Serralunga d'Alba, Vigna Rionda – eine der ikonischsten Lagen des Barolo. Massolino keltert hier mit großem Respekt vor Terroir und Zeit. Verlässlich großartig, Jahrgang für Jahrgang.
Der Massolino Barbaresco Albesani 2020 ist reinsortiger Nebbiolo aus der Lage Albesani in Neive, abgefüllt mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Er gehört zu den jungen Barbaresco-Etiketten des Serralunga-Weingutes, das erst 2019 in diese Appellation eingestiegen ist. Rote Waldbeeren, Kirsche und reife Pflaume treffen auf Heu, Tabak und eine kräutrige Note. Belebende Säure, feinkörniges Tannin und ein deutlich mineralischer Zug geben ihm Kontur — duftiger und früher ansprechbar, als es die Serralunga-Barolo des Hauses sind.
Die Verkostungsnotiz des Massolino Barbaresco Albesani 2020
FARBE: Tiefes Rubinrot mit ersten granatfarbenen Reflexen.
NASE: Rote Waldbeeren, Kirsche und reife Pflaume bilden den Kern des Duftes. Darüber liegen Heu, Veilchen, getrocknete Kräuter und ein feiner Tabakton, der mit Luft an Gewicht gewinnt.
GESCHMACK: Saftig und straff zugleich: helle Frucht, belebende Säure und ein feinkörniges, gut eingebundenes Tannin. Eine ausgeprägte Mineralität und leichte Süßholzwürze halten den Wein trotz reifer Frucht schlank.
FINALE: Lang, mit Pflaume, Kräutern und einem salzig-mineralischen Nachhall.
Albesani in Neive — Sant'Agata-Mergel an einem Südwesthang
Albesani ist eine der abgegrenzten Lagen des Barbaresco und liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Neive. Die Lage umfasst rund 72 Hektar zwischen etwa 160 und 270 Metern Höhe und ist im Kernbereich nach Südwesten ausgerichtet. Der Untergrund besteht aus Sant'Agata-Fossili-Mergel des Tortonium, also kalk-, ton- und schluffhaltigem Gestein, das tendenziell duftigere und geschmeidigere Weine liefert als die Sandsteinformationen des Barolo-Gebiets. Massolinos Parzelle ist 0,6 Hektar groß, liegt auf etwa 230 Metern und ist nach Süd-Südwest exponiert; Exposition und die rund 60 Jahre alten Reben sollen nach Angaben des Weingutes mehr Struktur bei gleichbleibender Eleganz bringen. Bekannt wurde Albesani vor allem durch die zentral gelegene Unterlage Santo Stefano.
Massolino: 1896 in Serralunga, seit 2019 in Barbaresco
Massolino wurde 1896 in Serralunga d'Alba gegründet und hat den Stil dieser Barolo-Gemeinde mitgeprägt; Großvater Giuseppe war 1934 Mitbegründer des Consorzio di tutela Barolo e Barbaresco. 2019 folgte der Schritt in den Barbaresco: Aus der Begegnung mit Bernardino Gastaldi, einem historischen Winzer aus Neive, übernahm die Familie Parzellen in den Lagen Albesani, Serraboella und Starderi. Die ersten Barbaresco-Etiketten des Gutes stammen aus dem Jahrgang 2019 und kamen im September 2022 in den Handel. Geführt wird das Weingut in vierter Generation von Franco, Roberto und Paola Massolino, das Herz der Kollektion bleiben die Serralunga-Lagen um die Vigna Rionda.
18 Monate großes Fass, danach 24 Monate Flasche
Die Trauben gären mit wilden Hefen in Holzgärständern bei rund 30 °C, mit langer Gärung und ausgedehnter Maischestandzeit. Anschließend reift der Wein bis zu 18 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche und ruht danach etwa 24 weitere Monate in der Flasche, bevor er das Haus verlässt. Die gegenüber dem Barolo kürzere Holzzeit lässt die feinere Aromatik des Barbaresco stehen, während die Flaschenreife das Tannin bereits etwas ordnet. Ein Reifepotenzial von 15 bis 20 Jahren ist bei dieser Machart gut vorstellbar.
