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Hugues Godmé

Grower aus Verzenay, Grand Cru in der Montagne de Reims, biologisch arbeitend. Godmé macht präzise, mineralische Champagner mit echtem Lagencharakter – Winzerchampagner im besten Sinn.

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Hugues Godme Brut Nature
Champagner Art: Pinot Noir
Der Hugues Godmé Brut Nature ist ein Blanc de Noirs aus reinem Pinot Noir der Grand-Cru-Gemeinden Verzenay und Verzy an der Montagne de Reims. Dosiert wird nicht: null Gramm Zucker nach dem Dégorgement. Der Wein liegt lange auf der Hefe — Fachhändler nennen mehr als fünf, teils bis zu zehn Jahre Kellerzeit — und kommt mit 12 % Vol. in die 0,75-Liter-Flasche. Zu erwarten sind reife rote Frucht, Kirschkern und Quitte, dazu Brotkruste, Trockenobst und der salzig-kreidige Zug, für den Verzenay steht. Der Betrieb arbeitet biologisch und biodynamisch zertifiziert. Die Verkostungsnotiz des Hugues Godmé Brut Nature FARBE: Ein tiefes Goldgelb, kupfrig schimmernd, wie es lange gereifte Blanc de Noirs annehmen. Feine, beharrliche Perlage. NASE: Zunächst Sauerkirsche, Himbeere und Quitte, dann Blutorangenschale. Fassvinifikation und Jahre auf der Hefe bringen Brotkruste, Haselnuss und getrocknete Aprikose ins Spiel; darunter liegt feuchte Kreide. GESCHMACK: Seidige, dicht gepackte Mousse und ein Körper, der für einen Champagner ohne Dosage viel Substanz mitbringt. Die Säure wirkt salzig statt spitz, der Extrakt aus dem Pinot Noir trägt weit. Trocken vom ersten bis zum letzten Eindruck. FINALE: Kirschkern und feine Würze über salzig-kreidigem Grund; der Nachhall bleibt auffallend lange stehen. Verzenay und Verzy: Grand Cru an der Nordflanke der Montagne de Reims Verzenay gehört zu den 17 Grand-Cru-Gemeinden der Champagne, Verzy wurde 1985 in diese Gruppe aufgenommen. Beide liegen an der nach Norden und Nordosten geneigten Flanke der Montagne de Reims — eine kühle Exposition, die die Reife bremst und die Säure erhält. Unter dünner Auflage steht Belemniten-Kreide, die Wasser speichert und im Wein als Salzigkeit ankommt. Verzenay gilt seit Generationen als Referenzadresse für straffen, körperreichen Pinot Noir, und genau diese Verbindung von Kraft und Kühle prägt den Brut Nature. Wichtig zum Verständnis: In der Champagne hängt der Cru-Status an der Gemeinde, nicht an der einzelnen Parzelle. Hugues Godmé, Récoltant-Manipulant in Verzenay Hugues Godmé bewirtschaftet rund 7,5 Hektar, aufgeteilt in etwa 40 Parzellen in Verzenay, Verzy, Villers-Marmery und Villedommange. Etwa 3 Hektar stehen im Chardonnay, 2,8 im Pinot Noir, 1,8 im Meunier; die Reben sind im Schnitt 30 Jahre alt, die ältesten über 60. Als Récoltant-Manipulant verarbeitet er ausschließlich eigene Trauben — das ist der Kern des Begriffs Winzerchampagner. 2006 brach er mit der Betriebstradition und begann die Umstellung: 2013 folgte die Bio-Zertifizierung, 2014 die biodynamische über Biodyvin. Seit 2021 arbeitet Tochter Lucile mit, die Jahresproduktion liegt bei etwa 50.000 Flaschen. Spontangärung im alten Holz, null Dosage Gelesen wird von Hand, gepresst werden ganze Trauben, und jede Parzelle vergärt für sich — spontan mit den eigenen Hefen, in gebrauchtem Holz und Zementbehältern. Die Moste laufen über Schwerkraft, die malolaktische Gärung findet gar nicht oder nur teilweise statt, was die Säure erhält. Anschließend liegt der Wein je nach Cuvée drei bis acht Jahre auf der Hefe; für den Brut Nature nennen Händler mehr als fünf, in einem Fall