Traditionshaus aus Mareuil-sur-Aÿ, berühmt für den Clos des Goisses – eine der steilsten und besten Einzellagen der Champagne. Kräftiger, weiniger Stil mit viel Pinot Noir. Substanz statt Effekt.
Der Philipponnat Cuvee"1522" Rose 2014 ist die Rosé-Ausführung der Prestigelinie 1522, benannt nach dem Jahr, in dem sich die Familie Philipponnat in Aÿ niederließ. In der Cuvée stehen 82 % Pinot Noir aus der historischen Parzelle Le Léon in Aÿ und aus Mailly neben 17 % Chardonnay aus Verzy; die Farbe stammt von etwa 8 % rot ausgebautem Pinot Noir aus Mareuil-sur-Aÿ. Vinifiziert wird zu großen Teilen im Holzfass, ohne malolaktische Gärung, dosiert wird extra brut mit rund 4,25 g/l. Vor der Freigabe reifte der Jahrgang 2014 etwa acht Jahre im Keller. Blassrosa im Glas, mit Blutorange, Marzipan und Schwarzkirsche; 0,75 Liter mit 12 % Vol.
Die Verkostungsnotiz des Philipponnat Cuvée 1522 Rosé 2014
FARBE: Blassrosa mit lachsfarbenem Kern und einem Kupferstich am Rand, die Perlage ist feinperlig und sehr ausdauernd.
NASE: Intensiv und offen: Blutorange, Marzipan und Hagebutte, dazu Johannisbeere und getrocknete Rosenblätter. Aus Fass und langer Hefezeit kommen Mandelgebäck, Zimt und ein Anflug Kakaoschale.
GESCHMACK: Die Mousse ist dicht und feinkörnig, die Textur seidig. Schwarzkirsche, Zitrusschale und rote Johannisbeere werden von einer kühlen Säure geführt, die Fassnote bleibt am Rand und gibt eher Struktur als Aroma.
FINALE: Sehr lang, mineralisch, mit Kirschkern, Pfefferwürze und salzigem Kreidenachhall.
Le Léon in Aÿ: der historische Weinberg der Familie
Le Léon liegt im Grand Cru Aÿ, an einem der wärmsten Südhänge der Grande Vallée de la Marne, wo Kreide dicht unter der Krume steht. Die Familie bewirtschaftet diese Parzellen seit dem 16. Jahrhundert; sie liefern einen Pinot Noir mit ausgeprägter Mineralität und der für Aÿ typischen pfeffrigen Würze. Ergänzt wird die Cuvée durch Pinot Noir aus Mailly an der Montagne de Reims und Chardonnay aus Verzy, zwei Grand Crus der kühleren Nordseite. Weil der farbgebende Rotwein aus dem Premier Cru Mareuil-sur-Aÿ stammt, trägt der Rosé insgesamt die Einstufung Premier Cru.
1522: das Gründungsjahr auf dem Etikett
Der Namensgeber der Linie ist ein Datum: 1522 kam Apvril Le Philipponnat in die Champagne und brachte Rebland in Aÿ in die Familie, darunter Le Léon. Charles Philipponnat hat die Cuvée nach seinem Amtsantritt im Jahr 2000 aufgelegt, um diese Herkunft eigenständig zu zeigen. Sie erscheint nur in Jahrgängen, die dafür taugen, als Blanc und als Rosé, und reift sechs bis acht Jahre im Keller, bevor sie verkauft wird. Das Haus dosiert seine Weine bewusst niedrig, weil Zucker die Herkunft überdecken würde.
Fassvergärung ohne malolaktische Gärung, rund 4,25 g/l
Ein großer Teil der Grundweine dieser Linie vergärt im Holzfass, die malolaktische Gärung bleibt aus; die Apfelsäure bleibt erhalten und mit ihr die Spannung im Wein. Der rot vergorene Anteil von etwa 8 % wird separat als Stillwein ausgebaut und erst bei der Assemblage zugegeben, ein in der Champagne zugelassenes Verfahren. Nach der Flaschengärung folgen mehrere Jahre auf der Hefe in den Kellern von Mareuil-sur-Aÿ. Das Dégorgement-Datum ist auf jeder Flasche vermerkt, die Dosage liegt bei etwa 4,25 g/l.
