Manches Mal mögen auch wir keinen Champagner oder Barolo trinken. Darum ist unser privater Keller auch mit anderen spannenden Weinen gefüllt. Neben Sauvignon und Riesling gefallen uns insbesondere die tollen Weine der Toskana oder auch Spätburgunder, Pinot Noir oder wie die Sorten auch immer auf der Welt genannt werden.
Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, ein paar dieser tollen Weine in unserem zweiten Shop – den Weintypen – für euch zur Verfügung zu stellen. Dort bieten wir La Jara, La Spinetta Vermentino und Rosé oder auch die wunderbaren Weine des Etna an. Aber auch Perlen wie der Brunello di Montalcino von Franco Pacenti sind darunter zu finden.
Anton Zöhrer Sand 1 – Gemischter Satz 2025
Der Gemischte Satz ist eine der ältesten und faszinierendsten Weintradition Österreichs – und Anton Zöhrer gehört zu denjenigen, die diese Tradition mit echter Überzeugung leben. Seit über 750 Jahren wird auf dem Weingut Zöhrer Wein gemacht. Der Sand 1 ist das Herzstück: verschiedene weiße Rebsorten, gemeinsam in einem Weinberg gepflanzt, gemeinsam geerntet, gemeinsam vinifiziert.
Herkunft & Winzer
Das Weingut Anton Zöhrer liegt in der Wachau bzw. im niederösterreichischen Weinbaugebiet – eine Region, die für ihre mineralischen, frischen Weißweine bekannt ist. Die Böden sind sandig-lehmig, was dem Wein seine charakteristische Frische und Leichtigkeit verleiht. Sand 1 – der Name ist Programm: der erste Wein, der beste Ausdruck des Terroirs.
Vinifikation
Die gemischten Rebsorten werden wie traditionell üblich gemeinsam gelesen und vergoren. Das Ergebnis ist ein Wein, der mehr ist als die Summe seiner Teile – komplex, harmonisch, unverwechselbar. Ausbau im Stahltank, um die Frische und Frucht zu bewahren.
Verkostungsnotiz
Farbe: Hellgelb mit grünlichen Reflexen, klar und leuchtend.
Nase: Frisch und einladend – grüner Apfel, Zitrusschale, weiße Blüten und eine feine mineralische Note.
Gaumen: Lebendig und knackig mit angenehmer Säurestruktur. Apfel, Birne, ein Hauch Kräuterwürze. Mittlerer Körper, angenehm trocken, langer, frischer Abgang.
Fazit: Ein unkomplizierter, aber tiefgründiger Alltagswein mit echtem Charakter. Ideal für jeden Anlass.
Speiseempfehlungen
Grüner Salat, Spargel, leichte Fischgerichte, Wiener Schnitzel, Gemüsequiche oder einfach als Aperitif im Glas – dieser Wein passt zu fast allem.
Technische Details
Weingut: Anton Zöhrer
Weintyp: Gemischter Satz (Weißwein)
Jahrgang: 2025
Herkunft: Österreich
Alkohol: ca. 12,5 % vol.
Trinktemperatur: 8–10 °C
Lagerung: Kühl und dunkel, 2–4 Jahre
Der Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015 kommt aus Canalicchio am Nordosthang des Hügels von Montalcino und steht mit 14,5 % vol in der 0,75-Liter-Flasche. Brunello ist reinsortiger Sangiovese, genauer der örtliche Klon aus der Gruppe Sangiovese Grosso, den man in Montalcino Brunello nennt. Der Jahrgang 2015 durfte frühestens am 1. Januar 2020 verkauft werden und hat seither weitere Flaschenjahre gesammelt. Klassisch im großen slawonischen Holzfass gereift, zeigt er die herbe Kirschfrucht und die aufrechte Säure, für die Sangiovese von der Nordseite bekannt ist.
Die Verkostungsnotiz des Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015
FARBE: Granatrot mit orangefarbenem Rand, die Farbe eines Sangiovese mit rund zehn Jahren auf dem Rücken.
NASE: Getrocknete Sauerkirsche und Preiselbeere über einem Grund aus Unterholz, Pilz und feuchtem Laub. Darüber legen sich Tabakblatt, getrocknete Rose und ein balsamischer Hauch. Holzaromen treten nicht in den Vordergrund.
GESCHMACK: Herb und aufrecht, getragen von der hohen Säure der Sorte und einem trockenen, griffigen Tannin, das zur Mitte hin weicher wird. Mittlerer Körper, Sauerkirsche, Blutorange und eine erdige, an Lehm erinnernde Note.
FINALE: Trocken, angenehm bitterherb, mit Kirschkern, Kräutern und einem lang anhaltenden salzigen Zug.
Canalicchio am Nordosthang von Montalcino
Die Reben stehen in Canalicchio, einer der historisch geschätzten Zonen nordöstlich des Ortskerns, auf rund 300 Metern und auf tonigen Böden. Die Nordseite des Hügels bekommt weniger Sonnenstunden als die Südflanke; die Trauben reifen langsamer, und die Weine gelten als aromatischer und kerniger, während Süd- und Westhänge mehr Kraft und Fülle liefern. Montalcino ist die trockenste Denomination der Toskana, mit rund 700 Millimetern Niederschlag im Jahr gegenüber etwa 900 im Chianti, weil der Monte Amiata die Zone gegen Wetter aus Südosten abschirmt. Im Gemeindegebiet reichen die Weinberge von 120 bis 650 Metern; im Untergrund mischen sich Ton, Kalk, Mergel und Galestro.
Drei Generationen Pacenti in Canalicchio di Sopra
Rosildo Pacenti gründete den Betrieb 1966. Heute führen seine Enkel Lorenzo, Lisa und Serena das Gut in dritter Generation; benannt ist es nach ihrem Vater Franco Pacenti. Bewirtschaftet werden zehn Hektar, ausschließlich mit Sangiovese und nach nachhaltigen Grundsätzen. Neben diesem Brunello entstehen ein Rosso di Montalcino, eine Brunello Riserva und die Auslese Rosildo. Wichtig für die Zuordnung im Regal: Franco Pacenti und der ebenfalls in Montalcino ansässige Betrieb Siro Pacenti sind zwei voneinander unabhängige Weingüter.
Fünf Jahre Reife, zwei davon im Holz
Für Brunello schreibt die Denomination mindestens zwei Jahre in Holzbehältern und wenigstens vier Monate Flaschenreife vor; in den Verkauf darf er nicht vor dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte, für 2015 also ab dem 1. Januar 2020. Rosso di Montalcino, aus derselben Rebsorte und demselben Gemeindegebiet, darf dagegen bereits ab dem 1. September des Folgejahres verkauft werden – darin liegt der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen. Franco Pacenti baut traditionell in slawonischen Holzfässern aus; wie viele Monate der 2015er darin lag, veröffentlicht das Gut nicht. Der Mindestalkohol beträgt 12,5 % vol, der Höchstertrag acht Tonnen Trauben je Hektar.
Servieren und kombinieren
18 °C und ein großes Burgunderglas. Ein zehn Jahre alter Brunello braucht keine stundenlange Belüftung mehr, doch eine halbe bis eine Stunde in der Karaffe hilft, das Depot zurückzulassen und die tertiäre Aromatik zu öffnen. Auf den Teller passen Bistecca alla Fiorentina, Pappardelle mit Wildschweinragout, Lammkeule mit Rosmarin, Taubenbrust, gereifter Pecorino di Pienza und Steinpilze.
Häufige Fragen zum Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015
Ist der Franco Pacenti Brunello di Montalcino 2015 jetzt trinkreif?
Ja. Er war ab Januar 2020 im Handel und hat seither weitere Flaschenjahre hinter sich gebracht, sodass Frucht und tertiäre Noten derzeit im Gleichgewicht stehen. Gut gelagerte Flaschen dieses Jahrgangs lassen sich weiterhin einige Jahre aufbewahren.
Was unterscheidet Brunello von Rosso di Montalcino?
Beide bestehen zu hundert Prozent aus Sangiovese und stammen aus demselben Gemeindegebiet. Der Rosso darf ab dem 1. September des Jahres nach der Ernte in den Handel, der Brunello erst nach rund fünf Jahren, davon mindestens zwei im Holz. Entsprechend ist der Rosso jünger und fruchtbetonter, der Brunello dichter und stärker von Reifearomen geprägt.
Was bedeutet Canalicchio auf dem Etikett?
Canalicchio bezeichnet eine Zone nordöstlich von Montalcino, keine behördlich abgegrenzte Einzellage – ein amtliches Lagenregister kennt die Brunello-Denomination nicht. Mehrere Betriebe tragen den Namen im Firmen- oder Ortsnamen, darunter Franco Pacenti in Canalicchio di Sopra.
Ist Sangiovese Grosso etwas anderes als Sangiovese?
Sangiovese Grosso ist die Bezeichnung für eine Gruppe hochwertiger Sangiovese-Klone, zu der auch der in Montalcino verbreitete Brunello-Klon gehört. Es handelt sich um dieselbe Rebsorte, nicht um eine eigene; die Klonauswahl beeinflusst jedoch Beerengröße, Farbe und Struktur.
Wie sollte die Flasche gelagert werden?
Liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst gleichbleibenden 12 bis 14 °C. Ein gereifter Brunello bildet Depot, deshalb sollte die Flasche ein bis zwei Tage vor dem Öffnen aufrecht stehen.
Giovanni Rosso Etna Rosso 2017 stammt nicht aus dem Piemont, sondern von der Nordostflanke des Ätna bei Solicchiata auf Sizilien. Basis ist Nerello Mascalese, ergänzt um einen kleinen Anteil weiterer autochthoner Sorten; abgefüllt wird mit 13,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche. Im Glas zeigt sich ein helles Granatrot, in der Nase Veilchen, Waldlaub und weißer Pfeffer. Am Gaumen wirkt der Wein schlank, salzig und feingliedrig – ein Rotwein, der mit seiner Transparenz eher an Burgund erinnert als an Süditalien.
Die Verkostungsnotiz des Giovanni Rosso Etna Rosso 2017
FARBE: Helles, transparentes Granatrot mit orangefarbenen Reflexen am Rand.
NASE: Veilchen und getrocknete Rosenblätter öffnen den Duft, dahinter Walderdbeere, Kirschkern und feuchtes Waldlaub. Weißer Pfeffer, Wacholder und ein rauchiger, an Feuerstein erinnernder Ton verweisen auf den vulkanischen Untergrund.