rund zehn Jahre Kellerreife. Gefüllt wird ohne Schönung und Filtration, mit sehr niedrigem Schwefel und ohne Zuckerzusatz. Servieren und kombinieren Wegen der Reife eher 10 bis 12 °C als 8; eiskalt verliert der Wein seine Röst- und Trockenobstnoten. Ein bauchiges Weißweinglas ist hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung — die Flöte unterschlägt genau die Aromen, für die man diesen Champagner kauft. Gut passen Hummer, gebratene Jakobsmuscheln, Poularde mit Pilzen, Wolfsbarsch in der Salzkruste, Kalbsschnitzel in Butter und gereifter Comté. Häufige Fragen zum Hugues Godmé Brut Nature Was ist ein Blanc de Noirs? Ein Blanc de Noirs entsteht ausschließlich aus roten Trauben, die weiß gekeltert werden — der Saft bleibt hell, weil er nicht auf den Schalen steht. Hier ist es reiner Pinot Noir aus Verzenay und Verzy. Solche Weine wirken meist körperreicher und breiter als ein Blanc de Blancs. Was bedeutet Récoltant-Manipulant? Ein Récoltant-Manipulant baut ausschließlich Trauben aus eigenen Weinbergen selbst aus und füllt sie unter eigenem Namen ab. Das Kürzel RM steht auf dem Etikett. Es ist die Kategorie, die man umgangssprachlich als Winzerchampagner bezeichnet. Schmeckt ein Champagner ohne Dosage sauer? Nicht zwingend. Fehlt der Zucker, tritt die Säure unverdeckt hervor — reifes Lesegut und langes Hefelager liefern aber Extrakt und Cremigkeit, die dieselbe Aufgabe übernehmen. Bei jahrelanger Hefezeit wie hier wirkt das Ergebnis eher salzig und breit als spitz. Was zeichnet Verzenay als Grand Cru aus? Die kühl nach Norden gerichteten Hänge auf Kreide liefern Pinot Noir mit hoher Säure und deutlicher Struktur. Verzenay ist eines von 17 Dörfern mit 100 % in der Échelle des Crus und traditionell eine der wichtigsten Pinot-Noir-Adressen der Region. Ist der Brut Nature jetzt trinkfertig? Der Wein kommt schon mit erheblicher Kellerreife auf den Markt und ist trinkfertig. Bei kühler, dunkler Lagerung entwickelt er weiter in Richtung Trockenfrüchte, Nuss und Karamell, während die Perlage feiner wird. Wer die rote Frucht klar umrissen mag, sollte nicht zu lange warten.

Inhalt: 0.75 Liter (65,20 €* / 1 Liter)

48,90 €*
Hugues Godme Fins Bois
Champagner Art: Cuvée
Der Hugues Godmé Fins Bois ist die im Fass vinifizierte Grand-Cru-Cuvée des Verzenayer Betriebs: 60 % Pinot Noir und 40 % Chardonnay aus den Parzellen Les Chaillots und Les Vignes Goisses in Verzenay sowie Les Bussets in Verzy. Rund 80 % gären im Holz, die malolaktische Gärung läuft nur zu etwa 30 % durch, das Hefelager beträgt vier Jahre und die Dosage 4 g/l — damit ein Extra Brut. Abgefüllt mit 12 % Vol. in 0,75 Liter, zeigt er gelbe Frucht, Mandel, Brioche und einen deutlich salzigen Kreidezug. Reserveweine aus fünf und mehr Jahrgängen geben der Assemblage Tiefe. Die Verkostungsnotiz des Hugues Godmé Fins Bois FARBE: Kräftiges Strohgelb mit goldenem Kern. Kleine Bläschen, gleichmäßige Ketten, eine ausgesprochen feine Perlage. NASE: Reifer Apfel, Mirabelle und Birne, dazu Zitronenmelisse. Aus dem Fass kommen Mandel, Brioche, Vanilleschote und ein Hauch Röstsesam; die Kreidenote bleibt trotz Holz gut sichtbar. GESCHMACK: Cremige, fast dichte Mousse und ein breiterer Körper als bei den unverholzten Weinen des Hauses. Weil die malolaktische Gärung nur zu rund einem Drittel durchlief, bleibt viel Äpfelsäure erhalten und hält den Wein straff. Die 4 g/l Dosage sind nicht als Süße spürbar, sondern nur als weichere Kante. FINALE: Ruhig und lang auslaufend: Nuss, feines Holzgewürz, darunter