Servieren und kombinieren
Ein reifer Rosé-Jahrgang wie dieser braucht 10 bis 12 °C und ein weites Weißweinglas, damit Marzipan und Blutorange Platz haben. Zu kalt serviert wirkt er verschlossen und schmal. Am Tisch passt er zu Lammrücken, Langusten, Taube, gebratenem Rotbarbenfilet, Ente mit Kirschen und zu Desserts mit Erdbeeren oder Himbeeren ohne viel Zucker.
Häufige Fragen zum Philipponnat Cuvée 1522 Rosé 2014
Warum heißt die Cuvée 1522?
1522 ist das Jahr, in dem sich die Familie Philipponnat in Aÿ ansiedelte und Rebland im Weinberg Le Léon erhielt. Die Linie 1522 zeigt genau diese historischen Parzellen.
Woher kommt der Rotweinanteil?
Er stammt aus eigenen Pinot-Noir-Weinbergen in Mareuil-sur-Aÿ und wird als Stillwein rot vergoren. Bei der Assemblage gibt der Kellermeister rund acht Prozent davon zu, was Farbe, Frucht und etwas Struktur einbringt.
Warum steht Premier Cru und nicht Grand Cru auf dem Etikett?
Die Einstufung richtet sich nach der niedrigsten beteiligten Gemeinde. Weil der farbgebende Rotwein aus dem Premier Cru Mareuil-sur-Aÿ kommt, darf die Cuvée trotz Aÿ, Mailly und Verzy nur Premier Cru heißen.
Ist der Jahrgang 2014 jetzt trinkreif?
Ja, nach etwa acht Jahren Kellerreife und weiterer Zeit in der Flasche ist er auf dem Punkt. Die Primärfrucht hat sich Richtung Trockenobst und Gebäck verschoben, die Säure hält den Wein aufrecht.
Wie lange kann man ihn weiter lagern?
Die Shop-Angabe nennt rund zehn Jahre, und die niedrige Dosage mit der erhaltenen Apfelsäure stützt das. Liegend, dunkel und bei gleichmäßig kühler Temperatur entwickelt er weitere tertiäre Noten.
Der Philipponnat Non Dose ist die vollständig undosierte Fassung der Hauscuvée von Philipponnat in Mareuil-sur-Aÿ und trägt kein Gramm Zucker aus der Dosage. Die Assemblage besteht aus etwa 67 % Pinot Noir, 31 % Chardonnay und 2 % Meunier, ausschließlich aus erster Presse und überwiegend aus Premier- und Grand-Cru-Gemeinden der Montagne de Reims sowie aus dem Heimatort des Hauses. Rund ein Drittel des Weins kommt aus einer im Holzfass geführten Réserve Perpétuelle. Nach drei Jahren auf der Hefe zeigt sich ein dunkles Strohgelb mit Lindenblüte, Grapefruit und warmem Brot. Die Flasche enthält 0,75 Liter mit 12 % Vol.
Die Verkostungsnotiz des Philipponnat Non Dose
FARBE: Dunkles Strohgelb mit goldenen Reflexen, die Perlage ist fein und schaumig ausdauernd, ohne grob zu werden.
NASE: Lindenblüte, Weißdorn und Rebblüte stehen vorn, dazu Grapefruit und Zitronenmelisse. Aus Fass und Hefelager kommen warmes Brot, Haselnuss und ein trockener Honigton.
GESCHMACK: Der Einstieg ist glatt und gerade, die Mousse trägt statt zu polstern. Ohne Zuckerpuffer stehen Extrakt, Kreide und Zitrusfrucht offen da, die Reserveweine aus dem Holz geben eine nussige, leicht ölige Mitte.
FINALE: Klar und schlank, mit frischem Apfel, Brotkruste und einem trocken-mineralischen Nachhall.
