Manche Weine muss man suchen – und manche muss man öffnen, bevor sie weg sind. Hier sammeln wir Besonderes: reife Jahrgänge mit Trinkreife, kleinste Mengen und Flaschen, die es so kein zweites Mal gibt.
Für Sammler, Schenkende und alle, die zu einem besonderen Anlass etwas Außergewöhnliches öffnen wollen.
Der Burzi Barolo 2016 ist ein reinsortiger Nebbiolo des Biotyps Lampia und stammt aus drei Parzellen der Gemeinde La Morra: Rive auf rund 250 Metern, Roncaglie auf etwa 300 Metern und Rocchettevino auf 400 bis 450 Metern. Er kommt mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche in den Handel. 2016 zählt in den Langhe zu den ausgewogensten Jahrgängen der letzten Jahrzehnte, und nach rund einem Jahrzehnt Flaschenreife löst der Wein dieses Versprechen ein. Kirschkonfit, getrocknete Rose und erste erdige Töne treffen auf ein Tannin, das seine Kanten verloren hat, ohne dass die Frische des Jahrgangs verschwunden ist.
Die Verkostungsnotiz des Burzi Barolo 2016
FARBE: Mittleres Rubinrot, am Rand deutlich zu Granat aufgehellt - der Farbverlauf eines zehnjährigen Barolo.
NASE: Getrocknete Rosenblätter und eingekochte Kirsche stehen vorn, dahinter Unterholz, Herbstlaub und ein Anflug von Leder. Mit Luft treten Süßholz, Muskatnuss und eine feine Teernote hinzu. Die aromatische Intensität, für die 2016 bekannt ist, bleibt dabei über Stunden stabil.
GESCHMACK: Am Gaumen ruhig und tief, die Frucht hat sich von saftig zu getrocknet verschoben. Das Tannin ist feinmaschig und vollständig eingebunden, die aus den kühlen Nächten vor der Lese stammende Säure hält den Wein aufrecht. Salzige und erdige Nuancen geben der Mitte Halt.
FINALE: Lang, trocken und würzig, mit nachhallender Sauerkirsche und dem Anklang von feuchtem Waldboden.
Rive, Roncaglie und Rocchettevino - drei Höhenstufen in La Morra
Dieser Barolo entsteht nicht aus einer einzelnen MGA, sondern aus drei abgegrenzten Lagen derselben Gemeinde. Rive liegt am tiefsten und gibt Fülle, Roncaglie sorgt für die mittlere Statur, das hoch gelegene Rocchettevino bringt Säure und Duft. Die Rebstöcke sind zwischen 30 und 70 Jahre alt und nach Osten bis Südosten ausgerichtet, sodass sie die Nachmittagshitze meiden. La Morra gilt innerhalb des Barolo-Gebiets als Heimat der duftigen, geschmeidigeren Stilistik; verantwortlich dafür sind die kalkhaltigen Mergel der Tortonium-Formation.
Alberto und Caterina Burzi in der Fraktion Santa Maria
Alberto Burzi übernahm die Rebflächen seiner Familie 2011 und füllte ab 2012 unter eigenem Namen ab. Sein Großvater Luigi gehörte zu den Mitgründern der Genossenschaft Terre del Barolo, die Trauben der Familie wanderten jahrzehntelang in fremde Keller. Heute werden rund sieben Hektar bewirtschaftet, alle in La Morra, bei einer Jahresproduktion von etwa 20.000 bis 25.000 Flaschen. Der Keller liegt weiterhin im Haus der Großeltern in Santa Maria und wurde 2018 erweitert; Schwester Caterina verantwortet Verkauf und Kommunikation.
Große Fässer aus ungetoasteter österreichischer Eiche
Nach dem Entrappen vergären die Trauben temperaturkontrolliert im Edelstahltank, die Maischestandzeit beträgt beim Classico laut Weingut 25 bis 30 Tage. Der Ausbau folgt in Fässern von 60 Hektolitern aus österreichischer Eiche, die bewusst nicht getoastet werden - Röstaroma soll gar nicht erst entstehen. Die letzten Monate vor der Füllung verbringt der Wein im Betontank. Struktur bezieht der 2016er damit ausschließlich aus Frucht, Säure und Tannin, und er verfügt auch nach zehn Jahren noch über Reserven für ein weiteres Jahrzehnt.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 Grad Celsius und ein großes, bauchiges Glas sind die richtige Bühne. Nach zehn Jahren braucht der Wein weniger Luft als in der Jugend: eine halbe bis eine Stunde in der Karaffe genügt, ein mögliches Depot bleibt in der Flasche. Gut begleitet er Brasato al Barolo, Tajarin mit Butter und Salbei, Perlhuhn aus dem Ofen, Steinpilzragout, Rinderzunge in grüner Sauce und lange gereiften Bra duro.
Häufige Fragen zum Burzi Barolo 2016
Wie ist der Jahrgang 2016 im Barolo einzuordnen?
2016 verlief ohne Extremereignisse: kühler Frühlingsbeginn, warmer und trockener April, ein warmer aber nicht heißer Sommer, gut verteilte Septemberregen und eine lange, ruhige Oktoberlese. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht brachten Farbe, Duft und Säure zugleich. Der Jahrgang gilt seither als klassischer Maßstab mit hoher Haltbarkeit.
Ist der Burzi Barolo 2016 heute trinkreif?
Ja, er steht im ersten Reifefenster, in dem gereifte Frucht und tertiäre Noten gleichzeitig zu hören sind. Wer die volle Unterholz- und Trüffelseite sucht, kann die Flasche noch einige Jahre liegen lassen.
Wie lange lässt sich der Wein noch lagern?
Die Shop-Angabe nennt 15 Jahre ab Jahrgang, also etwa bis 2031. Angesichts der Struktur dieses Jahrgangs ist bei liegender, kühler Lagerung eher ein Fenster bis in die mittleren 2030er Jahre realistisch.
Worin unterscheidet er sich vom Barolo Capalot Vecchie Viti desselben Gutes?
Der Classico bündelt drei Lagen und steht kürzer auf der Maische. Der Capalot stammt aus einer einzigen, über 80 Jahre alten Parzelle, mazeriert 35 bis 45 Tage unter untergetauchtem Hut und ist deutlich dichter sowie langlebiger angelegt.
Was bedeutet die Angabe Nebbiolo Lampia?
Lampia ist einer der Nebbiolo-Biotypen, neben Michet und Nebbiolo Rosè. Der Barolo Classico von Burzi besteht zu 100 Prozent aus Lampia, was seine geradlinige und duftbetonte Ausrichtung erklärt.
Burzi Barolo Capalot VV 2017 stammt aus dem ältesten Weinberg des Guts: Die Nebbiolo-Reben in Capalot sind rund 80 Jahre alt, weshalb das Etikett den Zusatz Vecchie Viti führt. Der Wein hat 14,5 % Vol. und kommt in der 0,75-Liter-Flasche; im Glas ein tiefes Rubinrot mit ersten Reifetönen. Dunkle Kirsche, Pflaume und getrocknete Blüten verbinden sich mit Minze, Süßholz und Waldboden. Die sehr lange Maischestandzeit und der warme Jahrgang 2017 ergeben einen dichten, aber überraschend geschmeidigen Barolo.
Die Verkostungsnotiz des Burzi Barolo Capalot VV 2017
FARBE: Tiefes Rubinrot, am Rand bereits granatfarben aufgehellt.
NASE: Dunkle Kirsche und eingekochte Pflaume treffen auf getrocknete Rose und Lavendel. Darunter arbeiten Minze, Süßholz, Zimtrinde und ein feuchter Waldbodenton, wie ihn alte Reben oft mitbringen.
GESCHMACK: Dicht und tief, mit dunkler Frucht und breit angelegtem, dennoch samtigem Tannin. Der warme Jahrgang zeigt sich in der reifen Fruchtsüße, Minze und ein salziger Zug halten die Balance. Alte Reben liefern hier eher Länge als Lautstärke.
FINALE: Der Nachhall dauert ausgesprochen lange; Dörrkirsche, balsamische Minze und trockene Gewürze bleiben stehen.
Capalot – 80 Jahre alte Reben auf 300 Metern in La Morra
Capalot ist eine amtlich kartierte Lage (MGA) von etwa 25 Hektar in La Morra, gelegen an den Hängen oberhalb von Santa Maria. Die Parzelle der Familie Burzi liegt bei rund 300 Metern und blickt nach Süden, die Reben wurden Ende der 1940er- bis Anfang der 1950er-Jahre gepflanzt. Sandiger Lehm mit Kalk über Sant'Agata-Fossili-Mergeln meeressedimentären Ursprungs prägt hier ein weicheres, feiner gezeichnetes Tannin. Der Wein vereint 55 Prozent Nebbiolo Lampia, 30 Prozent Michet und 15 Prozent Rosè – eine alte, gemischte Pflanzung, wie sie heute selten ist.
Ein Weinberg, der lange an Roberto Voerzio verpachtet war
Die Bekanntheit von Capalot geht auf Roberto Voerzio zurück, der die Parzelle der Burzi bis 2011 gepachtet und daraus einen Barolo Riserva erzeugt hatte; Flaschen der Jahrgänge zwischen 1995 und 2010 sind heute Sammlerware. Als Alberto Burzi 2011 übernahm, behielt er den Anspruch bei: sehr niedrige Erträge, akribische Handarbeit, keine Kompromisse bei der Selektion. Den ersten eigenen Capalot Vecchie Viti füllte er aus dem Jahrgang 2013. Neue Pflanzungen im Gut entstehen durch Handveredelung und Massenselektion aus genau diesen alten Reben.
Bis zu 50 Tage Maische, Reife im 30-Hektoliter-Fass
Die Maischestandzeit dauert bei diesem Wein 30 bis 50 Tage und schließt mit untergetauchtem Hut ab, bei dem die Schalen unter dem Wein gehalten werden. Danach reift der Barolo in großen Fässern aus österreichischer Eiche mit 30 Hektoliter Inhalt, die nicht getoastet sind, und wird vor der Füllung im Betontank harmonisiert. So entsteht Tiefe aus Extraktion und Zeit, nicht aus Holzaromen. Der Shop nennt eine Lagerfähigkeit von 25 Jahren.
Servieren und kombinieren
Zwei Stunden vor dem Essen in eine Karaffe geben und bei 17 bis 18 Grad im großen Glas servieren. Der Wein steht zu geschmortem Ochsenschwanz, zu Lamm mit Rosmarin, zu Agnolotti del plin in Bratenjus, zu Wildschweinragout, zu Taube mit Dörrfrüchten und zu einem lange gereiften Bergkäse.
Häufige Fragen zum Burzi Barolo Capalot VV 2017
Wofür steht das VV auf dem Etikett?
VV ist die Abkürzung für Vecchie Viti, italienisch für alte Reben. Das Weingut führt den Zusatz, weil die Parzelle in Capalot mit rund 80 Jahren die älteste des Betriebs ist.
Wie alt sind die Reben genau?
Gepflanzt wurden sie Ende der 1940er- bis Anfang der 1950er-Jahre, das Weingut spricht von 80 Jahren. Zum Zeitpunkt der Lese 2017 waren die Stöcke also etwa 65 bis 70 Jahre alt.
Welche Rolle spielte Roberto Voerzio in Capalot?
Voerzio hatte die Lage bis 2011 von der Familie Burzi gepachtet und daraus einen gesuchten Barolo Riserva erzeugt. Nach dem Ende der Pacht bewirtschaftet Alberto Burzi die alten Reben selbst.
Wie war der Jahrgang 2017 im Barolo?
2017 brachte Aprilfrost, extreme Trockenheit und einen heißen Sommer, den erst der September entspannte. Die Weine zeigen dennoch charmante Frucht, weiche Tannine und Frische; alte Reben und höhere Lagen kamen erkennbar besser damit zurecht.
Ist der Capalot 2017 schon zu trinken?
Ja, 2017 gilt als zugänglicher Jahrgang, und nach rund neun Jahren ist der Wein offen. Die Struktur aus alten Reben und langer Maische trägt ihn aber noch viele Jahre weiter.