Servieren und kombinieren
Massolino empfiehlt für seinen Barbaresco 18 bis 20 °C; ein großes, bauchiges Glas hilft der floralen Seite. Rund 45 bis 60 Minuten Luft oder ein kurzes Dekantieren genügen dem Jahrgang 2020. Er passt zu Wild und rotem Fleisch, zu Tajarin oder Agnolotti mit Fleischsauce, zu Steinpilzrisotto, zu Trüffelgerichten und zu gereiftem Hartkäse wie Castelmagno oder Bra.
Häufige Fragen zum Massolino Barbaresco Albesani 2020
Was bedeutet Albesani auf dem Etikett?
Albesani ist eine offiziell abgegrenzte Lagenbezeichnung innerhalb der Appellation Barbaresco und liegt in der Gemeinde Neive. Sie kennzeichnet die Herkunft der Nebbiolo-Trauben.
Worin unterscheidet sich Massolinos Barbaresco vom Barolo des Hauses?
Der Barbaresco wächst auf Sant'Agata-Fossili-Mergel in Neive und reift kürzer im Holz — bis zu 18 statt bis zu 30 Monate. Er wirkt dadurch duftiger, feiner im Tannin und früher ansprechbar als die tanninbetonten Serralunga-Barolo.
Seit wann macht Massolino überhaupt Barbaresco?
Erst seit 2019. In diesem Jahr übernahm die Familie Parzellen in Albesani, Serraboella und Starderi bei Neive; die ersten Flaschen kamen im September 2022 auf den Markt. Der Jahrgang 2020 ist damit einer der ersten dieser Reihe.
Wie lange lässt sich der Barbaresco Albesani 2020 lagern?
Bei liegender, dunkler und kühler Lagerung sind 15 bis 20 Jahre realistisch. Die belebende Säure und die mineralische Struktur sind dafür wichtiger als das Alkoholgewicht.
Ist Barbaresco grundsätzlich leichter als Barolo?
Nicht leichter, aber meist früher zugänglich. Die Mindestreifezeit ist kürzer, und die Mergelböden rund um Barbaresco und Neive geben dem Nebbiolo häufig ein feineres Tannin als die Formationen von Serralunga d'Alba.
Der Massolino Barolo 2018 ist der klassische Barolo des Familienweingutes aus Serralunga d'Alba: reinsortiger Nebbiolo, abgefüllt mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Er entsteht aus mehreren Parzellen der Gemeinde und zeigt deshalb die Handschrift von Serralunga insgesamt, nicht die Zuspitzung auf einen einzelnen Cru. Getrocknete Kirsche, Rosenblätter, Minze und Tabak bilden ein Aromenbild, in dem der Weinberg deutlicher zu erkennen ist als das Holz. Der kühle, regenreiche Jahrgang 2018 gibt ihm eine schlanke Frische, seidiges Tannin und eine frühere Zugänglichkeit als die dichteren Vorgängerjahre.
Die Verkostungsnotiz des Massolino Barolo 2018
FARBE: Rubinrot mittlerer Tiefe mit granatfarbenem Rand.
NASE: Getrocknete Kirschen und Sauerkirsche öffnen den Duft, dazu Rosenblätter und ein deutlicher Minzhauch. Mit Luft treten Tabak, Lakritzwurzel und getrockneter Fenchel hinzu und geben dem Bouquet eine kühle, würzige Kontur.
GESCHMACK: Klar gezeichnet und mittelgewichtig, mit heller Kirschfrucht, feiner Säure und dem für Serralunga typischen salzig-kalkigen Grundton. Das Tannin ist engmaschig, aber nicht hart, und trägt den Wein, ohne ihn zu beschweren.
FINALE: Mittellang bis lang, mit nachhallender Kräuterwürze, Sauerkirsche und einem trocken-mineralischen Schluss.