GESCHMACK: Schlanker, sehniger Körper mit lebendiger Säure und feinkörnigem, fast staubigem Tannin. Rote Johannisbeere, Blutorange und Kräuter werden von einer salzig-mineralischen Ader getragen.
FINALE: Klar und anhaltend, mit pfeffriger Würze und einem trocken-mineralischen Nachhall.
Ätna-Nordflanke: 750 Meter Höhe bei Solicchiata
Die Reben stehen in Solicchiata in der Gemeinde Castiglione di Sicilia auf rund 750 Metern Höhe, zwischen Passopisciaro und dem erloschenen Krater Montedolce. Der Boden besteht nicht aus Kalk oder Mergel, sondern aus verwitterter Lava, vulkanischem Sand und Lapilli – locker, eisenhaltig, arm an organischer Substanz. Auf dieser Höhe fällt die Temperatur nachts stark ab, was Säure und Aromatik erhält und die Lese bis in den Oktober oder November verschiebt. Die etwa 40 Jahre alten Stöcke sind als Alberello beziehungsweise Candelabro erzogen, der traditionellen Buscherziehung des Ätna mit zwei Hauptästen. Von den 14 Hektar des Guts sind rund 5,5 Hektar mit Nerello Mascalese und lokalen Begleitsorten bestockt, 1,2 Hektar mit Carricante.
Von Serralunga an den Vulkan: Davide Rossos zweites Terroir
Die Azienda Agricola Giovanni Rosso wurde 1906 in Serralunga d'Alba gegründet und wird in vierter Generation geführt. Davide Rosso übernahm um 2001 die Leitung; geprägt hat ihn neben Alba vor allem Frankreich, unter anderem Stationen bei Domaine Jean Grivot und Denis Mortet im Burgund. Diese burgundische Schule ist beim Ätna-Projekt deutlicher zu spüren als beim Barolo. 2016 erwarb die Familie das Anwesen bei Solicchiata und legte im selben Jahr den ersten Etna Rosso vor. Seither entstehen dort neben dem Gutswein auch Contrada-Abfüllungen und ein Etna Bianco aus Carricante.
Gärung im Stahltank, Reife im großen französischen Holz
Der Etna Rosso wird im Edelstahltank vergoren, mit täglichen Überpumpungen und einer Maischestandzeit von etwa zwei Wochen. Anschließend reift der Wein nach Erzeugerangaben in Fässern aus französischer Eiche unterschiedlicher Größe, ohne dass Holzaromatik in den Vordergrund treten soll. Für vergleichbare Jahrgänge sind Reifezeiten von rund 12 bis 18 Monaten dokumentiert. Das Ergebnis ist ein Wein, der schon jung Trinkfluss besitzt und dessen Potenzial mit rund 15 Jahren angesetzt wird.
Servieren und kombinieren
Der Etna Rosso profitiert von einer etwas kühleren Temperatur als Barolo: 15 bis 17 °C sind ideal, ein burgundisch geformtes Glas unterstützt die florale Aromatik. Dekantieren ist nicht nötig, eine halbe Stunde im Glas genügt. Gut passen Pasta alla Norma, gegrillter Thunfisch, Kaninchen in Oliven, Entenbrust, Pilzgerichte und mittelalter Pecorino.
Häufige Fragen zum Giovanni Rosso Etna Rosso 2017
Welche Rebsorten stecken im Etna Rosso?
Träger ist Nerello Mascalese, die Leitsorte der Ätna-Rotweine. Die Herkunftsregeln des Etna DOC verlangen mindestens 80 Prozent Nerello Mascalese und erlauben bis zu 20 Prozent Nerello Cappuccio.
Was ist eine Contrada am Ätna?
Contrade sind historische Flurbezeichnungen an den Hängen des Vulkans, vergleichbar mit den MGA des Barolo. Der Etna DOC zählt über 130 solcher Einheiten, die sich in Höhe, Lavaströmen und Exposition deutlich unterscheiden.
Warum wird dieser Wein mit Burgunder verglichen?
Helle Farbe, florale Nase, hohe Säure und feinkörniges Tannin erinnern an Pinot Noir. Dazu kommt die burgundische Prägung von Davide Rosso, der bewusst auf Extraktion und Holzdominanz verzichtet.
Wie unterscheidet sich der Etna Rosso vom Barolo des Hauses?
Der Barolo aus Serralunga wächst auf Kalk und Mergel und ist deutlich tanninbetonter und langlebiger. Der Etna Rosso steht auf Vulkanschutt, wirkt schlanker, salziger und ist früher zugänglich.
Wie lange kann man den 2017er lagern?
Angesetzt sind etwa 15 Jahre ab Jahrgang. Bei kühler, dunkler Lagerung entwickelt der Wein tertiäre Noten von Tabak, getrockneten Kräutern und Rauch.
La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut ist ein biologisch erzeugter Schaumwein aus reinsortigem Pinot Grigio, den die Familie Marion in Mareno di Piave in der Provinz Treviso keltert. Die Farbe stammt nicht aus einer roten Rebsorte, sondern aus der kupfrig-rosa Schale der Pinot-Grigio-Beere selbst. Mit 11,5 % vol in der 0,75-Liter-Flasche bleibt der Spumante schlank und trinkanimierend. Johannisbeere, Stachelbeere und rosa Grapefruit bestimmen das Aromenbild, die Dosage bleibt in der Brut-Stufe und damit knapp bemessen.
Die Verkostungsnotiz des La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut
FARBE: Zartes, brillantes Rosé mit kupfrigem Schimmer und feiner, gleichmäßig aufsteigender Perlage.
NASE: Rote Johannisbeere und Stachelbeere stehen vorn, dahinter rosa Grapefruit und ein floraler Hauch. Die Frucht wirkt primär und unverstellt; gebäckartige Noten fehlen bewusst.
GESCHMACK: Die Mousse ist weich und trägt lange. Eine frische Säure zieht durch den schlanken Körper, begleitet von einer leicht salzigen Ader. Die geringe Restsüße stützt die Frucht, ohne selbst hervorzutreten.
FINALE: Mittellang und sauber, mit nachklingender Beerenfrucht und trockenem Abgang.
Kalkkies vom Piave rund um Mareno di Piave
Mareno di Piave liegt in der Provinz Treviso, rund 50 Kilometer nördlich von Venedig, zwischen den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene und dem Lauf des Piave. Der Betriebsname sagt bereits, was den Untergrund prägt: jara heißt im lokalen Dialekt Kies. Weißer Kalkkies, den der Fluss über Jahrtausende abgelagert hat, durchzieht die Parzellen. Diese Steine nehmen tagsüber Wärme auf und geben sie nachts langsam wieder ab. Für eine früh reifende Sorte wie den Pinot Grigio bedeutet das aromatische Reife bei erhaltener Säure.
Familie Marion und der Bio-Betrieb La Jara
Die Familie Marion bewirtschaftet ihre Rebzeilen am Piave nach eigenen Angaben seit 1891. 1999 übernahmen die Brüder Massimo und Paolo Marion die Leitung und stellten den Betrieb konsequent auf ökologischen Anbau um; die erste Bio-Flasche wurde 2004 gefüllt. Heute stehen rund 50 Hektar zertifiziert biologisch bewirtschaftete Rebfläche hinter dem Sortiment. Die Kontrolle läuft unter dem EU-Bio-Code IT-BIO-006. Der Leitsatz des Großvaters Pietro, die Natur sei ein perfekter Mechanismus, wird vom Weingut bis heute als Arbeitsgrundlage zitiert.
Weiß gekeltert, im Drucktank vergoren
Die Trauben werden schonend gepresst; ein kurzer Kontakt mit den rosa gefärbten Schalen liefert den Farbton. Die zweite Gärung findet nach der Methode Martinotti-Charmat im temperaturgeführten Drucktank statt, nicht in der Flasche. Dieses Verfahren hält die Primäraromatik fest, statt sie durch langes Hefelager zu überformen. Genau deshalb schmeckt der Wein nach frischer Beere und Zitrus und nicht nach Brot oder Gebäck. Er ist zum jungen Genuss gemacht.
Servieren und kombinieren
Der Spumante wird bei 6 bis 8 °C serviert, im Sektglas oder in einem schlanken Weißweinglas, das dem zarten Duft mehr Raum lässt. Dekantiert wird nicht, die Flasche kommt erst kurz vor dem Einschenken aus dem Kühler. Er begleitet geräucherten Lachs, Thunfisch-Tatar, Sushi und Sashimi, Vitello tonnato, frischen Ziegenkäse und frittierte Zucchiniblüten.
Häufige Fragen zum La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut
Warum ist ein Pinot Grigio rosé, obwohl er als weiße Rebsorte gilt?
Die Beerenschale des Pinot Grigio ist nicht grün, sondern grau bis kupferrosa gefärbt. Presst man die Trauben mit kurzem Schalenkontakt, geht dieser Farbstoff in den Most über. Der Rosé-Ton entsteht also aus der Sorte selbst und nicht durch Zugabe von Rotwein.
Was bedeutet Brut auf dem Etikett?
Brut bezeichnet eine Geschmacksstufe für Schaumwein mit bis zu 12 Gramm Restzucker je Liter. Das ist die gängigste trockene Stufe. Süßer wären Extra Dry oder Dry, trockener Extra Brut und Brut Nature.
Entsteht die Kohlensäure wie beim Champagner in der Einzelflasche?
Nein. Die zweite Gärung läuft hier im geschlossenen Drucktank nach Martinotti-Charmat ab, nicht in der Flasche. Das Ergebnis ist ein deutlich fruchtbetonterer, weniger hefig geprägter Schaumwein.
Sollte man die Flasche lagern oder jung trinken?
Der Wein lebt von seiner Frische und wird jung getrunken. Eine gezielte Reifung im Keller bringt hier keinen Gewinn; kühl und dunkel gelagert bleibt die Flasche einige Monate stabil.
Woran erkennt man die Bio-Zertifizierung?
Auf dem Rückenetikett steht neben dem EU-Bio-Logo der Codeschlüssel der Kontrollstelle, bei La Jara IT-BIO-006. Er weist die jährlich überprüfte ökologische Bewirtschaftung der Weinberge und die zugelassene Kellerbehandlung aus.