Der Burzi Barolo Capalot VV 2020 stammt aus der ältesten Parzelle des Gutes: Die Reben in der Lage Capalot wurden um das Ende der 1940er Jahre gesetzt und sind heute rund 80 Jahre alt. Der Wein wird mit 15 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche gefüllt, das Kürzel VV steht für Vecchie Viti, also alte Reben. Das Traubenmaterial vereint drei Nebbiolo-Biotypen und mazeriert 35 bis 45 Tage unter untergetauchtem Tresterhut. Im Glas führt das zu dunkler Kirsche, Backpflaume, Leder und Lakritz, getragen von einer Tannintiefe, die präsent ist, ohne zu drücken.
Die Verkostungsnotiz des Burzi Barolo Capalot VV 2020
FARBE: Dichtes Rubinrot mit dunklem Kern, am Rand noch jugendlich violett.
NASE: Dunkle Kirsche und Backpflaume bilden das Zentrum, darum herum Leder, Tabakblatt und Nelke. Mit Luft kommen Kakao, Lakritz und eine feine Teernote hinzu; die alten Reben liefern eine Tiefe, die der Classico desselben Hauses nicht erreicht.
GESCHMACK: Breit angelegt und trotzdem geschliffen. Die Frucht ist dunkel und konzentriert, das Tannin dicht gewebt und dank des seidigen Jahrgangs bereits zugänglich. Erdige und pfeffrige Noten geben dem hohen Alkohol Halt, die Säure bleibt eingebunden.
FINALE: Sehr lang, mit Bitterkakao, Süßholz und einem nachhallenden, leicht rauchigen Ton.
Capalot - die Parzelle, die bis 2011 Roberto Voerzio bewirtschaftete
Capalot ist eine rund 25 Hektar große MGA in La Morra und liegt zwischen etwa 300 und 350 Metern; Burzis Anlage steht auf 300 Metern in Südlage. Der Untergrund ist sandig-tonig mit Kalkanteil über Sant'Agata-Fossili-Mergel marinen Ursprungs, der alte Flurname La Pria verweist auf den steinigen Charakter. Die Sandanteile sind der Grund für die parfümierte, elegante Statur der Weine dieser Zone. Die Parzelle der Familie Burzi war bis 2011 an Roberto Voerzio verpachtet, der die Trauben lange nur in Magnums füllte; seit der Übernahme bewirtschaftet Alberto Burzi sie selbst.
Alberto Burzi: dritte Generation, erste eigene Füllung 2012
Großvater Luigi Burzi baute Trauben und Haselnüsse an und verkaufte die Ernte über Jahrzehnte an Genossenschaften; er zählte zu den Mitgründern von Terre del Barolo. Sein Enkel Alberto studierte Weinbau und Kellerwirtschaft in Turin, arbeitete zunächst als Berater und übernahm die Familienflächen 2011. Bewirtschaftet werden rund sieben Hektar in La Morra, gearbeitet wird organisch mit Guyot-Erziehung, etwa 5.000 Stöcken je Hektar und niedrigen Erträgen. Capalot gilt im Betrieb als Herzstück und ist auf zwei getrennte Teilstücke verteilt.
24 Monate im 30-Hektoliter-Fass und zwei Jahre Flaschenreife
Die Gärung findet im temperaturkontrollierten Edelstahltank statt, in der Schlussphase liegt der Tresterhut vollständig unter dem Most. Danach reift der Wein rund 24 Monate in Fässern von 30 Hektolitern aus österreichischer Eiche, die nicht getoastet werden, um die Aromatik der Lage nicht zu überdecken; vor der Füllung folgt eine Phase im Zement. Anschließend bleibt der Wein weitere rund 24 Monate in der Flasche, bevor er in den Verkauf geht. Aus dieser Abfolge erklärt sich, dass ein 2020er Capalot heute schon offen wirkt und gleichzeitig zwei Jahrzehnte Perspektive besitzt.
Servieren und kombinieren
17 bis 18 Grad Celsius, ein großes Glas mit hohem Kamin. Zwei Stunden Karaffe tun dem Wein gut, ein Depot sollte in der Flasche bleiben. Kräftige Gerichte halten mit: Brasato, Rinderbacke mit Sellerie, Wildschweinragout mit Polenta, Lammkarree mit Thymian, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel und ein lange gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Burzi Barolo Capalot VV 2020
Was bedeutet die Abkürzung VV auf dem Etikett?
VV steht für Vecchie Viti, also alte Reben. Die Anlage in Capalot ist die älteste des Gutes und wurde um das Ende der 1940er Jahre gepflanzt; die geringen Erträge alter Stöcke sind der Grund für die Konzentration dieses Weins.
Welche Rolle spielt Roberto Voerzio bei dieser Lage?
Die Parzelle war bis 2011 an Roberto Voerzio verpachtet, der die Trauben schätzte und den Wein vor allem in Magnumflaschen abfüllte. Seit Alberto Burzi die Fläche selbst bewirtschaftet, entsteht daraus sein Lagenwein Capalot Vecchie Viti.
Ist der Capalot 2020 bereits zugänglich?
Ja, ungewöhnlich früh für einen Wein dieses Zuschnitts. Der Jahrgang 2020 bringt feinkörnige Tannine mit, und die zwei Jahre Flaschenreife vor dem Verkauf haben zusätzlich geholfen. Mit zwei Stunden Luft zeigt er sich vollständig.
Wie lange lässt sich der Wein lagern?
Struktur und Konzentration sprechen für ein Fenster bis in die 2040er Jahre, die Shop-Angabe von 25 Jahren ist hier plausibel. Der Reifegipfel dürfte zwischen 2030 und 2040 liegen.
Warum stehen im Capalot drei Nebbiolo-Biotypen?
Alte Anlagen wurden per Massale-Selektion gesetzt, weshalb Lampia, Michet und Nebbiolo Rosè gemischt wachsen. Das Weingut nennt für diesen Wein rund 55 Prozent Lampia, 30 Prozent Michet und 15 Prozent Rosè - Michet gibt Struktur, Rosè Duft und Farbtiefe wird von Lampia getragen.
Der Carlo Revello Barolo Riserva Rocche dell'Annunziata 2017 ist der Spitzenwein des Guts: reinsortiger Nebbiolo aus einer der bedeutendsten Lagen von La Morra, 36 Monate im großen Holzfass gereift, abgefüllt mit 15 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Der heiße, extrem trockene Jahrgang 2017 gibt ihm dunkle, konzentrierte Frucht, die Herkunft steuert die Feinheit bei: getrocknete Rosen, Blutorangenschale und ein kühler Kalkzug. Nach den Jahren im Keller zeigen sich erste tertiäre Noten von Leder, Tabak und Unterholz. Riserva heißt hier nicht mehr Holzaroma, sondern mehr Zeit.
Die Verkostungsnotiz des Carlo Revello Barolo Riserva Rocche dell'Annunziata 2017
FARBE: Tiefes Granatrot mit leicht orangefarbenem Rand; die dunklere Farbanlage des Jahrgangs 2017 ist im Kern noch erkennbar.
NASE: Eingemachte Kirsche, Dörrpflaume und Blutorangenschale, darüber der Duft getrockneter Rosen, für den diese Lage bekannt ist. Mit Luft folgen Leder, Pfeifentabak, Unterholz und geröstete Haselnuss. Ein feiner balsamischer Ton verrät die Reife, ohne zu dominieren.
GESCHMACK: Breit angelegt und fleischig, mit dichtem Kern aus dunkler Frucht und Süßholz. Das Tannin ist kraftvoll und in der Textur noch leicht körnig, wie es für 2017 typisch ist, wird von den drei Jahren im großen Fass aber deutlich geglättet. Salzige Mineralität und ein kühler Kräuterzug halten die Fülle im Zaum.
FINALE: Sehr langer Abgang. Kirschlikör und Leder klingen aus, dazu Pfeifentabak und ein trockener, steiniger Eindruck, der die Reife unterstreicht.
Rocche dell'Annunziata – Weinberg mit Urkunde von 1194
Rocche dell'Annunziata zählt zu den wichtigsten Nebbiolo-Hängen von La Morra und umfasst rund 30 Hektar zwischen dem Weiler Boiolo im Westen und der Straße von Annunziata nach La Morra. Die Höhen reichen von 242 Metern im Talgrund bei Torriglione bis 390 Meter im Osten, der Rücken Ciabot d'Can liegt bei etwa 300 Metern; die Hauptausrichtungen sind Süd bis Südwest und Süd bis Südost. Unten dominiert Sand, weiter oben nehmen Lehm und Ton zu – daraus entstehen Weine mit weniger Masse, aber ausgesprochen komplexem Duft. Belegt ist der Weinbau hier seit 1194, damals als Besitz der Benediktinerabtei San Martino auf dem Gebiet des alten Marcenasco. Alessandro Masnaghetti führt die Lage mit fünf Sternen, Antonio Galloni ordnet sie in die höchste Kategorie ein; Parzellen halten unter anderem Lorenzo Accomasso, Paolo Scavino, Roberto Voerzio und Bartolo Mascarello.
Die Revello-Parzelle: 270 Meter, Südwest, 55-jährige Reben
Carlo Revello & Figli bewirtschaftet in Rocche dell'Annunziata eine Parzelle auf etwa 270 Metern Höhe mit südwestlicher Ausrichtung; die Reben sind rund 55 Jahre alt, der Boden kalkhaltig und lehmig. Früher flossen diese Trauben in den Verschnitt Barolo R.G. ein – seit dem Jahrgang 2016 füllt die Familie sie separat als Riserva ab. Das Gut selbst entstand 2016 durch die Teilung des Betriebs Fratelli Revello und umfasst rund sieben Hektar in der Frazione Santa Maria. Carlo Revello arbeitet dabei mit seinem Sohn Erik, der den Keller Schritt für Schritt zu größeren Fässern und spontaner Gärung zurückgeführt hat.
Was Riserva bedeutet – und warum es 36 Monate Fass wurden
Für eine Barolo Riserva verlangt die DOCG mindestens 62 Monate Reife nach der Ernte, davon wenigstens 18 Monate im Holzfass; in den Handel darf sie erst ab dem 1. Januar des sechsten Jahres nach dem Jahrgang, für 2017 also ab 2023. Revello geht darüber hinaus: 36 Monate lagerte der Wein in großen Holzfässern, danach folgte die Flaschenreife. Große Gebinde geben kaum Holzaroma ab und wirken vor allem über eine gleichmäßige, langsame Sauerstoffzufuhr – genau das, was die kraftvollen und anfangs körnigen Tannine des Hitzejahres 2017 brauchten. Das Gut nennt ein Lagerpotenzial von 25 bis 30 Jahren.
Dekantieren, Temperatur und große Begleiter
Bei 18 Grad Celsius und in einem sehr großen Glas kommt die Riserva am besten zur Geltung. Nach so vielen Jahren hat sich Depot gebildet: Die Flasche einige Stunden vorher aufrecht stellen und behutsam in die Karaffe umfüllen, 60 bis 90 Minuten Luft genügen. Am Tisch verlangt der Wein kräftige Partner – Rinderbraten in Barolo, Wildschweinragout, Hirschrücken mit Wacholder, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, geschmorten Ochsenschwanz und lange gereiften Castelmagno.
Häufige Fragen zum Carlo Revello Barolo Riserva Rocche dell'Annunziata 2017
Warum trägt dieser Barolo die Bezeichnung Riserva?
Weil er die strengeren Reifevorgaben der DOCG erfüllt: mindestens 62 Monate Gesamtreife statt 38, davon wenigstens 18 Monate im Holz, und Freigabe erst im sechsten Jahr nach dem Jahrgang. Bei Revello reifte der Wein allein 36 Monate im großen Fass, bevor die Flaschenreife begann.
Wie war der Jahrgang 2017 im Barolo-Gebiet?
2017 war eines der heißesten und trockensten Jahre: Von März bis Oktober fielen nur etwa 280 Millimeter Regen statt der üblichen rund 600, dazu kamen Aprilfrost und Sommerhagel mit Ertragsverlusten. Kühle Septembernächte retteten die Frische, die Lese begann teilweise Mitte September – so früh wie nie zuvor.
Ist die Riserva 2017 heute schon offen?
Die vorgeschriebenen 62 Monate Reife liegen längst hinter ihr, und nach etwa einer Stunde Luft öffnet sie sich bereitwillig. Das kraftvolle Tannin ist eingebunden, ohne verschwunden zu sein; Leder und Unterholz markieren den Beginn der Reifephase, die noch weit trägt.
