Giorgio Rivetti hat La Spinetta zur internationalen Marke gemacht – vom Moscato d'Asti bis zu Barbaresco und Barolo. Der Stil ist immer erkennbar: dicht, aromatisch, makellos gemacht. Das Nashorn auf dem Etikett steht für Weine, die Eindruck hinterlassen.
Der La Spinetta Barbaresco Valeirano 2020 stammt aus der Einzellage Valeirano in Treiso und wird als reinsortiger Nebbiolo mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche gefüllt. Der Weinberg liegt auf rund 380 Metern, die Reben sind im Schnitt 55 Jahre alt. 2020 verlief im Barbaresco warm und ohne Extremwetter, die Lese fand Anfang Oktober statt. Entsprechend fruchtbetont zeigt sich der Wein: Brombeere, Cassis und zerdrückte Rosenblüte stehen im Vordergrund. Dazu kommen griffige, leicht staubige Tannine und eine mineralische Ader, die das Gut auf die meeresgeprägten Mergelböden der Lage zurückführt.
Die Verkostungsnotiz des La Spinetta Barbaresco Valeirano 2020
FARBE: Mittleres Rubinrot mit leicht durchscheinendem Rand.
NASE: Brombeere und schwarze Johannisbeere führen den Duft an, ergänzt von Muskatnuss und Lindenblüte. Mit Luft treten getrocknete Rosenblätter, dunkle Kirsche und ein balsamischer Hauch hinzu.
GESCHMACK: Kräftiger Körper mit viel Fruchtgewicht und deutlicher Kraft. Die Tannine sind griffig und leicht staubig, die Gesamtsäure von 5,1 Gramm je Liter hält den Wein trotz der Fülle des Jahrgangs zusammen.
FINALE: Kraftvoll und lang, mit dunkler Frucht, Kräuterwürze und einem Zug ins Mineralische.
Valeirano in Treiso: Mergel maritimen Ursprungs
Valeirano ist eine der rund zwanzig amtlich abgegrenzten Lagen der Gemeinde Treiso, also eine MGA innerhalb des Barbaresco-Gebiets. Treiso ist die südlichste und höchstgelegene der vier Barbaresco-Gemeinden; die Weine gelten dort als etwas straffer und kühler als jene aus Barbaresco selbst. La Spinetta erwarb die rund 2,5 Hektar große Parzelle 1997. Sie liegt auf etwa 380 Metern in Südwestlage, der Boden besteht aus tonigem Kalkmergel maritimen Ursprungs mit Sandanteil. Das Gut vergleicht diese Böden mit denen von Serralunga d'Alba und führt darauf die Langlebigkeit und die mineralische Prägung des Weins zurück.
Vom Moscato zum Barbaresco: die Rivetti in Castagnole delle Lanze
La Spinetta begann als Moscato-Betrieb: 1977 füllten Giuseppe „Pin“ und Lidia Rivetti in Castagnole delle Lanze ihre ersten Süßweine ab. Der Weg in den Rotwein führte über Barbera und die Cuvée Pin, bevor zwischen 1995 und 1997 mit Gallina, Starderi und Valeirano drei Barbaresco-Lagen dazukamen; Bordini folgte später. Diese Lagenweine erscheinen unter dem Zusatz Vürsù, piemontesisch für „das Beste“. Heute bewirtschaftet die Familie rund 165 Hektar in Piemont und Toskana und arbeitet ökologisch, ohne Herbizide und mit deutlich reduzierten Erträgen.
18 Monate französisches Holz – weniger neu als früher
Maischegärung und Maischestandzeit dauern im temperaturkontrollierten Tank etwa 15 Tage. Der biologische Säureabbau erfolgt im französischen Eichenfass, das laut Betriebsdatenblatt zum 2020er zu 20 Prozent neu und zu 80 Prozent bereits zweitbelegt ist. Nach 18 Monaten Holz folgen rund neun Monate Flaschenreife vor der Auslieferung. Damit erfüllt der Wein die Barbaresco-Vorgabe von 26 Monaten Mindestreife, davon mindestens neun im Holz, mit deutlichem Abstand. Bemerkenswert ist der Vergleich mit früheren Jahrgängen: Für 2005 bis 2007 dokumentierten die Datenblätter noch 22 Monate in 100 Prozent neuem, mittelstark getoastetem Barrique.