reichlich Salz und Kreide. Drei Grand-Cru-Parzellen in Verzenay und Verzy Die Trauben kommen aus Les Chaillots und Les Vignes Goisses in Verzenay sowie aus Les Bussets in Verzy — beides Grand-Cru-Gemeinden der Montagne de Reims. Die Böden sind kreidig, die Hänge kühl exponiert; Pinot Noir liefert hier Struktur und Salz, Chardonnay Spannung und Zitrusnerv. Dass zwei Gemeinden in einer Cuvée zusammenkommen, ist beim Grand Cru zulässig, weil die Einstufung dem Dorf gilt und beide mit 100 % bewertet sind. Verzy erhielt diesen Status erst 1985. Biodynamie in vierter Generation Der Betrieb in der Rue de Verzy geht auf Großvater Joseph zurück, der nach dem Zweiten Weltkrieg begann, selbst abzufüllen; Hugues Godmé erhielt 1976 seinen ersten Weinberg. 2006 stellte er gegen die Familientradition auf ökologischen Anbau um — 2013 kam das Bio-Zertifikat, 2014 die Biodyvin-Zertifizierung für Biodynamie. Auf etwa 7,5 Hektar verteilen sich rund 40 Parzellen in vier Gemeinden, die Jahresproduktion bleibt bei ungefähr 50.000 Flaschen. Als Récoltant-Manipulant verarbeitet Godmé nur eigene Trauben, seit 2021 gemeinsam mit seiner Tochter Lucile. 80 % Fassgärung, 30 % Malo, vier Jahre Hefelager, 4 g/l Vier Fünftel des Weins gären und reifen im gebrauchten Holzfass auf der Feinhefe, aufgerührt wird dabei so gut wie nicht. Die malolaktische Gärung läuft nur zu etwa 30 % durch; der Rest behält seine Äpfelsäure und damit die Frische, die das Holz sonst überdecken würde. Reserveweine aus mindestens fünf Jahrgängen gehen in die Assemblage ein, danach folgen vier Jahre auf der Hefe in der Flasche. Dosiert wird mit 4 g/l, gefüllt ohne Schönung und ohne Filtration, mit zurückhaltendem Schwefel und eigenen Hefen. Servieren und kombinieren 10 bis 12 °C bringen Fass- und Hefenoten am besten zur Geltung; unter 8 °C bleibt vom Holz nur eine Kante übrig. Serviert wird im großen Weißweinglas, nicht in der Flöte. Am Tisch ist der Fins Bois die gastronomischste Cuvée des Hauses: Bresse-Huhn mit Morcheln, Kalbsrücken, gebratener Steinbutt, Risotto mit Parmesan, geräucherter Aal und Vacherin. Häufige Fragen zum Hugues Godmé Fins Bois Woher stammt der Name Fins Bois? Der Betrieb erläutert den Namen nicht öffentlich. In der Praxis steht die Cuvée für die im Holzfass vergorene Grand-Cru-Assemblage des Hauses, und rund 80 % des Weins durchlaufen tatsächlich das Fass. Mit dem gleichnamigen Cognac-Cru hat sie nichts zu tun. Was bedeutet Extra Brut? Extra Brut erlaubt 0 bis 6 g/l Restzucker. Der Fins Bois liegt mit 4 g/l im oberen Teil dieses Bereichs — genug, um die Äpfelsäure abzupolstern, zu wenig, um als süß wahrgenommen zu werden. Warum läuft die malolaktische Gärung nur teilweise durch? Beim Malo wandeln Bakterien Äpfelsäure in die mildere Milchsäure um. Wer sie blockiert, behält Frische und Lagerfähigkeit; wer sie zulässt, gewinnt Cremigkeit. Godmé wählt bei dieser Cuvée bewusst einen Mittelweg von etwa 30 %, weil der hohe Fassanteil sonst zu weich wirken würde. Ist der Fins Bois ein Jahrgangschampagner? Nein, es ist eine jahrgangslose Assemblage mit Reserveweinen aus mindestens fünf Jahrgängen. Genau diese Tiefe unterscheidet ihn von einem Millésime, der nur die Lese eines Jahres enthält. Was unterscheidet ihn vom Brut Nature des Hauses? Der Brut Nature ist ein reiner Blanc de Noirs ohne jede Dosage und wirkt schlanker, salziger, kantiger. Der Fins Bois enthält 40 % Chardonnay, deutlich mehr Fass und 4 g/l Zucker — er ist breiter, würziger und der bessere Speisenbegleiter.