La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut DEMI ist die halbe Flasche mit 0,375 Litern — zwei bis drei Gläser, also genau die Menge für zwei Personen oder für ein einzelnes Glas ohne Rest. Der Bio-Schaumwein aus dem Veneto wird aus reinsortigem Pinot Grigio erzeugt, dessen kupferrosa Beerenschale die zarte Farbe liefert. Das Etikett weist 11,2 % vol aus. Im Glas dominieren rote Beeren, Zitrus und eine kühle, trockene Struktur in der Brut-Stufe.
Die Verkostungsnotiz des La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut DEMI
FARBE: Helles Lachsrosa, klar und glänzend, mit zügig aufsteigenden feinen Bläschen.
NASE: Erdbeere und Johannisbeere treffen auf Pink Grapefruit. Dazu eine schwach würzige Nuance, die an Rhabarber erinnert.
GESCHMACK: Der Antrunk ist frisch und geradeaus, die Perlage weich. Wenig Restzucker, spürbare Säure und ein schlanker Körper machen den Wein zum unkomplizierten Begleiter.
FINALE: Kurz bis mittellang, mit sauberem, herb-fruchtigem Ausklang.
0,375 Liter: die Portion für zwei
Die Demi-Flasche fasst die Hälfte einer Standardflasche. Zwei Gläser zu je 0,15 Litern gehen bequem hinein, drei kleinere ebenfalls. Das Format löst ein praktisches Problem: Ein Schaumwein verliert nach dem Öffnen rasch an Perlage, und eine ganze Flasche ist für zwei Personen zum Aperitif oft zu viel. Zusätzlich kühlt die kleine Flasche schneller herunter, was sie für spontane Anlässe, Picknick, Hotelzimmer oder das Menü mit wechselnder Begleitung attraktiv macht.
Herkunft am Piave in der Provinz Treviso
Die Trauben wachsen bei Mareno di Piave, zwischen dem Hügelland von Conegliano und Valdobbiadene und dem Flussbett des Piave. Charakteristisch sind die weißen Kalkkiesel im Boden, die dem Weingut seinen Namen gegeben haben. Sie speichern Wärme und sorgen für ausgeglichene Reifebedingungen, während die Nähe zu den Voralpen für kühle Nächte sorgt. Aus diesem Zusammenspiel stammt die aromatische Klarheit bei gleichzeitig frischer Säure.
Tankgärung erhält die Primärfrucht
Nach der weißen Pressung der rosafarbenen Beeren vergärt der Grundwein im Edelstahl. Für die Schaumbildung folgt die zweite Gärung im Autoklaven nach Martinotti-Charmat, also im Tank unter Druck. Die Gärung läuft dabei je nach Erzeuger üblicherweise mehrere Wochen bei kontrollierter Temperatur. Weil der Wein anschließend nicht über Jahre auf der Hefe liegt, bleiben die frischen Beeren- und Zitrusnoten des Ausgangsmaterials im Vordergrund.
Servieren und kombinieren
Bei 6 bis 8 °C ausschenken, im Sektglas oder Weißweinglas. Die kleine Flasche ist nach etwa 20 Minuten im Eiswasser trinkfertig. Sie eignet sich zum Aperitif, zu Austern und Meeresfrüchten, zu Bruschetta mit Tomate, zu Sommersalat mit Ziegenkäse, zu asiatischen Vorspeisen und zu einem Teller Salumi.
Häufige Fragen zum La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut DEMI
Wie viel Wein enthält die Demi-Flasche?
Eine Demi oder halbe Flasche enthält 0,375 Liter, also die Hälfte der Standardgröße. Daraus ergeben sich zwei großzügige oder drei kleine Gläser.
Schmeckt der Wein anders als aus der großen Flasche?
Es ist derselbe Wein. Kleine Formate kühlen schneller herunter und werden meist zügiger geleert, weshalb der Schaumwein oft besonders frisch wirkt.
Für welche Anlässe eignet sich das kleine Format?
Für den Aperitif zu zweit, als Begleiter zu einem einzelnen Gang im Menü, für die Reise oder als Beigabe in einem Geschenkkorb. Auch in der Gastronomie werden Halbflaschen als glasweise Alternative geschätzt.
Ist Pinot Grigio Rosé ein Roséwein aus roten Trauben?
Nein. Die Farbe stammt aus der grau-kupferfarbenen Schale der Pinot-Grigio-Beere, die beim Pressen etwas Pigment abgibt. Rote Rebsorten werden nicht zugesetzt.
Wie lagert man die Halbflasche am besten?
Stehend oder liegend, kühl, dunkel und erschütterungsfrei. Da kleine Formate schneller altern, sollte die Flasche eher zeitnah getrunken als über Jahre aufbewahrt werden.
La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut MAGNUM bringt den Bio-Schaumwein der Brüder Marion in die 1,5-Liter-Flasche. Aus einer Magnum lassen sich rund zwölf Gläser einschenken — das Format ist für Runden gedacht, nicht für den stillen Abend zu zweit. Der Inhalt bleibt derselbe reinsortige Pinot Grigio aus dem Veneto mit 11,5 % vol, trocken ausgebaut in der Brut-Stufe. Rote Beeren, Zitrusschale und eine feine Salzigkeit tragen den Wein.
Die Verkostungsnotiz des La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut MAGNUM
FARBE: Blasses Altrosa mit kupfrigem Reflex; die Perlage steigt fein und ausdauernd auf.
NASE: Himbeere und rote Ribisel eröffnen, ergänzt um Grapefruitschale und einen Anflug weißer Blüten. Der Duft bleibt hell und geradlinig.
GESCHMACK: Trocken, mit lebendigem Säurezug und cremig eingebundener Kohlensäure. Der Körper ist bewusst schlank gehalten, sodass die Frucht und eine salzige Note den Ton angeben.
FINALE: Knackig und klar, mit zitrischem Nachhall und trockenem Schluss.
1,5 Liter: was das Magnumformat verändert
Eine Magnum fasst den Inhalt zweier normaler Flaschen, hat aber im Verhältnis zur Weinmenge weniger Kopfraum und weniger Verschlussfläche. Die größere Flüssigkeitsmasse reagiert außerdem träger auf Temperaturschwankungen im Lager. Beides gilt unter Schaumweinliebhabern als Grund dafür, dass Magnums ruhiger und langsamer altern als 0,75-Liter-Flaschen. Bei einem jung zu trinkenden Tankgärungs-Spumante fällt dieser Effekt geringer aus als bei lang gereiften Weinen, er spricht aber für ein besonders stabiles Perlbild bis zum letzten Glas.
La Jara in Mareno di Piave: Bio seit der Übernahme 1999
Der Betrieb liegt in Mareno di Piave, etwa 50 Kilometer von Venedig entfernt, dort wo die Hügel von Conegliano und Valdobbiadene in die Kiesebene des Piave übergehen. Massimo und Paolo Marion führen das Familiengut seit 1999 und haben die Rebflächen vollständig auf ökologischen Anbau umgestellt, 2004 folgte die erste Bio-Abfüllung. Der weiße Kalkkies im Boden, dem der Betrieb seinen Namen verdankt, speichert Tageswärme und gibt sie nachts an die Reben zurück. Die Bewirtschaftung ist unter IT-BIO-006 zertifiziert.
Zweite Gärung nach Martinotti-Charmat
Der Grundwein aus Pinot Grigio erhält seine Kohlensäure im Autoklaven, einem druckfesten Edelstahltank, in dem Zucker und Hefe eine kontrollierte zweite Gärung auslösen. Federico Martinotti hat das Verfahren 1895 patentiert, Eugène Charmat baute später die passende Technik dazu. Für aromatische Sorten ist der Weg ideal, weil die Frucht des Grundweins erhalten bleibt. Nach der Gärung wird der Schaumwein unter Druck filtriert und direkt gefüllt — auch in die Magnum.
Servieren und kombinieren
Trinktemperatur 6 bis 8 °C; im Sektglas oder Weißweinglas serviert. Eine Magnum braucht im Eiswasser deutlich länger als eine normale Flasche, rechnen Sie mit gut einer Stunde. Zum Einschenken die Flasche am Boden greifen und schräg halten. Sie passt zu Aperitif-Häppchen, Prosciutto und Melone, Garnelen vom Grill, Sushi, Frischkäse mit Kräutern und leichten Reisgerichten.
Häufige Fragen zum La Jara Pinot Grigio Rosé Spumante Brut MAGNUM
Wie viele Gläser ergibt eine Magnum?
Bei 1,5 Litern und einem üblichen Ausschank von etwa 0,125 Litern sind das rund zwölf Gläser. Für eine Runde von sechs Personen reicht die Flasche damit für zwei Gläser pro Gast.
Ist der Inhalt derselbe Wein wie in der 0,75-Liter-Flasche?
Ja, es handelt sich um dieselbe Cuvée aus reinsortigem Pinot Grigio in Brut-Ausbau. Unterschiedlich sind allein das Format und dessen Wirkung auf Kühlzeit, Lagerverhalten und Anlass.
Wie lange dauert das Herunterkühlen?
Im Eis-Wasser-Bad sollten etwa 45 bis 60 Minuten eingeplant werden, im Kühlschrank deutlich länger. Wichtig ist, die Flasche nicht in den Gefrierschrank zu legen, weil die Kohlensäure sonst grob und der Duft flach wird.
Was tun, wenn die Magnum nicht leer wird?
Ein guter Sektverschluss hält den Druck ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Der Wein verliert dabei etwas Perlage, bleibt aber trinkbar; frisch geöffnet zeigt er sich klar am besten.
Eignet sich das Format als Geschenk?
Die Magnum ist ein sichtbares Format und wird häufig zu Geburtstagen, Hochzeiten und Firmenanlässen gewählt. Da der Wein trocken und mit 11,5 % vol moderat im Alkohol ist, funktioniert er über den ganzen Abend hinweg.
La Jara Prosecco Spumante Brut ist die trockenste Prosecco-Variante des Bio-Betriebs aus Mareno di Piave. Er trägt die Herkunft Prosecco DOC und wird aus der Rebsorte Glera erzeugt, dem Rückgrat aller Prosecco-Weine. Mit 11,5 % vol in der 0,75-Liter-Flasche bleibt er leicht. Grüner Apfel, Birne, Zitrus und Orangenblüte prägen den Duft, am Gaumen kommt eine feine mineralische Note dazu.
Die Verkostungsnotiz des La Jara Prosecco Spumante Brut
FARBE: Sehr helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen, die Perlage fein und anhaltend.