Mareuil-sur-Aÿ: Premier Cru in der Grande Vallée de la Marne
Der Sitz des Hauses liegt in Mareuil-sur-Aÿ, einem Premier Cru mit 99 Prozent in der alten Échelle des Crus und damit einen Punkt unterhalb der Grand-Cru-Stufe. Die knapp 291 Hektar Rebfläche sind zu rund 84 Prozent mit Pinot Noir bestockt, der Rest verteilt sich auf Chardonnay und Meunier. Die Hänge der Grande Vallée de la Marne blicken nach Süden auf den Fluss und reifen selbst in kühlen Jahren zuverlässig aus. Unmittelbar westlich beginnt Aÿ, ein Grand Cru, dessen Trauben ebenfalls in die Keller des Hauses gehen.
Philipponnat, seit 1522 in der Champagne
Die Familie datiert ihre Ansiedlung in der Champagne auf das Jahr 1522, als Apvril Le Philipponnat sich in Aÿ niederließ; sechzehn Generationen später führt Charles Philipponnat das Haus. Das moderne Unternehmen entstand 1910, als Auguste und Pierre Philipponnat die Kellereien des Château de Mareuil erwarben. Heute gehören etwa zwanzig Hektar in Premiers und Grands Crus zum Besitz, ergänzt um Trauben langjähriger Partnerwinzer. Bekanntester Weinberg ist der Clos des Goisses in Mareuil-sur-Aÿ, eine knapp sechs Hektar große Monopollage, die hier nur als Hintergrund dient.
Reserveweine im Holz, drei Jahre Hefelager, null Gramm Dosage
Ein Teil der Grundweine wird im Fass vergoren, die malolaktische Gärung läuft nur teilweise durch. Etwa 34 Prozent der Cuvée stammen aus einer Réserve Perpétuelle: einem Bestand, der jedes Jahr entnommen und mit dem neuen Jahrgang wieder aufgefüllt wird, sodass sich immer älterer Wein im Fass hält. Anschließend reift der Champagner drei Jahre bei konstant kühler Kellertemperatur auf der Hefe, weit über den vorgeschriebenen fünfzehn Monaten. Beim Dégorgement bleibt die Dosage bei 0 g/l, der Wein muss ohne Zucker bestehen.
Servieren und kombinieren
Acht bis zehn Grad genügen, ein Glas mit Bauch zeigt mehr als eine Flöte, umgefüllt wird nichts. Weil jede Süße fehlt, sollten die Speisen nicht süßlich sein. Passend sind Austern, Sashimi, gedämpfte Miesmuscheln, gebratene Garnelen, Frischkäse mit Kräutern und ein Blattsalat mit Zitrusdressing.
Häufige Fragen zum Philipponnat Non Dose
Was bedeutet Non Dosé?
Non Dosé heißt, dass beim Dégorgement keine Zuckerlösung zugegeben wird, der Restzucker liegt bei 0 g/l. Auf dem Etikett taucht dafür auch Brut Nature oder Dosage Zéro auf, gesetzlich sind bis 3 g/l erlaubt.
Was ist eine Réserve Perpétuelle?
Sie funktioniert wie eine Solera: Aus einem Fassbestand wird jährlich ein Teil entnommen und mit frischem Wein ersetzt. So enthält die Cuvée immer Anteile vieler Jahrgänge, was Tiefe gibt und Jahrgangsschwankungen ausgleicht.
Schmeckt ein Champagner ohne Dosage sauer?
Nur wenn die Trauben nicht reif genug waren. Philipponnat liest bewusst später als der Durchschnitt der Region, und die Reserveweine aus dem Holz geben Substanz, sodass die Cuvée trocken, aber nicht mager wirkt.
Wie heißt diese Cuvée heute?
Das Haus hat die Royale Réserve inzwischen in Réserve Perpétuelle umbenannt, die undosierte Variante läuft entsprechend als Réserve Perpétuelle Non Dosé. Inhaltlich handelt es sich um dieselbe Linie.
Wie lange kann man die Flasche aufbewahren?
Ohne Dosage entwickelt sich ein Champagner rascher, weil der Zucker als Puffer fehlt. Innerhalb von zwei bis drei Jahren nach dem Kauf zeigt er sich am ausgewogensten, bei kühler Lagerung liegend auch länger.
Inhalt:
0.75 Liter
(69,20 €* / 1 Liter)
51,90 €*
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