Inhalt: 0.75 Liter (73,20 €* / 1 Liter)

54,90 €*
Hugues Godme Fins Les Champs St. Martin 2012
Champagner Art: Pinot Noir
Der Hugues Godme Fins Les Champs St. Martin 2012 kommt aus einer einzigen Grand-Cru-Parzelle: Les Champs Saint Martin in Verzenay, 1,09 Hektar, bestockt mit Pinot Noir. Als Blanc de Noirs vergärt der Wein im 225-Liter-Burgunderfass, die malolaktische Gärung wird verhindert, danach folgen ein Jahr im Holz und eine lange Hefezeit in der Flasche. Über etwa 30 Zentimetern rotem Lehm steht hier reine Kreide — man schmeckt es. 2012 zählt zu den herausragenden Champagne-Jahrgängen, besonders für Pinot Noir. Angaben: 12 % Vol., 0,75 Liter, ohne Schönung, ohne Filtration und ohne nennenswerte Dosage. Die Verkostungsnotiz des Hugues Godme Fins Les Champs St. Martin 2012 FARBE: Am Rand orangefarben schimmerndes, sattes Gold. Die Perlage bleibt fein und cremig, ohne nachzulassen. NASE: Rote Frucht steht vorn: Sauerkirsche, Blutorange, getrocknete Erdbeere. Dahinter Brotkruste, Mandelnougat, Sesam und Pfeffer, dazu eine unüberhörbare Kreidenote, die an nassen Stein erinnert. GESCHMACK: Konzentriert und muskulös, gleichzeitig nervig. Die Mousse ist dicht, der Extrakt breit, doch das verhinderte Malo und der fehlende Zucker halten alles auf Spannung; in der Mitte wird der Wein lebhafter und salziger statt weicher. FINALE: Ein Nachhall, der eher an Mineralwasser als an Frucht denken lässt: Kirschkern, trockene Kreide, viel Salz, sehr lange Dauer. Les Champs Saint Martin: 1,09 Hektar Kreide in Verzenay Verzenay gehört zu den 17 Grand-Cru-Gemeinden der Champagne und ist die klassische Adresse für kraftvollen Pinot Noir. Die Parzelle Les Champs Saint Martin umfasst 1,09 Hektar; unter etwa 30 Zentimetern rotem Lehm liegt reine Kreide. Diese dünne Auflage über kalkigem Untergrund liefert die Salzigkeit, für die die Cuvée bekannt ist, und bremst zugleich die Reife. Weil die Cru-Einstufung in der Champagne an das Dorf gebunden ist, ist Les Champs Saint Martin keine amtliche Lagenbezeichnung, sondern der Parzellenname des Winzers. Blanc de Noirs aus dem Jahrgang 2012 Der Wein trägt einen Jahrgang und darf sich Millésime nennen; vorgeschrieben sind dafür mindestens 36 Monate auf der Hefe, hier sind es Jahre mehr. 2012 gilt in der Champagne als sehr guter Jahrgang: Nach Frost, Hagel und Krankheitsdruck im Frühjahr brachten ein brillanter August und ein warmer September einen kleinen, gesunden Ertrag mit vorbildlicher Reife — Pinot Noir gelang dabei besonders gut. Blanc de Noirs heißt: rote Trauben, weiß gekeltert, hier zu 100 % Pinot Noir. Jahrgangskonzentration plus Verzenayer Kreide erklären, warum dieser Champagner mehr Körper mitbringt als die meisten. Fassgärung, verhindertes Malo, keine Dosage Die Trauben werden von Hand gelesen und als ganze Trauben gepresst; vergoren wird spontan im 225-Liter-Burgunderfass, ein Jahr bleibt der Wein darin auf der Feinhefe. Die malolaktische Gärung wird nicht zugelassen, damit die Äpfelsäure als Gerüst erhalten bleibt. Nach der zweiten Gärung liegt die Flasche Jahre auf der Hefe, degorgiert wird portionsweise über das Jahr verteilt. Bei seinen Lagenweinen verzichtet Godmé auf Dosage — Händlerangaben zu diesem Jahrgang schwanken zwischen Brut Nature und Extra Brut, ein exakter Wert ist nicht belegt. Servieren und kombinieren 10 bis 12 °C, keinesfalls kälter, und ruhig eine halbe Stunde vor dem Trinken einschenken — dieser Champagner öffnet sich im Glas. Dazu ein Weißweinglas mit großem Bauch, keine Flöte. Am Tisch verlangt er Substanz: Taube, Kalbsbries, Hummer mit Butter, Steinbutt am Knochen, Trüffelbrioche und lange gereiften Beaufort. Häufige Fragen zum Hugues Godme Fins Les Champs St. Martin 2012 Warum ist der Champagner golden und nicht rosé, obwohl er aus Pinot Noir besteht? Die Farbe roter Trauben sitzt in der Schale. Werden die Trauben ganz und schnell gepresst, läuft der Saft nahezu farblos ab — das Ergebnis ist ein Blanc de Noirs. Das satte Gold dieser Flasche stammt aus Fassausbau und Flaschenreife, nicht aus Schalenkontakt. Wie sollte der Name auf dem Etikett gelesen werden? Die Cuvée heißt beim Winzer Les Champs Saint Martin. Das Wort Fins im Shop-Namen gehört nicht dazu, sondern stammt aus der Cuvée Fins Bois; St. Martin ist die abgekürzte Schreibweise von Saint Martin. Gemeint ist die Verzenayer Parzelle. Wie gut war der Jahrgang 2012? 2012 gilt als einer der besten Champagne-Jahrgänge der letzten Jahrzehnte. Der Ertrag fiel klein aus, die Trauben waren gesund und ausgereift; für Pinot Noir sprechen Fachquellen vom besten Ergebnis seit Jahrzehnten. Entsprechend viele Häuser haben 2012 als Jahrgangswein gefüllt. Was bringt die Gärung im Burgunderfass? Das 225-Liter-Fass lässt minimalen Sauerstoffkontakt zu, was Aromen stabilisiert und die Textur breiter macht. Weil Godmé gebrauchte Fässer verwendet und kaum aufrührt, kommt kaum Holzaroma in den Wein — es bleibt bei Struktur und einer leichten Röstwürze. Wie lange kann der 2012er noch liegen? Mit erhaltener Äpfelsäure, ohne Dosage und mit jahrelangem Hefelager ist die Flasche auf weitere Jahre kühler Lagerung eingerichtet. Sie ist jetzt trinkbar und wird sich Richtung Nuss, Trüffel und Trockenobst verschieben, während die Perlage feiner wird.

Inhalt: 0.75 Liter (99,87 €* / 1 Liter)

74,90 €*
Hugues Godme Fins Les Romaines 2011
Champagner Art: 100% Meunier
Der Hugues Godme Fins Les Romaines 2011 ist ein Parzellenchampagner aus reinem Meunier. Die Lage Les Romaines liegt nicht in Verzenay, sondern in Villedommange in der Petite Montagne de Reims — Premier Cru — und umfasst 0,39 Hektar, 1988 bepflanzt. Der Wein vergärt im 225-Liter-Burgunderfass, die malolaktische Gärung wird blockiert, danach folgen ein Jahr Fassreife und Jahre auf der Hefe in der Flasche. Gefüllt wird ohne Schönung und Filtration, praktisch ohne Zuckerzusatz, mit 12 % Vol. auf 0,75 Liter. Im Glas: Mirabelle, Quitte, Brotkruste und ein auffallend salziges Ende. Die Verkostungsnotiz des Hugues Godme Fins Les Romaines 2011 FARBE: Bernsteinreflexe im reifen Goldgelb — ein 2011er zeigt seine Jahre. Zarte Perlage, eher cremig als sprudelnd. NASE: Mirabelle, Quitte und Bratapfel, dazu kandierte Zitronenschale. Meunier steuert eine weiche, fast fleischige Fruchtnote bei; aus Fass und Hefelager kommen Brotkruste, Walnuss, Honig und getrocknete Kräuter. GESCHMACK: Weich einsetzend, dann überraschend straff. Ohne Zuckerkorrektur bleibt die Äpfelsäure des verhinderten Malo als klarer Nerv erhalten, die Textur ist von der Fassreife her ölig-cremig, das Salz zieht durch die Mitte. FINALE: Quittenkern, Kreidestaub und Salz — spröde im besten Sinn und von großer Länge. Les Romaines in Villedommange: Premier Cru der Petite Montagne Villedommange, oft Ville-Dommange geschrieben, liegt westlich von Reims in der Petite Montagne und ist als Premier Cru eingestuft. Les Romaines ist dort eine Parzelle von 0,39 Hektar, 1988 mit Meunier bepflanzt. Die Krume ist mit 20 bis 30 Zentimetern ausgesprochen dünn, darunter beginnt kreidiger Untergrund — die Wurzeln stehen also nahezu unmittelbar im Kalk, was