Servieren und kombinieren
Servieren Sie den Barbaresco bei 16 bis 17 °C im großen Burgunderglas. Eine gute Stunde Karaffe tut dem kräftigen Jahrgang gut, weil sich die staubigen Tannine dadurch runden. Passende Begleiter sind Vitello tonnato, geschmorte Ochsenbacke, Ente mit Feige, Pilzrisotto, Salsiccia mit Linsen und mittelalter Toma piemontese.
Häufige Fragen zum La Spinetta Barbaresco Valeirano 2020
Was bedeutet Valeirano auf dem Etikett?
Valeirano ist eine amtlich abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung, eine MGA, im Barbaresco-Gebiet. Sie benennt die genaue Herkunft der Nebbiolo-Trauben und darf nur verwendet werden, wenn die Trauben vollständig aus dieser Lage stammen.
Liegt Valeirano in Neive oder in Treiso?
Valeirano gehört zur Gemeinde Treiso. In Neive liegen andere Lagen des Guts, etwa Gallina, Starderi und Bordini – Verwechslungen kommen deshalb häufiger vor.
Wie lange muss ein Barbaresco vor dem Verkauf reifen?
Das Reglement schreibt mindestens 26 Monate Reifezeit vor, davon wenigstens neun Monate im Holzfass. Für die Riserva verlängert sich die Gesamtreife auf 50 Monate.
Worin unterscheidet sich der 2020er vom 2021er Valeirano?
2020 war das wärmere, früher gelesene Jahr und ergab einen fülligeren, fruchtbetonteren Wein mit staubigem Tannin. Der 2021er wurde später gelesen, wirkt straffer gebaut und verlangt mehr Geduld.
Wozu passt dieser Barbaresco am besten?
Zu kräftigen, aber nicht zu fetten Gerichten: Schmorbraten, Wild, Pilzgerichte und reife Kuhmilchkäse. Die deutliche Frucht des Jahrgangs verträgt auch etwas Süße, etwa Feigen oder Zwiebelkonfit.
Mit dem La Spinetta Barbaresco Valeirano 2021 legt die Familie Rivetti einen deutlich strafferen Jahrgang derselben Treiso-Lage vor. Es handelt sich um sortenreinen Nebbiolo mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. 2021 war ein spätes Jahr: langer kalter Winter, kühles Frühjahr, ein Aprilfrost, der wegen der verzögerten Vegetation kaum Schaden anrichtete, und eine Lese, die im Barbaresco erst zwischen dem 7. und 10. Oktober begann. Rosenblatt, Sauerkirsche und getrocknete Pfirsichhaut prägen den Duft. Am Gaumen steht ein kaubares, saftiges Tannin, das James Suckling mit 97 Punkten bewertet hat.
Die Verkostungsnotiz des La Spinetta Barbaresco Valeirano 2021
FARBE: Klares Rubinrot, in der Mitte dichter als am Rand.
NASE: Viel Rosenblatt und getrocknete Kräuter, dazu Sauerkirsche und Pfirsichhaut. Im Hintergrund zeigen sich Wacholder, Anis und ein feiner Rauchton, das Holz bleibt unauffällig.
GESCHMACK: Vollmundig, jedoch straffer gebaut als der Vorgängerjahrgang. Der Gerbstoff wirkt kaubar und gleichzeitig saftig, die tragende Säure lässt die rote Frucht klar hervortreten und verlängert den Mittelteil.
FINALE: Lang und würzig, mit spürbarem Tanningerüst und einem kühlen Nachhall aus Kräutern und Stein.
