, das körnig, aber nicht kantig ausfällt. Die Säure hält den vollen Körper in Bewegung, salzige Mineralität und Kräuterwürze sorgen für Kontur.
FINALE: Der Abgang bleibt lange auf Kirsche, Minze und Tabak stehen und klingt mit feiner Bitterwürze aus.
Ovello, die nördlichste MGA der Gemeinde Barbaresco
Ovello beginnt unmittelbar nördlich des Dorfes Barbaresco und fällt von dort steil zum Tanaro hin ab. Mit rund 57 Hektar eingetragener Rebfläche zählt die Lage zu den größten der Gemeinde; im Süden grenzt sie an Pora, im Südosten an Faset. Die Rebzeilen liegen zwischen etwa 250 und 340 Metern und blicken nach Südwesten bis Südosten. Den Untergrund bilden tortonische Sant’Agata-Fossili-Mergel mit hohem Schluff- und Tonanteil. Flussnähe und nördliche Ausrichtung halten die Nächte kühl, weshalb Ovello später reift als die zentralen Lagen.
Roberto Bianco und sein Keller im Hang
Cascina Morassino liegt an der Strada Bernino am Fuß des Ovello-Hangs. Mauro Bianco gründete 1984 den eigenständigen Betrieb; heute führt sein Sohn Roberto, ausgebildet an der Önologieschule von Alba, die 4,5 Hektar praktisch allein. Der Keller ist unter dem Wohnhaus in den Hang gegraben. Im Weinberg begrenzt Roberto Bianco den Ertrag auf etwa zwei Kilogramm je Rebstock und liest streng aus. Bei einer Gesamtproduktion von rund 10.000 Flaschen im Jahr fällt jede Selektion ins Gewicht.
Großes Fass mit 25 Hektolitern, danach Ruhe in der Flasche
Die Trauben vergären temperaturkontrolliert im Edelstahl, die Maische bleibt etwa sieben bis acht Tage auf den Schalen. Anschließend reift der Wein in großen Fassgebinden von 25 Hektolitern; für den Ovello reserviert das Gut die jüngeren Fässer, was der Struktur der Lage entgegenkommt. Nach dem Holz folgt eine mehr als einjährige Flaschenreife im Keller. Die DOCG verlangt für Barbaresco mindestens 26 Monate Reife ab dem 1. November des Erntejahres, davon neun im Holz.
Servieren und kombinieren
Bei 16 bis 18 Grad Celsius in einem bauchigen Burgunderglas kommt der Wein am besten zur Geltung. Weil 2022 ein warmer Jahrgang war, genügt eine knappe Stunde Karaffe, um die Aromatik zu öffnen. Er passt zu Tajarin mit Butter und Salbei, geschmorter Rinderbacke, Wildschweinragout, gegrilltem Lammkarree, Pilzrisotto und mittelaltem Toma piemontese.
Häufige Fragen zum Cascina Morassino Barbaresco Ovello 2022
Wie hat sich das heiße Jahr 2022 auf diesen Barbaresco ausgewirkt?
2022 war das zweite Trockenjahr in Folge, mit schneearmem Winter und Sommertemperaturen häufig über 35 Grad Celsius. Regen im September und kühle Nächte retteten die Reife, die Erträge blieben klein. Das Ergebnis ist ein Barbaresco mit reifer, zugänglicher Frucht, der sich früher öffnet als ein klassischer Jahrgang.
Was bedeutet MGA auf einem Barbaresco-Etikett?
MGA steht für menzione geografica aggiuntiva, eine offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung. Im Barbaresco-Gebiet gibt es 66 davon, 25 allein in der Gemeinde Barbaresco. Ovello ist eine von ihnen.
Worin unterscheidet sich der Ovello vom Barbaresco Morassino desselben Guts?
Der Ovello trägt den Namen der Einzellage und entsteht aus einer engeren Auswahl; davon füllt das Gut nur etwa 4.000 Flaschen ab. Er wirkt straffer und kühler und braucht mehr Zeit. Der Morassino ist der Guts-Barbaresco und zeigt sich runder.
Wie lange lässt sich der Jahrgang 2022 lagern?
Der Shop gibt ein Lagerpotenzial von 15 bis 20 Jahren an. Kritiker ordnen 2022 als etwas früher trinkbaren Jahrgang ein; ein Trinkfenster von etwa 2026 bis 2036 ist realistisch, gut gelagerte Flaschen halten länger.
Wie sollte die Flasche gelagert werden?
Liegend, dunkel und erschütterungsfrei bei möglichst konstanten 12 bis 14 Grad Celsius. Temperaturschwankungen sind für Nebbiolo das größte Risiko, weil sie den Korken arbeiten lassen.
Inhalt:
0.75 Liter
(61,20 €* / 1 Liter)
45,90 €*
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