NASE: Grüner Apfel und Birne bestimmen den ersten Eindruck. Dahinter Zitrusfrucht und ein Hauch Orangenblüte, insgesamt ein zurückhaltender, klarer Duft.
GESCHMACK: Frisch, ausgewogen und deutlich trocken. Eine leichte Brotkrustennote begleitet die Apfelfrucht, dazu eine angenehm säuerliche Spannung und ein mineralischer Zug.
FINALE: Trocken und lebendig, mit apfelfrischem Nachhall.
Prosecco DOC: neun Provinzen zwischen Veneto und Friaul
Die Herkunft Prosecco DOC umfasst neun Provinzen in Venetien und Friaul-Julisch Venetien, darunter Treviso, wo La Jara zu Hause ist. Sie erstreckt sich über rund 24.500 Hektar überwiegend flacher bis leicht welliger Lagen. Davon zu unterscheiden ist das kleinere Hügelgebiet Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG mit etwa 7.000 Hektar, wo Steillagenarbeit von Hand nötig ist und die Erträge niedriger liegen. Beide erzeugen Glera-Schaumwein, unterscheiden sich aber in Topografie, Ertragsgrenzen und Preisniveau.
La Jara: Bio-Weinbau am Kiesbett des Piave
Die Familie Marion besitzt ihre Weingärten seit 1891; seit der Übernahme durch Massimo und Paolo Marion 1999 wird ausschließlich ökologisch gearbeitet, die erste zertifizierte Bio-Flasche datiert auf 2004. Rund 50 Hektar Rebfläche erstrecken sich von den Hügeln bei Conegliano bis zum Piave. Der namensgebende weiße Kalkkies im Boden nimmt tagsüber Wärme auf und strahlt sie nachts ab. Der Betrieb liefert den Großteil seiner Produktion in den Export.
Glera im Drucktank: die Martinotti-Charmat-Methode
Der Grundwein wird im Edelstahl kühl vergoren. Die zweite Gärung folgt im Autoklaven, einem druckfesten Tank, in dem Hefe und Zucker die Kohlensäure erzeugen — nicht in der Einzelflasche. Federico Martinotti patentierte das Verfahren 1895, Eugène Charmat entwickelte die Technik weiter. Für die aromatisch feingliedrige Glera ist das der passende Weg: Die Apfel- und Blütennoten des Grundweins bleiben erhalten, statt von Reifearomen verdeckt zu werden.
Servieren und kombinieren
Bei 6 bis 8 °C servieren, im Sektglas oder in einem Weißweinglas, das dem Duft mehr Fläche gibt. Nicht dekantieren, sondern frisch aus dem Kühler einschenken. Er passt zu Fischsuppe, Frittura di pesce, Gemüse-Tempura, Muscheln und Meeresfrüchten, Sushi und Sashimi sowie zu Vorspeisen mit Prosciutto.
Häufige Fragen zum La Jara Prosecco Spumante Brut
Was ist der Unterschied zwischen Prosecco DOC und Conegliano Valdobbiadene DOCG?
Prosecco DOC ist das große Erzeugungsgebiet über neun Provinzen mit rund 24.500 Hektar, überwiegend in der Ebene. Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG umfasst nur etwa 7.000 Hektar Hügelland mit aufwendiger Handarbeit und niedrigeren Erträgen.
Was ist Glera?
Glera ist der Name der Rebsorte, aus der Prosecco entsteht. Bis 2009 hieß die Sorte selbst Prosecco; seither ist Prosecco ausschließlich die geschützte Herkunftsbezeichnung, die Traube heißt Glera.
Was unterscheidet Spumante von Frizzante?
Spumante ist Schaumwein mit einem Flaschendruck von mindestens 3 bar und Sektkorken. Frizzante ist Perlwein mit deutlich niedrigerem Druck und feiner, kurzlebiger Bläschenbildung.
Wie lange lässt sich die Flasche aufbewahren?
Prosecco aus Tankgärung ist auf jungen Genuss ausgelegt. Innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Füllung zeigt er sich am frischesten; eine längere Kellerlagerung bringt keinen Zugewinn.
Ist Brut die trockenste Prosecco-Stufe?
Im Sortiment vieler Erzeuger ja, denn üblich sind Extra Dry und Dry mit mehr Restzucker. Rechtlich noch trockener sind Extra Brut und Brut Nature, die beim Prosecco jedoch seltener abgefüllt werden.
La Jara Merlot Blanc de Noir Spumante Brut 2019 ist ein Sonderfall im italienischen Schaumweinregal: ein zu hundert Prozent aus Merlot erzeugter Spumante, dessen rote Trauben weiß gekeltert wurden. Das Etikett führt ihn als biologischen Vino Spumante, der Jahrgang 2019 steht auf der Flasche, der Alkohol liegt bei 12 % vol in 0,75 Litern. Litschi, Passionsfrucht und ein Schatten roter Beere ergeben ein Aromenbild, das man einem Merlot nicht zutrauen würde.
Die Verkostungsnotiz des La Jara Merlot Blanc de Noir Spumante Brut 2019
FARBE: Helles Gelb mit einem kaum merklichen rosa Schimmer, die Perlage fein und beständig.
NASE: Exotisch geprägt mit Litschi und Passionsfrucht, dahinter eine zurückhaltende rotfruchtige Nuance und eine feine Würze.
GESCHMACK: Füllig und bestimmt für einen Schaumwein dieser Leichtigkeit. Die Mousse ist sanft, die Struktur wird von einer klaren Mineralität und einer salzigen Note getragen; die Brut-Dosage hält den Eindruck trocken.
FINALE: Anhaltend salzig-mineralisch, mit einem Anflug von Lakritz im Nachklang.
Blanc de Noir: was beim weißen Keltern roter Trauben passiert
Der Farbstoff roter Trauben sitzt fast ausschließlich in der Schale, nicht im Saft. Wer die Beeren rasch und ohne Maischestandzeit presst und den Most sofort von den Schalen trennt, erhält einen praktisch farblosen Grundwein — das ist die weiße Kelterung, französisch Blanc de Noir. Bei Merlot ist das ungewöhnlich, weil die Sorte sonst tieffarbige Rotweine liefert. Übrig bleiben Struktur, Extrakt und eine überraschend exotische Fruchtaromatik ohne jede rote Farbe.
Merlot in der Kiesebene am Piave
Merlot ist im Veneto seit dem 19. Jahrhundert etabliert und gehört in der Ebene rund um Treviso zu den meistangebauten roten Sorten. Bei La Jara wachsen die Reben auf den weißen Kalkkiesböden am Piave, die dem Betrieb den Namen geben: jara bedeutet im Dialekt Kies. Solche Böden erwärmen sich schnell, geben die Wärme nachts wieder ab und drainieren stark. Für einen Grundwein, der spritzig und salzig bleiben soll, ist das eine Ausgangslage, in der die Traube früh und mit lebendiger Säure gelesen werden kann.
Rund 60 Tage Tankgärung nach Martinotti-Charmat
Nach der weißen Pressung vergärt der Most im Edelstahl. Für die Schaumbildung geht der Grundwein anschließend für etwa 60 Tage in den Autoklaven, wo die zweite Gärung unter Druck abläuft. Die vergleichsweise lange Tankphase gibt dem Wein mehr Textur und eine feinere Kohlensäurebindung, ohne die Frucht zu überdecken. Der Ausbau erfolgt ohne Holz; Bio-zertifiziert ist der gesamte Weg vom Weinberg bis zur Füllung.
Servieren und kombinieren
Der Spumante wird bei 6 bis 8 °C und erst unmittelbar vor dem Ausschenken geöffnet, im Sektglas oder besser in einem Weißweinglas, das der exotischen Frucht Raum gibt. Er trägt ein ganzes Menü und passt zu Salumi und luftgetrocknetem Schinken, halbfestem Bergkäse, gebratenem Zander, Risotto mit Meeresfrüchten, Geflügelsalat und Frühlingsrollen.
Häufige Fragen zum La Jara Merlot Blanc de Noir Spumante Brut 2019
Was bedeutet Blanc de Noir?
Blanc de Noir heißt wörtlich weiß aus schwarz und bezeichnet einen hellen Wein aus rot gefärbten Trauben. Die Beeren werden ohne Schalenkontakt gepresst, sodass kein Farbstoff in den Wein gelangt.
Warum ist ein Schaumwein aus Merlot so selten?
Merlot wird üblicherweise zu körperreichen Rotweinen ausgebaut und gilt als weniger säurebetont. Für einen Spumante braucht es früh gelesene Trauben mit lebendiger Säure — das setzt eine bewusste Entscheidung im Weinberg voraus und wird nur von wenigen Betrieben verfolgt.
Warum trägt dieser Spumante einen Jahrgang?
Der Wein wird als Jahrgangsabfüllung 2019 vermarktet, stammt also aus einer einzelnen Ernte. Bei Schaumwein ist das nicht selbstverständlich, weil viele Erzeuger Jahrgänge verschneiden, um einen gleichbleibenden Stil zu erreichen.
Welche Herkunftsbezeichnung trägt der Wein?
Er läuft nicht unter Prosecco DOC, sondern als biologischer Vino Spumante. Diese Kategorie lässt dem Erzeuger die Freiheit, mit Merlot eine Rebsorte einzusetzen, die in den Prosecco-Regeln für Schaumwein dieser Art nicht vorgesehen ist.
Wie lange lässt sich der Jahrgang 2019 noch trinken?
Der Wein ist trinkreif und auf die frische Seite hin ausgelegt. Kühl und dunkel gelagert bleibt er stabil, gewinnt aber nicht mehr hinzu; ein zeitnaher Genuss ist zu empfehlen.
Der Pian dell'Orino Brunello di Montalcino Vigneti del Versante 2015 stammt von einem biodynamisch geführten Kleinbetrieb in Montalcino und enthält 14,5 % vol auf 0,75 Liter. Vigneti del Versante ist keine amtliche Lage, sondern die Zusammenfassung ausgewählter Abschnitte der Parzellen Pian Bassolino und Cancello Rosso. Auf gut sechs Hektar Rebfläche stehen 22 verschiedene Sangiovese-Klone; das gesamte Gut füllt jährlich rund 17.000 Flaschen auf fünf Weine ab. Spontan vergoren, wochenlang auf der Maische, sehr lange im Holz gereift und ohne Filtration abgefüllt.