Was macht Rocche dell'Annunziata so gesucht?
Die Lage verbindet die florale Eleganz von La Morra mit ungewöhnlicher Duftkomplexität und einer feinen, aber tragenden Struktur. Ihre sandigen unteren und tonigeren oberen Partien, die Ausrichtung von Südwest bis Südost und die jahrhundertelange Bewirtschaftung machen sie zu einem der begehrtesten Weinberge der Langhe.
Wie unterscheidet sich die Riserva vom Barolo Giachini des Guts?
Giachini liegt tiefer am selben Hangzug und ergibt einen duftigen, seidigen Wein für den früheren Genuss. Die Riserva kommt aus der höher bewerteten Nachbarlage, reift wesentlich länger im Fass und ist auf Jahrzehnte angelegt.
Der Cascina Sòt Barolo Bricco San Pietro 2016 ist ein reinsortiger Nebbiolo aus der flächenmäßig größten abgegrenzten Lage der Gemeinde Monforte d'Alba und kommt mit 14 % Vol. in den Handel. Lakritz, rote Johannisbeere und ein Hauch schwarzer Pfeffer bestimmen das Aromenbild, im Glas steht ein dunkles Granatrot. Achtundzwanzig Monate französische Eiche und ein weiteres Jahr Flaschenruhe haben die Gerbstoffe geglättet, ohne der Frucht die Kontur zu nehmen. Decanter vergab 91 Punkte, Luca Maroni 90.
Die Verkostungsnotiz des Cascina Sòt Barolo Bricco San Pietro 2016
FARBE: Dunkles Granatrot, zum Rand hin bereits leicht ziegelfarben aufgehellt.
NASE: Rote Johannisbeere und Sauerkirsche stehen vorn, dahinter Lakritz, getrocknete Rosenblätter und eine deutliche Pfeffernote. Mit Luft treten Leder, eine Teerspur und getrocknete Kräuter hinzu.
GESCHMACK: Vollmundig und zugleich straff gebaut. Die Säure des Jahrgangs trägt die Frucht weit, das feinkörnige Tannin ist nach neun Jahren gut eingebunden und legt sich samtig auf den Gaumen.
FINALE: Sehr lang, mit nachhallender Lakritzwürze, Pfeffer und einem trockenen, salzigen Nachklang.
Bricco San Pietro, die weitläufigste Lage von Monforte d'Alba
Bricco San Pietro erstreckt sich über rund 380 Hektar und ist damit die größte offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung im gesamten Anbaugebiet. Die Rebzeilen verteilen sich auf Höhen zwischen 250 und 520 Metern und auf sechs verschiedene Ausrichtungen, von Süd über Ost bis Nordwest. Vorherrschend ist sandhaltiger Sant'Agata-Fossilmergel aus dem Tortonium, ein kalk- und tonhaltiger Boden, dessen Sandanteil für eher feinkörnige Gerbstoffe sorgt. Die Parzellen der Familie Sanso liegen bei etwa 350 Metern am Hang von Bricco San Pietro und am benachbarten Bricco San Giovanni. So entsteht ein Wein, der die Tiefe und Strenge von Monforte mitbringt und dennoch nicht kantig ausfällt.
Die Familie Sanso in der Località Bussia San Pietro
Maria und Giuseppe gründeten den Betrieb 1975, nachdem sie die Flächen zuvor als Halbpächter bewirtschaftet hatten. Mit Sohn Leonardo und dessen Frau Silvana rückte der Weinbau in den Mittelpunkt; heute führt Maurizio Sanso das Gut gemeinsam mit Schwester Lorena und den Eltern. Gearbeitet wird in einem über 400 Jahre alten Cascinale in der Località Bussia San Pietro. Im Weinberg setzt die Familie auf Präparate mit möglichst geringer Umweltbelastung, der Betrieb gehört der Vereinigung unabhängiger italienischer Winzer sowie dem zuständigen Schutzkonsortium an.
Achtundzwanzig Monate französische Eiche nach offener Maischegärung
Vergoren wird traditionell mit offener Kappe in 25-Hektoliter-Bottichen aus slawonischer Eiche, bei 27 bis 29 °C und rund 25 Tagen Maischekontakt. Dreimal täglich stoßen die Winzer von Hand unter, dazu kommen drei Umzüge pro Tag. Anschließend reift der Wein 28 Monate in französischer Eiche, davon 60 Prozent in neuen Tonneaux und 40 Prozent in bereits belegten Barriques. Ein weiteres Jahr Flaschenruhe vor der Auslieferung rundet das Bild ab; das Weingut nennt ein Alterungspotenzial von 20 bis 25 Jahren.
Servieren und kombinieren
Das Weingut empfiehlt 18 bis 20 °C und ein weißes, großzügig geformtes Rotweinglas. Eine Stunde in der Karaffe schadet dem 2016er nicht, ein Depot ist nach dieser Reifezeit möglich und sollte vorsichtig abgetrennt werden. Gut passen geschmortes Rind, Hasenpfeffer, Rehrücken, Tajarin mit Butter und Salbei, Steinpilzragout sowie gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Cascina Sòt Barolo Bricco San Pietro 2016
Wofür steht Bricco San Pietro auf dem Etikett?
Es handelt sich um eine offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung innerhalb der Gemeinde Monforte d'Alba. Sie benennt die genaue Herkunft der Nebbiolo-Trauben und ist mit rund 380 Hektar die größte dieser Lagen überhaupt.
Wie wird der Jahrgang 2016 im Piemont eingeschätzt?
Auf ein kühles, feuchtes Frühjahr folgte ein moderater Sommer ohne Hitzespitzen, die Lese zog sich bis weit in den Oktober. Die Weine zeigen helle Beerenfrucht, lebendige Säure und feines Tannin und gelten vielen Kritikern als Maßstab der letzten Jahrzehnte.
Muss der Wein dekantiert werden?
Zwingend ist es nicht. Eine dreiviertel bis ganze Stunde in der Karaffe hilft dem Wein aber, die würzigen und floralen Noten zu öffnen.
Wie lange lässt sich die Flasche lagern?
Das Weingut gibt 20 bis 25 Jahre an. Voraussetzung sind liegende Lagerung, Dunkelheit, Erschütterungsfreiheit und eine möglichst gleichmäßige, kühle Temperatur.
Was unterscheidet ihn von der Riserva desselben Guts?
Die Riserva entsteht nur in ausgewählten Jahrgängen und reift 32 Monate im Tonneau sowie rund zweieinhalb Jahre in der Flasche. Sie kommt also später und stärker gereift in den Verkauf als dieser Jahrgangswein.
Der Diego Morra Barolo Zinzasco 2016 vereint Nebbiolo aus La Morra und Verduno zu einem Barolo, der zehn Jahre nach der Lese in seinen besten Abschnitt eintritt. In der 0,75-Liter-Flasche stehen 14 % Vol. Zinzasco ist dabei kein Lagenname im engeren Sinn, sondern der Feldweg, der die beteiligten Parzellen auf dem Ostkamm zwischen den beiden Gemeinden miteinander verbindet. Getrocknete Kirsche, Rosenblatt, Süßholz und eine beginnende Waldbodennote zeichnen das Bild, dahinter arbeitet die kühle Säure des Jahrgangs 2016. Das Tannin ist feinkörnig und weitgehend eingebunden, ohne dass die Frische nachgelassen hätte.
Die Verkostungsnotiz des Diego Morra Barolo Zinzasco 2016
FARBE: Mittleres Granatrot, am Rand deutlich aufgehellt und ins Ziegelfarbene gehend.
NASE: Zuerst getrocknete Sauerkirsche und Hagebutte, dann Rosenblatt und getrockneter Salbei. Mit Luft treten Süßholz, Leder und feuchter Waldboden hinzu. Eine kühle Teenote bleibt bis zuletzt erhalten.
GESCHMACK: Schlank gebaut, mit klarer Säureader und einem Tannin, das sich in zehn Jahren abgeschliffen hat und nun feinsandig wirkt. Die Frucht erscheint eingekocht statt saftig, ergänzt um Wacholder, Chinarinde und einen Hauch Rauch. Von Überreife keine Spur — der lange, späte Herbst 2016 ist im Glas nachvollziehbar.
FINALE: Der Nachhall bleibt lange auf getrockneter Kirsche und Lakritz stehen. Eine salzig-mineralische Spur trägt ihn aus.
Zinzasco — ein Feldweg zwischen La Morra und Verduno
Zinzasco ist keine amtlich abgegrenzte Zusatzbezeichnung, sondern der Name des schmalen Landwegs, an dem die Parzellen dieses Weins liegen. Rund drei Viertel der Trauben wachsen in La Morra, ein Viertel in Verduno; die Reben stehen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Der Untergrund auf diesem Ostkamm besteht aus geschichtetem Mergel mit Sand- und Tonanteilen. Diese Mischung liefert genau das, was den Wein prägt: Duft und Zugänglichkeit aus La Morra, Würze und Säurerückgrat aus dem kühleren Verduno.
Drei Generationen an der Cascina Mosca
Der Betrieb sitzt an der Cascina Mosca oberhalb von Verduno. Großvater Domenico begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einem einzigen Grundstück, es folgte Vater Antonio; Diego Morra richtete 2006 den eigenen Keller ein und füllt seither unter eigenem Namen ab. Heute gehören 30 Hektar Reben in Verduno, La Morra und Roddi zum Haus, dazu 20 Hektar Haselnusshaine. Die drei M auf dem Etikett stehen für Morra, Mosca und Monvigliero — Familie, Hof und wichtigste Lage.
Rund 30 Monate im großen Holzfass, danach zehn Jahre Flasche
Gärung und Maischestandzeit finden im temperaturkontrollierten Edelstahltank statt und dauern beim Zinzasco 20 bis 25 Tage. Anschließend geht der Wein für etwa 30 Monate in große Holzfässer, neue und gebrauchte, bevor er mindestens ein halbes Jahr in der Flasche nachreift. Bei einem Jahrgang wie diesem kommt die entscheidende Arbeit danach aus der Flaschenreife: Die zehn Jahre seit der Lese haben die Gerbstoffe geglättet und die tertiäre Aromatik geöffnet. Als Lagerfähigkeit sind für den Zinzasco rund 15 Jahre angesetzt.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 °C in einem weiten Glas zeigt der Wein seine tertiäre Seite am klarsten. Wegen des Alters lohnt vorsichtiges Umfüllen: 30 bis 45 Minuten Luft genügen, dabei bleibt das Depot in der Flasche zurück. Auf dem Tisch passt er zu Brasato al Barolo, Tajarin mit Butter und Salbei, Rehrücken mit Wacholder, geschmorten Kalbsbäckchen und gereiftem Castelmagno d'alpeggio.
Häufige Fragen zum Diego Morra Barolo Zinzasco 2016
Was bedeutet Zinzasco auf dem Etikett?
Zinzasco bezeichnet den Feldweg, an dem die verwendeten Parzellen in La Morra und Verduno liegen. Es handelt sich nicht um eine amtliche Zusatzbezeichnung, sondern um einen betriebseigenen Weinnamen. Die dokumentierte Herkunft bleibt damit auf der Gemeindeebene.
Wie weit ist der Jahrgang 2016 heute entwickelt?
2016 war ein langsam gereifter, säurebetonter Jahrgang; die Lese begann im Barolo erst Mitte Oktober. Zehn Jahre später halten sich Frucht und Tertiäraromen die Waage, das Optimum wird von der Fachkritik bei zehn bis fünfzehn Jahren gesehen.
Sollte die Flasche dekantiert werden?
Ein kurzes Umfüllen zur Trennung vom Depot ist sinnvoll, eine lange Belüftung nicht nötig. 30 bis 45 Minuten im Glas reichen, damit sich Süßholz und Waldboden entfalten.
Wie lange lässt sich der Wein noch lagern?
Angesetzt sind für diese Abfüllung etwa 15 Jahre. Bei gleichmäßig kühler, dunkler Lagerung sind bei diesem besonders langlebigen Jahrgang auch längere Zeiträume realistisch.
Was unterscheidet den Zinzasco vom Monvigliero desselben Hauses?
