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Produktinformationen "Robert Barbichon Blanc de Blancs"

Robert Barbichon Blanc de Blancs kommt nicht aus der Côte des Blancs, sondern aus Gyé-sur-Seine in der Côte des Bar, dem südlichsten Zipfel der Champagne — geografisch näher an Chablis als an Épernay. Chardonnay wächst hier nicht auf Kreide, sondern auf Kimmeridge-Mergel, und genau das schmeckt man: weniger Puder, mehr Stein. Der Grundwein bleibt rund zehn Monate im Edelstahltank auf der Feinhefe, danach folgen mindestens 36 Monate Hefelager in der Flasche. Mit 12,5 % Vol. in der 0,75-Liter-Flasche zeigt der Champagner blasses Strohgelb, Quitte, Zitrusfrucht, Vanilleschote und einen salzigen Kern.

Die Verkostungsnotiz des Robert Barbichon Blanc de Blancs

FARBE: Sehr blass, fast grüngolden im Kern. Die Perlage zieht in dünnen, ruhigen Fäden nach oben und wirkt ausgesprochen fein.

NASE: Quitte und Zitronenmelisse führen, dahinter grüner Apfel, Birnenschale und Lindenblüte. Aus dem langen Hefelager kommen Vanilleschote, Hefegebäck und eine feine Würze. Röstnoten fehlen, der Duft bleibt durchgehend klar.

GESCHMACK: Schlank und geradlinig, mit straffer, fast schneidender Säure und einer zart prickelnden Mousse. Der Extrakt ist moderat, dafür setzt der Mergel einen kreidig-steinigen Griff. Für eine Abfüllung sind rund 7 g/l Restzucker belegt, wahrnehmbar ist davon wenig.

FINALE: Ein langer, trockener Ausklang, in dem Zitrus, Salz und Mandelschale nachhallen.

Kimmeridge-Mergel in Gyé-sur-Seine: die Chablis-Seite der Champagne

Gyé-sur-Seine liegt im Barséquanais, rund 150 Kilometer südöstlich von Épernay und damit näher an Chablis als am Kerngebiet. Der Untergrund ist nicht die Belemniten-Kreide von Reims und Épernay, sondern Kimmeridge-Mergel: Ton-Kalk-Schichten aus dem oberen Jura, im Weinbergsjargon marnes à Exogyres nach den fossilen Austern darin, etwa 145 Millionen Jahre alt. Dieselbe Formation trägt die Grand Crus von Chablis. Sie speichert Wasser besser als Kreide, erwärmt sich langsamer und gibt Chardonnay hier mehr Kern und Salz statt puderiger Zartheit. Die Hänge sind steil, teils über 40 Prozent Neigung, und reichen über 300 Meter Höhe, das Klima ist kontinentaler als im Norden. Die Côte des Bar stellt heute rund 23 Prozent der Champagne-Rebfläche, wurde aber erst 1927 endgültig in die Appellation aufgenommen.

Familie Barbichon: vier Generationen auf neun Hektar

Thomas und Maxime Barbichon führen das Gut in der Rue de la Vereille in vierter Generation. Es umfasst rund neun Hektar in Gyé-sur-Seine, Celles-sur-Ource und Courteron, das Durchschnittsalter der Reben liegt bei etwa 38 Jahren, gut 70 Prozent der Parzellen sind südexponiert. Der ökologische Anbau ist seit 2010 zertifiziert, biodynamisch gearbeitet wird seit 2012, mit Komposten aus Kuh- und Pferdemist, Hanfstaub und Basaltmehl. Erzeugt werden etwa 40.000 Flaschen im Jahr, ausschließlich aus eigenen Trauben, weshalb der Betrieb als Récoltant-Manipulant eingetragen ist. Pinot Noir dominiert die Rebfläche mit rund drei Vierteln, Chardonnay liegt bei etwa 11 Prozent, Pinot Blanc und Meunier teilen den Rest.