Die Verkostungsnotiz des Pian dell'Orino Brunello Vigneti del Versante 2015
FARBE: Tiefes Granatrot, am Rand bereits ins Ziegelrote gehend, durch die unfiltrierte Füllung leicht schleierig.
NASE: Schwarzkirsche und Brombeere, überlagert von getrockneten Blüten, Myrte und Wacholder. Dahinter Waldboden, Zedernholz und eine kühle, kreidige Ader. Der Wein braucht Zeit im Glas, bis sich die Schichten trennen.
GESCHMACK: Dicht und zugleich durchlässig: viel Extrakt, ein feinkörniges, dabei sehr präsentes Tannin und eine Säure, die den Wein trägt, statt ihn zu spitzen. Dunkle Kirsche, Orangenzeste und Salbei bestimmen das Bild.
FINALE: Sehr lang, kräuterwürzig und kühl, mit nachhallendem Tannin.
Vigneti del Versante: Abschnitte aus Pian Bassolino und Cancello Rosso
Die Bezeichnung fasst ausgewählte Teile zweier Weinberge zusammen. Pian Bassolino ist mit drei Hektar die größte Parzelle des Guts, liegt auf 340 bis 390 Metern, schaut nach Süd bis Südwest und wurde 1998 bepflanzt. Cancello Rosso misst 0,7 Hektar auf 340 Metern, ebenfalls Süd bis Südwest, gepflanzt 1997. Auf seinen gut sechs Hektar unterscheidet das Gut drei Hauptbodentypen, die jeweils einer eigenen geologischen Formation entsprechen – daraus leiten sich die getrennten Abfüllungen ab. Die übrigen Parzellen spannen sich von Scopeta auf 270 Metern bis zur Höhenparzelle Pian dell'Orino auf 500 Metern und der nordostexponierten Parzelle Del Moro auf 470 Metern.
Caroline Pobitzer und Jan Erbach arbeiten biodynamisch
Das Anwesen umfasst 11,5 Hektar, davon 5,8 Hektar Reben, und wird zu zweit geführt: Jan verantwortet Weinberg, Keller und Produktion, Caroline die Geschäftsbeziehungen und die Kommunikation. Gearbeitet wird nach den 1924 von Rudolf Steiner formulierten biodynamischen Grundsätzen, also mit Hornmist 500 und Hornkiesel 501, mit Auszügen aus Schafgarbe, Schachtelhalm und Weide statt synthetischen Mitteln und mit Blick auf Mond- und Planetenrhythmen. Angebaut wird ausschließlich Sangiovese. Neben den beiden Brunello Bassolino di Sopra und Vigneti del Versante entstehen ein Rosso di Montalcino und der Toscana IGT Piandorino.
36 bis 55 Monate im Holz, danach mindestens ein Jahr Flasche
Die Gärung startet mit den weinbergseigenen Hefen, in der Regel innerhalb von drei Tagen nach der Lese; die Maischestandzeit dauert je nach Jahrgang vier bis zehn Wochen, der biologische Säureabbau schließt sich noch im Gärbehälter an. Für den Brunello nutzt das Gut Holzfässer zwischen 12,5 und 50 Hektolitern und lässt den Wein 36 bis 55 Monate darin – deutlich länger als die zwei Jahre, die die Denomination fordert. Danach folgt mindestens ein Jahr Flasche, abgefüllt wird ohne Filtration. Zum Vergleich: Der Rosso di Montalcino desselben Guts verbringt rund 24 bis 28 Monate im Fass plus sechs Monate im Keller, und die Regeln lassen einen Rosso schon ab dem 1. September nach der Ernte in den Verkauf, während Brunello frühestens am 1. Januar des fünften Jahres nach der Lese freigegeben wird.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C, weites Glas, und wegen der unfiltrierten Füllung behutsam umgießen; die Flasche vorher aufrecht stellen. Ein bis zwei Stunden Luft schaden dem 2015er nicht. Dazu: geschmorte Ochsenbacke, Ente mit Feigen, Pilzrisotto, Rehrücken, Tagliatelle mit Wildragout und gereifter Schafskäse.
Häufige Fragen zum Pian dell'Orino Brunello Vigneti del Versante 2015
Was bedeutet Vigneti del Versante?
Übersetzt heißt es Weinberge des Hangs. Es ist eine betriebseigene Bezeichnung für bestimmte Abschnitte der Parzellen Pian Bassolino und Cancello Rosso und keine behördlich abgegrenzte Einzellage; ein amtliches Lagenregister gibt es in dieser Denomination nicht.
Warum wirkt der Wein leicht trüb?
Pian dell'Orino füllt ohne Filtration ab, damit der Wein möglichst wenig Substanz verliert. Ein leichter Schleier oder Depot ist deshalb normal und kein Mangel; die Flasche sollte vor dem Öffnen einige Stunden aufrecht stehen.
Was heißt biodynamisch bei diesem Gut konkret?
Der Betrieb setzt die Präparate Hornmist 500 und Hornkiesel 501 ein, behandelt die Reben mit Pflanzenauszügen aus Schafgarbe, Schachtelhalm und Weide und richtet die Arbeiten nach Mond- und Planetenständen aus. Welche Zertifizierungsstelle den Betrieb prüft, nennt das Weingut auf seiner Website nicht.
Wie klein ist die Produktion?
Das gesamte Gut erzeugt rund 17.000 Flaschen im Jahr, verteilt auf fünf Weine. Der Vigneti del Versante ist damit eine sehr kleine Abfüllung; wie viele Flaschen genau auf den Jahrgang 2015 entfielen, ist nicht veröffentlicht.
Wann sollte man ihn trinken?
Freigegeben war der 2015er ab Januar 2020, inzwischen hat er rund ein Jahrzehnt Reife. Er ist zugänglich, doch Tannin- und Säuregerüst tragen weiter; die tertiäre Seite zeigt sich heute deutlicher als bei der Markteinführung. Kühl und liegend gelagert bleibt Spielraum für weitere Jahre.
La Jara Prosecco Spumante Rosé Extra Dry 2022 gehört zu einer Kategorie, die es erst seit 2020 gibt: Prosecco DOC Rosé. Er verbindet Glera mit einem Anteil rot vergorenem Pinot Nero, der die zarte Farbe liefert; La Jara nennt für seinen Rosé 90 Prozent Glera und 10 Prozent Pinot Nero. Der Jahrgang 2022 steht verpflichtend auf dem Etikett, der Alkohol liegt bei 11,2 % vol in der 0,75-Liter-Flasche. Die Dosage-Stufe Extra Dry lässt etwas mehr Restsüße zu als Brut.
Die Verkostungsnotiz des La Jara Prosecco Spumante Rosé Extra Dry 2022
FARBE: Blasses Rosa, glasklar, mit einer feinen und ausdauernden Perlage.
NASE: Zarte florale Noten öffnen den Duft, dahinter Apfel, Birne und Himbeere. Ein Anflug von Sauerkirsche gibt dem Bild Kontur.
GESCHMACK: Feine rote Frucht und eine rhabarberartige Frische bestimmen den Antrunk. Säure und eine salzige Ader halten die Balance zur weicheren Extra-Dry-Dosage, sodass der Wein fruchtig, aber nicht süßlich wirkt.
FINALE: Frisch und einladend, mit harmonischer Perlage und beerigem Nachhall.
Prosecco DOC Rosé: eine Kategorie seit 2020
Rosé-Prosecco war lange nicht zulässig. Erst im Mai 2020 genehmigte das italienische Landwirtschaftsministerium die Änderung des Regelwerks, im Juni 2020 wurde sie veröffentlicht, die ersten Flaschen kamen zum 1. Januar 2021 in den Handel. Vorgeschrieben sind 85 bis 90 Prozent Glera und 10 bis 15 Prozent Pinot Nero, der rot vergoren werden muss. Zugelassen sind nur die trockenen Stufen von Brut Nature bis Extra Dry — süßere Varianten wie Dry oder Demi-Sec sind beim Rosé ausgeschlossen.
Glera und Pinot Nero von den Kiesböden am Piave
Die Trauben stammen aus den Bio-Weingärten der Familie Marion bei Mareno di Piave in der Provinz Treviso, wo sich die Rebflächen von den Hügeln bei Conegliano bis zum Flussbett des Piave ziehen. Weißer Kalkkies durchsetzt die Böden — jara heißt im Dialekt genau das. Er speichert Tageswärme, gibt sie nachts ab und fördert eine gleichmäßige Reife. Der Betrieb arbeitet seit 1999 ökologisch und bewirtschaftet rund 50 Hektar.
Mindestens 60 Tage im Autoklaven, Jahrgang verpflichtend
Für Prosecco DOC Rosé schreibt das Regelwerk eine zweite Gärung im Drucktank von mindestens 60 Tagen vor — deutlich länger als beim weißen Prosecco. Diese Zeit auf der Hefe im Tank stabilisiert die Farbe und gibt dem Wein mehr Textur. Zugleich muss jede Flasche als Millesimato einen Jahrgang tragen, mindestens 85 Prozent des Weins müssen aus dem angegebenen Jahr stammen. Hier ist es 2022.
Servieren und kombinieren
Serviertemperatur 6 bis 8 °C, im Sektglas oder Weißweinglas. Die Flasche gehört bis zum Einschenken in den Kühler, dekantiert wird nicht. Sie begleitet den Aperitif, Pizza mit Tomate und Basilikum, Pasta mit leichter Fischsauce, Sushi und Sashimi, Räucherforelle sowie Obstdesserts ohne viel Zucker.
Häufige Fragen zum La Jara Prosecco Spumante Rosé Extra Dry 2022
Ist Extra Dry trockener als Brut?
Nein, genau umgekehrt — das ist die häufigste Verwechslung bei Schaumwein. Brut erlaubt bis zu 12 Gramm Restzucker je Liter, Extra Dry liegt mit 12 bis 17 Gramm darüber. Extra Dry schmeckt also etwas milder und fruchtiger als Brut, obwohl der Name das Gegenteil nahelegt.
Warum muss auf Prosecco Rosé ein Jahrgang stehen?
Das Regelwerk schreibt für Prosecco DOC Rosé die Angabe als Millesimato vor. Mindestens 85 Prozent des Weins müssen aus dem genannten Erntejahr stammen, hier also aus 2022.
Wie kommt die rosa Farbe in den Wein?
Durch einen Anteil von 10 bis 15 Prozent Pinot Nero, der mit Schalenkontakt rot vergoren und dann mit dem Glera-Grundwein verschnitten wird. Andere rote Sorten sind nicht zugelassen.