Der Zinzasco ist eine Cuvée aus zwei Gemeinden und betont Zugänglichkeit. Der Monvigliero stammt aus einer einzigen, voll südexponierten Einzellage in Verduno und fällt duftiger, salziger und langlebiger aus.
Der Giovanni Rosso Barolo Vigna Rionda Ester Canale 2016 ist ein reinsortiger Nebbiolo aus 0,85 Hektar in der Lage Vignarionda in Serralunga d'Alba und kommt in der Standardflasche zu 0,75 Litern. Die Reben gehen auf eine Pflanzung von 1946 zurück, der Hang blickt nach Süden und liegt zwischen 345 und 360 Metern. Der Zusatz Ester Canale erinnert an die Mutter von Davide Rosso, deren Familie die Parzelle 1934 erwarb und rund vier Jahrzehnte später abgeben musste. Veilchen, Rose, Waldbeerkonfitüre, Süßholzwurzel und ein Hauch weißer Trüffel bilden das Bouquet, getragen von der salzig-kalkigen Spannung, für die diese Lage steht.
Die Verkostungsnotiz des Giovanni Rosso Barolo Vigna Rionda Ester Canale 2016
FARBE: Granatrot über rubinrotem Kern, am Rand bereits leicht aufgehellt.
NASE: Veilchen und getrocknete Rose legen sich über Waldbeerkonfitüre. Darunter Süßholzwurzel, balsamische Kräuter und ein feiner Ton von weißem Trüffel. Das Bouquet öffnet sich langsam und in Schichten.
GESCHMACK: Der Gaumen läuft in einer ruhigen, sehr gleichmäßigen Steigerung ab: erst Frucht, dann Salz, dann Gerbstoff. Das Tannin ist dicht und zugleich fein geschliffen, die Säure trägt bis zum Schluss.
FINALE: Sehr lang, mit salzig-kalkigem Nachhall, getrockneten Blüten und einem Rest Süßholz.
Vignarionda: 0,85 Hektar Südhang zwischen 345 und 360 Metern
Die Parzelle liegt in der MGA Vignarionda in Serralunga d'Alba, dem Kalkherz der Denomination. Der Untergrund gehört zur Lequio-Formation aus dem Serravallium: grauer Mergel im Wechsel mit Bänken aus kieseligem Sandstein, angereichert mit Kalzium- und Eisenkarbonaten. Solche Böden sind flachgründig und halten wenig Wasser; die Rebe steht unter Stress, die Erträge bleiben klein, die Weine gewinnen Dichte. Südausrichtung und eine Höhe von 345 bis 360 Metern sorgen für vollständige, aber nicht überhitzte Reife. Der Rebbestand stammt aus dem Jahr 1946; Anfang 2011 ergänzte Davide Rosso ihn mit Selektionen aus den alten Stöcken.
Ester Canale Rosso und die Rückkehr eines Weinbergs
1934 kauften Tommaso Canale und seine Frau Esterina Rebflächen in Serralunga d'Alba, darunter das Stück in Vignarionda. Rund vierzig Jahre vor der Rückkehr musste sich die Familie davon trennen. Im April 2011 ging die Parzelle an die Azienda Agricola Giovanni Rosso, das Gut von Ester Canale, der Tochter Tommasos, und ihres Mannes. Davide Rosso bewirtschaftet heute den Weinberg, den seine Mutter einst besaß, und setzte ihren Namen auf das Etikett. Als Hommage füllte das Haus zusätzlich Jahrgänge aus Tommaso Canales letzter Zeit ab, 2007 bis 2009, in Auflagen von etwa tausend Flaschen. Zum übrigen Besitz des Guts zählen Cerretta mit 3,5 Hektar auf 360 Metern, die hoch gelegene Serra sowie Meriame, Costabella, Sorano, Lirano und Damiano.
25 Tage auf der Maische, danach 16-Hektoliter-Fass
Gelesen wird von Hand im Oktober. Die Maische bleibt rund 25 Tage im Edelstahltank mit den Schalen in Kontakt, lang genug, um Farbe, Gerbstoff und Extrakt vollständig zu lösen. Anschließend reift der Wein je nach Jahrgang 24 bis 36 Monate in Fässern aus slawonischer Eiche mit 16 Hektoliter Inhalt. Dieses vergleichsweise kleine große Fass gibt gerade so viel Sauerstoff ab, dass sich der Gerbstoff ordnet, ohne dass Holzaromen entstehen. 2016 gilt als klassischer Barolo-Jahrgang mit ausgeprägter Säure und feinem, reichlich vorhandenem Tannin, also als Vorlage für eine sehr lange Entwicklung.
Servieren und kombinieren
Das Weingut empfiehlt 16 bis 17 Grad Celsius und ein großes, bauchiges Glas. Nach einem Jahrzehnt Flaschenreife kann sich ein Depot gebildet haben; behutsam abziehen und dem Wein danach etwa eine Stunde Zeit geben. Auf den Tisch gehören mit Barolo gefüllte Taube, geschmortes Zicklein, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, Rinderbacke, Wildtaubenragout und Castelmagno blu.
Häufige Fragen zum Giovanni Rosso Barolo Vigna Rionda Ester Canale 2016
Wer war Ester Canale?
Ester Canale Rosso war die Tochter von Tommaso Canale, der 1934 Rebflächen in Serralunga d'Alba erwarb, und die Mutter des heutigen Betriebsleiters Davide Rosso. Ihr Name steht auf dem Etikett, weil die Parzelle in Vignarionda 2011 in ihre Familie zurückkehrte.
Warum liest man mal Vigna Rionda und mal Vignarionda?
Als offizielle Zusatzbezeichnung ist die Lage als Vignarionda in einem Wort eingetragen. Historisch und im Sprachgebrauch hält sich die getrennte Schreibweise Vigna Rionda, die auch dieses Etikett verwendet.
Ist der 2016er heute trinkreif?
Er ist zugänglich, steht aber erst am Anfang seiner tertiären Phase. Wer die volle Entfaltung von Trüffel- und Unterholznoten abwarten möchte, lässt ihm weitere Jahre im Keller.
Wie viele Flaschen entstehen aus 0,85 Hektar?
Eine Stückzahl für den Jahrgang 2016 veröffentlicht das Gut nicht. Es weist ausdrücklich auf sehr niedrige Erträge der tief wurzelnden Altreben hin und beschreibt die Abfüllung als bewusst kleine Auflage.
Was unterscheidet Serralunga d'Alba von La Morra?
Serralunga steht auf kalk- und sandreichen Böden der Lequio-Formation und liefert die strukturiertesten, langlebigsten Barolo der Appellation. La Morra ruht auf jüngeren, tonreicheren Mergeln und bringt duftigere, früher zugängliche Weine hervor.
Der Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2018 kommt aus jener Lage in Serralunga d'Alba, die Bruno Giacosa einst weltberühmt machte. Reinsortiger Nebbiolo, 14,5 % Vol., 0,75 Liter. Als Aromenbild gibt das Weingut reife dunkle Früchte, Safran und Bienenwachs an; gereift ist der Wein im großen Holzfass. Das Jahr 2018 verlangte im Weinberg viel Arbeit und brachte am Ende duftige, mittelgewichtige Barolo mit klarer Säure. Nach inzwischen acht Jahren zeigen sich erste tertiäre Töne, ohne dass die Frische verloren gegangen wäre.
Die Verkostungsnotiz des Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2018
FARBE: Granatrot mit rubinroten Reflexen und deutlich aufgehelltem Rand.
NASE: Getrocknete Kirsche und Hagebutte, darüber welke Rose und Kräuter der Macchia. Mit Luft folgen Safran, Bienenwachs, Leder und ein Anflug von Teeblatt. Der Duft ist eher fein als wuchtig.
GESCHMACK: Beweglicher und schlanker als in kraftvollen Jahren, mit lebendiger Säure und einem Tannin, das bereits eingebunden wirkt. Getrocknete rote Frucht, Orangenzeste und eine feine Bitterkeit von Chinarinde begleiten den Verlauf.
FINALE: Mittellang bis lang, würzig und trocken, mit einem Nachhall von Hagebutte und Kalkstaub.
Collina Rionda: wie ein Zukäufer eine Lage zur Legende machte
Den Weltruf dieses Weinbergs begründete kein Besitzer, sondern ein Käufer. Bruno Giacosa aus Neive bezog über Jahre Trauben von der Familie Canale und füllte daraus seine Riserva Collina Rionda ab. Zugekaufte Partien liefen bei ihm unter der Firma Casa Vinicola Bruno Giacosa; herausragende Jahrgänge bekamen das rote Etikett, das bis heute als Gütezeichen gilt. Der 1989er dieser Serie erhielt hundert Punkte und wird auf Auktionen im vierstelligen Dollarbereich gehandelt. Seither zählt die Fläche zu den begehrtesten des Piemont; Parzellen halten unter anderem Massolino, Oddero, Ettore Germano, Luigi Pira, Giovanni Rosso und Guido Porro. Bruno Giacosa starb im Januar 2018, im Erntejahr dieses Weins.
Die Familie Porro unterhalb der Burg von Serralunga
Das Weingut liegt an der Via Alba in Serralunga d'Alba, unweit des Burgfelsens, und wird in vierter Generation geführt. Es zählt zu den kleinen Adressen des Ortes; ein amerikanischer Importeur nennt etwa viereinhalb Hektar Rebfläche und ungefähr fünfzehntausend Flaschen jährlich. Die Kellerarbeit ist bewusst altmodisch: Spontangärung mit den Hefen des Weinbergs, ungefähr drei Wochen auf den Schalen, danach etwa drei Jahre in slawonischen Botti. Neben Vigna Rionda füllt das Haus die Lagen Lazzairasco und Santa Caterina getrennt ab.
Was der Jahrgang 2018 verlangte
2018 war ein Jahr für sorgfältige Winzer: ein nasser, kühler Frühling und Frühsommer mit hohem Krankheitsdruck, danach ein trockener, sonniger Spätsommer und ein ruhiger Herbst. Wer im Weinberg konsequent ausschied, erntete gesundes, aber weniger konzentriertes Lesegut als 2016. Daraus entstanden duftige, mittelgewichtige Barolo, die früher ansprechbar sind als die großen Strukturjahrgänge. Der Ausbau im großen Fass passt zu diesem Profil: viel Zeit, wenig Holzeinfluss, kein zusätzlicher Gerbstoff. Eine exakte Fassdauer für den 2018er veröffentlicht das Gut nicht; die Denomination verlangt mindestens 38 Monate Gesamtreife und 18 Monate Holz.
Servieren und kombinieren
16 bis 17 Grad Celsius und ein weites Glas reichen aus; eine halbe Stunde Luft genügt, dekantieren muss man diesen Jahrgang nicht mehr. Ein feines Depot kann sich gebildet haben, die Flasche also rechtzeitig aufstellen. Passend sind Tajarin mit Butter und Salbei, Perlhuhn aus dem Ofen, Zunge in grüner Sauce, Pilzragout, Entenbrust mit Feigen und mittelalter Toma piemontese.
Häufige Fragen zum Guido Porro Barolo Vigna Rionda 2018
Was war Collina Rionda?
So nannte Bruno Giacosa seine Riserva aus zugekauften Trauben dieses Weinbergs in Serralunga d'Alba. Die Abfüllungen gelten als Meilensteine der Barolo-Geschichte und machten die Lage international bekannt.
Wie steht 2018 zwischen 2016 und 2020?
2016 gilt als klassischer Großjahrgang mit hoher Säure und viel Gerbstoff, 2020 als mild und rund. 2018 liegt daneben: weniger Masse, dafür Duft, Beweglichkeit und eine früher erreichte Trinkreife.
Sollte man den 2018er noch liegen lassen?
Er ist jetzt gut trinkbar. Wer möchte, kann ihm weitere Jahre geben, ein deutlicher Zugewinn ist bei diesem Jahrgangstyp aber nicht zwingend zu erwarten.
Warum sind Weine aus dieser Lage so teuer?
Die Fläche ist mit rund vierzehn Hektar klein, sie ist auf viele Eigentümer verteilt, und die historischen Riserva-Abfüllungen erzielen auf Auktionen Spitzenpreise. Angebot und Ruf treffen hier auf eine sehr begrenzte Menge.
