Bollinger
Aÿ, seit 1829. Viel Pinot Noir, viel Reservewein, Reife unter Kork – Bollinger macht Champagner mit Tiefe und Schmelz. Die Special Cuvée ist ein Klassiker, und ja, James Bond trinkt ihn aus gutem Grund.
Bollinger Special Cuvée Brut
54,90 €*
Champagner Art:
Cuvée
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Farbe:
weiß
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Herstellerland:
Frankreich
Bollinger Special Cuvée Brut ist der Non-Vintage des Hauses aus Aÿ und in Machart wie Stil auf Pinot Noir gebaut. Die Assemblage besteht aus 60 % Pinot Noir, 25 % Chardonnay und 15 % Meunier, über 85 % der Trauben stammen aus Grand- und Premier-Cru-Gemeinden. Reserveweine machen etwa die Hälfte des Verschnitts aus, ein Teil davon lagert jahrelang in Magnumflaschen unter Naturkork. Der Champagner kommt mit 12 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche und mit einer Dosage von 7 bis 8 g/l in den Handel. Sein Aromenbild geht in Richtung Quitte, Bratapfel, Walnuss und Brioche.
Die Verkostungsnotiz des Bollinger Special Cuvée Brut
FARBE: Kräftiges Goldgelb mit Bronzereflexen, die Perlage fein, aber energisch und über lange Zeit im Glas präsent.
NASE: Quitte, Bratapfel und getrockneter Pfirsich bilden den Kern. Darüber liegen Brioche, frische Walnuss und eine würzige Note, die an Zimtrinde und Kaffeebohne erinnert.
GESCHMACK: Vinös und breitschultrig, mit dichter Mousse und deutlichem Extrakt. Die Säure ist eingebunden statt spitz, kandierte Zitrone und Nussnoten geben dem Champagner Gewicht, die Dosage bleibt spürbar knapp.
FINALE: Lang und würzig, mit trockenem Nusston, feiner Kreidespur und einem Nachhall von Hefegebäck.
Aÿ: Grand Cru im Tal der Marne
Bollinger sitzt in Aÿ, einer der 17 Grand-Cru-Gemeinden der Champagne und einem der beiden Grand Crus der Vallée de la Marne. Die steilen Südhänge über dem Fluss stehen auf Kreide mit dünner Mergelauflage und gelten als klassisches Pinot-Noir-Terroir: reife, kräftige Weine mit festem Rückgrat. Insgesamt bewirtschaftet das Haus rund 180 Hektar, verteilt auf sieben Gebiete – neben Aÿ auch Avenay, Tauxières, Louvois, Verzenay, Cuis und Champvoisy. Der Chardonnay kommt vor allem aus Cuis an der Côte des Blancs, der Meunier aus Champvoisy im Westen.
Das Haus Bollinger, gegründet 1829
Am 6. Februar 1829 gründeten Athanase de Villermont, Joseph „Jacques" Bollinger und Paul Renaudin die Firma Renaudin-Bollinger & Cie in Aÿ. Bollinger zählt zu den letzten großen Häusern, die in Familienbesitz geblieben sind; die operative Führung liegt seit 2008 in professionellen Händen. Eine hauseigene Qualitätscharta legt fest, dass mindestens 60 % der Trauben aus eigenen Weinbergen kommen. Pinot Noir nimmt über 60 % der Rebfläche ein und bildet in jeder Cuvée das Gerüst.
Alte Barriques, Magnum-Reserven und Hefelager über der Vorschrift
Ein Teil der Grundweine vergärt in kleinen, alten Holzfässern; im Bestand sind rund 4.000 Barriques, von denen manche fast hundert Jahre alt sind und von einem eigenen Küfer instand gehalten werden. Neues Holz kommt nicht zum Einsatz, weshalb die Fässer Struktur und oxidative Ruhe geben, aber keinen Vanilleton. Die malolaktische Gärung wird durchgeführt. Die Reserveweine lagern zum Teil in Magnumflaschen unter Naturkork, dieser Praxis folgt das Haus seit 1890; sieben bis fünfzehn Jahre alte Magnum-Reserven fließen mit einem kleineren Anteil in die Assemblage ein. Anschließend reift der Special Cuvée deutlich länger auf der Hefe als die vorgeschriebenen 15 Monate – für die dokumentierte Charge auf Basis 2018 sind vier Jahre belegt.
Servieren und kombinieren
Wegen seiner Reife und seines Extrakts verträgt dieser Champagner die obere Grenze: 10 bis 12 °C bringen mehr als eisige 6 °C. Ein Weißweinglas mit Bauch ist Pflicht, eine schmale Flöte verschenkt die Nusstöne; ein Umfüllen erübrigt sich. Er hält gebratenem Geflügel, Kalbsbries, Steinpilzrisotto, gereiftem Comté, geräucherter Forelle und einer Tarte mit Bratapfel stand.
Häufige Fragen zum Bollinger Special Cuvée Brut
Was bringt der Fassausbau der Reserveweine?
Die alten, mehrfach belegten Barriques geben keinen Holzton, sondern erlauben eine minimale Sauerstoffzufuhr. Daraus entstehen die nussigen und würzigen Noten, die den Special Cuvée von rein im Edelstahl erzeugten Champagnern unterscheiden.
Warum lagert Bollinger Reserveweine in Magnum?
In der Magnum reift Wein langsamer und gleichmäßiger als in der Normalflasche. Der Aufwand ist erheblich: Rund eine Million Magnums liegen im Keller, und für die Assemblage müssen sie einzeln von Hand geöffnet werden.
Wie schmeckt sich ein hoher Pinot-Noir-Anteil aus?
Pinot Noir liefert Körper, Extrakt und eine geradlinige Struktur, während Chardonnay eher Frische und Zitrus einbringt. Bei 60 % Pinot Noir wirkt der Champagner deshalb kräftiger und vinöser als eine chardonnaybetonte Cuvée.
Was heißt Grand Cru bei Aÿ?
Die Échelle des Crus bewertet in der Champagne ganze Gemeinden. Aÿ gehört zu den 17 Dörfern mit der Höchstbewertung von 100 % und ist damit Grand Cru – nicht eine einzelne Lage, sondern das gesamte Gemeindegebiet.
Lohnt sich weitere Lagerung?
Der Special Cuvée kommt trinkfertig auf den Markt, gewinnt liegend und kühl gelagert aber noch an Nuss- und Gebäcknoten. Fünf Jahre nach dem Dégorgement sind unproblematisch, danach verschiebt sich das Profil merklich zum Tertiären.
Inhalt: 0.75 Liter (73,20 €* / 1 Liter)