Seit wann darf Prosecco überhaupt rosé sein?
Die Kategorie wurde 2020 in das Regelwerk aufgenommen; die ersten Flaschen durften ab dem 1. Januar 2021 verkauft werden. Zuvor war rosafarbener Schaumwein aus dem Gebiet nur ohne die Bezeichnung Prosecco möglich.
Wozu passt ein Extra Dry besonders gut?
Die etwas höhere Restsüße macht ihn zum verlässlichen Partner für leicht scharfe oder süßsaure Gerichte sowie für Pizza und Antipasti. Auch zu wenig gesüßten Fruchtdesserts funktioniert er besser als eine sehr trockene Variante.
Der Siro Pacenti Rosso di Montalcino 2014 ist ein reinsortiger Sangiovese aus dem Gemeindegebiet von Montalcino, gefüllt mit 14,5 % vol auf 0,75 Liter. Rosso di Montalcino ist keine zweite Wahl, sondern eine eigenständige Herkunftsbezeichnung: gleiche Rebsorte, gleiches Gebiet, aber eine viel kürzere Pflichtreife. 2014 gilt in der Toskana verbreitet als kühles, regenreiches und damit anspruchsvolles Jahr, dessen Weine schlanker und säurebetonter ausfielen als üblich. Nach über zehn Jahren Flasche ist das hier kein junger Wein mehr, sondern ein gereifter, herber Sangiovese mit deutlicher Tertiäraromatik.
Die Verkostungsnotiz des Siro Pacenti Rosso di Montalcino 2014
FARBE: Helles Granatrot, sichtbar aufgehellt, mit ziegelfarbenem Rand.
NASE: Getrocknete Kirsche, Hagebutte und Rosenknospe, dazu Kräuter, Feuerstein und ein Hauch Leder. Die Frucht wirkt eingekocht statt frisch, wie es bei Sangiovese in diesem Alter zu erwarten ist.
GESCHMACK: Schlank, herb und geradlinig. Die Säure führt, das Tannin ist längst weich geworden und legt sich fein über den Gaumen. Sauerkirsche, Orangenschale, getrockneter Thymian und eine spürbar salzige Note.
FINALE: Mittellang und trocken, mit Kräutern und einem leicht bitteren Kirschkernton.
Pelagrilli im Norden, Piancornello im Süden
Siro Pacenti bewirtschaftet zwei sehr unterschiedliche Standorte im Gemeindegebiet. Pelagrilli liegt auf 350 Metern am Fuß des Hügels von Montalcino im Norden, auf Ton und Sand und offen für kontinentale Winde; von dort kommen die aromatischeren, eleganteren Partien. Piancornello im Süden ist wärmer, der Boden mineralreich mit Kieseln und zermahlenem Gestein, und liefert die strukturierteren, kraftvolleren Weine mit den runden Tanninen, die reifer Sangiovese zeigt. Diese Nord-Süd-Spreizung ist der wichtigste stilistische Hebel der Zone: Die Nordseite reift langsamer und bleibt frischer, die Süd- und Westhänge bringen Kraft und Fülle. Insgesamt ist Montalcino mit rund 700 Millimetern Niederschlag der trockenste Winkel der toskanischen Spitzenherkünfte.
Siro Pacenti, seit 1988 unter Giancarlo Pacenti
Siro Pacenti kaufte 1970 ein Anwesen nördlich von Montalcino. Sein Sohn Giancarlo übernahm 1988 die Leitung; im selben Jahr wurden Rosso und Brunello erstmals selbst abgefüllt. Anfang der 1990er kam Piancornello im Süden hinzu, wo der Betrieb auch seine Sangiovese-Rebschule unterhält; in denselben Jahren forschte man gemeinsam mit der Universität Bordeaux zur phenolischen Reife der Sorte. Zwischen 2001 und 2004 entstand ein neuer Keller. Nicht zu verwechseln mit Franco Pacenti in Canalicchio: Das sind zwei getrennte Betriebe zweier Pacenti-Familien in derselben Gemeinde.
Warum ein Rosso kein junger Brunello ist
Die Herkunftsbezeichnung Rosso di Montalcino besteht seit 1983, verlangt hundert Prozent Sangiovese aus dem Gemeindegebiet und einen Mindestalkohol von 12 % vol. Verkauft werden darf der Wein ab dem 1. September des Jahres nach der Ernte, also nach etwa zehn Monaten. Beim Brunello sind es mindestens zwei Jahre Holz, vier Monate Flasche und eine Freigabe frühestens am 1. Januar des fünften Jahres nach der Lese. Auch die Größenverhältnisse unterscheiden sich: rund 510 Hektar Rosso stehen etwa 2.100 Hektar Brunello gegenüber. Im Keller vinifiziert Siro Pacenti jede Parzelle getrennt und legt die endgültige Zusammensetzung meist im Februar fest; welche Fässer und wie viele Monate für den Rosso 2014 genutzt wurden, ist nicht dokumentiert.
Servieren und kombinieren
16 °C genügen, ebenso ein mittelgroßes Glas. Dekantieren ist in diesem Alter nicht nötig, ein behutsames Umgießen wegen des Depots dagegen sinnvoll. Gut dazu: Ribollita, Tagliatelle mit Hasenragout, gegrilltes Lamm, Salsiccia mit weißen Bohnen, Crostini mit Hühnerleber und junger Pecorino.
Häufige Fragen zum Siro Pacenti Rosso di Montalcino 2014
Ist ein Rosso di Montalcino von 2014 nicht zu alt?
Rosso ist als früh zugänglicher Wein angelegt, und die meisten Flaschen werden in den ersten fünf Jahren geöffnet. Ein Sangiovese mit dieser Säure hält jedoch länger: Die Frucht trocknet ein, Leder-, Kräuter- und Erdnoten treten hervor. Wer diesen Stil schätzt, trinkt die Flasche jetzt; auf weitere Reifung sollte man nicht mehr setzen.
Wie war das Jahr 2014 in Montalcino?
2014 gilt in der Toskana verbreitet als kühl, regenreich und schwierig. Die Weine fielen leichter, hellfarbiger und säurebetonter aus als in warmen Jahren, und sorgfältige Selektion entschied über die Qualität. Wer klassische Schlankheit statt Fülle sucht, findet in solchen Jahrgängen oft erstaunlich animierende Weine.
Worin unterscheidet sich der Rosso vom Brunello des Guts?
Es ist dieselbe Rebsorte aus denselben Weinbergen, aber mit anderer Selektion und anderer Reifezeit. Die Brunello-Abfüllungen Pelagrilli und Vecchie Vigne durchlaufen die lange Pflichtreife der höheren Stufe, der Rosso kommt Jahre früher auf den Markt und zeigt die direktere, weniger tertiäre Seite des Sangiovese.
Sollte die Flasche dekantiert werden?
Kräftiges Dekantieren würde einem über zehn Jahre alten Rosso eher schaden. Sinnvoll ist, die Flasche einen Tag aufrecht zu stellen und den Wein vorsichtig abzugießen, damit das Depot zurückbleibt. Danach reichen zwanzig bis dreißig Minuten im Glas.
Gibt es in Montalcino amtlich abgegrenzte Einzellagen?
Nein. Anders als in einigen anderen italienischen Gebieten führt Montalcino kein offizielles Register abgegrenzter Lagen. Namen wie Pelagrilli, Piancornello oder Canalicchio bezeichnen Zonen und Weinberge, die die Betriebe selbst benennen, ohne rechtlich definierte Grenzen.
Der Barbaresco Asili 2021 stammt aus einer der bekanntesten Einzellagen der Gemeinde Barbaresco im Piemont und füllt 0,75 Liter mit 15 % vol. Nebbiolo aus Asili gilt als Maßstab für die duftige, feingliedrige Seite der Appellation: Rosenblatt und getrocknetes Veilchen, rote Kirsche und Himbeere, hohe natürliche Säure und ein seidiges, feinkörniges Tannin. Der Untergrund aus kalkhaltigem Mergel liefert die kühle, salzige Spannung, die diese Lage von wärmeren Parzellen der DOCG unterscheidet. 2021 zählt in Barbaresco zu den herausragenden Jahrgängen.
Die Verkostungsnotiz des Barbaresco Asili 2021
FARBE: Helles bis mittleres Rubinrot mit granatfarbenem Schimmer, transparent bis zum Rand.
NASE: Getrocknete Rosenblätter, Veilchen und Lavendel legen sich über rote Kirsche und Himbeere. Darunter Anis, Wacholder, ein Ton von Teeblatt und eine kühle, kalkige Note.
GESCHMACK: Aufrecht und straff, mit hoher natürlicher Säure und feinkörnigem, seidigem Tannin, das den Gaumen umschließt statt ihn auszutrocknen. Mittlerer bis kräftiger Körper, rote Frucht, Blutorange und ein salzig-mineralischer Kern.
FINALE: Lang, mit nachhallender Kirsche, Rosenduft und einem trocken-würzigen, leicht rauchigen Ausklang.
Asili – der Westhang der Gemeinde Barbaresco
Asili umfasst rund 22 Hektar unmittelbar westlich des Dorfkerns von Barbaresco, auf 250 bis 350 Metern Höhe und mit süd-südwestlicher Ausrichtung. Der Untergrund besteht aus tortonischen Mergeln der Sant'Agata-Fossili-Formation aus dem späten Miozän: kalkhaltiger Mergel mit etwa 50 bis 60 Prozent Schluff, 25 bis 30 Prozent Ton und einem Sandanteil, dazu Magnesium- und Mangankarbonate. Ein Teil der Lage bildet eine geschützte, amphitheaterartige Mulde, in der es etwas wärmer und windstiller zugeht; die Genossenschaft Produttori del Barbaresco beziffert ihren Anteil dort auf 2,28 Hektar zwischen 230 und 290 Metern. Die benachbarte Lage Rabajà ruht auf demselben Bodentyp.
Barbaresco DOCG: 26 Monate Reife, davon neun im Holz
Barbaresco muss zu 100 Prozent aus Nebbiolo bestehen und mindestens 12,5 % vol erreichen. Vorgeschrieben sind wenigstens 26 Monate Reifung, davon mindestens neun Monate im Holzfass; in den Verkauf darf der Wein ab dem 1. Januar des dritten Jahres nach der Ernte. Für eine Riserva steigt die Vorgabe auf 50 Monate. Die Rebflächen dürfen höchstens auf 550 Metern liegen, die Appellation zählt rund 712 Hektar und 66 zusätzliche geografische Erwähnungen, kurz MGA – Asili ist eine davon. Welche Fassgrößen und welche Dauer für diese Abfüllung gewählt wurden, ist nicht dokumentiert.