380 Meter am Südwesthang: der Weinberg Valeirano
Die Parzelle liegt in Treiso, der höchsten der vier Barbaresco-Gemeinden, auf rund 380 Metern über dem Meer und ist nach Südwesten geneigt. Der Boden ist ein toniger Kalkmergel maritimen Ursprungs mit sandigem Anteil – eine Kombination, die für gute Drainage sorgt und den Reben auch in kühleren Jahren zu vollständiger Reife verhilft. Die Nebbiolo-Stöcke stehen im Durchschnitt seit 55 Jahren, La Spinetta bewirtschaftet hier etwa 2,5 Hektar. Gerade im späten Jahrgang 2021 zahlte sich die Höhenlage aus: Die kühlen Nächte im Oktober erhielten Duft und Säure, während die Gerbstoffe langsam ausreiften.
La Spinetta zwischen Piemont und Toskana
Das Gut umfasst heute rund 165 Hektar Rebfläche und erzeugt ungefähr 650.000 Flaschen im Jahr. Zum Piemont mit Castagnole delle Lanze, dem Barolo-Keller in Grinzane Cavour und dem Timorasso-Projekt in den Colli Tortonesi kommt seit 2001 die Toskana mit Casanova della Spinetta in Terricciola. Giorgio Rivetti gilt als einer der prägenden Winzer seiner Generation und war Teil jener Gruppe, die in den 1980er- und 1990er-Jahren als „Barolo Boys“ die Kellertechnik der Langhe umkrempelte. Sohn Andrea Rivetti verantwortet inzwischen das 2011 übernommene Schaumweinhaus Contratto mit.
Reifung überwiegend in gebrauchter französischer Eiche
Nach 14 bis 15 Tagen Maischestandzeit im temperaturkontrollierten Tank läuft der Wein in französische Eichenfässer, in denen auch der biologische Säureabbau abläuft. Der Neuholzanteil liegt bei den Barbaresco-Lagen heute im Bereich von 20 bis 30 Prozent, der Rest sind Fässer zweiter Belegung; früher wurde derselbe Wein 22 Monate lang ausschließlich in neuen Barriques ausgebaut. Auf die Fassreife folgt eine mehrmonatige Flaschenruhe im Keller. Der straffe Bau des Jahrgangs 2021 spricht dafür, dem Wein Zeit zu lassen – Lagerpotenzial von zwei Jahrzehnten und mehr ist realistisch.
Servieren und kombinieren
Am besten bei 16 bis 17 °C in einem weiten Glas. Weil der Jahrgang jung noch verschlossen wirkt, empfehlen sich zwei Stunden in der Karaffe oder mehrere Jahre Flaschenreife. Auf dem Tisch harmoniert er mit Brasato, Hasenragout, Tajarin mit Wurstsugo, gegrilltem Rinderfilet, Trüffelrührei und gereiftem Bra duro.
Häufige Fragen zum La Spinetta Barbaresco Valeirano 2021
Warum steht ein Nashorn auf dem Etikett?
Das Motiv zitiert den Holzschnitt „Rhinocerus“, den Albrecht Dürer 1515 nach bloßen Beschreibungen anfertigte, ohne je ein Nashorn gesehen zu haben. Giorgio Rivetti wählte es aus Bewunderung für Dürer; seither ist es das Erkennungszeichen der piemontesischen Weine des Guts.
Was bedeutet der Zusatz Vürsù?
Vürsù ist piemontesischer Dialekt und steht für „das Beste“. La Spinetta verwendet den Begriff für seine Lagenweine aus Barbaresco und Barolo, im Unterschied zu den Gebietsweinen ohne Lagenangabe.
Was unterscheidet den 2021er vom 2020er dieser Lage?
Der 2021er stammt aus einem späten, gemäßigten Jahr mit Lese im Oktober und zeigt mehr Gerbstoffgerüst und Frische. Der 2020er ist der wärmere, rundere und früher zugängliche Wein.