Woran erkennt man einen Barolo aus Serralunga d'Alba?
Typisch sind eine straffe Säure, ein festes, kalkgeprägtes Tannin und eine würzig-salzige Note anstelle üppiger Frucht. Solche Weine brauchen in der Regel länger, halten dafür aber außerordentlich lange.
Luigi Vico Barolo del Comune di Serralunga 2016 ist ein reinsortiger Nebbiolo, dessen Trauben ausschließlich aus der Gemeinde Serralunga d'Alba im Piemont kommen. Der Wein wird mit 14 % Vol. abgefüllt und zeigt ein bezauberndes Bouquet aus Himbeere, Veilchen, Pfeffer und einem Hauch Tabak. Am Gaumen wirkt er reichhaltig, mineralisch und fruchtbetont, mit seidigen Tanninen und einem langen, leicht karamelligen Nachhall. 2016 ist zugleich der erste Jahrgang des jungen Guts von Luigi Vico.
Die Verkostungsnotiz des Luigi Vico Barolo del Comune di Serralunga 2016
FARBE: Rubinrot mit granatfarbenen Reflexen.
NASE: Frische Himbeere und Erdbeere treffen auf Veilchen und getrocknete Rose. Schwarzer Pfeffer, Tabakblatt und eine dunkle Kakaonote geben dem Duft Tiefe.
GESCHMACK: Reichhaltig und saftig, mit klarer roter Frucht und einer mineralischen, an nassen Stein erinnernden Ader. Die Tannine sind seidig und fügen sich ohne Kanten ein, was einen bemerkenswerten Trinkfluss ergibt.
FINALE: Lang, mit Himbeere, Pfeffer und feinen Karamell- und Schokoladentönen.
Was „del Comune di Serralunga“ bedeutet
Mit der Abgrenzung der 181 Menzioni Geografiche Aggiuntive im Jahr 2010 wurde im Barolo neben dem Lagennamen eine zweite Herkunftsangabe möglich: die Gemeinde. Ein Erzeuger darf „Barolo del Comune di Serralunga d'Alba“ aufs Etikett schreiben, wenn alle Trauben aus dieser einen der elf Barolo-Gemeinden stammen. Die Angabe ist damit präziser als ein einfacher Barolo, aber weiter gefasst als eine Einzellage – es handelt sich um eine Gemeinde-Cuvée, nicht um einen Cru. Serralunga d'Alba liegt auf dem östlichen Hügelzug des Anbaugebiets; seine kalk- und mergelreichen Böden der Lequio-Formation gelten als Grund für die besonders feste Tanninstruktur und die Langlebigkeit der Weine.
Azienda Agricola Luigi Vico – ein eigenes Gut in Serralunga
Luigi Vico ist keine Zweitmarke von Giovanni Rosso, sondern ein selbständiges Weingut. Die Familie ist in Serralunga d'Alba bis 1694 zurück belegt; als die Pachtverträge für die Familienparzellen ausliefen, holte Luigi Vico sie zurück und gründete 2016 seine Azienda Agricola. Sie umfasst rund zwei Hektar in drei Weinbergen: Prapò, 1927 erworben und östlich exponiert, Meriame aus dem Jahr 1920 und Prato Done von 1900 mit alten Moscato-Reben. Bewirtschaftet wird zertifiziert biologisch, gelesen wird von Hand. Vinifiziert werden die Weine im Keller von Giovanni Rosso in Serralunga d'Alba, wo Davide Rosso für den Ausbau verantwortlich ist – die Trauben stammen also von Luigi Vico, die Kellerarbeit kommt von einem der genauesten Barolo-Erzeuger der Gemeinde.
Betontank, Naturhefen und großes Eichenfass
Die Maische vergärt im Betontank mit weinbergseigenen Hefen; der Erzeuger arbeitet betont zurückhaltend, ohne aufdringliche Extraktion. Der Ausbau erfolgt anschließend im großen Fass aus französischer und slawonischer Eiche, im Fall der Lagenweine in Fassvolumina von 25 Hektolitern aus dem Wald von Fontainebleau. Barrique kommt nicht zum Einsatz, weshalb der Wein ohne Vanille- oder Röstaromen auskommt. Das Lagerpotenzial wird mit 15 bis 20 Jahren angesetzt.
Servieren und kombinieren
Bei 16 bis 18 °C in einem großen Rotweinglas servieren und rund eine Stunde vorher öffnen oder dekantieren. Der seidige, fruchtbetonte Stil passt zu Vitello tonnato, Agnolotti del plin, Brasato al Barolo, Ente mit Feigen, Steinpilzen und mittelaltem Bra.
Häufige Fragen zum Luigi Vico Barolo del Comune di Serralunga 2016
Warum steht auf dem Etikett eine Gemeinde und keine Lage?
Weil der Wein aus mehreren Parzellen innerhalb von Serralunga d'Alba stammt und nicht aus einer einzigen abgegrenzten Lage. Die Gemeindeangabe ist seit der MGA-Reform von 2010 zulässig, wenn alle Trauben aus dieser Gemeinde kommen.
Ist Luigi Vico ein eigenständiges Weingut?
Ja. Die Azienda Agricola Luigi Vico besteht seit 2016 mit eigenen Weinbergen in Serralunga d'Alba. Der Ausbau findet allerdings im Keller von Giovanni Rosso unter der Verantwortung von Davide Rosso statt.
Wie werden die Weinberge bewirtschaftet?
Alle Parzellen sind biologisch zertifiziert, die Lese erfolgt von Hand. Im Keller kommen weinbergseigene Hefen und Betonbehälter zum Einsatz.
Sollte der 2016er dekantiert werden?
Eine Stunde Luft tut ihm gut, zwingend ist sie nicht. Die Tannine sind bereits seidig, durch Belüftung treten Veilchen und Pfeffer jedoch klarer hervor.
Wie unterscheidet sich ein Gemeinde-Barolo von einem Lagen-Barolo?
Der Lagenwein zeigt das Profil einer einzelnen Parzelle und ist meist enger und langlebiger gebaut. Die Gemeinde-Cuvée verbindet mehrere Parzellen zum typischen Bild des Ortes und ist in der Regel früher zugänglich.
Der Matteo Ascheri Barolo Coste e Bricco 2016 ist der Spitzenwein des Hauses: ein reinsortiger Nebbiolo aus zwei Parzellen innerhalb der MGA Sorano in Serralunga d'Alba, abgefüllt mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Dunkle Beeren, feine Kräuter, Pilze und ein Hauch Trüffel bestimmen das ätherische Bouquet. Am Gaumen ist er konzentriert, vielschichtig und von kraftvollem, gut eingebundenem Tannin getragen. Der Jahrgang 2016 gilt als einer der großen der jüngeren Barolo-Geschichte.
Die Verkostungsnotiz des Matteo Ascheri Barolo Coste e Bricco 2016
FARBE: Tiefes Rubinrot, das sich am Rand bereits ins Granatrote öffnet.
NASE: Fein würzig und ätherisch mit dunklen Beeren, Lakritz und getrockneten Kräutern. Dazu treten Waldboden, Pilze und ein Hauch Trüffel sowie eine edle, zurückhaltende Holzwürze.
GESCHMACK: Konzentriert und tief gestaffelt, mit kraftvollem Tannin und einer gut integrierten Säure, die den Wein aufrecht hält. Dunkle Frucht, Teer und Süßholz tragen einen kräftigen, klar konturierten Körper.
FINALE: Sehr lang, ätherisch-mineralisch und mit einem eisernen, salzigen Nachhall, wie ihn Serralunga hervorbringt.
Coste e Bricco: zwei Parzellen in der MGA Sorano in Serralunga d'Alba
Der Name Coste e Bricco steht für zwei Weinberge - die Vigna Coste und die Vigna Bricco - innerhalb der MGA Sorano in der Gemeinde Serralunga d'Alba. MGA bezeichnet eine offiziell abgegrenzte geografische Zusatzbezeichnung im Barolo-Gebiet; Sorano wurde 2010 anerkannt und reicht als eine der wenigen gemeindeübergreifenden Lagen bis nach Diano d'Alba. Ascheris Parzellen liegen auf 280 bis 350 Metern in süd- bis südwestlicher Ausrichtung und wurden zwischen 1995 und 1997 bepflanzt. Die Sant'Agata-Fossili-Mergel von Serralunga sind kompakt, kalkhaltig und tonig - sie stehen für die strengste, langlebigste Stilistik des gesamten Anbaugebiets. Die Abfüllung erfolgt nur in besonders guten Jahren und in sehr kleiner Auflage.
Ascheri: von La Morra nach Bra, seit 1880 in Familienhand
Die Wurzeln der Familie liegen in La Morra; 1880 verlegte sie Keller und Sitz nach Bra, wo Matteo Ascheri den Betrieb heute in siebter Generation führt. Rund 40 Hektar Rebfläche verteilen sich auf Serralunga d'Alba, La Morra, Verduno und Montalupa di Bra, jährlich entstehen etwa 240.000 Flaschen, davon rund die Hälfte Barolo. Im Keller gilt der Grundsatz möglichst geringer Eingriffe, ausgebaut wird im großen Holzfass statt im Barrique. Neben Coste e Bricco erzeugt das Gut Lagenweine aus Sorano und Pisapola sowie den Barolo Ascheri.
Sechs Monate Stahl, 28 Monate slawonische Eiche
Nach der Gärung reift der Wein zunächst sechs Monate im Edelstahltank und wechselt dann für 28 Monate in slawonische Eiche, zu 60 % gebraucht und zu 40 % neu. Vor der Auslieferung folgen mindestens zehn weitere Monate Flaschenreife. Der Ausbau im großen Fass poliert das Tannin, ohne dem Wein eine dominante Röstnote aufzuprägen. Der lange, kühle Vegetationsverlauf 2016 brachte hohe Säure und feinkörniges Tannin - eine Kombination, die dem Wein laut Shop-Angabe 20 bis 25 Jahre Entwicklung zutraut.
Servieren und kombinieren
Der Barolo sollte bei 16 bis 18 °C in einem großen, bauchigen Rotweinglas serviert werden. Trotz seiner acht Jahre Flaschenreife profitiert er von zwei bis drei Stunden Luft in der Karaffe. Er begleitet Brasato al Barolo, Rehrücken, geschmorte Ochsenbacken, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, Steinpilzrisotto und lang gereiften Castelmagno.
Häufige Fragen zum Matteo Ascheri Barolo Coste e Bricco 2016
Aus welcher Gemeinde stammt Coste e Bricco?
Aus Serralunga d'Alba. Die beiden Parzellen Coste und Bricco liegen dort innerhalb der MGA Sorano, die als eine von wenigen Lagen bis in die Nachbargemeinde Diano d'Alba reicht.
Warum gilt 2016 als so großer Barolo-Jahrgang?
Die lange, kühle Vegetationsperiode mit kalten Nächten bis in den Oktober erhielt eine hohe Säure und ließ das Tannin feinkörnig ausreifen. Diese Verbindung aus Konzentration und Frische gilt als Grundlage für außergewöhnliche Haltbarkeit.
Ist der Wein schon trinkreif?
Er lässt sich mit ausreichend Luft bereits gut trinken, sein Tannin ist jedoch noch straff. Die Shop-Angabe nennt 20 bis 25 Jahre Lagerfähigkeit, und der Wein wird in den kommenden Jahren an tertiärer Tiefe gewinnen.
Wie unterscheidet sich Serralunga von La Morra?
Serralunga bringt auf kompakten Kalkmergeln strengere, tanninbetonte und sehr langlebige Weine hervor. La Morra gilt dagegen als die duftigere, frühzugänglichere Seite des Gebiets - Ascheri bewirtschaftet Flächen in beiden Gemeinden.
Wie lange sollte man ihn dekantieren?
Zwei bis drei Stunden vor dem Servieren in die Karaffe umfüllen. Ein großer Serralunga-Barolo dieses Alters öffnet sich langsam und gewinnt in der Karaffe deutlich an Duft und Geschmeidigkeit.
