Biodynamisches Weingut in La Morra, mit weitem Blick über die Langhe-Hügel. Die Baroli sind saftig und zugänglich – das gelingt nur, wer seine Weinberge wirklich versteht. Moderne Bio-Philosophie, ehrlich umgesetzt.
Der Brandini Barolo Cerretta 2016 stammt aus einem der angesehensten Weinberge von Serralunga d'Alba, gekeltert von einem biologisch arbeitenden Gut aus La Morra. Reinsortiger Nebbiolo, 14,5 % Vol., 0,75 Liter. Schwarzkirsche, getrocknete Rose und Rosmarin prägen das Bouquet, am Gaumen trifft dichtes, aber poliertes Tannin auf die Säure eines klassischen Jahrgangs. Rund zwei Jahre großes Holzfass und mindestens anderthalb Jahre Flaschenruhe stehen hinter dem Wein.
Die Verkostungsnotiz des Brandini Barolo Cerretta 2016
FARBE: Granatrot mit ziegelfarbenem Rand.
NASE: Intensiv und würzig. Schwarzkirsche und Johannisbeere treffen auf getrocknete Rosenblätter, Rosmarin, weißen Pfeffer und eine balsamische Spur. Dahinter ein Hauch Kakao.
GESCHMACK: Breit angelegt und dennoch geschliffen. Das Tannin ist dicht gewebt, die Säure des Jahrgangs hält alles aufrecht, das Holz ist vollständig eingebunden.
FINALE: Sehr lang, mit Kirsche, Kräuterwürze und einem erdigen, leicht eisenhaltigen Nachklang.
Cerretta – Kalkmergel, Sand und Eisen in Serralunga
Cerretta erstreckt sich in Serralunga d'Alba über Hänge zwischen 350 und 400 Metern, mit süd-, südsüdost- und südwestexponierten Abschnitten. Der Boden vereint tonreichen Mergel mit Sand, Kalk und einem auffälligen Eisenanteil, was den Weinen dunkle Frucht und erdige Mineralität gibt. Seit der Festschreibung der Lagenkarte zählt Cerretta zu den größeren und angesehensten Weinbergen der Gemeinde; die unterschiedlichen Hangausrichtungen führen dazu, dass die Abfüllungen einzelner Güter spürbar voneinander abweichen. Neben Brandini arbeiten hier unter anderem Giacomo Conterno, Ettore Germano, Giovanni Rosso, G.D. Vajra und Azelia.
Brandini: 18 Hektar biologisch bewirtschaftet
Das Gut sitzt in der Borgata Brandini oberhalb von La Morra und bewirtschaftet 18 Hektar in La Morra, Serralunga d'Alba, Alba, Benevello und Lequio Berria. Biologische Arbeit versteht das Haus nach eigener Aussage weniger als Produktionsmethode denn als Haltung: Der Boden soll besser hinterlassen werden, als man ihn vorgefunden hat. 2015 legte Brandini seine vier Lagenweine fest – R56 in Brandini selbst, Annunziata bei La Morra sowie Meriame und Cerretta in Serralunga d'Alba. Alle vier reifen im großen Holzfass.
Vier Wochen auf der Maische, danach 24 Monate Fass
Die Hälfte des Leseguts wird entrappt und sanft angequetscht, die Gärung läuft temperaturkontrolliert im Stahltank, damit die Frucht frisch bleibt. Etwa vier Wochen bleibt der Most auf den Schalen und wird regelmäßig umgepumpt. Nach dem biologischen Säureabbau im Stahl folgen rund 24 Monate im großen Holzfass; im Frühjahr geht der Wein zurück in den Tank und wird im Juni gefüllt. Vor der Auslieferung ruht er mindestens weitere 18 Monate in der Flasche.
Servieren und kombinieren
Der 2016er verträgt 17 bis 18 °C und mindestens eine Stunde Karaffe, denn er hat noch reichlich Reserve. Gut dazu passen Rinderschmorbraten, Wildschweinragout, Lammkeule, Tajarin mit Fleischsugo, Polenta mit Pilzen und lange gereifter Parmigiano.
Häufige Fragen zum Brandini Barolo Cerretta 2016
Warum kommt ein Gut aus La Morra mit einem Wein aus Serralunga?
Brandini besitzt Rebflächen in mehreren Gemeinden. Cerretta und Meriame liegen in Serralunga d'Alba, während R56 und Annunziata aus dem Umfeld von La Morra stammen.
Was macht den Jahrgang 2016 besonders?
Auf ein kühles Frühjahr folgte ein warmer, trockener Sommer ohne Extremhitze, dazu große Tag-Nacht-Unterschiede. Die späte Lese Ende Oktober brachte reife Tannine bei lebendiger Säure. Viele Kritiker zählen 2016 zu den besten Jahrgängen der jüngeren Zeit.
Ist der Wein jetzt trinkreif?
Er ist zugänglich, aber noch lange nicht am Ende. Mit rund einem Jahrzehnt auf dem Rücken zeigt er erste tertiäre Noten und darf geöffnet werden; wer möchte, wartet weiter.
Ist der Wein biologisch erzeugt?
Ja, Brandini arbeitet biologisch. Angaben zur Kontrollstelle und zur Zertifizierung entnehmen Sie bitte dem Etikett der Flasche.