Wie lange lässt sich der Wein lagern?
Bei kühler, dunkler und erschütterungsfreier Lagerung sind zwanzig Jahre und mehr realistisch. Der straffe Gerbstoff des Jahrgangs ist dabei eher ein Vorteil, weil er die Frucht über lange Zeit trägt.
Sollte man den Barbaresco dekantieren?
In den ersten Jahren ja: Zwei Stunden Luft helfen dem noch verschlossenen Duft und mildern den Zugriff des Tannins. Ältere Flaschen sollten dagegen nur vorsichtig umgefüllt und zügig getrunken werden.
Der La Spinetta Barolo BG Botte Grande 2018 ist der Gegenentwurf im eigenen Haus. Der reinsortige Nebbiolo aus der Lage Garretti in Grinzane Cavour reift nicht im Barriquefass, sondern in 3.000 Liter fassenden Fudern aus Allier-Eiche – daher das Kürzel BG für „botte grande“, großes Fass. Die Flasche enthält 0,75 Liter bei 14 % Vol. Rote Beeren, getrocknete Blüten und eine breite Gewürzpalette bestimmen den Duft. Am Gaumen ist der Wein dicht und klar gegliedert, mit einem Tannin, das eher an den klassischen Barolo-Typ erinnert als an den früheren Hausstil.
Die Verkostungsnotiz des La Spinetta Barolo BG Botte Grande 2018
FARBE: Intensives Rubinrot mit dichtem Kern.
NASE: Rote Beeren, Preiselbeere und getrocknete Blüten, darüber eine breite Würze aus Nelke, Muskat und Wacholder. Holzaromen treten kaum hervor, stattdessen zeigt sich ein erdiger Grundton.
GESCHMACK: Dicht und fest gegliedert, mit klarer roter Frucht, Teeblatt und trockener Erde. Der Gerbstoff ist reichlich vorhanden, wirkt im milderen Jahrgang 2018 aber überraschend zugänglich; der Restzucker liegt bei nur 3 Gramm je Liter.
FINALE: Lang, würzig und trocken, mit Wacholder und einem leicht rauchigen Nachhall.
Garretti in Grinzane Cavour – die Lage hinter dem Kürzel
Garretti ist eine der acht amtlich abgegrenzten Lagen der Gemeinde Grinzane Cavour. La Spinetta bewirtschaftet hier eine Parzelle von rund 4,5 Hektar auf etwa 240 Metern Höhe in reiner Südausrichtung; die Nebbiolo-Reben sind im Mittel siebzig Jahre alt. Der Untergrund ist alluvialen Ursprungs und von einer kalkhaltigen Tonschicht überzogen. Weil der gegenüberliegende Hang weit entfernt liegt, ist der Weinberg außergewöhnlich gut durchlüftet und behält selbst in heißen Jahren große Tag-Nacht-Unterschiede. Der obere und mittlere Teil desselben Weinbergs trägt den betriebseigenen Namen Campé.
Ein Barolo, der auf Bestellung entstand
Den BG gibt es erst seit dem Jahrgang 2010. Er entstand auf Wunsch des Stuttgarter Weinhändlers Dieter Fischer, der sich von La Spinetta einen Barolo ohne Barriqueprägung wünschte. Für ein Haus, das in den 1990er-Jahren zu den Wortführern des modernen Langhe-Stils zählte und dessen Inhaber Giorgio Rivetti zum Kreis der „Barolo Boys“ gerechnet wird, war das ein bemerkenswerter Schritt. Inzwischen ist der reduzierte Holzeinfluss längst kein Sonderweg mehr: Auch die Lagenweine des Guts kommen heute überwiegend in gebrauchte Fässer.