Der Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Bussia Vigna Mondoca 2019 ist ein reinsortiger Nebbiolo aus der Einzelparzelle Vigna Mondoca innerhalb der großen Lage Bussia bei Monforte d'Alba. Mit 15,0 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche gehört er zu den wärmsten und dichtesten Weinen des Gutes. Reife Kirsche, getrocknete Rose und Granatapfel treffen auf Lakritz, Teer, mediterrane Kräuter und balsamische Würze. Die Riserva verbindet die Kraft der sonnenverwöhnten Südwestparzelle mit einem feinkörnigen, sehr langen Tannin.
Die Verkostungsnotiz des Oddero Barolo Riserva Bussia Vigna Mondoca 2019
FARBE: Tiefes Rubinrot mit deutlichen granatroten Reflexen am Rand.
NASE: Ein weiches, elegantes Bouquet aus Waldbeeren, eingelegter Amarenakirsche und getrockneten Rosenblättern. Dahinter entwickeln sich balsamische Noten der mediterranen Macchia, Zedernholz, Lakritz und mit Luft ein Hauch von Waldboden, Steinpilz und Tabak.
GESCHMACK: Am Gaumen breit angelegt und dennoch präzise: dunkle Kirsche und Blutorange werden von einer festen, gut polierten Tanninstruktur getragen. Die Säure bleibt aufrecht, salzige und erdige Nuancen geben dem hohen Alkohol Halt.
FINALE: Sehr lang, mit nachhallender Würze, feinem Bitterkakao und dem typisch strengen, mineralischen Zug der Bussia.
Vigna Mondoca - eine Parzelle mit den höchsten Temperaturen der Bussia
Bussia ist mit rund 340 Hektar die zweitgrößte MGA der Barolo-Denomination und liegt in der Gemeinde Monforte d'Alba zwischen etwa 210 und 460 Metern. Oddero bewirtschaftet dort gut einen Hektar unter dem Namen Vigna Mondoca, auf rund 380 Metern und nach Süd bis Südwest ausgerichtet - im Piemont ein sorì des Nachmittags. Der Boden besteht aus gelblichen, mehr oder weniger kompakten Sandbändern und weißem Diano-Sandstein aus dem Miozän; an der Kuppe ist er weiß, staubig und nährstoffarm. Diese Kombination aus Trockenstress und den höchsten Temperaturen im gesamten Barolo-Gebiet erklärt die Dichte und den strengen, erdigen Grundton, den Bussia-Weine erst mit Reife ablegen.
Oddero Poderi e Cantine in La Morra
Die Familie Oddero ist in La Morra seit dem 18. Jahrhundert nachweisbar und zählte im späten 19. Jahrhundert zu den ersten Erzeugern, die ihren Barolo selbst auf die Flasche brachten. Der Sitz liegt in der Fraktion Santa Maria, bewirtschaftet werden rund 35 Hektar in den Langhe und im Astigiano. Etwa die Hälfte der Flächen ist mit Nebbiolo für Barolo und Barbaresco bestockt. Das Selbstverständnis des Hauses verbindet überliefertes Handwerk mit moderner Kellertechnik, ohne den Charakter der einzelnen Parzellen zu überformen.
36 Monate im 30-Hektoliter-Fass und zwei Jahre Flaschenreife
Die Trauben werden vollständig entrappt und rund 30 Tage bei konstanten 28 bis 29 Grad Celsius vergoren und mazeriert; der biologische Säureabbau folgt im Dezember. Anschließend reift der Wein etwa 36 Monate in 30-Hektoliter-Holzfässern. Als Riserva verbringt er insgesamt fünf Jahre im Keller des Gutes, die letzten rund zwei Jahre in der Flasche. Das große, neutrale Fass gibt kein Holzaroma zu, sondern rundet das kraftvolle Bussia-Tannin ab - der Wein besitzt damit ein Entwicklungspotenzial von 25 bis 30 Jahren.
Servieren und kombinieren
Am besten bei 17 bis 18 Grad Celsius in einem großen, bauchigen Rotweinglas servieren. Junge Flaschen profitieren von zwei bis drei Stunden Luft, dekantiert werden sollte behutsam und ohne Trub. Der Riserva passt zu geschmorter Rinderbacke, Brasato al Barolo, Lammkeule, Reh mit Wacholder, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel und lange gereiftem Castelmagno.
Häufige Fragen zum Oddero Barolo Riserva Bussia Vigna Mondoca 2019
Was bedeutet Vigna Mondoca auf dem Etikett?
Mondoca ist eine namentlich abgegrenzte Parzelle innerhalb der MGA Bussia in Monforte d'Alba. Die Angabe Vigna weist darauf hin, dass die Trauben ausschließlich aus dieser einen Parzelle stammen und nicht aus der gesamten Lage.
Warum trägt dieser Barolo die Bezeichnung Riserva?
Für eine Riserva schreibt die DOCG eine deutlich längere Reifezeit vor als für den normalen Barolo. Oddero lässt diesen Wein insgesamt rund fünf Jahre im Keller reifen, davon etwa 36 Monate im großen Holzfass.
Ist der Jahrgang 2019 bereits zugänglich?
Nach fünf Jahren Reife im Haus zeigt der Wein bereits eine offene Aromatik, bleibt am Gaumen aber jugendlich straff. Mit Belüftung ist er heute gut trinkbar, sein Höhepunkt liegt jedoch noch etliche Jahre entfernt.
Wie unterscheidet sich Bussia von Odderos Lagen in La Morra?
Bussia liefert dichtere, erdigere und tanninreichere Weine, während die Parzellen um Santa Maria in La Morra duftiger und geschmeidiger ausfallen. Der Mondoca-Riserva ist damit der kraftvollste Vertreter im Barolo-Sortiment des Gutes.
Wie lange lässt sich die Flasche lagern?
Bei liegender, dunkler und kühler Lagerung ohne Temperatursprünge sind 25 bis 30 Jahre realistisch. Die hohe Extraktdichte und das feste Tannin bilden dabei das Rückgrat der langen Entwicklung.
Der Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2010 stammt aus der Kultlage Vigna Rionda in Serralunga d’Alba, ist ein reinsortiger Nebbiolo und wird mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche abgefüllt. Nach 40 Monaten im großen Holzfass und mehreren Jahren Flaschenreife zeigt er ein tertiär geprägtes Bouquet aus Steinpilz, Granatapfel, Thymian, Tabak und Leder. Am Gaumen verbindet er die Wucht von Serralunga mit ungewöhnlicher Feinzeichnung. Das Tannin ist mächtig, aber gereift – ein Barolo, der erst nach einem Jahrzehnt Kellerruhe freigegeben wurde.
Die Verkostungsnotiz des Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2010
FARBE: Dichtes Granatrot mit ziegelroten Randtönen.
NASE: Fein und tief: getrocknete Rose, Granatapfel und Kirsche in Alkohol, dazu Steinpilz, Thymian, Tabak und Leder. Lakritz und süße Gewürze runden das Bild. Die Aromatik wirkt vollständig gereift, ohne müde zu sein.
GESCHMACK: Kraftvoll und tief, mit mächtigem, inzwischen poliertem Tannin und präsenter Säure. Dunkle Frucht, Salz und eine deutliche Kalkmineralität geben dem Wein Länge und Spannung.
FINALE: Sehr lang und trocken, mit Lakritz, Würze und einem kalkig-salzigen Nachhall.
Vigna Rionda in Serralunga d’Alba – kargster Kalk, größte Struktur
Vigna Rionda ist eine rund 14 Hektar große MGA an den Westhängen von Serralunga d’Alba, in Form eines nach Südsüdwesten geöffneten Amphitheaters; die besten Parzellen liegen zwischen etwa 340 und 370 Metern. Der Boden gehört zur Lequio-Formation aus dem Helvetium beziehungsweise Serravallium: grauer Mergel im Wechsel mit Sandsteinlagen aus kieseligen Sanden, mit hohem Ton- und Eisenanteil. Oddero weist für die eigene Parzelle einen aktiven Kalkgehalt von 13,58 % aus – nach Angaben des Guts der höchste Wert im gesamten Barolo-Gebiet – sowie eine Anreicherung mit Kalium, Bor, Mangan und Magnesium. Der nahe Hügel Castelletto schirmt die Lage gegen Winterkälte und Nordwestwind ab. Serralunga d’Alba gilt insgesamt als Gemeinde der höchsten Kalkgehalte und liefert die strukturiertesten, langlebigsten Barolo der Denomination.
Das Lagenportfolio von Oddero – fünf Barolo-Gemeinden
Oddero gehört zu den wenigen Häusern, die Parzellen in mehreren Barolo-Gemeinden gleichzeitig besitzen: Brunate, Bricco Chiesa, Capalot und Roggeri in La Morra, Villero, Rocche di Castiglione und Fiasco in Castiglione Falletto, Bussia in Monforte d’Alba, Monvigliero in Verduno und eben Vignarionda in Serralunga d’Alba. Die knapp 0,8 Hektar in Vigna Rionda werden biologisch bewirtschaftet und liefern seit dem Jahrgang 2010 nur etwa 2.700 bis 3.000 Flaschen pro Jahr. Das Gut behandelt diesen Wein bewusst als Riserva und gibt ihn erst rund zehn Jahre nach der Ernte frei. Geführt wird das Haus in der Frazione Santa Maria von La Morra von Mariacristina und Mariavittoria Oddero.
40 Monate in großen Fässern aus österreichischer Eiche
Die Trauben gären in Bottichen von 50 Hektolitern; die Maische bleibt mehrere Wochen mit täglichem Umwälzen in Kontakt mit dem Most. Nach dem biologischen Säureabbau reift der Wein rund 40 Monate in großen Fässern aus österreichischer Eiche – Oddero gehörte zu den frühen Anwendern dieser Fassart im Barolo. Anschließend lagert die Flasche mehrere Jahre bei kontrollierten 15 °C und 70 % Luftfeuchte im Keller des Guts. Damit übertrifft der Wein die Riserva-Vorgaben der Barolo DOCG, die mindestens 62 Monate Gesamtreife mit wenigstens 18 Monaten im Holz verlangt, um Jahre.
Servieren und kombinieren
Der Riserva sollte bei 17 bis 18 °C in einem großen Rotweinglas serviert werden. Wegen der langen Flaschenreife empfiehlt sich vorsichtiges Dekantieren vom Depot, etwa 45 bis 60 Minuten vor dem Trinken. Er passt zu Brasato al Barolo, Wildtaube, Hasenragout, Rinderfilet mit Trüffel, Risotto mit Steinpilzen und lange gereiftem Bra oder Castelmagno.
Häufige Fragen zum Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2010
Warum trägt dieser Barolo die Bezeichnung Riserva?
Die Barolo DOCG erlaubt den Zusatz Riserva nur, wenn der Wein mindestens 62 Monate reift, davon wenigstens 18 Monate im Holzfass. Oddero geht deutlich weiter und gibt den Vignarionda erst etwa zehn Jahre nach der Ernte frei.
Was macht Vigna Rionda so gesucht?
Die Lage vereint kalkreiche Mergel der Lequio-Formation, eine geschützte Amphitheaterform und vollständige Sonneneinstrahlung. Daraus entstehen extrem langlebige, tief strukturierte Barolo, weshalb nur eine Handvoll Erzeuger sie als Einzellage abfüllen.
Ist der 2010er jetzt trinkreif?
Ja, nach 40 Monaten Fassreife und mehreren Jahren in der Flasche zeigt er bereits tertiäre Aromen. Gleichzeitig ist die Struktur so dicht, dass sich der Wein bei guter Lagerung noch viele Jahre weiterentwickeln kann.
Wie lange lässt sich die Flasche noch lagern?
Für diesen Wein werden 25 bis 30 Jahre Reifepotenzial angegeben. Entscheidend sind konstante Kühle, Dunkelheit und liegende Lagerung ohne Erschütterungen.
Wodurch unterscheidet er sich von den Barolo aus Castiglione Falletto?
Serralunga d’Alba bringt die höchsten Kalkgehalte und damit die straffste, langlebigste Stilistik. Gegenüber Villero oder Rocche di Castiglione wirkt der Vignarionda strenger gebaut, salziger und in der Jugend verschlossener.