Welches Glas ist sinnvoll?
Ein großer, bauchiger Kelch mit leicht verengter Öffnung. Er bündelt die würzigen Noten und lässt dem kräftigen Tannin genug Luft, sich zu entspannen.
Der Brandini Langhe Arneis Le Margherite 2023 ist ein trockener Weißwein aus hundert Prozent Arneis, erzeugt von einem biologisch arbeitenden Familienbetrieb in La Morra. 12,5 % Vol., 0,75 Liter. Strohgelb mit grünlichen Reflexen, in der Nase Zitrus, weiße Blüten und Kräuter, am Gaumen frisch, salzig und mit dem leicht bitteren Mandelton, der zur Rebsorte gehört. Ein Wein für den Aperitif ebenso wie für den Mittagstisch.
Die Verkostungsnotiz des Brandini Langhe Arneis Le Margherite 2023
FARBE: Strohgelb mit grünlichen Reflexen.
NASE: Zuerst Zitronenzeste und grüner Apfel, dazu Akazienblüte und Kamille. Im Hintergrund frische Gartenkräuter und ein Anflug von Birne.
GESCHMACK: Schlank und beweglich, getragen von klarer Säure und salziger Mineralität. Die Frucht bleibt hell, die Textur ist glatt, ohne cremig zu werden.
FINALE: Trocken, mit dem sortentypischen Anklang an Bittermandel und einem zitrischen Nachhall.
Arneis aus den Langhe-Hügeln statt aus dem Roero
Die Herkunft Langhe DOC verlangt mindestens 85 Prozent Arneis und gilt für die Hügel rechts des Tanaro. Damit unterscheidet sie sich von der DOCG jenseits des Flusses: Dort prägen junge, sandige Ablagerungen den Wein, hier sind es deutlich ältere miozäne Böden aus Ton sowie blauem und kalkhaltigem Mergel. Diese schwereren Böden geben dem Arneis tendenziell mehr Blütenduft und etwas weniger Steinobst. Weil die Sorte von Natur aus keine hohe Säure mitbringt, entscheidet der Lesezeitpunkt darüber, ob der Wein frisch oder breit ausfällt.
Brandini in La Morra: biologisch auf 18 Hektar
Brandini bewirtschaftet 18 Hektar in La Morra, Serralunga d'Alba, Alba, Benevello und Lequio Berria und arbeitet durchgehend biologisch – nach eigener Beschreibung eher eine Lebenshaltung als ein Verfahren. Neben den Rotweinen aus Nebbiolo, Barbera und Dolcetto sowie zwei Schaumweinen aus der Alta Langa gehören mehrere Weißweine zum Programm, darunter neben Le Margherite die Abfüllungen Le Coccinelle und Rebelle. 2023 kam mit dem Agri-Relais Coltivare ein Gästehaus hinzu.
Sanfte Pressung und Gärung bei 16 bis 17 °C
Die Trauben werden über zwei Stunden bei niedrigem Druck und unter Temperaturkontrolle gepresst. Der Most vergärt im Stahltank bei 16 bis 17 °C, der biologische Säureabbau wird durch Kühlung unterbunden, damit die Säure erhalten bleibt. Anschließend ruht der Wein nach Angabe der Produktdaten rund drei Monate auf der Feinhefe, bevor er im Frühjahr gefüllt wird und vor der Auslieferung noch einige Monate in der Flasche liegt. Holz kommt nicht zum Einsatz.
Servieren und kombinieren
10 bis 12 °C, ein mittelgroßes Weißweinglas, kein Dekantieren. Der Wein passt zu Vitello tonnato, Forelle aus dem Ofen, Insalata russa, Spargelrisotto, frittiertem Gemüse und jungem Ziegenkäse – und macht sich solo als Aperitif gut.
Häufige Fragen zum Brandini Langhe Arneis Le Margherite 2023
Was heißt Arneis eigentlich?
Im piemontesischen Dialekt bedeutet das Wort so viel wie Nichtsnutz – ein Hinweis darauf, dass die Sorte im Weinberg als schwierig gilt. In den 1970er-Jahren war sie fast verschwunden und wurde erst danach wieder ausgebaut.
Wofür steht der Name Le Margherite?
Der Name bezeichnet die Weißweinlinie des Guts. Eine offizielle Lagenbezeichnung ist damit nicht verbunden, die Trauben stammen aus dem Langhe-Gebiet.
Wie lange hält sich der Wein?
Die Produktangabe im Shop nennt zwei bis fünf Jahre. Am meisten Freude macht er in den ersten zwei bis drei Jahren, solange Zitrusfrucht und Kräuter unverändert klar hervortreten.
Ist der Wein trocken ausgebaut?
Ja. Er ist durchgegoren; die leichte Bitternote im Abgang stammt von der Rebsorte und nicht von Restzucker.
Passt er zu asiatischer Küche?
Zu milden Gerichten ja, etwa zu gedämpftem Fisch oder Gemüse. Bei viel Schärfe oder Süße fehlt ihm die Fülle, dann sind aromatischere Sorten die bessere Wahl.
Inhalt:
0.75 Liter
(19,87 €* / 1 Liter)
14,90 €*
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