24 Monate in 3.000 Liter großen Fudern aus Allier-Eiche
Maischestandzeit und Gärung laufen 14 bis 15 Tage im temperaturkontrollierten Edelstahltank ab. Danach ruht der Wein 24 Monate in den großen Fässern, bevor rund zwölf Monate Flaschenreife folgen. Das große Fass hat pro Liter Wein deutlich weniger Holzoberfläche als ein Barrique, gibt daher kaum Vanille- und Röstnoten ab und lässt Sauerstoff langsamer eindringen. Das Ergebnis ist ein Barolo, dessen Tannin kantiger und dessen Frucht heller bleibt. Die Vorgabe der Herkunftsbezeichnung – 38 Monate Gesamtreife, davon 18 im Holz – wird dabei klar übertroffen.
Servieren und kombinieren
16 bis 17 °C und ein weites Glas sind die richtige Basis. Der Jahrgang 2018 fiel im Barolo eher mild und duftig aus, weshalb eine Stunde Karaffe meist genügt. Er passt zu Zunge in grüner Sauce, Kaninchen mit Oliven, Rinderrouladen, Tagliatelle mit Pilzen, Wildschweinragout und einem gereiften Bettelmatt.
Häufige Fragen zum La Spinetta Barolo BG Botte Grande 2018
Wofür steht das Kürzel BG?
BG steht für „botte grande“, italienisch für großes Holzfass. Der Name benennt also unmittelbar das Ausbaugefäß, das diesen Barolo von den übrigen Rotweinen des Guts unterscheidet.
Was bewirkt der Ausbau im großen Fass?
Ein 3.000-Liter-Fuder hat im Verhältnis zum Inhalt viel weniger Holzoberfläche als ein 225-Liter-Barrique. Der Wein nimmt dadurch weniger Holzaroma und weniger Sauerstoff auf, wirkt herkunftsbetonter und behält ein strafferes, klassischer anmutendes Tannin.
Wie unterscheidet sich der BG vom Barolo Campé?
Die Trauben kommen aus demselben Weinberg in Grinzane Cavour, der Campé allerdings aus dem oberen Abschnitt. Entscheidend ist der Keller: Der Campé reift 24 Monate in französischen Barriques, der BG dieselbe Zeit im großen Fuder und wirkt dadurch weniger geschliffen.
Ist der Jahrgang 2018 bereits trinkreif?
2018 war im Barolo ein regenreiches, schwieriges Jahr mit starkem Krankheitsdruck im Frühsommer. Die Weine fielen duftig aus, mit weicherem Tannin als üblich, und sind früher zugänglich – dieser Barolo lässt sich also bereits gut trinken.
Wie lange muss ein Barolo mindestens reifen?
Das Reglement verlangt 38 Monate ab dem 1. November des Erntejahres, davon mindestens 18 Monate im Holzfass. Für die Riserva sind es 62 Monate, ebenfalls mit 18 Monaten Holz.
Die Magnum des La Spinetta Barolo BG Botte Grande 2018 fasst 1,5 Liter und enthält denselben sortenreinen Nebbiolo aus dem Weinberg Garretti bei Grinzane Cavour wie das normale Format, nur in einem Gebinde, das langsamer altert. Der Alkohol liegt bei 14 % Vol. Ausgebaut wurde dieser Barolo in Fudern aus Allier-Eiche zu 3.000 Litern statt im kleinen Barriquefass, worauf das Kürzel BG für „botte grande“ verweist. Im Glas stehen Himbeere, Hagebutte und Blütenwürze über einem festen Gerbstoffgerüst. Das Gut gibt für dieses Format 20 bis 30 Jahre Lagerfähigkeit an.
Die Verkostungsnotiz des La Spinetta Barolo BG Botte Grande 2018 MG
FARBE: Sattes Rubinrot, im Kern etwas dunkler als bei gleich alten Flaschen im Normalformat.
NASE: Noch zurückhaltend: Himbeere, Hagebutte und getrocknete Veilchen, dazu Nelke, schwarzer Pfeffer und ein Anflug Waldboden. Mit Luft kommen Orangenschale und trockenes Laub dazu.