Der Oddero Poderi e Cantine Barolo Riserva Vignarionda 2018 stammt aus der berühmtesten Lage von Serralunga d'Alba und ist ein reinsortiger Nebbiolo mit 14,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Oddero besitzt dort weniger als einen Hektar an der Hangkuppe. Dunkle Kirsche, Brombeere und Blutorange verbinden sich mit Rose, Veilchen, Tabak, Trüffel und Chinarinde. Getragen wird das Ganze von einem festen, tiefen Tannin und der markantesten Kalkmineralität, die das Barolo-Gebiet zu bieten hat.
Die Verkostungsnotiz des Oddero Barolo Riserva Vignarionda 2018
FARBE: Intensives Granatrubinrot, dicht und mit reifem Rand.
NASE: Vielschichtig und langsam sich öffnend: dunkle Frucht, Brombeere und Zitrusschale, dazu Rose und Veilchen. Balsamische Noten von Tabak, Lakritz und Chinarinde treten mit Luft hervor, begleitet von Steinpilz und Thymian.
GESCHMACK: Kraftvoll und gleichzeitig aufrecht, mit strengem, sehr feinkörnigem Tannin und lebendiger Säure. Die Mineralität zieht sich als salziger Faden durch den Gaumen und gibt dem Wein seine unverwechselbare Spannung.
FINALE: Sehr lang und nachhaltig, mit würzigem Granatapfel, feiner Herbe und einem kühlen, kreidigen Nachhall.
Vigna Rionda in Serralunga d'Alba - der höchste Aktivkalkgehalt im Barolo
Odderos Parzelle liegt mit etwa 0,8 Hektar oben am Hang der Lage Vigna Rionda in Serralunga d'Alba, auf rund 350 bis 360 Metern und in voller Südausrichtung; der Hügel von Castelletto schirmt sie gegen Nordwestwinde und Winterkälte ab. Der Untergrund gehört zur Lequio-Formation des Serravallian: graue Mergelschichten im Wechsel mit Sandsteinbändern aus kieseligen Sanden, angereichert mit Kalzium- und Eisenkarbonaten. Mit 13,58 Prozent aktivem Kalk weist die Parzelle den höchsten Wert im gesamten Barolo-Gebiet auf, dazu einen ungewöhnlichen Reichtum an Kalium, Bor, Mangan und Magnesium. Genau daraus speist sich die ätherische, fast kreidige Mineralität, für die Vigna Rionda berühmt ist.
Oddero und ein Lagenportfolio über fünf Gemeinden
Oddero gehört zu den wenigen Häusern, die in fast allen Kerngemeinden des Barolo Parzellen besitzen: Vigna Rionda in Serralunga d'Alba, Villero und Rocche di Castiglione in Castiglione Falletto, Brunate, Bricco Chiesa und Capalot in La Morra, Bussia in Monforte d'Alba sowie Monvigliero in Verduno. Die Nebbiolo-Flächen sind seit 2014 biologisch zertifiziert. Kellertechnisch setzt das Gut auf ausgesprochen lange Reifezeiten und hält die Weine oft Jahre zurück, bevor sie in den Handel kommen. Vignarionda ist dabei der Wein, an dem sich diese Geduld am deutlichsten zeigt.
Rund 40 Monate im großen Fass und mehrjährige Flaschenreife
Die Lese erfolgt von Hand Anfang Oktober bei etwa 50 Doppelzentnern je Hektar. Nach vollständiger Entrappung vergärt der Wein rund 25 bis 28 Tage in 50-Hektoliter-Behältern mit täglichem Umpumpen, danach folgt der biologische Säureabbau. Der Ausbau dauert etwa 40 Monate im großen Fass aus österreichischer Eiche; nach der Füllung ruht der Wein weitere Jahre bei kontrollierten 15 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchte im Keller des Gutes. Diese sehr lange Reife glättet das strenge Serralunga-Tannin, ohne die Frische anzugreifen - 25 bis 30 Jahre Entwicklung sind realistisch.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 Grad Celsius in einem großen Glas servieren und mindestens zwei Stunden vorher dekantieren, da sich nach der langen Fassreife Depot bilden kann. Er begleitet Brasato al Barolo, Rehrücken, Wildschweinragout, Tajarin mit weißem Trüffel, geschmorte Taube und gereiften Parmigiano oder Castelmagno.
Häufige Fragen zum Oddero Barolo Riserva Vignarionda 2018
Warum schreibt Oddero Vignarionda und nicht Vigna Rionda?
Die offizielle MGA heißt Vigna Rionda; Oddero verwendet auf dem Etikett die zusammengeschriebene Form Vignarionda. Gemeint ist in beiden Fällen dieselbe Lage in Serralunga d'Alba.
Was macht Vigna Rionda so gesucht?
Die Lage vereint eine geschützte Südkuppe mit dem höchsten Aktivkalkgehalt des Barolo-Gebiets. Daraus entstehen Weine, die sehr lange leben und eine ungewöhnlich ätherische, mineralische Aromatik zeigen; die verfügbaren Flächen sind entsprechend klein.
Ist der 2018er schon zu trinken?
Nach der langen Reife im Haus ist er zugänglich und zeigt bereits tertiäre Noten, bleibt am Gaumen aber straff. Wer ihn heute öffnet, sollte ihn dekantieren; wer ihn wegliegt, wird über Jahrzehnte belohnt.
Wie unterscheidet sich Serralunga von Castiglione Falletto?
Serralunga liefert die strengeren, mineralischeren und langlebigeren Weine mit ausgeprägtem Kalkzug. Aus Castiglione Falletto, wo Oddero Villero und Rocche di Castiglione besitzt, kommen etwas rundere, würzigere Barolo.
Welches Glas ist das richtige?
Ein großes, bauchiges Glas mit ausreichender Oberfläche hilft, die zurückhaltende Aromatik zu öffnen. Zu eng geschnittene Gläser lassen die Mineralität dominieren und die Frucht verschwinden.
Der Roagna Barbaresco Crichët Pajé 2012 ist der Spitzenwein der Familie Roagna: reinsortiger Nebbiolo von den obersten Reihen des Pajé-Hügels in Barbaresco, mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Crichët Pajé entsteht nur in Jahrgängen, die es hergeben, und in einer Menge von rund 1.000 Flaschen. Nach 80 bis 90 Tagen unter untergetauchtem Tresterhut und mindestens acht Jahren im großen, neutralen Holzfass kommt er nicht als junger, sondern als bereits gereifter Wein in den Verkauf. Im Glas heißt das: getrocknete Rose, Sauerkirsche, Kräuter, Salz und Kreide — getragen von einem außerordentlich fein geschliffenen Tannin.
Die Verkostungsnotiz des Roagna Barbaresco Crichët Pajé 2012
FARBE: Granatrot mit ziegelroten Reflexen am Rand — die Farbe eines gereiften Barbaresco.
NASE: Zunächst zurückhaltend, dann getrocknete Rosenblätter, Sauerkirsche und Orangenschale. Mit Luft kommen Tabak, Leder, Unterholz und getrocknete Kräuter hinzu, dazu eine kühle, kreidige Note. Holz ist nicht zu riechen.
GESCHMACK: Kein wuchtiger, sondern ein durchdringender Wein. Die Tannine sind seidig und extrem fein geschliffen, die Säure hält die Mitte aufrecht, und über allem liegt ein salzig-mineralischer Zug, der an Kreide erinnert. Würze und Frische stehen dabei näher am Vordergrund als die Frucht.
FINALE: Sehr lang, mit Kräutern, Salz und nachhallendem Kirschkern; das Tannin trocknet nicht aus, sondern zieht sich fein zurück.
Crichët Pajé: die höchste Parzelle der Lage Pajé in Barbaresco
Pajé liegt mitten in der Gemeinde Barbaresco und ist seit 1953 in Familienbesitz; 1,83 Hektar davon sind mit Nebbiolo bestockt, die Reben sind im Schnitt über 50 Jahre alt, für diesen Wein rund 60 Jahre. Die Lage ist nach Süden bis Südwesten ausgerichtet, liegt bei durchschnittlich 230 Metern und bildet ein natürliches Amphitheater, das vor rauem Wetter schirmt. Der Boden ist kalkhaltiger Mergel; die Crichët-Pajé-Parzelle hat den höchsten Anteil an aktivem Kalk aller historischen Roagna-Lagen — daher der kreidige, salzige Grundton des Weins. „Crichët“ bezeichnet im Dialekt den höchsten Punkt des Hügels; genau dort erkannte Giovanni Roagna nach Jahren des Ausprobierens ein eigenständiges Terroir und füllte 1978 erstmals einen eigenen Wein davon ab.
Roagna: fünf Generationen, kein neues Holz
Das Gut geht auf Vincenzo Roagna zurück und wird heute in fünfter Generation von Luca Roagna gemeinsam mit seinem Vater Alfredo geführt; Luca übernahm nach dem Abschluss der Kellereischule im Jahr 2001. Gearbeitet wird ohne externe Berater, mit Massale-Selektion aus dem eigenen Rebmaterial, dauerhafter Begrünung der Weinberge und ohne Herbizide. Neues Holz kommt nicht zum Einsatz: Die Fassdauben werden mit Dampf gebogen statt getoastet, das Holz lagert davor bis zu zehn Jahre. Alle Weine bleiben ungeschönt und unfiltriert; nach Angaben des Gutes nimmt jede Flasche vor dem Verlassen des Kellers mindestens sechs Mal ein Familienmitglied in die Hand.
80 bis 90 Tage auf der Maische, mindestens acht Jahre im Fass
Die Gärung dauert etwa zehn Tage im großen Holzgärständer und läuft mit den eigenen Hefen an. Danach folgt die Besonderheit des Hauses: der untergetauchte Tresterhut, unter dem der Wein 80 bis 90 Tage auf den Schalen bleibt, ohne dass umgepumpt oder gestampft wird. Diese sehr lange, aber mechanisch schonende Extraktion erklärt, warum ein so tanninreicher Wein am Gaumen so glatt wirkt. Anschließend reift der Crichët Pajé mindestens acht Jahre in großen, neutralen französischen Botti — die Fassreife übernimmt damit einen Teil der Arbeit, die andere Weine erst im Keller des Käufers leisten.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C und ein großes, bauchiges Glas sind die richtige Bühne. Trotz des Jahrgangs 2012 ist dieser Wein im Verhältnis zu seinem Potenzial jung; sein eigentliches Trinkfenster beginnt eher ab 2031 und reicht weit darüber hinaus. Wer früher öffnet, sollte zwei bis drei Stunden Luft einplanen und wegen des Depots vorsichtig karaffieren — bei gereiften Roagna-Flaschen ist auch das Doppeldekantieren, also der Weg in die Karaffe und zurück in die gespülte Flasche, verbreitet. Am Tisch passen Brasato al Barolo, geschmorte Rinderbacke, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, Taube oder Rebhuhn, Steinpilzrisotto und ein gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Roagna Barbaresco Crichët Pajé 2012
Was bedeutet Crichët Pajé?
Pajé ist eine historische Lage in der Gemeinde Barbaresco. „Crichët“ steht im Dialekt für den höchsten Punkt des Hügels und bezeichnet die oberste Parzelle innerhalb von Pajé, aus der dieser Wein allein stammt.
Warum ist dieser Barbaresco so selten?
Es entstehen nur etwa 1.000 Flaschen pro Jahrgang, und Roagna füllt den Crichët Pajé nicht in jedem Jahr ab. Hinzu kommt die Fassreife von mindestens acht Jahren, die jede Charge lange vom Markt fernhält.
Sollte man den Jahrgang 2012 jetzt trinken oder warten?
Er ist trinkbar, aber noch nicht am Ziel. Wir sehen den Beginn des eigentlichen Trinkfensters eher ab 2031; bis dahin gewinnt der Wein weiter an tertiärer Komplexität, ohne die Frische zu verlieren.
Wie geht man beim Dekantieren vor?
Die Flasche einige Stunden vorher aufrecht stellen, damit sich das Depot setzt, und dann langsam in die Karaffe geben. Zwei bis drei Stunden Luft sind sinnvoll; bei sehr verschlossenen Flaschen hilft ein zweiter Umzug zurück in die gespülte Flasche.
Was unterscheidet ihn vom Barbaresco Pajé Vecchie Viti?
Der Vecchie Viti ist eine Selektion der ältesten Reben innerhalb der Lage Pajé und entsteht in 2.000 bis 3.000 Flaschen, mit im Schnitt etwa fünf Jahren in Holz und Beton. Der Crichët Pajé kommt dagegen aus einer einzigen, besonders kalkreichen Parzelle und reift deutlich länger.