die Salzigkeit des Weins erklärt. Für Godmé ist Villedommange die einzige Herkunft außerhalb der eigentlichen Montagne de Reims und damit ein bewusster Kontrast zum kühlen Verzenay. Warum Meunier eine eigene Flasche verdient Meunier gilt in der Champagne traditionell als dritte Sorte: gut für Fülle und frühe Trinkreife, selten für lange Reife. Les Romaines widerspricht dieser Lesart. Ein Meunier von 1988er Reben, im Fass vergoren, ohne malolaktische Gärung und mit Jahren auf der Hefe, hält sehr wohl. Offiziell heißt die Sorte heute schlicht Meunier, nicht mehr Pinot Meunier. Im Glas verbindet sie eine runde, zugängliche Frucht mit der Kreidesalzigkeit des Untergrunds — eine Kombination, die weder Chardonnay noch Pinot Noir so zustande bringt. Ein Winzer, 40 Parzellen, Biodynamie Hugues Godmé bewirtschaftet von Verzenay aus rund 7,5 Hektar in etwa 40 Parzellen, verteilt auf Verzenay und Verzy als Grand Cru sowie Villers-Marmery und Villedommange als Premier Cru. Der Betrieb ist seit 2013 biozertifiziert und seit 2014 über Biodyvin biodynamisch, die Umstellung begann 2006. Als Récoltant-Manipulant füllt er nur eigene Trauben ab, rund 50.000 Flaschen im Jahr. Die Lagenweine sind der Kern seiner Arbeit: Jede Parzelle wird getrennt vinifiziert, die besten reifen direkt im Fass und erhalten keine oder kaum Dosage. Degorgiert wird portionsweise über das Jahr. Servieren und kombinieren Ein 2011er Parzellenchampagner will 10 bis 12 °C und Zeit im Glas; direkt aus dem Kühlschrank bleibt die Hälfte verborgen. Ein Burgunderglas oder ein großes Weißweinglas ist die richtige Wahl. Er trägt kräftigere Gerichte als die meisten Champagner: Bresse-Huhn aus dem Ofen, Kalbsnieren, Blutwurst mit Apfel, gebratene Gänseleber, Steinpilzrisotto und einen gut gereiften Chaource. Häufige Fragen zum Hugues Godme Fins Les Romaines 2011 Warum steht im Produktnamen das Wort Fins? Auf dem Etikett heißt die Cuvée schlicht Les Romaines. Das zusätzliche Fins stammt sehr wahrscheinlich aus der Schwester-Cuvée Fins Bois und ist ein Übertragungsfehler im Katalog. Gemeint ist in jedem Fall dieser Parzellenchampagner aus Villedommange. Wieso Premier Cru, wenn Godmé auch Grand Cru besitzt? Weil die Einstufung an der Gemeinde hängt, nicht am Erzeuger: Diese Parzelle liegt in Villedommange, einem der 44 Premier-Cru-Dörfer mit 90 bis 99 % in der Échelle des Crus. Godmés Grand-Cru-Flächen liegen dagegen in Verzenay und Verzy. Les Romaines selbst ist ein Parzellenname des Winzers, keine amtliche Lagenbezeichnung. War 2011 ein guter Champagne-Jahrgang? Nein, 2011 gilt insgesamt als schwaches, sehr uneinheitliches Jahr — Regen zur falschen Zeit und niedrige Mostgewichte. Nur wer streng aussortierte, kam zu überzeugenden Weinen; dass hier überhaupt ein Lagenwein gefüllt wurde, setzt genau diese Auslese voraus. Warum wird die malolaktische Gärung verhindert? Bleibt die Äpfelsäure erhalten, behält der Wein Frische und Zugkraft über viele Jahre. Bei einem Meunier, der von Natur aus eher weich und rund ausfällt, ist das die wichtigste Gegenkraft. Kombiniert mit fehlender Dosage ergibt das den straffen, salzigen Charakter dieser Flasche. Ist der 2011er jetzt am richtigen Punkt? Der Wein kommt mit erheblicher Reife auf den Markt und ist jetzt zugänglich. Kühl und dunkel gelagert entwickelt er weiter in Richtung Honig, Nuss und Trockenobst, während die Perlage nachlässt. Eine Faustregel für Parzellenchampagner ohne Dosage: eher am Nachmittag öffnen als zehn Jahre warten.

Inhalt: 0.75 Liter (91,87 €* / 1 Liter)

68,90 €*