GESCHMACK: Fest gebaut, mit kompakter roter Frucht, Bitterorange und Teeblatt. Der Gerbstoff steht hier deutlicher im Vordergrund als in der 0,75-Liter-Flasche desselben Weins und verlangt Luft oder Geduld.
FINALE: Trocken, salzig und ausdauernd, mit Gewürznachhall und feinem Bitterstoff.
Grinzane Cavour: eine kleine Barolo-Gemeinde mit großer Vergangenheit
Die Gemeinde am Rand des Barolo-Gebiets ist nach Camillo Benso Graf von Cavour benannt, der hier 1832 im Alter von 22 Jahren Bürgermeister wurde und das Amt siebzehn Jahre lang ausübte. Er holte den Fachmann Pier Francesco Staglieno und später den französischen Önologen Louis Oudart nach Grinzane; 1849 entstand hier vermutlich der erste jahrgangsweise abgefüllte Barolo. Von den acht amtlichen Lagen der Gemeinde ist Garretti die Herkunft dieses Weins: 4,5 Hektar auf 240 Metern, nach Süden geneigt, alluvialer Untergrund mit kalkhaltiger Tondecke und sehr guter Durchlüftung.
La Spinetta und der Weg zurück zum großen Fass
Das 1977 in Castagnole delle Lanze gegründete Gut der Rivetti stand jahrzehntelang für kleine französische Fässer. Die Barbaresco-Lagen reiften in den 2000er-Jahren 22 Monate in ausschließlich neuen Barriques, und Giorgio Rivetti wurde zu den „Barolo Boys“ gezählt, die den modernen Langhe-Stil geprägt haben. Seither hat sich das Bild verschoben: Die aktuellen Datenblätter nennen nur noch etwa 20 Prozent Neuholz, der Rest sind Fässer zweiter Belegung. Der 2010 erstmals erzeugte BG geht einen Schritt weiter und verzichtet ganz auf das Barrique – er ist die ausdrücklich traditionell gehaltene Linie des Hauses.
Großes Fass, große Flasche: was beides mit dem Wein macht
Nach etwa 14 bis 15 Tagen Maischestandzeit im Stahltank folgen 24 Monate im 3.000-Liter-Fuder und rund ein Jahr Flaschenruhe. Weil im großen Fass wenig Holzoberfläche auf viel Wein kommt, bleibt der Wein arm an Röst- und Vanilletönen. Das Magnumformat setzt diesen Gedanken fort: In der 1,5-Liter-Flasche steht demselben Volumen Wein anteilig weniger Sauerstoff unter dem Korken gegenüber, die Reife verläuft dadurch langsamer und gleichmäßiger. Solche Flaschen wirken jung oft verschlossener, halten die Frucht aber spürbar länger.
Servieren und kombinieren
Eine Magnum ergibt etwa zwölf Gläser und eignet sich damit für größere Runden. Der Wein sollte bei 16 bis 17 °C ausgeschenkt und wegen des Formats eher zwei bis drei Stunden vorher in eine große Karaffe gegeben werden. Auf dem Tisch bewähren sich Rinderbraten im eigenen Saft, Lammkeule, Wildente, Pasta mit Fleischsugo, Trüffelgerichte und lang gereifter Hartkäse.
Häufige Fragen zum La Spinetta Barolo BG Botte Grande 2018 MG
Wie viele Gläser ergibt eine Magnum?
Bei 1,5 Litern Inhalt und einer üblichen Portion von etwa 125 Millilitern sind es rund zwölf Gläser. Damit reicht eine Flasche gut für sechs bis acht Personen zum Essen.
Reift Wein in der Magnum tatsächlich langsamer?
In der Regel ja. Das Verhältnis zwischen der Sauerstoffmenge im Flaschenhals und der Weinmenge fällt günstiger aus als bei der 0,75-Liter-Flasche, wodurch die oxidative Entwicklung gebremst wird.