Zehn Monate im Tank, mindestens drei Jahre in der Flasche

Der Grundwein vergärt im Edelstahltank und bleibt dort ungewöhnlich lange, rund zehn Monate, auf der Feinhefe; das ist der Grund für die cremige Unterlage unter der straffen Säure. Nach dem Tirage folgen mindestens 36 Monate Hefelager in der Flasche, mehr als das Doppelte der vorgeschriebenen 15 Monate für Champagner ohne Jahrgang. Auf Holz verzichtet die Familie hier bewusst, damit der Mergelcharakter unverstellt bleibt. Die Dosage bleibt niedrig, für eine Abfüllung sind 7 g/l belegt, andere Chargen erscheinen als Extra Brut mit unter 6 g/l.

Servieren und kombinieren

Acht bis zehn Grad reichen aus; zu kalt serviert verschließt sich die Quitte und nur die Säure bleibt übrig. Ein Weißweinglas gibt der Frucht Raum, in der schmalen Flöte wirkt der Wein eindimensional; ein Umfüllen in die Karaffe ist nicht vorgesehen. Gut passen Austern, Seezungenfilet, Ceviche, Boudin blanc, junger Chaource aus der Aube und ein Birnenkuchen ohne Sahne.

Häufige Fragen zum Robert Barbichon Blanc de Blancs

Was bedeutet Blanc de Blancs?

Ein Champagner ausschließlich aus weißen Trauben, in der Regel Chardonnay. Bei Barbichon führt Chardonnay die Cuvée; in älteren Abfüllungen war zusätzlich Pinot Blanc beteiligt, der als weiße Sorte ebenfalls zulässig ist und in der Aube noch verbreitet vorkommt.

Was ist Kimmeridge-Mergel?

Eine Wechselfolge aus Tonmergel und Kalk aus dem oberen Jura, benannt nach dem englischen Ort Kimmeridge. In der Côte des Bar bildet sie den Untergrund, während im Kerngebiet der Champagne Kreide dominiert. Weine von Mergel wirken tendenziell weiniger, salziger und weniger fein-puderig.

Was bedeutet Récoltant-Manipulant?

Ein Winzer, der ausschließlich Trauben aus eigenen Weinbergen verarbeitet und den Champagner selbst herstellt und vermarktet. Auf dem Etikett steht dafür das Kürzel RM, meist klein neben der Zulassungsnummer. Genau das ist gemeint, wenn von Winzerchampagner die Rede ist.

Warum steht kein Premier Cru auf dem Etikett?

Weil es in der Côte des Bar keine gibt. Bei der Abgrenzung von 1927 erhielt keine Gemeinde der Aube einen Cru-Rang; die 17 Grand-Cru- und rund 42 Premier-Cru-Dörfer liegen alle im Département Marne. Über die Qualität des Weins sagt das Fehlen nichts aus.

Wie sollte die Flasche gelagert werden?

Liegend, dunkel, erschütterungsfrei und bei möglichst konstanten 10 bis 12 Grad. Unter diesen Bedingungen sind einige Jahre problemlos möglich; der Champagner kommt jedoch trinkfertig auf den Markt und braucht keine zusätzliche Reifezeit.

Weitere Informationen
Alkoholgehalt: 12,5 % Vol
Anbaugebiet: Champagne AOC, Côte des Bar - Gyé-sur-Seine (Aube), Kimmeridge-Mergel
Ausbau: ca. 10 Monate Edelstahltank auf der Feinhefe, danach mind. 36 Monate Hefelager in der Flasche, ohne Holz
Betriebsart: Récoltant-Manipulant (RM), rund 9 Hektar, ca. 40.000 Flaschen
Champagner Art: Blanc de Blancs, Chardonnay (in älteren Abfüllungen mit Pinot Blanc)
Dosage: niedrig: 7 g/l für eine Abfüllung belegt, andere Chargen Extra Brut
Farbe: blasses Strohgelb
Geschmack: Quitte und Zitrusfrüchte
Herstellerland: Frankreich
Lagerung: 1-2 Jahre ab jetzt
Nettofüllmenge: 0,75 Liter
Produzent: Barbichon
Region: Champagne
Traube: Chardonnay 100 % (aktuelles Erzeugerdatenblatt)
Trinktemperatur in °C: 8–10 °C
Zertifizierung: bio (AB) seit 2010, biodynamisch seit 2012
gesetzliche Angaben: enthält Sulfite

Importeur und / oder Vertriebspartner für dieses Produkt ist:

Barolo&Champagne GbR
Diegelsbergerstr. 24
73061 Ebersbach

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