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Franco Pacenti

Traditionsbetrieb aus Montalcino (Canalicchio). Franco Pacenti steht für klassischen Brunello mit Struktur und Reifepotenzial – Sangiovese, wie ihn die alte Schule liebt.

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Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015
Der Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015 kommt aus Canalicchio am Nordosthang des Hügels von Montalcino und steht mit 14,5 % vol in der 0,75-Liter-Flasche. Brunello ist reinsortiger Sangiovese, genauer der örtliche Klon aus der Gruppe Sangiovese Grosso, den man in Montalcino Brunello nennt. Der Jahrgang 2015 durfte frühestens am 1. Januar 2020 verkauft werden und hat seither weitere Flaschenjahre gesammelt. Klassisch im großen slawonischen Holzfass gereift, zeigt er die herbe Kirschfrucht und die aufrechte Säure, für die Sangiovese von der Nordseite bekannt ist. Die Verkostungsnotiz des Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015 FARBE: Granatrot mit orangefarbenem Rand, die Farbe eines Sangiovese mit rund zehn Jahren auf dem Rücken. NASE: Getrocknete Sauerkirsche und Preiselbeere über einem Grund aus Unterholz, Pilz und feuchtem Laub. Darüber legen sich Tabakblatt, getrocknete Rose und ein balsamischer Hauch. Holzaromen treten nicht in den Vordergrund. GESCHMACK: Herb und aufrecht, getragen von der hohen Säure der Sorte und einem trockenen, griffigen Tannin, das zur Mitte hin weicher wird. Mittlerer Körper, Sauerkirsche, Blutorange und eine erdige, an Lehm erinnernde Note. FINALE: Trocken, angenehm bitterherb, mit Kirschkern, Kräutern und einem lang anhaltenden salzigen Zug. Canalicchio am Nordosthang von Montalcino Die Reben stehen in Canalicchio, einer der historisch geschätzten Zonen nordöstlich des Ortskerns, auf rund 300 Metern und auf tonigen Böden. Die Nordseite des Hügels bekommt weniger Sonnenstunden als die Südflanke; die Trauben reifen langsamer, und die Weine gelten als aromatischer und kerniger, während Süd- und Westhänge mehr Kraft und Fülle liefern. Montalcino ist die trockenste Denomination der Toskana, mit rund 700 Millimetern Niederschlag im Jahr gegenüber etwa 900 im Chianti, weil der Monte Amiata die Zone gegen Wetter aus Südosten abschirmt. Im Gemeindegebiet reichen die Weinberge von 120 bis 650 Metern; im Untergrund mischen sich Ton, Kalk, Mergel und Galestro. Drei Generationen Pacenti in Canalicchio di Sopra Rosildo Pacenti gründete den Betrieb 1966. Heute führen seine Enkel Lorenzo, Lisa und Serena das Gut in dritter Generation; benannt ist es nach ihrem Vater Franco Pacenti. Bewirtschaftet werden zehn Hektar, ausschließlich mit Sangiovese und nach nachhaltigen Grundsätzen. Neben diesem Brunello entstehen ein Rosso di Montalcino, eine Brunello Riserva und die Auslese Rosildo. Wichtig für die Zuordnung im Regal: Franco Pacenti und der ebenfalls in Montalcino ansässige Betrieb Siro Pacenti sind zwei voneinander unabhängige Weingüter. Fünf Jahre Reife, zwei davon im Holz Für Brunello schreibt die Denomination mindestens zwei Jahre in Holzbehältern und wenigstens vier Monate Flaschenreife vor; in den Verkauf darf er nicht vor dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte, für 2015 also ab dem 1. Januar 2020. Rosso di Montalcino, aus derselben Rebsorte und demselben Gemeindegebiet, darf dagegen bereits ab dem 1. September des Folgejahres verkauft werden – darin liegt der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen. Franco Pacenti baut traditionell in slawonischen Holzfässern aus; wie viele Monate der 2015er darin lag, veröffentlicht das Gut nicht. Der Mindestalkohol beträgt 12,5 % vol, der Höchstertrag acht Tonnen Trauben je Hektar. Servieren und kombinieren 18 °C und ein großes Burgunderglas. Ein zehn Jahre alter Brunello braucht keine stundenlange Belüftung mehr, doch eine halbe bis eine Stunde in der Karaffe hilft, das Depot zurückzulassen und die tertiäre Aromatik zu öffnen. Auf den Teller passen Bistecca alla Fiorentina, Pappardelle mit Wildschweinragout, Lammkeule mit Rosmarin, Taubenbrust, gereifter Pecorino di Pienza und Steinpilze. Häufige Fragen zum Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015 Ist der Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015 jetzt trinkreif? Ja. Er war ab Januar 2020 im Handel und hat seither weitere Flaschenjahre hinter sich gebracht, sodass Frucht und tertiäre Noten derzeit im Gleichgewicht stehen. Gut gelagerte Flaschen dieses Jahrgangs lassen sich weiterhin einige Jahre aufbewahren. Was unterscheidet Brunello von Rosso di Montalcino? Beide bestehen zu hundert Prozent aus Sangiovese und stammen aus demselben Gemeindegebiet. Der Rosso darf ab dem 1. September des Jahres nach der Ernte in den Handel, der Brunello erst nach rund fünf Jahren, davon mindestens zwei im Holz. Entsprechend ist der Rosso jünger und fruchtbetonter, der Brunello dichter und stärker von Reifearomen geprägt. Was bedeutet Canalicchio auf dem Etikett? Canalicchio bezeichnet eine Zone nordöstlich von Montalcino, keine behördlich abgegrenzte Einzellage – ein amtliches Lagenregister kennt die Brunello-Denomination nicht. Mehrere Betriebe tragen den Namen im Firmen- oder Ortsnamen, darunter Franco Pacenti in Canalicchio di Sopra. Ist Sangiovese Grosso etwas anderes als Sangiovese? Sangiovese Grosso ist die Bezeichnung für eine Gruppe hochwertiger Sangiovese-Klone, zu der auch der in Montalcino verbreitete Brunello-Klon gehört. Es handelt sich um dieselbe Rebsorte, nicht um eine eigene; die Klonauswahl beeinflusst jedoch Beerengröße, Farbe und Struktur. Wie sollte die Flasche gelagert werden? Liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst gleichbleibenden 12 bis 14 °C. Ein gereifter Brunello bildet Depot, deshalb sollte die Flasche ein bis zwei Tage vor dem Öffnen aufrecht stehen.

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