Wie lange lässt sich diese Magnum lagern?
Der Betrieb nennt für dieses Format 20 bis 30 Jahre. Voraussetzung sind liegende Lagerung, gleichmäßige Kühle, Dunkelheit und Ruhe.
Worauf sollte man beim Öffnen achten?
Große Flaschen haben längere Korken, deshalb ist ein Kellnermesser mit zweistufigem Hebel oder ein Korkenzieher mit langer Spirale sinnvoll. Zum Einschenken empfiehlt sich eine Karaffe, weil sich 1,5 Kilogramm Glas plus Inhalt schlecht ruhig führen lassen.
Was unterscheidet den BG von den übrigen Rotweinen des Guts?
Alle anderen Nebbiolo-Lagenweine von La Spinetta reifen in französischen Barriquefässern, wenn auch heute überwiegend gebraucht. Der BG ist der einzige, der ausschließlich im großen Fuder liegt, und zeigt entsprechend weniger Holzprägung.
Der La Spinetta Barolo Campé 2020 ist ein reinsortiger Nebbiolo aus Grinzane Cavour und kommt mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Campé bezeichnet den oberen und mittleren Abschnitt des Weinbergs Garretti, der einzigen Barolo-Herkunft der Familie Rivetti. Der Jahrgang 2020 brachte im Piemont reife Trauben mit auffällig guter Säure, weshalb die Weine früher zugänglich wirken als in strengeren Jahren. Kleine rote Beeren, Jasmin und Graphit bestimmen das Aromenbild, dazu kommt eine feine Süßholzwürze. Der Wein ist präzise gezeichnet, hat spürbaren Zug und ein eher fein geriebenes als breites Tannin.
Die Verkostungsnotiz des La Spinetta Barolo Campé 2020
FARBE: Helles bis mittleres Rubinrot mit granatfarbenem Schimmer am Rand.
NASE: Kleine rote Beeren, Jasmin und ein deutlicher Graphitton eröffnen den Duft. Dahinter liegen getrocknete Rosenblätter, etwas Süßholz und eine kühle, fast steinige Note, die sich mit Luft weiter öffnet.
GESCHMACK: Am Gaumen klar konturiert und strukturiert, getragen von Heidelbeere, Kirschkern und einem Anflug Lakritz. Das Tannin ist dicht, aber sauber poliert; die Säure des Jahrgangs hält den Wein schlank und beweglich.
FINALE: Breit und anhaltend, mit weichem, dennoch kräftigem Gerbstoff und salziger Mineralität im Nachhall.
Campé: der obere Abschnitt des Weinbergs Garretti in Grinzane Cavour
Campé ist keine amtliche geografische Zusatzbezeichnung, sondern der hauseigene Name für die beste Parzelle der Rivetti innerhalb der MGA Garretti. Die offiziellen Lagen von Grinzane Cavour heißen Bablino, Borzone, Canova, Castello, Garretti, Gustava, La Corte und Raviole. Die Parzelle Campé umfasst rund 3,5 Hektar, liegt auf etwa 280 Metern, ist ganz nach Süden ausgerichtet und trägt im Schnitt siebzig Jahre alte Nebbiolo-Reben. Der Untergrund ist alluvial geprägt und von einer kalkhaltigen Tonauflage überdeckt. Grinzane Cavour gehört zu den elf Barolo-Gemeinden, spielt im Vergleich zu Serralunga oder La Morra aber eine Nebenrolle – was die Lage hier ungewöhnlich macht.