Der Schiavenza Barolo Prapò 2020 kommt aus einer der historisch bedeutendsten Lagen von Serralunga d'Alba und ist der Wein des Guts, der am meisten Zeit verlangt. Reinsortiger Nebbiolo, 15 % Alkohol, 0,75 Liter. Schwarze Beeren, Lakritz und Kakao verbinden sich mit floralen Tönen sowie rauchig-erdiger Würze. Der milde Jahrgang 2020 nimmt dem Wein etwas von seiner Strenge, ohne die Kraft und den langen Abgang der Lage anzutasten.
Der Schiavenza Barolo Prapò 2020 in der Verkostung
FARBE: Dunkles Granatrot, dicht und im Kern kaum durchscheinend.
NASE: Ein vielschichtiges Bouquet aus schwarzen Beeren, Lakritz und Kakao. Florale Töne, Rauch und eine erdige Note nach getrockneten Pilzen und Teer verleihen dem Duft Tiefe.
GESCHMACK: Am Gaumen kehrt die Aromatik der Nase zurück: saftige reife Frucht, feines jugendliches Tannin, dahinter mineralische Töne und erneut Lakritz. Der Wein besitzt viel Kraft und eine spürbare Wärme.
FINALE: Sehr lang, mit dunkler Beere, Süßholz und einem kräuterwürzigen, leicht bitteren Zug.
Prapò: der Osthang mit Morgensonne über Serralunga
Prapò ist mit gut acht Hektar eine der kleineren Lagen von Serralunga d'Alba und liegt auf etwa 270 bis 380 Metern Höhe. Die Ausrichtung nach Osten und Südosten bringt Morgen- und Mittagssonne, danach kühlt der Hang wieder ab — ein Rhythmus, der langsame Reife und ausgeprägte Aromatik begünstigt. Der Untergrund gehört zu den fossilen Formationen von Lequio und Sant'Agata. Berühmt wurde die Lage durch Giuseppe Cappellano, der ihre Trauben über fünf Jahrzehnte hinweg exklusiv verarbeitete. Prapò-Weine gelten als besonders tiefgründig und langlebig, mit Noten von Teer und getrockneten Pilzen. Schiavenza bewirtschaftet dort 0,6 Hektar mit rund 30 Jahre alten Reben in 300 bis 320 Metern Höhe.
Schiavenza: traditioneller Barolo aus dem Ortskern
Das Gut liegt mitten in Serralunga d'Alba und wird seit 1956 von der Familie Alessandria geführt, heute in zweiter Generation durch Enrica und Maura Alessandria mit Luciano Pira und Walter Anselma. Der Name geht auf die Halbpacht zurück, unter der das Anwesen früher für die Opera Pia Barolo, die Stiftung der Marchesi di Barolo, bewirtschaftet wurde. Neben Prapò gehören Cerretta und Broglio in Serralunga sowie eine Fläche in Perno bei Monforte d'Alba zum Portfolio. Der Stil ist konsequent klassisch: kein Barrique, keine Konzentrationstechnik, sondern Zement, Zeit und großes Holz.
Späte Handlese und Reife im großen Holzfass
Die Trauben aus Prapò werden Ende Oktober von Hand gelesen und damit später als in vielen Nachbarlagen. Die Gärung läuft in Zementtanks von 30 bis 50 Doppelzentnern, die Maischestandzeit beträgt rund 15 bis 20 Tage bei 25 bis 27 °C. Anschließend reift der Wein mindestens 18 Monate in großen slawonischen Eichenfässern, bevor er wenigstens sechs Monate in der Flasche ruht. Prapò braucht von allen Weinen des Guts am meisten Zeit — auch im zugänglichen Jahrgang 2020 lohnt sich Geduld.
Servieren, dekantieren, kombinieren
Bei 17 bis 18 °C in einem großen Glas servieren und zwei Stunden vorher dekantieren. Der Prapò verträgt kräftige Gerichte: Rinderschmorbraten, Hirschrücken, Wildente, Trüffelrisotto, Bollito misto sowie sehr reifen Hartkäse mit Mostarda.
Häufige Fragen zum Schiavenza Barolo Prapò 2020
Wofür steht Prapò auf dem Etikett?
Prapò bezeichnet eine amtlich abgegrenzte Einzellage, eine MGA, in Serralunga d'Alba. Die Angabe garantiert, dass alle Trauben aus dieser rund acht Hektar großen Lage stammen.
Warum braucht dieser Wein so lange?
Prapò liefert besonders tanninreiche und tiefgründige Weine, die sich langsam öffnen. Im Sortiment von Schiavenza ist dies die Abfüllung mit dem größten Zeitbedarf.
Wie wirkt der Jahrgang 2020 in dieser Lage?
2020 verlief mild, ohne Hagel und mit kühlen Septembernächten. Der Prapò zeigt dadurch reifere Frucht und rundere Gerbstoffe als in strengen Jahren, behält aber seine Kraft.
Worin unterscheiden sich Prapò und Cerretta?
Cerretta liegt höher und liefert offenere, breiter wirkende Weine mit weicher eingebundenem Tannin. Prapò ist tiefer, erdiger und in der Jugend verschlossener.
Welche Speisen passen besonders gut?
Alles, was Fett, Röstaromen und Würze mitbringt: geschmortes Rind, Wild, Bollito misto oder gereifter Käse. Zu leichten Gerichten wirkt der Wein rasch zu dominant.
Alkoholgehalt:
14.%
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Ausbau:
32 Monate im großen Eichenholzfass
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Auszeichnungen:
95-Suckling Punkte
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Auszeichnungen:
96/100 Parker
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Farbe:
Rubinrot
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Geschmack:
Beerige Aromen, filigrane Tanninstruktur, mineralisch
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Herstellerland:
Italien
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Jahr:
2016
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Lagerung:
20-25 Jahre
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Nettofüllmenge (in Liter):
0.7
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Produzent:
Vietti
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Region:
Piemont
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Traube:
Nebbiolo
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Traubenart:
Nebbiolo
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Trinktemperatur in °C:
16°-18°
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gesetzliche Angaben:
enthält Sulfite
Der Vietti Barolo Ravera 2016 ist ein reinsortiger Nebbiolo aus der Lage Ravera in der Gemeinde Novello, dem südwestlichen Rand des Barolo-Gebiets. Der Barolo DOCG wird mit 14 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche abgefüllt und reifte rund 32 Monate im großen Eichenholzfass. Sein Duftbild verbindet Cranberry, schwarze Johannisbeere und Walderdbeere mit Kreide, weißem Pfeffer und Sternanis. Der große Jahrgang 2016 zeigt sich hier weniger muskulös als vertikal: hohe Säure, straffes Tannin, sehr klare Kontur.
Die Verkostungsnotiz des Vietti Barolo Ravera 2016
FARBE: Dichtes Granatrot mit rubinroten Reflexen.
NASE: Fein gezeichnet und kühl: Cranberry, schwarze Johannisbeere und Walderdbeere, dahinter Rose und getrocknete Blüten. Mit Luft treten kreidige Mineralität, weißer Pfeffer, Sternanis und ein Hauch Minze hervor.
GESCHMACK: Straff und aufrecht gebaut. Das Tannin ist kompakt und feinkörnig, die Säure vertikal und tragend, die Frucht bleibt rot und präzise statt üppig. Salzig-mineralische Anklänge geben dem Mittelbau Spannung.
FINALE: Sehr lang, mit anhaltender roter Frucht, Kreide und würzigem Nachhall. Ein Barolo, der im Abgang noch klar nach vorn zeigt.
Ravera in Novello — Höhenlage am westlichen Rand des Barolo
Ravera ist eine der 181 abgegrenzten Lagen der Barolo DOCG und umfasst rund 50 Hektar auf dem Gebiet von Novello. Mit etwa 350 bis 450 Metern gehört sie zu den höher gelegenen Crus der Appellation, was die Reife verzögert und Säure sowie Duft erhält. Vietti bewirtschaftet dort etwa drei Hektar auf rund 400 Metern in west- bis südwestlicher Ausrichtung, bei etwa 4.500 Stöcken je Hektar; die ältesten Reben wurden 1935 gepflanzt. Die Böden verbinden kalk- und lehmreiche Sant'Agata-Mergel in den oberen Bereichen mit der festeren Lequio-Formation weiter unten. Aus dieser Doppelnatur ergibt sich das typische Ravera-Profil: floraler, kühler Duft bei gleichzeitig strengem, langlebigem Tanningerüst.
Vietti in Castiglione Falletto — Lagenpionier seit 1961
Das Gut wurde 1873 von Carlo Vietti in Castiglione Falletto gegründet; sein Sohn Mario begann mit der Flaschenabfüllung. Prägend war Alfredo Currado, der in die Familie einheiratete und ab 1960 die Leitung übernahm: Mit dem Rocche-Barolo des Jahrgangs 1961 gehörte er zu den Ersten, die eine Einzellage getrennt abfüllten, 1967 rettete er mit einem reinsortigen Arneis eine fast verschwundene Rebsorte, und seit 1974 gestalten wechselnde Künstler die Etiketten der Lagenweine. Heute bewirtschaftet Vietti rund 35 Hektar mit Lagen wie Rocche di Castiglione, Villero, Brunate, Lazzarito, Cerequio und Ravera. 2016 übernahm die US-amerikanische Familie Krause das Weingut; Luca Currado führte es zunächst weiter und verließ es im Januar 2023.
32 Monate im großen Holzfass
Die alkoholische Gärung dauert etwa drei Wochen im Edelstahltank auf der Schale, begleitet von regelmäßigen Umpumpvorgängen und traditioneller Mazeration mit untergetauchtem Tresterhut. Der biologische Säureabbau findet im Holz statt, anschließend reift der Wein rund 32 Monate in großen Eichenfässern. Die Barolo DOCG fordert mindestens 38 Monate Gesamtreife, davon 18 im Holz — Vietti liegt beim Fassanteil deutlich darüber. Das große Fassformat betont Herkunft und Tanninkontur statt Holzaromatik; das Weingut nennt für diesen Wein 20 bis 25 Jahre Reifepotenzial.
Servieren und kombinieren
Bei 16 bis 18 °C in einem großzügigen Burgunderglas servieren. Der 2016er ist noch jung strukturiert und gewinnt durch eine bis zwei Stunden in der Karaffe deutlich. Passende Begleiter sind Brasato al Barolo, Tajarin mit weißem Alba-Trüffel, geschmorte Ochsenbacke, Rehrücken mit Wurzelgemüse, Steinpilzrisotto und gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Vietti Barolo Ravera 2016
Zu welcher Gemeinde gehört die Lage Ravera?
Ravera liegt überwiegend in Novello, im Südwesten der Barolo-Zone. Das Weingut selbst hat seinen Sitz in Castiglione Falletto — Sitz und Lage sind hier also nicht identisch.
Was macht den Jahrgang 2016 im Barolo besonders?
2016 gilt als einer der großen klassischen Barolo-Jahrgänge: gleichmäßige Reife, hohe Säure und sehr feine, aber reichlich vorhandene Tannine. Solche Jahre gelten als besonders langlebig.
Wie unterscheidet sich der Ravera von Viettis Lagen in Castiglione Falletto?
Ravera liegt höher und kühler als Rocche di Castiglione oder Villero und bringt einen strafferen, säurebetonten und deutlich mineralischen Barolo. Die Lagen im Kern von Castiglione Falletto wirken meist runder und parfümierter.
Sollte der Wein dekantiert werden?
Ja, eine bis zwei Stunden Karaffenzeit sind zu empfehlen, solange der Wein noch jung ist. Damit öffnen sich die florale Aromatik und die würzigen Noten, und das Tannin wirkt weniger streng.
Warum tragen Vietti-Lagenweine wechselnde Etiketten?
Seit 1974 lässt das Gut die Etiketten seiner Einzellagen-Weine von unterschiedlichen Künstlern gestalten. Die Serie ist inzwischen selbst ein Sammelgebiet und eines der bekanntesten Erkennungszeichen des Hauses.
Inhalt:
0.7 Liter
(427,14 €* / 1 Liter)
299,00 €*
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