Der Jahrgang 2021 in Barbaresco
Auf einen milden, niederschlagsreichen Winter mit guter Wasserreserve folgte ein regulärer Austrieb Ende März. Der April brachte Kälteeinbrüche mit Morgenfrösten, die in tieferen Lagen kleinere Schäden hinterließen, und der Mai blieb ungewöhnlich kühl, was die Erntemenge um etwa zehn Prozent unter das Niveau von 2020 drückte. Ab Juni stabilisierte sich das Wetter, Mitte August wurden kurzzeitig 35 °C erreicht, der September verlief trocken mit ausgeprägten Tag-Nacht-Unterschieden. Gelesen wurde zwischen dem 6. und dem 18. Oktober; die Beeren fielen kleiner aus und waren phenolisch besonders reich. Die Produttori del Barbaresco bewerten 2021 als in jeder Hinsicht ausgezeichneten Jahrgang.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C, großes Glas mit weitem Kelch. Der 2021er ist jung; ein bis zwei Stunden Karaffe oder das Öffnen am Vorabend helfen dem Tannin. Auf den Tisch passen Tajarin mit Butter und Trüffel, Brasato, Wildente, Risotto mit Steinpilzen, geschmorte Rinderbrust und gereifter Castelmagno.
Häufige Fragen zum Barbaresco Asili 2021
Was bedeutet Asili auf dem Etikett?
Asili ist eine Menzione Geografica Aggiuntiva, also eine amtlich abgegrenzte Einzellage innerhalb der Barbaresco DOCG. Sie liegt in der Gemeinde Barbaresco und darf nur angegeben werden, wenn die Trauben vollständig aus dieser Lage stammen.
Wie unterscheidet sich Asili von anderen Lagen der Appellation?
Asili steht für die duftige, elegante Richtung: helle Farbe, floraler Duft, hohe Säure und feines Tannin. Breiter gebaute, dunklere Weine kommen eher aus anderen Abschnitten des Gebiets.
Ist der 2021er bereits trinkreif?
Er ist jung, aber zugänglich. Mit ausreichend Luft zeigt er sich schon jetzt offen; sein eigentliches Potenzial entfaltet sich in den kommenden Jahren, wenn sich das Tannin weiter verfeinert.
Wie lange lässt sich der Wein lagern?
Eine Lage wie Asili und ein Jahrgang mit reifem Phenolgerüst sprechen für eine lange Entwicklung. Bei kühler, dunkler und erschütterungsfreier Lagerung ist deutlich mehr als ein Jahrzehnt realistisch.
Sollte der Wein dekantiert werden?
In diesem Alter lohnt es sich. Ein bis zwei Stunden in der Karaffe lösen den floralen Duft und runden die Gerbstoffe ab; alternativ hilft ein früh geöffnetes, halb gefülltes Glas über den Abend.
Der Tenuta La Viola Oddone 2018 ist ein reinsortiger Sangiovese aus Bertinoro in der Romagna, abgefüllt mit 13,5 % vol auf 0,75 Liter. Angelegt ist er nicht als Kraftpaket, sondern als unkomplizierter Rotwein für entspannte Gelegenheiten: helle Kirschfrucht, Veilchen, moderater Gerbstoff und eine Säure, die für Trinkfluss sorgt. Sein Name verweist auf eine Gestalt der Stadtgeschichte von Bertinoro, das Etikett auf die dortige Säule der Ringe. Nach sieben Jahren zeigt der Jahrgang erste reifere Töne, ohne die Frische eingebüßt zu haben.
Die Verkostungsnotiz des Tenuta La Viola Oddone 2018
FARBE: Mittleres Rubinrot, an den Rändern bereits leicht aufgehellt.
NASE: Sauerkirsche und rote Johannisbeere führen, dazu Veilchen, ein Hauch Orangenschale und trockene Hügelkräuter. Der Duft bleibt hell und geradlinig, ohne jede Marmeladigkeit.
GESCHMACK: Saftig und mittelgewichtig, mit klarer Säure und weichem, wenig griffigem Gerbstoff. Rote Frucht, etwas Granatapfel und eine leicht salzige Note bestimmen den Verlauf.
FINALE: Kurz bis mittellang, sauber und trocken, mit dem typischen leicht bitteren Kirschkern im Nachhall.
Kalk, Meeresfossilien und die Hügel von Bertinoro
Die Rebflächen liegen im Umfeld von Bertinoro, das als eigene Sottozona der Romagna Sangiovese DOC geführt wird. Prägend sind kalkig-organogene Hügel zwischen 100 und 250 Metern, deren tuffig-tonige Böden von marinen Fossilien durchsetzt sind. Der hohe Kalkanteil bremst die Reife ein wenig und hält die Säure aufrecht, die Fossilschichten sorgen für Drainage. Dem Rotwein dieser Zone schreibt das Konsortium Volumen, tragfähiges Tannin und markante Sapidität zu – Eigenschaften, die hier in schlanker, sofort zugänglicher Form erscheinen.
Die Idee hinter Oddone
Das Weingut beschreibt die Entstehung dieses Weins um das Jahr 2005 mit einem einfachen Gedanken: Nicht jeder Anlass verlangt einen komplexen, tief strukturierten Rotwein, Zugänglichkeit und Bekömmlichkeit sind ebenso legitime Ziele. Benannt ist die Abfüllung nach Oddone, einer Bertinoreser Figur des 11. Jahrhunderts, der eine Vorliebe für Wein und Geselligkeit nachgesagt wird. Auf dem Etikett steht die Colonna delle Anella, die Säule der Ringe, ein Wahrzeichen der Gastfreundschaft des Ortes. Der Betrieb selbst sitzt an der Via Colombarone und gehört dem Consorzio Vini di Romagna an.
Was Sangiovese Superiore in der Romagna bedeutet
Das Regelwerk kennt für Sangiovese drei Stufen. Der Basiswein braucht mindestens 12 % vol und darf ab dem 1. Dezember des Erntejahres verkauft werden. Superiore verlangt 12,5 % vol und eine Freigabe frühestens am 1. April des Folgejahres, die Riserva 13 % vol und rund zwei Jahre Reife. In allen Fällen müssen mindestens 85 Prozent der Trauben Sangiovese sein. Mit 13,5 % vol liegt dieser Jahrgang über der Superiore-Untergrenze; zu Fassart und Ausbaudauer macht der Erzeuger keine öffentlichen Angaben.
Servieren und kombinieren
Etwas kühler ausschenken als schwerere Rotweine: 15 bis 16 °C halten Frucht und Säure frisch. Ein normales Rotweinglas genügt, Dekantieren ist nicht nötig. Er begleitet Piadina mit Salumi, Pasta mit Tomatensugo, Pizza mit Salsiccia, gegrilltes Geflügel, Kräuterfrittata und junge Schafskäse.
Häufige Fragen zum Tenuta La Viola Oddone 2018
Wer war Oddone?
Nach der Darstellung des Weinguts eine Bertinoreser Figur des 11. Jahrhunderts, die Wein und Geselligkeit zugetan war. Der Name ist also eine lokalhistorische Anspielung und keine Lagen- oder Rebsortenbezeichnung.
Was macht Bertinoro als Herkunft besonders?
Bertinoro ist eine von 16 Sottozonen der Romagna Sangiovese DOC und liegt auf kalkig-organogenen Hügeln, die reich an Meeresfossilien sind. Das poröse Kalkgestein dieser Lagen wird vor Ort Spungone genannt und gilt als Ursache für die salzig-herbe Note vieler Weine der Zone.
Passt der Wein auch zu leichteren Gerichten?
Ja. Mit 13,5 % vol, weichem Gerbstoff und frischer Säure kommt er ohne schweres Essen aus und funktioniert ebenso zu Gemüsegerichten, Frittata oder einer Brotzeit mit Piadina.
Wie lange lässt sich der Jahrgang 2018 noch lagern?
Der Wein ist auf frühen Genuss ausgelegt und steht derzeit gut da. Bei kühler, dunkler Lagerung sind ein bis drei weitere Jahre realistisch; auf lange Flaschenreife zielt diese Abfüllung nicht.
Sollte er belüftet werden?
Nicht zwingend. Wer mag, öffnet die Flasche eine halbe Stunde vorher; eine Karaffe bringt bei diesem Weintyp kaum zusätzlichen Gewinn.
Der Tenuta La Viola P.Honorii 2016 ist ein reinsortiger Sangiovese von den Kalkhügeln um Bertinoro in der Emilia-Romagna und kommt mit 14,5 % vol in der 0,75-Liter-Flasche in den Handel. Nach neun Jahren hat der Jahrgang die Phase der jugendlichen Frucht hinter sich gelassen: Dunkle Beeren stehen heute neben getrocknetem Blütenwerk, Tabak und einer erdigen Würze. Am Gaumen tragen straffe Säure und feinkörniges Tannin einen Wein, der auf Länge und nicht auf Wucht angelegt ist. Die kalkreichen, fossilhaltigen Böden der Sottozona Bertinoro geben ihm jene salzig-herbe Kante, die Sangiovese aus dieser Ecke Italiens auszeichnet.
Die Verkostungsnotiz des Tenuta La Viola P.Honorii 2016
FARBE: Granatrot mit ziegelfarbenem Rand, klar und mitteldicht.
NASE: Getrocknete Sauerkirsche und Pflaume öffnen den Duft, dahinter liegen Walnussschale, Leder und welke Rosenblätter. Mit Luft treten Tabak, Kakao und eine feine balsamische Note hinzu.
GESCHMACK: Schlank gebaut und straff, mit lebendiger Säure und trockenem, leicht rauem Tannin. Die Frucht wirkt eingekocht statt frisch und wird von Kräutern, Bitterschokolade und einem salzigen Zug begleitet.
FINALE: Mittellang und herb-würzig, mit nachhallender Kirschenschale und trockenem, mineralisch anmutendem Nachdruck.