La Spinetta: die Familie Rivetti und das Nashorn von Albrecht Dürer
Giuseppe „Pin“ und Lidia Rivetti legten den Grundstein des Guts, 1977 kam der erste Moscato d'Asti auf die Flasche, 1982 mit dem Barbera Ca' di Pian der erste Rotwein. Zwischen 1995 und 1997 folgten die drei Barbaresco-Lagen Gallina, Starderi und Valeirano, 2000 der Einstieg in den Barolo mit dem Kauf in Grinzane Cavour. Heute führt Giorgio Rivetti das Haus gemeinsam mit Sohn Andrea; hinzu kamen 2001 das toskanische Gut Casanova della Spinetta in Terricciola, 2011 das Schaumweinhaus Contratto und 2018 Timorasso in den Colli Tortonesi. Das Nashorn auf dem Etikett geht auf den Holzschnitt „Rhinocerus“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1515 zurück. Beim Campé steht stattdessen Dürers Löwe – der König der Tiere zum König der Weine.
24 Monate französische Eiche mit deutlich reduziertem Neuholzanteil
Maischestandzeit und alkoholische Gärung dauern in temperaturkontrollierten Tanks im Schnitt 14 bis 15 Tage. Der biologische Säureabbau findet bereits im französischen Eichenfass statt, das heute nur noch zu rund 20 Prozent aus Neuholz besteht; die übrigen 80 Prozent sind Fässer zweiter Belegung. Nach 24 Monaten Holz folgen mindestens zwölf Monate Flaschenreife, abgefüllt wird ohne Filtration und Schönung. Damit liegt der Wein klar über den 38 Monaten Mindestreife, davon 18 im Holz, die das Barolo-Reglement verlangt. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren arbeitete La Spinetta noch mit weit höheren Neuholzanteilen – der heutige Ausbau stellt Frucht und Herkunft stärker in den Vordergrund.
Servieren und kombinieren
Das Gut empfiehlt 16 bis 17 °C und ein bauchiges Burgunderglas. Jung getrunken profitiert der Barolo von ein bis zwei Stunden Luft in der Karaffe, mit Flaschenreife genügt oft frühes Öffnen. Gut begleitet er Brasato al Barolo, Rehrücken, Tajarin mit Butter und Salbei, Risotto mit Steinpilzen, gefüllte Agnolotti del plin und gereiften Castelmagno.
Häufige Fragen zum La Spinetta Barolo Campé 2020
Was bedeutet Campé auf dem Etikett?
Campé ist der betriebseigene Name für die obere und mittlere Parzelle des Weinbergs Garretti in Grinzane Cavour. Die amtlich abgegrenzte Lage heißt Garretti; Campé kennzeichnet innerhalb davon den Abschnitt, den die Rivetti für den besten halten.
Warum trägt der Campé einen Löwen und kein Nashorn?
Beide Motive stammen von Albrecht Dürer. Für den Barolo Campé hat das Gut bewusst Dürers Löwen gewählt und verbindet damit den König der Tiere mit dem Barolo, der traditionell als König der Weine gilt.
Ist der Barolo Campé 2020 schon trinkreif?
Der Jahrgang 2020 gilt im Barolo als vergleichsweise früh zugänglich, weil die Tannine reif und die Säure lebendig ausfielen. Nach einer Karaffenstunde lässt sich der Wein bereits jetzt gut trinken, sein Höhepunkt liegt jedoch noch einige Jahre voraus.
Worin unterscheidet sich der Campé vom Barolo BG „Botte Grande“?
Beide Weine stammen aus Grinzane Cavour, werden aber unterschiedlich ausgebaut: Der Campé reift in französischen Barriquefässern, der BG in 3.000-Liter-Fässern aus Allier-Eiche. Der Campé wirkt dadurch geschliffener, der BG kantiger und näher am klassischen Barolo-Bild.
Was macht Grinzane Cavour als Barolo-Gemeinde besonders?
Grinzane Cavour ist eine der elf Gemeinden, die Barolo erzeugen dürfen, hat aber deutlich weniger Rebfläche als Serralunga d'Alba oder La Morra. Namensgeber ist Camillo Benso Graf von Cavour, der von 1832 bis 1849 Bürgermeister des Ortes war und hier den Weinbau modernisieren ließ.
Inhalt:
0.75 Liter
(159,87 €* / 1 Liter)
119,90 €*
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