Serralunga d'Alba: grauer Mergel, Sandstein und ein Cuvée-Gedanke
Die Trauben stammen aus Weinbergen in Serralunga d'Alba, jener Barolo-Gemeinde mit 39 abgegrenzten Lagen, deren Böden aus grauem Mergel und Sandstein mit Kieselsand, Kalziumkarbonat und Eisen aufgebaut sind. Massolino beschreibt den Boden dieses Weins als gemischt und kalkbetont. Serralunga gilt als die tanninbetonte, langlebige Seite des Barolo — Weine, die eher in die Länge als in die Breite wachsen. Weil dieser Barolo mehrere Parzellen vereint, ist er die Summe dieser Herkunft und nicht die Verdichtung auf einen einzelnen Cru wie Vigna Rionda, Margheria oder Parafada.
Massolino in Serralunga d'Alba — seit 1896
Die Geschichte beginnt 1896, als Urgroßvater Giovanni Massolino neben der bäuerlichen Arbeit mit dem Weinverkauf begann. Sein Sohn Giuseppe gehörte 1934 zu den Mitbegründern des Consorzio di tutela Barolo e Barbaresco; 1956 kam über das Erbe von Tante Matilde Ornato der erste Teil der Vigna Rionda in Familienbesitz, weitere Parzellen folgten bis 1990. 1982 füllte das Gut den ersten Barolo DOCG Vigna Rionda Riserva ab, 2015 entstand der neue Keller im Ortskern von Serralunga. Heute führen Franco, Roberto und Paola Massolino das Weingut in vierter Generation, mit Lagen in Serralunga d'Alba, in Castiglione Falletto (Parussi) und seit 2019 in Neive.
Bis zu 30 Monate im großen Slawonier-Eichenfass
Gärung und Maischestandzeit laufen lang und bei rund 30 °C in Holzgärständern ab. Danach reift der Wein bis zu 30 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche, die keinen Röstton beisteuern, sondern vor allem langsam Luft zulassen. Vor der Auslieferung folgt eine Flaschenreife im dunklen, kühlen Keller. Diesen Barolo Classico erzeugt Massolino seit 1947; ein Lagerpotenzial von 15 bis 20 Jahren ist realistisch, wobei der seidige Jahrgang 2018 schon in seinen ersten Jahren viel Freude macht.
Servieren und kombinieren
Der Barolo wird bei 18 bis 20 °C in einem großen, bauchigen Rotweinglas serviert; das Weingut empfiehlt ausdrücklich, ihn zu dekantieren. Dem Jahrgang 2018 genügt dafür meist eine Stunde. Klassische Begleiter sind Brasato al Barolo, Wildgerichte wie Hase oder Rehrücken, Tajarin mit Fleischsauce, Steinpilz- oder Trüffelrisotto sowie mittelreifer Kuh- und Ziegenkäse.
Häufige Fragen zum Massolino Barolo 2018
Warum trägt dieser Barolo keinen Lagennamen?
Er ist der Barolo Classico des Hauses und vereint Trauben aus mehreren Parzellen. Die Lagenweine aus Vigna Rionda, Margheria, Parafada und Parussi füllt Massolino getrennt ab.
Wie unterscheidet sich der Jahrgang 2018 von 2016?
2018 brachte ein nasses Frühjahr und im August Hagel. Die Weine sind dadurch frischer, duftiger und seidiger im Tannin und lassen sich früher trinken, ohne die Dichte der Jahrgänge 2015 bis 2017 zu erreichen.
Ist der Massolino Barolo 2018 bereits trinkreif?
Ja. Nach bis zu 30 Monaten im großen Fass und anschließender Flaschenreife ist er zugänglich, gewinnt aber mit einer Stunde Luft an Tiefe. Weitere Flaschenreife rundet das Tannin und bringt tertiäre Töne wie Leder und Unterholz.
Was zeichnet Barolo aus Serralunga d'Alba aus?
Die grauen Mergel- und Sandsteinböden geben den Weinen viel Tannin, feste Säure und einen kalkig-salzigen Grundton. Serralunga-Barolo gilt als besonders lagerfähig und braucht in der Regel mehr Zeit als Barolo aus La Morra.
Was bewirkt der Ausbau im großen Slawonier-Fass?
Große Fässer haben ein kleines Holz-Wein-Verhältnis und geben kaum Aroma ab. Statt Vanille- oder Röstnoten entsteht ein langsamer, gleichmäßiger Luftaustausch, der das Tannin glättet und die Herkunft in den Vordergrund stellt.
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