Sangiovese aus der Sottozona Bertinoro
Bertinoro liegt in der Provinz Forlì-Cesena und zählt zu den 16 Sottozonen, die innerhalb der Romagna Sangiovese DOC ausgewiesen sind. Der Ort trägt den Beinamen Balkon der Romagna und sitzt auf sanften, kalkig-organogenen Hügeln zwischen 100 und 250 Metern Höhe. Die Böden bestehen aus einer tuffig-tonigen Matrix, die reich an Meeresfossilien und deutlich kalkhaltig ist. Das Konsortium beschreibt die Rotweine dieser Zone als volumenreich, mit tragfähigem Tannin und ausgeprägter Sapidität. Der Weinbau konzentriert sich auf den nördlichen Teil des Gebiets, der sich in einen tiefer gelegenen, zur Adria hin geöffneten und einen höher gelegenen westlichen Abschnitt gliedert.
Tenuta La Viola an der Via Colombarone
Das Gut hat seinen Sitz an der Via Colombarone in Bertinoro, auf rund 100 Metern über dem Meer, und arbeitet dort seit über drei Jahrzehnten. Es gehört dem Consorzio Vini di Romagna an und rückt in seinem Selbstverständnis die Pflege von Boden und Rebfläche in den Mittelpunkt: Die besten Ergebnisse, so das Weingut, entstünden aus der Erde und aus den Menschen, die sie bearbeiten. Neben mehreren Sangiovese-Abfüllungen gehören weiße Albana-Weine, ein Forlì Bianco und ein flaschenvergorener Schaumwein zum Programm. In den Handelsverzeichnissen ist P.Honorii die einzige Abfüllung des Hauses, die zusätzlich die Sottozona Bertinoro im Namen führt.
Reifevorgaben der Appellation und neun Jahre Flasche
Die Romagna Sangiovese DOC verlangt mindestens 85 Prozent Sangiovese. Für die Stufe Superiore gilt ein Mindestalkohol von 12,5 % vol, für eine Riserva 13 % vol bei wenigstens 24 Monaten Reifung, in den Sottozonen entsprechend länger. Mit 14,5 % vol liegt der 2016er deutlich über diesen Untergrenzen. Wie lange der Wein vor der Füllung im Holz lag, veröffentlicht das Weingut nicht; belegt ist dagegen das Flaschenalter von rund neun Jahren. Diese Zeit hat die Primärfrucht zurückgedrängt, tertiäre Töne wie Leder, Tabak und getrocknete Blüten nach vorn geholt und dem Tannin die Schärfe genommen.
Servieren und kombinieren
16 bis 18 °C und ein mittelgroßes Rotweinglas genügen; ein zu warmer Service betont die Säure unnötig. Wegen des Alters empfiehlt sich behutsames Abziehen vom Depot, aber nur eine kurze Belüftung von etwa einer halben Stunde. Auf dem Tisch passen Tagliatelle mit Ragù alla romagnola, gefüllte Pasta wie Cappelletti, geschmortes Kaninchen, Lammkoteletts vom Rost, Grillgemüse mit Rosmarin und mittelalter Pecorino.
Häufige Fragen zum Tenuta La Viola P.Honorii 2016
Wofür steht der Name P.Honorii?
Nach Angaben des Weinguts geht der Name auf Petra Honorii zurück, eine historische Bezeichnung für Bertinoro. Der Wein trägt damit den Ortsnamen seiner Herkunft in latinisierter Kurzform.
Was ist Spungone?
Spungone heißt in der Romagna das poröse, fossilreiche Kalkgestein, das als Band durch die Hügel bei Bertinoro zieht. Das Konsortium beschreibt die dortigen Böden als kalkig-organogen, mit tuffig-toniger Matrix und zahlreichen Meeresfossilien. Weinbaulich sorgt dieses Gestein für Drainage, Kalkversorgung und den salzig wirkenden Zug vieler Weine der Zone.
Ist der Jahrgang 2016 heute noch auf der Höhe?
Der Wein steht nach neun Jahren in einer gereiften, aber tragfähigen Phase. Gut gelagerte Flaschen sollten sich noch einige Jahre halten. Wer tertiäre Töne schätzt, trinkt ihn jetzt; wer frische Frucht sucht, greift zu einem jüngeren Jahrgang.
Muss der Wein dekantiert werden?
Nötig ist es nicht. Ein vorsichtiges Abziehen vom Bodensatz ist bei diesem Alter sinnvoll, eine lange Karaffenzeit dagegen nicht: Gereifte Aromen können bei zu viel Luft rasch flacher werden.
Worin unterscheidet er sich vom Oddone desselben Guts?
Oddone ist als unkomplizierter, früh zugänglicher Rotwein angelegt. P.Honorii zielt auf Herkunftstiefe und Reife und zeigt entsprechend mehr Struktur, mehr Würze und ein längeres Trinkfenster.
Der Tenuta La Viola Venticinque 2013 ist eine Cuvée aus 45 Prozent Cabernet Sauvignon, 45 Prozent Merlot und 10 Prozent Sangiovese, gefüllt mit 14 % vol auf 0,75 Liter und geführt unter der geografischen Angabe Forlì Rosso IGT. Der Jahrgang liegt über zwölf Jahre zurück, was den Wein sichtbar verändert hat: dunkle, eingekochte Frucht, vollständig eingebundenes Holz, weiche Textur. Statt Kantigkeit bietet er Tiefe, Würze und polierten Gerbstoff. Die Trauben wachsen auf den kalkhaltigen Hügeln um Bertinoro in der Provinz Forlì-Cesena.
Die Verkostungsnotiz des Tenuta La Viola Venticinque 2013
FARBE: Dunkles Granatrot mit bräunlichen Reflexen am Rand.
NASE: Schwarze Johannisbeere und Backpflaume in eingekochter Form, dazu Zedernholz, Zigarrenkiste, Trockenkräuter und ein Hauch Balsamessig. Mit etwas Luft kommen Kaffeebohne und feuchtes Laub hinzu.
GESCHMACK: Rund und samtig, mit reifem, poliertem Gerbstoff und maßvoller Säure. Die dunkle Frucht wird von Süßholz, dunkler Schokolade und leiser Rauchwürze flankiert; der kleine Sangiovese-Anteil hält den Körper in Bewegung.
FINALE: Anhaltend, mit Kakao, Dörrpflaume und einem sanft mineralischen Zug ohne Bitterkeit.
Forlì Rosso IGT: warum diese Cuvée keine DOC trägt
Für Romagna Sangiovese schreibt das Regelwerk mindestens 85 Prozent Sangiovese vor. Eine Cuvée, in der Cabernet Sauvignon und Merlot zusammen 90 Prozent stellen, fällt damit aus der Bezeichnung heraus und wird als Forlì Rosso IGT abgefüllt – eine der geografischen Angaben, die das Consorzio Vini di Romagna neben Rubicone, Ravenna und Sillaro führt. Sie deckt das Gebiet der Provinz Forlì-Cesena ab und lässt bei der Rebsortenwahl erheblich mehr Spielraum. Weniger Anspruch bedeutet das nicht, sondern lediglich eine andere rechtliche Schublade.
Ein Betrieb auf dem Balkon der Romagna
Tenuta La Viola bewirtschaftet Rebflächen bei Bertinoro, jenem Ort, den man wegen seines weiten Blicks über die Ebene bis zur Adria den Balkon der Romagna nennt. Der Sitz liegt an der Via Colombarone auf etwa 100 Metern Höhe, das Gut ist im Consorzio Vini di Romagna organisiert und seit mehr als drei Jahrzehnten aktiv. Das Sortiment reicht von Albana-Weißweinen über mehrere rote Sangiovese-Linien bis zu einem Pet Nat aus Pinot Nero. Venticinque steht darin für die Verbindung heimischer und internationaler Sorten.
Holzausbau und mehr als zwölf Jahre in der Flasche
Nach Darstellung des Erzeugers wurde der Wein im Holz ausgebaut; Fassgröße und Dauer sind nicht veröffentlicht. Das Ergebnis ist dennoch klar zu erkennen: Vanille- oder Röstaromen sind längst verschwunden, geblieben ist eine Zedern- und Tabakwürze im Hintergrund. Die eigentliche Arbeit hat inzwischen die Flasche übernommen. Über zwölf Jahre haben den Gerbstoff von Cabernet Sauvignon und Merlot geglättet und die Frucht Richtung Dörrobst verschoben.
Servieren und kombinieren
Bei 17 bis 18 °C im bauchigen Glas servieren. Die Flasche vorher ein bis zwei Tage aufrecht stehen lassen und dann vorsichtig abziehen – ein Depot ist in diesem Alter normal. Gut dazu: Entrecôte vom Grill, Rinderschmorbraten, Ente mit Backpflaumen, Risotto mit Steinpilzen, gereifter Parmigiano und kräftige Wurstwaren der Region.
Häufige Fragen zum Tenuta La Viola Venticinque 2013
Wofür steht der Name Venticinque?
Venticinque ist italienisch für fünfundzwanzig; im Handel taucht der Wein teils schlicht als 25 auf. Worauf sich die Zahl bezieht, gibt das Weingut auf den öffentlich zugänglichen Seiten nicht an. Eine belegte Erklärung liegt daher nicht vor.
Ist ein 2013er heute noch trinkbereit?
Ja. Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot mit 14 % vol erreichen in diesem Alter meist ihr Reifeplateau. Gut gelagerte Flaschen bleiben voraussichtlich noch einige Jahre stabil, gewinnen aber kaum mehr hinzu – das Trinkfenster ist jetzt offen.
Was bedeutet die Angabe Forlì Rosso IGT?
IGT steht für Indicazione Geografica Tipica, eine geografische Angabe unterhalb der DOC-Ebene. Forlì bezeichnet das Herkunftsgebiet in der Provinz Forlì-Cesena, Rosso die Weinfarbe. Die Kategorie erlaubt Rebsorten, die das DOC-Regelwerk für Sangiovese nicht vorsieht.
Sollte die Flasche in die Karaffe?
Ein Abziehen vom Depot ist sinnvoll, eine lange Karaffenzeit nicht. Zwanzig bis dreißig Minuten Luft reichen; danach lässt sich die Entwicklung über den Abend hinweg im Glas verfolgen.
Welche Rolle spielt der Sangiovese-Anteil?
Mit 10 Prozent bleibt er in der Minderheit, bringt aber Säure und einen herberen Zug in eine sonst weiche Cuvée. Er verhindert, dass die reife Frucht der beiden Hauptsorten den Wein zu breit wirken lässt.
32,90 €*
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